Größer, tiefer, luftraubender

Big Carl – die größte Tuba der Welt: Anspruchsvoller Fall für kräftige Lungenflügel

Fotos: Shutterstock, Foto von Arak Rattanawijittakorn und Artur Balytskyi

Sie trägt den Namen „Big Carl“ und ist die vermeintlich größte Tuba der Welt. Bei einem Gewicht von rund 50 kg ist der Tubisten-Gigant 2,5 Meter groß. Die Ventile sind handgroß und funktionieren nicht mehr zuverlässig. Kein Wunder immerhin hat das Unikat bereits mehr als 120 Jahre auf dem Buckel. Und die sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Ist die Riesentuba spielbar? Durchaus; aber schaut selbst:

Die weltgrößte Tuba ist längst zum Kultobjekt geworden

Ist Big Carl der oder die Tuba?

Gleich zu Anfang zermartern wir uns das Journalistenhirn. Üblicherweise ist eine Tuba weiblich. Schließlich heißt es: „die Tuba“. Der Name dieses Instrumentes ist allerdings „Big Carl“. Und das ist  bekanntlich ein männlicher Vorname. Also nicht „Big“, sondern „Carl“. Und so werden wir in den folgenden Zeilen sicherlich das eine oder andere Mal über den Artikel stolpern. Sei’s drum; irgendwie muss man da durch.

Hoch über Big Apple – ein Instrument daheim in luftiger Höhe

Big Carl hat ihren geborgenen Platz im 28. Stockwerk über der Wallstreet. Daheim ist sie in der Etage des Verlagshauses Fischer in New York. Und zumal es sich um ein außergewöhnliches Unikat handelt, das man einfach mal in den Händen bzw. vor den Lippen gehalten  haben möchte, machen immer mal wieder renommierte Tubisten einen Abstecher in die hoch gelegene Büroetage, um Big Carl auszuprobieren.

Ist Big Carl wirklich spielbar?

Carl liefert Töne aus dem extremen Tieftonbereich. Bei dem Gewicht und der Größe kein Wunder. Die Zeichen der Zeit sind unübersehbar. Wäre mal interessant, sich mit dem Instrument zu unterhalten und die Geschichten aus seinem Nähkästchen zu erfahren. Perfektion in Sachen Intonation und flüssiger Spielweise ist insofern nicht wirklich möglich.

Dennoch ist die gigantische Tuba spielbar, zumindest kann man Ansatz und Atmung trainieren. Und davon braucht man bei Big Carl reichlich. Zuvor allerdings muss die musikalische Greisin mit einem nicht zu unterschätzenden Kraftakt in die Vertikale gebracht werden. Gespielt wird sie stehend; im Sitzen ist das nicht machbar. Nächster Schritt ist, dass die Tubisten sich mit der speziellen Stimmung anfreunden müssen. Gestimmt ist die Tuba weder in Eb noch in Bb, stattdessen  in H, zumindest vermutlich.

Und schon geht’s los. Etliche Musiker haben Big Carl schon die Töne entlockt, die sonst so aus keiner anderen Tuba herauszulocken wären. Hier kommt ein weiteres Beispiel:

Beim Verreisen braucht Big Carl kräftige Helfer

Möchte Big Carl mal verreisen, vielleicht um mal ein paar neue Eindrücke zu tanken oder einfach mal abzuschalten, wird’s etwas problematisch. Auf dem Fahrrad funktioniert das nicht, auch nicht mit einem Kleinwagen oder Kombi. Und auch nicht mit einer Person. Carl beansprucht mindestens einen Transporter und dabei lässt er sich von gleich mehreren Trägern auf die Ladefläche helfen. Verdienter Respekt für die über 100-jährige Tiefton-Dame.

Einen Transporter und ein paar kräftige Helfer sind für Ausflüge nötig

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