Rundum-Infos zur Drum-Fußmaschine von Bauweise bis Spielweise

Was du über Schlagzeug-Fußmaschinen wissen solltest

Foto: Shutterstock von Studio 72

Snare, Toms und Becken können bequem mit Sticks gespielt werden, bei der Bass-Drum sieht das etwas anders aus. Die liegt auf dem Boden. Also brauchen wir ein „Übersetzungsgerät“ – die Schlagzeug-Fußmaschine. Wir haben hier ein paar Tipps zu Modellauswahl und Einstellungen von Schlagzeug-Fußmaschinen für euch:

Check it: Tipps und Infos zur Fußmaschine

  1. Federspannung vernünftig justiert?
  2. Beater sinnvoll montiert
  3. Einstellmöglichkeiten
  4. Kleine Pedalkunde: Die Antriebsarten
  5. Unterschiedliche Materialien der Beater
  6. Und was soll das kosten?

Schlagzeug-Fußmaschinen: Von der richtigen Federspannung hängt ab, wie gut ihr spielen könnt

Obwohl die Bedienung der Bass-Drum scheinbar komplett anders vonstattengeht als die der Becken und der anderen Trommeln, bleibt das Prinzip doch dasselbe. Ein Stock oder eben der Beater wird in Richtung des Fells beschleunigt, damit ein möglichst voller Sound entsteht.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass euch bei der Bass-Drum die Erdanziehungskraft nicht hilft. Schließlich steht das Fell des Instruments senkrecht zum Boden. Hier kommt die Feder ins Spiel, die an allen Fußmaschinen das wichtigste Einstellungselement ist. Daher solltet ihr euch die Zeit nehmen und herausfinden, welche Federspannung am besten für euch funktioniert.

Wenn ihr erst vor kurzer Zeit mit dem Trommeln angefangen habt oder noch keine Erfahrung bei der Pedaleinstellung besitzt, solltet ihr die Schlagzeug-Fußmaschine zunächst vor euch hinstellen. Dann funktioniert nicht nur das Justieren besser. Ihr lernt das Teil auch technisch richtig kennen und seht es nicht nur im schummrigen Dämmerlicht unten an der Bass-Drum.

Tippt jetzt die Trittplatte der Fußmaschine mit der Hand an und checkt, ob der Beater gleichmäßig vor- und zurück schwingt. Tut er das, arbeitet die Feder schon im grünen Bereich. Stellt ihr einen schlackernden, ungleichmäßigen Lauf fest, ist die Federspannung zu gering eingestellt und ihr werdet beim Spielen kein berechenbares Gefühl bekommen.

Bei den meisten Fußmaschinen findet ihr die Federaufhängung rechts neben dem Rahmen. Die Feder selbst ist hierbei oben mit der Antriebswelle verbunden. Unten wird sie in ein Gewinde eingehakt, das sich über zwei sich gegenseitig konternden Muttern in der Höhe verstellen lässt. Diese Höhe bestimmt die Federspannung.

Schnappt euch nun mit beiden Händen diese Muttern und dreht sie in entgegengesetzte Richtungen. Bei manchen Maschinen muss man hierfür etwas Kraft aufwenden. Stark gebrauchte Modelle können sogar eingerostet sein. Hier hilft im Zweifelsfall etwas Rostlöser. Jetzt könnt ihr die Federspannung an euren Geschmack anpassen.

Guter Startpunkt für die Federspannung: Locker, aber ohne zu schlackern

Eine sehr harte Federspannung bedeutet, dass ihr viel Kraft aufwenden müsst, um den Beater zum Fell zu bewegen, er anschließend aber sehr schnell wieder zurückkommt. Umgekehrt sorgt eine sehr lockere Spannung für einen leichten „Hinweg“; zurück geht es jedoch etwas träge zu.

Hier haben alle Drummer ihre eigenen Vorlieben. Als guter Startpunkt hat sich jedoch eine eher lockere Federspannung bewährt. Sofern ihr keine rasend schnellen Schlagfolgen spielen möchtet und nicht über trainierte Beine verfügt, funktioniert ein leichterer Hinweg in aller Regel besser.

Schiebt den Beater ein Stückchen weiter in seine Halterung

Ein wichtiges Detail bei der Einstellung eurer Fußmaschine ist der Beater selbst. Um ein optimales Verhältnis aus Beschleunigung und Druck zu erhalten, ist es ratsam, das Ende des Beater-Schafts nicht mit seinem Befestigungsblock abschließen zu lassen.

Gerade bei kleineren Bass-Drums wie 20ern oder 18ern trifft der Schlägel dann nämlich nicht nur zu weit am Rand des Fells, auch das Kräfteverhältnis wird ungünstiger. Lasst den Schaft also gute zwei Zentimeter aus seiner Befestigung herausragen. Hier auf diesem Bild könnte ihr gut sehen, was ich meine:

Den Schaft des Beaters gut zwei Zentimeter rausstehen lassen
Den Schaft des Beaters gut zwei Zentimeter rausstehen lassen Foto: Shutterstock von Uximetc pavel

An vielen Maschinen könnt ihr auch den Winkel von Beater und Trittplatte einstellen

Solltet ihr eine neue Fußmaschine besitzen, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass sie mit spielfertig eingestelltem Beater-Winkel aus dem Karton kommt. Wenn ihr am Schlagzeug sitzt, sollte der Beater-Schaft ungefähr auf euer Knie zeigen, was etwa einem Winkel von 60 Grad zum Fell entspricht. Ist der Beater in der Ruheposition zu nah am Fell, könnt ihr mit der Schlagzeug-Fußmaschine nicht genügend Beschleunigung für einen ordentlich Wumms erzeugen. Ist er zu weit weg, wird der Weg zu lang.

Die meisten Einsteigerpedale besitzen oberhalb der Federaufhängung eine Vierkantschraube, die ihr mit dem Stimmschlüssel bedienen könnt. Löst ihr die, lässt sich der Beater zusammen mit der Trittplatte in die gewünschte Position bringen. Besser ausgestattete Fußmaschinen ermöglichen eine getrennte Justierung von Trittplatte und Beater.

Hier gilt dann, dass die Trittplatte nicht zu flach stehen sollte, sonst fehlt euch einerseits der Anlauf, andererseits besteht die Gefahr, dass sie unten auf der Rahmenkonstruktion aufschlägt. Eine zu steile Einstellung wiederum erhöht zwar den Weg und damit auch den erreichbaren Punch, zwingt das Fußgelenk jedoch in eine unangenehme, nach oben gedehnte Position.

Schraube auf Welle zur Verstellung des Schlägelwinkels
Schraube auf Welle zur Verstellung des Schlägelwinkels Foto: Shutterstock von Uximetc pavel

Hebt die Bass-Drum vorne etwas vom Boden ab

Wusstet ihr, dass die Füße eurer Bass-Drum nicht nur dafür da sind, die Trommel sicher am Boden zu halten, sondern dass sie auch das Spielgefühls eures Pedals stark beeinflussen? Viele Anfänger machen den Fehler, die Bass-Drum vorne auf dem Spannreifen auf dem Boden abzulegen. Optisch und auch technisch mag das auf den ersten Blick logisch erscheinen. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich dadurch besonders für die Schlagzeug-Fußmaschine aber ein Problem:

Legt ihr eure Bass-Drum ohne montiertes Pedal auf den Boden, liegt sie dort beidseitig parallel auf. Montiert ihr jedoch jetzt das Pedal, wird die Trommel auf der einen Seite „aufgedockt“, denn der Schlagfellreifen liegt jetzt auf dem Aluminiumrahmen der Maschine. Damit fällt die Bass-Drum nach vorne leicht ab.

Wenn ihr sie jetzt spielt, werdet ihr feststellen, dass der Beater der Fußmaschine seinen optimalen Auftreffwinkel um einige Zentimeter überschreiten muss. Dadurch nimmt sowohl sein Weg als auch die Gegenkraft der Feder erheblich zu und ihr müsst viel mehr Energie aufwenden. Fahrt die Bassdrum-Füße also soweit aus, dass der Beater das Fell möglichst senkrecht trifft. Euer Spielgefühl wird sich verbessern und ihr könnt wesentlich entspannter trommeln.

Vorne muss die Bass-Drum leicht angehoben sein
Vorne muss die Bass-Drum leicht angehoben sein Foto: Shutterstock von luckyraccoon

Kleine Pedalkunde: Die Antriebsarten

Ihr spielt jetzt schon seit einiger Zeit Schlagzeug, und habt das Gefühl, dass die Fußmaschine, die bei eurem ersten Set dabei war, eure Entwicklung hemmt? Dann ist es an der Zeit, sich nach etwas Neuem umzusehen. Da ihr ja jetzt ungefähr wisst, worauf bei den Einstellungen geachtet werden sollte, lohnt sich der Blick auf die grundlegenden Bauweisen von Maschinen, damit ihr das richtige Modell für euch finden könnt.

Kettenantrieb

An den meisten heute erhältlichen Fußmaschinen werdet ihr einen Kettenantrieb finden. Diese Antriebsart ist flexibel, leicht genug und dabei sehr haltbar. Die Ketten sind dabei entweder als einzelne Stränge ausgelegt oder aber doppelt nebeneinander angeordnet. Doppelketten vermitteln eine Spur mehr Stabilität und seitliche Führung, Einzelketten sind hingegen etwas leichter und wirken vielleicht ein bisschen direkter am Fuß. Wenn ihr sehr kräftig reintretet, könnte euch die doppelte Ausführung ein besseres Gefühl bieten, obwohl ich persönlich noch nie von gerissenen Ketten gehört habe.

In beiden Fällen gibt es wiederum zwei Typen von Umlenkrollen, auf denen die Ketten laufen. Gängig ist sicherlich die glatte, mit Filz beklebte Oberfläche, einige Hersteller bieten auch Pedale mit echten Zahnkränzen an, wie ihr sie vom Fahrrad her kennt. Besser oder schlechter gibt es hier nicht, ausprobieren ist also angesagt.

Bandzug

Bandzüge waren früher sehr verbreitet, da waren sie allerdings noch aus Leder gemacht. Heute bestehen sie meistens aus Kunstfaser- oder Kevlar-verstärkten Geweben und werden besonders von Drummern geschätzt, die ein minimal weicheres, organischeres Spielgefühl mögen. Technisch unterscheiden sich Bandzugpedale von ihren Kettengeschwistern in der Regel nicht. Einige Hersteller bieten ihre Topmodelle sogar mit beiden Varianten zum selbst Umbauen an.

Direktantrieb

Fußmaschinen mit Direktantrieb verwenden zur Kraftübertragung zwischen Trittplatte und Antriebswelle keine flexible Verbindung, wie Ketten oder Bänder. Stattdessen kommen meistens kurze, starre Aluminiumstücke zum Einsatz. Diese Konstruktion liefert einen deutlich fühlbaren Unterschied.

Wenn ihr auf eine direkt getriebene Maschine tretet, habt ihr das Gefühl, dass die Trittplatte buchstäblich am Fuß klebt. Das schätzen besonders Drummer, die sehr schnell spielen möchten und dabei auf eine absolut präzise Rückmeldung angewiesen sind. Wurden solche Maschinen vor einigen Jahren nur von wenigen Herstellern zu sehr hohen Preisen angeboten, findet ihr dieses Antriebskonzept heute in fast allen Preisklassen.

Filz, Holz, Plastik, Fleece: Beater machen einen großen Klangunterschied

Bestimmt habt ihr schon festgestellt, dass nicht alle Drummer den gleichen Beater-Typ benutzen. Das liegt daran, dass sich ein Schlägel mit Filzkopf deutlich anders anhört als einer aus beispielsweise Holz. Je härter das Material ist, desto knalliger wird der Anschlag eurer Bass-Drum klingen.

Je nach gespielter Musikrichtung könnt ihr euren Bassdrum-Sound leicht anpassen und euch mit einem Holz- oder Hartplastik-Beater mehr Gehör in eurer Rock- oder Metalband verschaffen, ohne direkt auf komplizierte Verfahren wie das Triggern oder die Verwendung von Samples zurückgreifen zu müssen. Beim Gig im kleinen Cafe kann euch der weiche Wolle- oder Fleece-Beater helfen, den Bass-Drumsound leiser und weicher zu machen, ohne dass ihr komplett eure Spieltechnik ändern müsst.

Bei vielen modernen Fußmaschinen sind Beater mit mehr als einer Spielfläche schon dabei, das Checken lohnt sich. Eine Sache gilt es aber zu beachten: Je härter die Beater-Oberfläche ist, desto mehr leidet das Bassdrum-Fell. Investiert also die fünf Euro in einen Fellschutz.

Nach individuellen Vorlieben: Verschiedene Beater
Nach individuellen Vorlieben: Verschiedene Beater Foto: Shutterstock von Studio 72

Wieviel Geld solltet ihr für ein Einzelpedal ausgeben?

Das hängt ganz von euren Ansprüchen und natürlich von eurer Finanzkraft ab. Wenn ihr bereits ein paar Jahre spielt und euch eure trommlerische Entwicklung wichtig ist, solltet ihr ein Pedal kaufen, das sowohl technisch als auch von der Bauweise her mit euch mithalten kann. Je häufiger, schneller oder kräftiger ihr spielt, desto weniger lohnt es sich, bei der Fußmaschine zu sparen.

Ein professionell einsetzbares Einzelpedal bekommt ihr zwischen 80 und 200 Euro. Für um die 150 Euro bekommt ihr das volle Programm mit guten Einstellmöglichkeiten, stabiler Bodenplatte und spielarmen (Kugel-) Lagern. So ein Pedal kann bei entsprechender Pflege gute zehn Jahre on the road durchhalten.

Soll es jedoch ein absolutes High End Pedal werden, welches in Handarbeit aus dem vollen Aluminium heraus gefräst wurde, seid ihr schnell einen halben Tausender und mehr los. Technisch sind einige dieser Modelle ihren günstigeren Kameraden meistens weit voraus, was aber nicht automatisch bedeuten muss, dass sie „das beste“ für alle Drummer darstellen. Im Gegenteil, nicht wenige Profis mögen eher das Spielgefühl einer betagten Bandzugmaschine der Mittelklasse.

Beachtet daher, dass ein Ratgeber wie dieser nur grundlegende Infos liefern kann, wie gut eine Maschine im Endeffekt zu euch passt, kann nur euer persönlicher Check klären. Wer ein Pedal danach aussucht, welcher Antrieb verbaut ist oder wie viele Einstellungsmöglichkeiten es besitzt, wird das Lieblingsmodell vielleicht verpassen. Viel Spaß bei euren Pedalabenteuern!

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