
Tuba spielen ist kein Hexenwerk, stellt jedoch an die Tubisten beachtliche Anforderungen. Mit ein wenig Durchhaltevermögen und der richtigen Anblas-, Atem und Spieltechnik kannst auch du den Koloss unter den Blechblasinstrumenten gut beherrschen. Hier ein paar Hilfestellungen, wenn du Tuba spielen möchtest.
Check it: Tuba spielen und was dich dabei erwartet
- Nicht von Dimensionen und Sprüchen abschrecken lassen
- Haltung bewahren, locker und aufrecht bleiben
- Tonerzeugung, Ansatz und kontrollierte Atmung
- Naturtöne, Ventile und Tonraum
- Rhythmisches Bassspiel und kreatives Melodiespiel
Gibt es Anfangswidrigkeiten beim Tuba spielen?
Ja, die gibt es, aber: Wenn du Tuba spielen möchtest, entscheidest du dich für ein wunderbares, aber oftmals auch unterschätztes Instrument. Eines, das neben dem angenehmen Klang und dem Tonraum von vier Oktaven halt auch so seine speziellen Anforderungen hat. Und da du im Orchester oftmals den Bass lieferst, werden die von dir zu spielenden Melodien nicht immer spannend sein. Wenn du nicht absolut durchtrainiert bist, ist der Muskelkater vom Tragen des Instrumentes nahezu unausweichlich. Und wenn du dann auch noch die Sprüche aushältst, denen Tubisten immer mal wieder ausgesetzt sind, hast du die größten Stolpersteine schon überstanden. Okay, lasst uns ernsthafter werden.
Tuba spielen: Auf korrekte Haltung achten, Platz nehmen bitte
Üblicherweise wirst du nicht stehend, sondern im Sitzen Tuba spielen. Dabei musst du unbedingt vernünftig und aufrecht sitzen, um Muskelkater und Haltungsschäden zu vermeiden. Du spielst einen Koloss. Unterschätze die Dimensionen nicht und nimm die einen Stuhl mit der richtigen Sitzhöhe. Und dann setze dich entspannt, aber aufrecht auf das vordere Drittel des Stuhls, ohne dich mit dem Rücken anzulehnen. Das Instrument hältst du nun auf den beiden Oberschenkeln.

Was musst du noch bei der richtigen Haltung der Tuba beachten?
Ein wenig (!) zusätzlichen Halt gibst du der Tuba durch die Arme und Hände. Dabei wirst du einerseits darauf achten, dass die Greifhand und der dazugehörige Arm locker und frei agieren können. Andererseits muss das Mundstück in der richtigen Höhe und dem richtigen Winkel von deinem Mund erreichbar sein. Beim Essen geht die Gabel zum Mund und nicht umgekehrt. Merkwürdiger Vergleich, doch der hinkt keineswegs: Bei der Tuba geht nicht der Mund zum Mundstück, sondern das Mundstück zum Mund. Dafür musst du das Instrument zu dir bewegen.
Wie funktioniert die Tonerzeugung bei der Tuba?
Die Art der Tonerzeugung ist ein weiterer Hinweis darauf, dass du erstens locker bleiben und zweitens deine Körperspannung kontrollieren musst. Die Töne erzeugst du durch das Zusammenspiel von Anblasluft, Ansatz und insbesondere den vibrierenden Lippen. Du bläst also möglichst kontrolliert in das Mundstück hinein und lässt zeitgleich die Lippen vibrieren. Die ersten Hup-Töne sind geschafft? Wunderbar; dann kann es mit der Feinjustierung weitergehen.
Was ist mit der Atmung beim Tuba spielen?
Wenn du Tuba spielen möchtest, benötigst du zweifellos eine gute Portion Luft. Der vielzitierte Spruch vom langen Atem wird hier zur musikalischen Realität. Verfügst du über ein großes Lungenvolumen, bist du eindeutig im Vorteil. Nur folgerichtig gehört die kontrollierte Atmung zu einem der wichtigsten Themen beim Tuba-Spiel wie auch bei allen anderen Blech- und Holzblasinstrumenten. Lernen wirst du, unter Einsatz des Zwerchfells tief in den Bauch zu atmen. Das Zwerchfell, die Bauchdecke, die Brust- und sogar die Rückenmuskeln dienen als Stütze beim Ausatmen.
Tuba spielen: Nicht wie ein Frosch die Wangen aufpumpen – mit Atemluft haushalten
Lass immer nur so viel Luft ab, wie du für den Ton benötigst. Haushalte mit deiner Luft, du bzw. die Tuba benötigt reichlich davon. Und verzichte unbedingt darauf, die Wangen aufzupumpen. Wenngleich das in manchen Filmen immer wieder so dargestellt wird, ist es grundsätzlich falsch. Durch das Aufblähen der Wangen verschwendest du Luft, die du an anderer Stelle – nämlich im Instrument – dringend benötigst. Außerdem sieht das ziemlich albern bis laienhaft aus. Stattdessen spannst du sowohl die Wangen als auch die Lippen an, um den Luftstrom zu kontrollieren.

Wie erzeugt man die ersten Töne beim Tuba spielen?
Durch Veränderung der Lippenspannung, der Lippenvibration und des Anblasdrucks kannst du bereits unterschiedliche Töne erzeugen. Bis du herausgefunden und ein Gefühl dafür entwickelt hast, wie du welchen Ton auf deiner Tuba spielen kannst, wird einige Zeit vergehen. Begreife das nicht lediglich als simples Üben, stattdessen als Training. Dein Ziel muss es sein, die Töne vernünftig zu intonieren, also die korrekte Tonhöhe zu erreichen.
Wie funktionieren die Ventile beim Tuba spielen?
Du kannst sämtliche chromatischen Töne auf deiner Tuba spielen. Ausgestattet ist das Instrument dafür mit Ventilen. Ein kompliziertes Wort für den Mechanismus, der sich unter den Druckknöpfen befindet. Durch Niederdrücken der Ventile veränderst du die Länge der Luftsäule, da die Luft dann durch unterschiedlich lange Rohre in der Tuba geführt wird. Daraus resultiert eine jeweils unterschiedliche Tonhöhe.
Schritt für Schritt wirst du dir alle Töne erarbeiten. Und richtig, jeder einzelne Ton fühlt sich anders an. Achte beim Drücken der Ventile darauf, sie erstens exakt in der Mitte zu betätigen und zweitens komplett zu drücken. In der Mitte, damit sich nichts verkantet; komplett runter, um klare Töne zu spielen.

Tuba spielen: Warum sind Tonleitern so wichtig?
Vermutlich werden sie dir irgendwann aus den Ohren hängen, jetzt aber sind sie wichtig: Tonleitern. Bei den ersten Tönen freust du dich noch darüber und darauf, sie zum Klingen zu bringen. Im nächsten Schritt übst du zunächst Tonleitern. Auch wenn du darauf wenig Bock hast, solltest du darauf nicht verzichten.
Wenn du Tuba spielen möchtest, sind die Tonleitern für dich der Schlüssel zu vielen Dingen gleichzeitig, beispielsweise für die Gehörschulung, das kontrollierte Melodiespiel, das Ansatztraining und mehr. Stell dir vor, du sollst eine neue Melodie spielen, weißt aber nicht, wo ein spezieller Ton liegt. Wenn du aber fleißig Tonleitern geübt hast, kannst du eine neue Melodie im Nu spielen!
Was ist die Besonderheit der Tuba?
Hinsichtlich der Tonerzeugung unterscheidet die Tube sich nicht von anderen Blechblasinstrumenten. Viele sind der Meinung, sie klinge lediglich schöner als ihre Artverwandten. Letztlich unterscheidet sie sich aber hinsichtlich der Größe und ebenso durch ihre Einsatzmöglichkeiten. Und damit ist nun keinesfalls gemeint, an welchem Ort oder auf welcher Bühne sie gespielt werden kann. Vielmehr ist die Tuba zugleich ein rhythmisches als auch ein Melodie- bzw. Soloinstrument.
Wie funktioniert die Tuba als rhythmisches Bassfundament?
Im Orchester, in der Blechblasformation, der Volks- oder Tanzmusik kommt die Tuba häufig als Bassinstrument zum Einsatz, das zugleich die Aufgabe des Timings übernimmt. An den Betonungen der Tuba orientieren sich alle anderen Musiker. Das heißt, du musst timingfest werden. Idealerweise übst du bereits frühzeitig zu einem Metronom oder anderem Taktgeber.
Anfangs wirst du dich darüber wundern, wie schwierig es ist, einfach nur zu einem Klick zu spielen und dabei nicht aus dem Takt zu kommen. Langfristig wirst du bei deinem Spiel außerordentlich von den Übungen mit Taktgeber profitieren. Und deine Mitmusiker profitieren gleichermaßen, wenn du immer präziser durchziehen kannst.

Wie lange dauert das Üben von anspruchsvollem Melodiespiel auf der Tuba?
Einfach, kurze und leider ernüchternde Antwort: lange. Aber keine Panik, es lohnt sich! Die Tuba als eigenständiges Melodieinstrument zu spielen ist häufig zum Beispiel im Jazz und weiteren musikalischen Stilrichtungen zu sehen. Damit verfolgst du einen komplett anderen Ansatz. Du entfernst dich von der reinen Rhythmik und begibst dich auf solistische Pfade. Wäre doch zu schade, diese Möglichkeiten nicht vollends auszuschöpfen, wenn du ambitioniert Tuba spielen möchtest.
Beim solistisch melodischen Spiel wirst du nicht nur noch mehr Luft und Ansatz benötigen, sondern auch den gesamten Tonraum nutzen wollen. Dafür musst du auch bei schnellen Linien präzise und intonationssicher auf der Tuba spielen. Dir dafür die Voraussetzungen zu schaffen, ist ein langwieriger und immer fortdauernder Prozess. Aber jeder einzelne schöne Ton zählt und steigert deine Freude auf dem Instrument.
Geht das Tuba spielen auch leise?
Ja, mit Technik! Denn eines ist mal klar: Wenn du Tuba spielen möchtest, wirst du ambitioniert üben müssen. Dass das kaum geräuschlos vonstattengeht, deine Nachbarn, Familienmitglieder, die Katze von nebenan und der Hausmeister durchaus mal an die Grenzen ihrer nervlichen Belastbarkeit kommen, liegt auf der Hand. Wenn es denn nicht eine praktische Möglichkeit gäbe, die Lautstärke maßgeblich zu reduzieren.
Und die gibt es. Mit einem SilentBrass-System wie zum Beispiel dem von Yamaha kannst du bei Zimmerlautstärke Tuba spielen. Rund um die Uhr; notfalls auch nachts. Ist nicht ganz billig; aber die Investition lohnt sich aus Gründen des Nachbarschafts- und Familienfriedens unbedingt. Das System nennt sich Yamaha SB 1X Tuba.
Es geht übrigens auch noch viel größer bei der Tuba: „Big Carl – die größte Tuba der Welt: Anspruchsvoller Fall für kräftige Lungenflügel“.





