Mögliches vs. empfehlenswertes Einstiegsalter

Horn ab welchem Alter – wann es mit dem Waldhorn losgehen kann

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Zweifellos gehört das Horn in seinen verschiedenen Varianten zu den wunderbar klingenden Instrumenten. Leicht nachvollziehbar, wenn bereits junge Kids von diesem Blechblasinstrument fasziniert sind. Dabei verbleibt die Frage beim Horn, ab welchem Alter es denn losgehen sollte. Eine pauschale Aussage kann es kaum geben, aber den Versuch einer Antwort:

Check it: Horn ab welchem Alter

  • Anforderungen des Instrumentes nicht unterschätzen
  • Unterschied zwischen möglichem und empfohlenem Einstiegsalter
  • Enthusiasmus als optimale musikalische Währung
  • Multitasking-Anforderungen beim Waldhorn
  • Behutsam zu motivierenden Lernergebnissen

Horn ab welchem Alter – die Anforderungen nicht unterschätzen

Das Wiener Horn bzw. Waldhorn gehört zu den schwer zu spielenden und somit auch zu erlernenden Instrumenten. Einer der Gründe ist die beträchtliche Rohrlänge, die beim typischen „Orchester-Horn“ etwa 3,7 Meter beträgt. Der nächste Aspekt ist die enge Mensur, was bedeutet, dass der Durchmesser des Rohres im Verhältnis zur Länge sehr klein ist. Beides sorgt dafür, dass es hochanspruchsvoll ist, beim Spielen über die gesamte Länge eine konstante Luftsäule aufzubauen und zugleich über die enge Bohrung die Töne präzise zu intonieren. Die Frage „Horn ab welchem Alter“, zeigt bereits an dieser Stelle, welch komplexe Anforderungen Neueinsteiger auf diesem Instrument meistern müssen.

Komplexe Anforderungen an Musikschüler
Komplexe Anforderungen an Musikschüler Foto: Shutterstock von Monkey Business Images

Mögliches vs. empfehlenswertes Einstiegsalter

Das mögliche Einstiegsalter für das Horn liegt bei etwa sechs bis acht Jahren, abhängig von der körperlichen Entwicklung. Ob es das empfehlenswerte Alter ist, bleibt jedoch fraglich. Grundvoraussetzung ist zunächst, dass die vorderen Schneidezähne vollständig vorhanden sein müssen. Ebenso benötigen die Kinder ein ausreichendes Lungenvolumen, das sich auch aus der Körpergröße und Konstitution ergibt. Sinnvoll ist es, zuvor den Rat eines kompetenten Musiklehrers einzuholen. Musikschullehrer unterrichten Kids auf dem Horn üblicherweise frühestens ab dem Grundschulalter. Zum Einsatz kommen in diesem Alter spezielle Kinderhörner.

Den Enthusiasmus ausnutzen, aber Kids nicht überfordern

Es ist und bleibt eine zweischneidige Abwägung. Der unbefangene Enthusiasmus der Kids, wenn sie von einem Instrument fasziniert sind, ist die kostbarste Währung, es voller Freude und Spielspaß zu erlernen. Diese emotionale Energie auszubremsen, ist nicht Sinn der Sache; ganz im Gegenteil. Auf der anderen Seite steht allerdings, dass Kinder mit noch nicht gefestigtem Selbstwertgefühl allzu leicht von Misserfolgen frustriert werden können.

Sind die Ziele zu hochgesteckt und sowohl körperlich und kognitiv noch nicht umsetzbar, können diese negativen Erlebnisse im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass die Kinder das Instrument in die Ecke pfeffern und sich dauerhaft von der Musik abwenden. Dabei hätte es so einfach sein können, wenn sie einfach noch ein bisschen gewartet hätten, bis die körperliche Entwicklung deckungsgleich mit den Herausforderungen des Instrumentes ist. Klar ist, Musik soll Spaß machen und keinesfalls aufgrund zu hoher Anforderungen zur frustrierenden Quälerei werden, erst recht nicht bei Kindern.

Unerreichbare Ziele sorgen nur für Frust
Unerreichbare Ziele sorgen nur für Frust Foto: Shutterstock von Krakenimages.com

Besonderheit Naturtonreihe

Beim Horn werden zunächst die Naturtöne ausgenutzt. Die ursprünglichen Vorfahren hatten keine Ventile, mit denen weitere Töne hervorgezaubert werden konnten, das wurde erst 1820 erstmals eingeführt. Durch Anblasen und Überblasen mit verschiedenem Luftdruck und am Mundstück verändertem Ansatz, Lippen- und Kieferspannung erreicht man die Töne in der unteren, mittleren oder eben oberen Lage. Je höher, desto schwieriger ist es, erstens, die Töne präzise zu erreichen, und zweitens, den jeweiligen Ton nicht kippen zu lassen.

Bereits die Naturtonreihe zu spielen, ist auf dem Horn gerade deshalb nicht einfach, zumal sie in der hohen Lage eng beieinanderliegen. Auch werden Einsteiger als auch Fortgeschrittene sich den Tonraum schrittweise erarbeiten müssen. Horn ab welchem Alter? Frühestens dann, wenn die Kids auch Misserfolge verkraften können.

Der musikalische Zauber der Natur
Der musikalische Zauber der Natur Foto: Shutterstock von RUBEN M RAMOS

Das Horn ist ein Multitasking- und Ganzkörperinstrument

Hinzu kommt der Einsatz der Hände. Indes die eine Hand die Ventile bedient, ist die andere für das sogenannte Stopfen zuständig. Beides sorgt dafür, dass weitere Töne neben der Naturtonreihe gespielt werden können. Während der Umgang mit den Ventilen als rein mechanischer Vorgang einfach erlernbar ist, verlangt das Stopfen bereits nach einer guten Portion Übung und Durchhaltevermögen. Das ist eben nicht wie das Drücken einer Taste auf dem Klavier, wobei sofort ein definierter Ton erklingt.

Vielmehr ist das Stopfen anfangs die Suche nach der für den jeweiligen Ton jeweils stimmigen Position der Hand, die wiederum zum Anblasdruck passen muss, der wieder zum Ansatz passen muss, der wiederum zur korrekten Bedienung der Ventile passen muss, die wiederum zu Atmung und Stütze passen muss, die wiederum …. Sorry.

Das will sagen: Noch weitaus mehr als etwa bei der Trompete müssen mehrere Vorgänge zeitgleich umgesetzt werden. Und so widmen wir uns unserer Eingangsfrage „Horn ab welchem Alter“ einmal sportlich: Sobald die ganzheitliche Körperkoordination möglich ist. Also nicht zu früh, aber ebenso nicht zu spät.

Multitasking zeitgleich auf mehreren Ebenen
Multitasking gleichzeitig auf mehreren Ebenen Foto: Shutterstock von Stokkete

Behutsam beginnen und die Kids motivierend und moralisch aufbauen

Musiklehrer, Fortgeschrittene als auch Profis sind sich einig: Das Spiel auf dem Waldhorn ist ein fortwährender Prozess, vergleichbar mit Spitzensportlern, die kontinuierlich an ihrer Fitness arbeiten müssen. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage naheliegend, dass der Beginn frühzeitig sein sollte. Wann aber dieses „naheliegend“ ist, entscheidet sich an der individuellen Entwicklung des Kindes.

Der Start sollte behutsam sein, die Ausbildung am Instrument unbedingt von versierten Musiklehrern durchgeführt werden. Motivierende Lernerfolge werden sich nicht so schnell ergeben wie etwa beim Keyboard oder der Gitarre. Aber wenn die ersten Töne harmonisch erklingen, ist das einfach nur wunderbar. Es lohnt sich.

Empfehlenswerte Hörner für Kinder

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Wie das French Horn besitzt auch die Trompete Ventile. Welchen Zweck die haben, erfährst du in unserem Artikel zum Thema „Weshalb besitzt die Trompete Ventile“.

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