Das Ende der Fab Four

Vor 50 Jahren haben die Beatles sich aufgelöst: Wer war schuld?

Foto: extrahiert aus YouTube-Video

Die Beatles hatten intensive gemeinsame Jahre mit immenser Kreativität und Schaffenskraft. Ihre Musik veränderte die Welt. Bevor sie sich 1970 trennten, gab es etliche Anzeichen für das Zerwürfnis. Beispielsweise einen Auftritt auf dem Apple-Gebäude Ende 1969. An das eigentliche Rooftop-Video kommt man aktuell nicht mehr ran. Aber auch dieser Ausschnitt erlaubt Einblicke in die Unterschiedlichkeit, die nicht mehr halten konnte:

Vier Gleiche, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Fab Four: Die Zeit, als es richtig losging

The Beatles waren – und sind vermutlich noch immer – die erfolgreichste Band der Musikgeschichte. Ihre ehemalige Plattenfirma EMI beziffert die verkauften Tonträger mit mehr als einer Milliarde. Den weltweiten Durchbruch schafften John, Paul, Ringo und George 1963, als die Single „I Wand to Hold Your Hand“ durch die Decke ging.

Der Startschuss war gefallen, schnell sorgte die Band für einen weltweiten Hype. Legendär die Konzerte, in denen die Beatles selbst im Kreisch-Konzert des Publikums untergehen. Ein Hit folgte dem nächsten, die Kreativität insbesondere von John Lennon und Paul McCartney schien ebenso unaufhaltbar wie grenzenlos.

Für soviel Musik war die Zeit eigentlich viel zu kurz

Angesichts der Menge von Songs, ebenso der rasanten musikalischen Entwicklung und ihrer Bedeutung für die Musik schlechthin möchte man glauben, sie hätten mindestens ein paar Jahrzehnte auf den Bühnen und in den Studios der Welt verbracht. Weit gefehlt, es waren nur wenige, aber unglaublich intensive Jahre.

Erste Trennungssignale beim Rooftop-Konzert 1969

1969 spielten sie das letzte Konzert. Ein Rooftop-Gig, unangekündigt auf dem Dach des Apple-Gebäudes in London. Pures Verkehrs-Chaos, Passanten drängelten, die Polizisten hatten alle Hände voll damit zu tun, die Situation zu entzerren. Mit einer – wie üblich – außergewöhnlichen Situation setzten die Beatles mal wieder ein Zeichen. Diesmal war es das Zeichen ihrer bevorstehenden, zu diesem Zeitpunkt aber noch unausgesprochenen Auflösung.

1970 wurde die bittere Vermutung zur Realität

Wenige Monate später, am 10. April 1970, war es dann offizielle Realität: Paul McCartney hatte die Band verlassen. Während einer Pressekonferenz zu seinem ersten Solo-Album gab er recht beiläufig seine Trennung von den Beatles bekannt. John Lennon war maßlos verärgert, obschon er und auch George diesen Schritt bereits vorher gehen wollten. Für viele Fans unfassbar, für etliche Szene-Insider eine folgerichtige Entwicklung: Die „Pilzköpfe“ gab es in ihrer untrennbaren Gemeinsamkeit nicht mehr.

Eine Trennung hat immer mehrere Ursachen

Die Gründe für die Trennung wurden nie vollständig geklärt. In der Öffentlichkeit wurde oftmals Yoko Ono dafür verantwortlich gemacht, die mit diversen Projekten einen immer tieferen Keil zwischen John und die Band zu treiben schien. Paul McCartney sah das nicht so.

Einerseits wurden die Streitereien über Geld, musikalische Ausrichtung, den jeweiligen Einfluss der Musiker im Gesamtkonstrukt und vieles mehr immer häufiger. Ständig gab es Quertreiber wie eben Yoko Ono, die dem Zusammenhalt nicht gerade förderlich waren. Möglichweise war es wie in einer zu intensiven Ehe, vielleicht hatten die Musiker schlichtweg zu viel Außerordentliches miteinander erlebt und gelebt.

Den einen Schuldigen gibt es nicht, allenfalls einen Ausführenden

Ein definitiv Schuldiger lässt sich selbst 50 Jahre danach nicht finden. So einfach und eingleisig ist es in Beziehungen nun mal nicht. Die Beatles hatten eine Beziehung: Eine musikalische, freundschaftliche und kollegiale. Und sie hatten eine gemeinsame Geschichte und Gegenwart. Ausschlaggebend war Paul McCartney, der es als erster schaffte, einen konsequenten und vermutlich von allen Beteiligten erhofften Schlussstrich zu ziehen.

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