Ein Guide zu Zweck, Eigenarten und Varianten der Dämpfer für Trompete

Welches ist der richtige Trompetendämpfer für dich?

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Dämpfer für die Trompete gehören zur Basisausstattung von Einsteigern und Fortgeschrittenen gleichermaßen. Beim Üben sorgen sie für nachbarschafts-kompatible Lautstärke. Beim Spielen ermöglichen sie einen individuellen Klang. Es gibt zahlreiche verschiedene. Welches ist der richtige Trompetendämpfer für dich?

Check it: Dämpfer für Trompete

  • Lautstärke senken durch Übungsdämpfer
  • Lautstärke eliminieren per Silent Brass
  • Verschiedene Dämpfer für spezielle Sounds und Spielweisen
  • Zusätzlichen Widerstand für musikalisch-sportliches Training nutzen
  • Intonationstraining

Trompeter sind von Natur aus ja nicht die Leisesten. Also nicht die Trompeter selbst, sondern die Töne, die sie aus ihrem Instrument zaubern. Beim Üben zuhören zu „dürfen“, kann so manchem Nachbarn oder Familienmitglied an Substanz und Nerven gehen. Also versucht man die Lautstärke zu reduzieren.

Die Lösung: Der richtige Trompetendämpfer muss her. Gilt übrigens nicht nur für das Üben daheim. Auch beim Warmblasen vor der Orchesterprobe oder dem gemeinsamen Auftritt ziehst du mit einem Dämpfer für Trompete weniger Zorn auf sich.

Übungsdämpfer

Ist es dein einziges Ziel, so leise wie möglich zu spielen, flüsterleise sozusagen, ist der richtige Trompetendämpfer ein sogenannter Übungsdämpfer. Der lässt fast nix mehr durch. Der Schalltrichter wird komplett abgedichtet. Es wird deutlich leiser. Damit kannst du ausgiebig üben, wenngleich das noch nicht vollkommen geräuschlos ist. Aber ist ja schon mal ein machbarer Kompromiss.

Übungsdämpfer sind nachbarschaftstauglich
Übungsdämpfer sind nachbarschaftstauglich Foto: Shutterstock von Thomann

Silent Brass Systeme

Zu jeder Tages- und Nachtzeit üben, bis der Arzt kommt, kannst du mit Silent Brass Systemen. Die Polizei wird’s aufgrund der nicht vorhandenen nachbarschaftlichen Beschwerden eher nicht sein. Unter der Bezeichnung. Diese immer noch innovativen Dämpfer verschließen den Schalltrichter komplett.

Im Dämpfer verbaut ist ein kleines Mikrofon. Vor dort aus wird der Ton an einen kleinen Verstärker übertragen. An den Verstärker schließt du deine Ohrhörer an. Das Coole daran, dein Trompetensound bleibt nahezu authentisch. Diese Systeme schaffen es, den eigentlichen Klang des Instrumentes nahezu vollständig zu erhalten. Du kannst sogar Hall für den Raumklang hinzupacken und fühlst dich nicht im luftleeren Raum eingesperrt.

Die innovative Variante der Stille: Silent Brass
Die innovative Variante der Stille: Silent Brass Foto: Shutterstock von Thomann

Der richtige Trompetendämpfer für den individuellen Klang

Nun gibt es aber diverse unterschiedliche Varianten und das hat seinen Grund: Etliche Trompetendämpfer sind vom Grundgedanken eben nicht dafür konstruiert, die Lautstärke für die Artgenossen erträglich zu machen. Stattdessen verändern sie den Klang des Instrumentes. Abhängig von der Bauweise und Material liefern sie verschiedene Soundeffekte.

Von Musikern werden Trompetendämpfer ganz bewusst eingesetzt, auch von Komponisten und Arrangeuren. Das Geheimnis ist ein kurioser Effekt. Beeinflusst wird mit einem Dämpfer das Obertonverhalten des Instruments. Resultat ist, dass es sich trotz geringerer Lautstärke im Orchester oder der Band besser durchsetzen kann. Viele probieren lange, bis der richtige Trompetendämpfer gefunden ist.

Übrigens: Wünscht der Komponist oder Arrangeur einen Trompetendämpfer, ist das im Arrangement notiert. In klassischen Werken steht dann „con sordino“; bei Big Bands & Co. steht in den Noten die Bezeichnung „mute“. Oftmals auch direkt mit der Anweisung, welches der richtige Trompetendämpfer ist, also Cup Mute, Plunger, Straight Mute usw.

Schauen wir uns gemeinsam die gebräuchlichsten Varianten an:

Trompetendämpfer Straight

Am häufigsten verwendet wird der Straight Dämpfer. Mit seiner Bauart, der spitz zulaufenden Form, verschließt er den Schallbecher beinahe komplett. Straight Trompetendämpfer gibt es aus unterschiedlichen Materialien, aus Alu, Kupfer, Holz oder Plastik. Das verwendete Material ist auch zuständig für den individuellen Klang. Die Form ist – meistens – spitz zulaufend. Der richtige Trompetendämpfer ist der Straight überall dort, wo ein gedämpfter, aber dennoch klarer Klang gewünscht ist.

Straight Mute: Gedämpft und trotzdem klar
Straight Mute: Gedämpft und trotzdem klar Foto: Shutterstock von APN Photography

Trompetendämpfer Cup Mute

Ab in das nächste Café, schon kannst du dir die Form eines Cup Mute vorstellen: Der Name ist Programm. Er sieht aus wie ein Straight Mute, den man in eine Tasse gesteckt hat. Diese Assoziation verleiht ihm seinen Namen. Denn „Cup“ ist nun mal die englische Bezeichnung für Tasse. Mit einem Cup Mute Trompetendämpfer wird der Klang weicher.

Um das zusätzlich zu unterstützen, ist die Innenseite des Dämpfers mit Filz belegt, außerdem besitzt er meistens einen Rand aus Gummi. Mag sein, er ist sogar der Variabelste unter seinen Familienmitgliedern. Der Cup, also der tassenförmige Teil, ist üblicherweise verstellbar, weiter nach vorne oder eben nach hinten. Mit dem variierbaren Abstand zum Schallstück ändern sich auch Lautstärke und Klang. Magst du unterschiedliche Soundmöglichkeiten, ist der Cup Mute der richtige Trompetendämpfer für dich.

Cup Mute – variabel in Klang und Lautstärke
Cup Mute – variabel in Klang und Lautstärke Foto: Shutterstock von ThoseLittleWings

Trompetendämpfer Harmon Mute

Auch der Harmon Mute gehört zur Familie der „geschlossenen Dämpfer“. Der Dämpfer selbst besteht aus Metall; der Korpus wird in den Schalltrichter der Trompete eingesetzt. Ausgestattet ist er am Hals üblicherweise mit einem komplett abdichtenden Kork-Ring. Der Harmon Dämpfer besitzt eine lediglich kleine Öffnung, entsprechend wenig Schall kommt hindurch. Der Sound ist metallisch, markant und scharf und bleibt dennoch angenehm sanft. Vielleicht hast du schon mal die Bezeichnung Wee-Zee-Dämpfer gehört. Die meint dasselbe. Auch hier gibt es übrigens einen berühmten Vertreter: den legendären Miles Davis.

Den Harmon Mute gibt’s auch mit einem sogenannten „Stem“. Musst du dir vorstellen wie einen Aufsatzbecher, den du auf den Harmon steckst. Per Hand kannst du beim Spielen das Loch öffnen und schließen. Er wird zum WahWah-Dämpfer. Was du nun aus deiner Trompete kitzeln kannst, sind diese eingängig blubbernden Sounds aus den 30er- und 40er-Jahren. Wenn du ausgiebig blubbern möchtest, ist dies der richtige Trompetendämpfer für dich.

Trompetendämpfer Plunger

Um uns einen Plunger vorzustellen, hilft dir die reine Übersetzung aus dem Englischen leider nicht wirklich weiter. Zumindest muss man auf den Zusammenhang erstmal kommen. Plunger ist eigentlich ein Kolben, also ein Stiel mit einer vorderen Fläche. Vor über 100 Jahren hat ein Trompeter einen Klo-Pümpel ohne Stil – das Gummiteil eines Abflussreinigers – und ihn aus Spaß vor eine Trompete gehalten. Geboren war der Plunger-Dämpfer.

Der Plunger wird nicht auf die Trompete montiert oder im Schalltrichter fixiert. Den hältst du in der linken Hand vor die Trompete, wobei du den „Deckel“ unterschiedlich dicht oder weit davon entfernt halten kannst. Erzeugen kannst du damit diese typischen WahWah- und Growling-Effekte. Bekanntester Pionier des Plungers war Duke Ellington mit seinem Orchester, es sollte sein besonders Stilmerkmal werden: der Jungle Style.

Der Grund, weshalb auch heute noch die meisten Plunger aus Gummi bestehen, ist leicht nachvollziehbar: Wenn das Metall des Dämpfers mit dem Metall der Trompete kommt, entsteht ein unangenehmes Scheppern. Diese Berührung lässt sich beim WahWah kaum vermeiden. Mit Gummi auf Metall geschieht das nicht.

Eigentlich aus Spaß entstanden: Plunger
Eigentlich aus Spaß entstanden: Plunger Foto: Shutterstock von Anna Providence

Trompetendämpfer: Bucket

Fehlt als Standard-Modell mindestens noch einer: der Bucket. Schon die Übersetzung sagt dir, wie das Ding aussieht. Das englische Wort „Bucket“ bedeutet im Deutschen „Eimer“. Meistens besteht der Korpus aus Metall, beispielsweise Aluminium. Mit den Klammern befestigst du ihn am Schalltrichter deiner Trompete. Was soll man mit einem Eimer, wenn man nichts hineinfüllt? Exakt das ist das Besondere beim Bucket. In den meisten Fällen ist er beispielsweise mit Schaumstoff oder Filz gefüllt. Das Ergebnis ist ein samtig weicher Klang. Deine Trompete mutiert zum Flügelhorn.

Wenn die Trompete zu einem weichen Flügelhorn mutiert
Wenn die Trompete zu einem weichen Flügelhorn mutiert Foto: Shutterstock von Thomann

Trompetendämpfer als Trainingsgerät nutzen – Body Building für Ansatz & Co.

Klar ist, mit einem Trompetendämpfer hast du einen Widerstand vor bzw. in deinem Instrument. Leicht vorstellbar, dass sich dadurch auch das Spielgefühl deutlich verändert. Der Widerstand sorgt dafür, dass du mit etwas mehr Anblasdruck arbeiten musst. Die Luft kommt nicht mehr so einfach aus dem Schalltrichter; die Luftsäule aufzubauen, ist etwas schwieriger als ohne Dämpfer.

Gewissermaßen wird deine Trompete zum sportlichen Trainingsgerät. Wenn du eine Zeit lang mit Trompetendämpfer gespielt hast, wirst du von dem Ergebnis beeindruckt sein, sobald du den Dämpfer wieder abnimmst und ohne spielst.

Intonations-Training mit Trompetendämpfer

Auch auf die Intonation wirkt sich der Dämpfer aus. Simpel ausgedrückt, wird sie schwieriger. Das wiederum sorgt dafür, dass du beim Spiel mit Trompetendämpfer noch präziser und akkurater intonieren musst. Das ist der nächste ideale Trainingsfaktor: Je korrekter du die Töne mit einem Dämpfer spielst, umso besser triffst du sie beim Spiel ohne Dämpfer. Dabei wirst du übrigens auch Unterschiede in Sachen Material entdecken. Am einfachsten ist die korrekte Intonation mit Dämpfern aus Metall, beispielsweise Aluminium oder Kupfer.

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