Spieltechnik mit Mouthpiece optimieren

Didgeridoo-Mundstück: Tuning für das Outback-Instrument

Foto: Shutterstock von Skolkokrasok

Du hast die grundsätzliche Spiel- und Atemtechnik auf dem Didgeridoo verinnerlicht. Nun möchtest du dein Instrument zusätzlich verbessern. Die Lösung liegt darin, statt mit den Lippen Eukalyptus, Holz, Kunststoff oder Glas direkt zu berühren, ein Mundstück zu nutzen. Hier unsere Tuning-Tipps mit dem Didgeridoo-Mundstück:

Check it: Didgeridoo-Mundstück kaufen oder per DIY-Methode herstellen

  • Sinn und Zweck eines Mundstücks für das Didgeridoo
  • Praktisch und hygienisch: Mundstück aus Bienenwachs
  • Verschiedene Materialen der Mundstücke im Handel
  • Wie du das Mouthpiece selbst bastelst

Didgeridoo-Mundstück – die Vorteile:

Unbedingte Anforderung für dich ist es, mit deinem Mundstück vernünftig zurechtzukommen. Die rein natürliche Oberfläche der Ansatzöffnung beim Didgeridoo wird dir das allenfalls oberflächlich und auch nicht auf Dauer garantieren. Durch ständiges Spielen wird Holz selbstverständlich irgendwann in Mitleidenschaft gezogen. Abhilfe schafft es, gleich von Anfang an auf ein Mundstück zu setzen.

Der Rand eines Didgeridoos lässt sich in Maßen pflegen und sauber halten. Das ist und bleibt allerdings eine Frage der Zeit. Auswechseln kannst du den Rand nicht; der ist nun mal ein nicht austauschbarer Teil des Instrumentes. Ganz anders beim Mundstück. Das kannst du bei Bedarf immer wieder erneuern.

Mundstück aus klanglichen und hygienischen Aspekten nutzen
Mundstück aus klanglichen und hygienischen Aspekten nutzen Foto: Shutterstock von Michele_Milanese + Vladislav Gajic

Didgeridoo-Mundstück – funktional und hygienisch zugleich

Durchaus üblich ist es, ein Didgeridoo-Mundstück aus Bienenwachs zu verwenden. Neben der vernünftigen Bespielbarkeit, sogar dem angenehmen Geruch, hat dieses Material einen weiteren speziellen Vorteil: Es wirkt antiseptisch und überzeugt insofern durch die besondere Hygiene.

Immerhin handelt es sich hier um ein Blasinstrument mit den typischen Belastungen durch die Keime von Atemluft und Speichel, die sich grundsätzlich nicht vermeiden lassen. Umso schwieriger, als das Didgeridoo – meistens – aus Holz besteht. Keime lassen sich nicht so simpel wegwischen wie bei Blechblasinstrumenten. Natürliches Bienenwachs gibt dir einen ebenso natürlichen Schutz.

Günstig und unkompliziert: Bienenwachs-Mundstücke

Die gute Nachricht vorweg: Ein Didgeridoo-Mundstück ist verhältnismäßig preiswert. Im Handel bekommst du die bereits für sparsames Geld. Ein gutes und bewährtes Beispiel dafür ist das Didgeridoo-Mundstück aus 100 Prozent reinem Bienenwachs, das du auf dieser Produktseite auf thomann.de findest.

Vorgefertigtes Didgeridoo-Mundstück aus Bienenwachs
Vorgefertigtes Didgeridoo-Mundstück aus Bienenwachs Foto: von Thomann

Eine Qualitätsstufe höher für wirklich kaum mehr Geld betrittst du mit einem sogenannten Sugarbag-Mundstück. Das Besondere daran: Bei Sugarbag-Wachs handelt es sich um das bevorzugte Material, mit dem auch die Aborigines Mundstücke formen. Produziert wird es aus dem Wachs der stachellosen schwarzen Bienen Nordaustraliens. Optisch vorteilhaft ist es dank der speziellen Färbung, mit dem du den authentischen Look deines Instrumentes erhältst. Wirf mal einen Blick auf diese Produktseite auf thomann.de.

Vorgefertigtes Didgeridoo-Mundstück aus Sugerbag-Bienenwachs
Vorgefertigtes Didgeridoo-Mundstück aus Sugerbag-Bienenwachs Foto: von Thomann

Die individuelle Alternative: Didgeridoo-Mundstück selbst formen

Vorgeformte Mundstücke können eine praktische und pragmatische Lösung sein. Bisweilen problematisch kann es werden, wenn die Spieler eine spezielle Dicke bevorzugen oder das Didge einen etwas unüblichen Rand an der Anblasöffnung aufweist. Als Alternative bietet es sich an, das Mundstück eigenständig zu formen. Was du dafür benötigst, ist ebenfalls Bienenwachs, allerdings auch etwas mehr Zeit und handwerkliches Geschick als bei vorgefertigten Mundstücken.

Auf „unbehandelt“ achten – die Geschmacksnerven sagen danke

Sinnvollerweise nimmst du dafür unparfümiertes Wachs. Deine Nase und dein Geschmackssinn werden es dir danken. Im Fachjargon spricht man von „unbehandeltem“ Bienenwachs, das aus ebenfalls hygienischen Anforderungen natürlich gereinigt sein sollte. Besorgen kannst du dir das beim Imker deines Vertrauens oder im Handel.

Eine „verpackte“ Lösung mit gut zu verarbeitendem Bienenwachs in Körnerform findest du auf dieser Produktseite auf thomann.de. Die Inhaltsmenge von 20 Gramm genügt, um daraus ein Didgeridoo-Mundstück zu formen oder Ausbesserungsarbeiten an dem bereits vorhanden durchzuführen. Hast du besondere Anforderungen an die Maße und benötigst infolgedessen mehr Material, kannst du auf die einheitliche Qualität der Chargen vertrauen. Ein großer Unterschied ist nicht zu erwarten.

Wichtig: Bei der richtigen Temperatur verarbeiten

Wichtig ist es, die Bienenwachskörner in der richtigen Temperatur zu verarbeiten. Andernfalls könntest du Enttäuschungen erleben. Du nimmst einfach ein wenig Wachs aus dem Beutel, formst es zu einem wurstförmigen Strang, der etwas länger als insgesamt benötigt sein sollte. Im nächsten Stepp bringst du ihn auf verarbeitbare Temperatur und knetest ihn solange, bis das Wachs sich vernünftig mit dem Holzansatz des Instrumentes verbinden lässt.

So wenig Material wie möglich, so viel wie nötig

Formst Du nun aus dem knetbar gewordenen Wachs deinen Wachsstrang, achte darauf, so wenig wie möglich zu verwenden. Konstruierst du die „Wachswurst“ zu dick, wird sie im Resultat die Schwingungen nicht mehr wie gewollt übertragen. Stattdessen wird der Ton plötzlich dumpf und die Luftsäule kann nicht wie gewünscht entstehen. Die Faustregel: Je weniger Wachs sich auf der Öffnung befindet, umso angenehmer ist der Klang.

Zu viel am Material zu sparen, funktioniert natürlich auch nicht. Eine hauchdünne Wachsschicht bildet schließlich noch lange kein Didgeridoo-Mundstück. Bei der Verarbeitung wirst du einen gangbaren Kompromiss finden müssen. Mag auch sein, dass du die ersten Versuche in die Tonne kloppen kannst. Doch die Übung macht den Didgeridoo-Meister. Nicht aufgeben; es lohnt sich.

Kleine Filigranarbeiten mit Fingerspitzengefühl

Nun soll das Didgeridoo-Mundstück nicht nur vernünftig auf dem Rand sitzen, sondern auch die benötigte Stabilität aufweisen. Dafür gibt es einen weiteren Trick: Während das Wachs noch weich ist, schiebst du rundherum immer ein wenig davon nach innen in die Öffnung. Natürlich machst du das vorsichtig und gleichmäßig. Überschüssiges Wachs nimmst du am besten mit einem kleinen Holzwerkzeug wie einem Zahnstocher sofort wieder ab.

Und schon kann’s wieder losgehen

Am Ende sollte dein Didgeridoo-Mundstück eine leicht ovale Form aufweisen. Bist du an deinem handwerklichen Ziel angelangt, tauchst du das aufgebrachte Mundstück noch mal kurz in flüssiges Wachs und gleichst dadurch etwaige Unebenheiten aus. Trocken und härten lassen, fertig! Schon kannst du wieder deine speziellen Töne auf dem Instrument spielen, und zwar mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit besser als zuvor.

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