Hilfestellung beim Trompete-Kaufen

Trompete kaufen leichtgemacht: So wirst du nicht übers Ohr gehauen

Foto: Shutterstock von Gines Romero

Du möchtest dir eine Trompete kaufen und suchst nach wichtigen Tipps für die richtige Entscheidung? Begib dich beim Trompeten-Check auf den konzentrierten Test-Parcours. Hier ein paar Anhaltspunkte zwischen Bespielbarkeit und Qualitätsmerkmalen:

Beim Instrumentenkauf müssen immer verschiedenen Kriterien gleichzeitig beachtet werden. Ein Instrument mit leichter Spielbarkeit in hohen Lagen aber mangelhafter Klangfülle ist nämlich genauso schlecht wie Tonvolumen ohne eine gute Intonation. Gute Trompeten zeichnen sich grundsätzlich immer durch eine hohe Variabilität in Timbre und Klangeigenschaften aus. Dennoch solltest du die Trompete so objektiv wie nur möglich testen und am besten auch mit einem Stimmgerät – das ist nämlich immer ehrlich. Trompete kaufen mit Hintergrundwissen.

Check it: Wichtige Aspekte beim Trompete-Kaufen

  • Verarbeitung und Qualität der Bauteile: Auf den ersten Blick okay?
  • Intonation: Das Stimmgerät lügt nicht!
  • Ansprache über den gesamten Tonbereich hinweg: Keine „Löcher“ in Sachen Ansprache?
  • Angenehmes und sicheres Spielgefühl: Eine Einheit mit dem Instrument sein.

1.)   Trompete kaufen: Äußerliche Qualitätsfaktoren begutachten

Der erste Eindruck bei Test und Trompete-Kaufen ist immer der optische. Überprüfe die Lackierung oder Oberflächenbeschichtung. Sind sämtliche relevanten Komponenten vernünftig miteinander verbunden. Gibt es fragwürdige Lötstellen oder Verarbeitungsmängel? Lassen sich die beweglichen Teile locker bewegen, sind die Übergänge und Rohrenden vernünftig geschmiert, gefettet oder geölt? Eine Mindestanforderung an jede Trompete. Immerhin wird an den Rohrenden Metall mit Metall verbunden. Keine scharfkantigen Übergänge? Na, dann kann’s mit dem deinem Test losgehen.

Trompete kaufen: Vernünftige Haltung einnehmen
Trompete kaufen: Vernünftige Haltung einnehmen Foto: Shutterstock von Ronald Sumners

2.)   Position

Wichtig bei Test und Kauf einer Trompete: Du solltest verschiedene Instrumente immer in der gleichen Position und Richtung anspielen. Macht keinen Sinn, wenn du unterschiedlich ansetzt, die eine Trompete im Stehen, die andere im Sitzen testest oder mit unterschiedlichem Anstoß spielst. Schaffe stattdessen als Testumgebung lieber ein Szenario, das einen möglichst realistischen Vergleich ohne abweichende Rahmenbedingungen ermöglicht. Immerhin willst du die individuellen Eigenschaften aus dem Instrument kitzeln, feststellen ob und welche Unterschiede es gibt.

So bitte nicht bei Test und Trompete-Kaufen
So bitte nicht bei Test und Trompete-Kaufen Foto: Shutterstock Von Oscar C. Williams

Ebenso irreführend ist es beispielsweise, das eine Instrument in einer Klangkabine zu spielen, das nächste plötzlich in einem vollkommen anderen Raum. Für die Ohren missverständlich kann es sogar sein, gegen unterschiedliche Wände zu spielen. Du bist jetzt der selbsterklärte Trompeten-TÜV, abweichende räumliche Gegebenheiten darf es nicht geben. Wenn ein Raum für den Trompetenklang gut ist, dann soll er das für alle Testkandidaten sein. Klingt er scheiße, dann eben auch für alle. Hauptsache realistisch vergleichbar. Eine Frage der blechernen Fairness.

Beim Vergleich immer dasselbe Mundstück verwenden
Beim Vergleich immer dasselbe Mundstück verwenden Foto: Shutterstock Von Horatiu Bota

3.)   Identisches Mundstück beim Trompetenkauf und -Vergleich

Leicht nachvollziehbar, dass diese Devise auch für das Mundstück gilt. Nach ausgiebigem Vergleich möchtest du eine Trompete kaufen. Vergleichen willst du aber keinesfalls unterschiedliche Mundstücke, die sich logischerweise auf Bespielbarkeit, Intonation, Anblasdruck und noch viele weitere Aspekte auswirken. Es geht einzig allein um das Instrument.

Und da du gerade mal vom ambitionierten Musiker zum musikalischen Analytiker wirst, ist das eigene oder immer identische Mundstück dein Testwerkzeug beim Trompete-Kaufen. Letztlich eine ganz bodenständige Selbstverständlichkeit wie überall anders auch. Die unterschiedliche Überlebensfähigkeit von zwei Kakteen kannst du auch nicht überprüfen, indem du die eine mit einem Zerstäuber befeuchtest und der anderen einen Eimer Wasser um die Ohren kippst.

4.)   Kondition in Testeinheiten beim Trompete-Kaufen einteilen

Nun bist du in diesem Augenblick der Multifunktionalist schlechthin. Um das Klangergebnis der Trompete zu erleben und zu erfühlen, musst du spielen, hören und bewerten zugleich. Du willst eine Trompete kaufen, bist aber keine endlos belastbare Maschine. Deine Kondition auf dem Testparcours inklusive Ansatz und Stütze lässt natürlicherweise nach. Wie könnte man vor diesem Hintergrund nur auf den Gedanken kommen, dass nicht das zehnte Instrument im Dauer-Check merkwürdig klingt, sondern der Tester selbst an seine Grenzen kommt? Teile dir die Kräfte und lege auch gerne mal erholsame Pausen ein.

Übrigens: Intuition und Unterbewusstsein können dir beim Trompete-Kaufen weitere Streiche spielen. Grund dafür ist die sogenannte „selektive Aufmerksamkeitswahrnehmung“. Das ist der Teil deines Unterbewusstseins, der bei zu hoher Reizüberlastung einfach dichtmacht und versucht, die für den Moment bedeutendsten Informationen zu filtern. Spielst du also Endlospassagen, hört dein inneres Ich nicht mehr vernünftig hin. Nicht deshalb, weil es nicht will. Sondern, weil es einfach nicht kann.

Ungewünschtes Resultat wäre andernfalls: Du hörst – und spielst (!) – nur das, was du hören willst. Es ist die selbsterfüllende Prophezeiung. Insgesamt bedeutet für deine urteilsfähige Qualität von Anblas-Erinnerung bis Gedächtnisleistung: Spiel kurze Passagen, einfach ein paar aussagekräftige Töne.

5.)   Trompete kaufen: Ansprache menschlich und musikalisch

Nicht nur den Verkäufer solltest du vor dem Test und beim Trompete-Kaufen freundlich ansprechen und ihm deine Wünsche und deinen Kenntnisstand erklären. Sicher wird er dir fair und mit seinem Fachwissen bei der Suche nach deinem individuellen Wunschkandidaten behilflich sein. Noch wichtiger als die des Verkäufers ist die Ansprache der Trompete. Ein unbedingtes Qualitätsmerkmal, wenn du eine Trompete kaufen möchtest.

Du willst feststellen, ob das Instrument ein gutes Einschwingverhalten hat, wie also der Ton überhaupt entsteht und sich innerhalb der Trompete abbildet. Erkennen kannst du das, indem du eben nicht volle Pulle hineindrückst. Würde mit Hochdruckfaktor nix rauskommen, würdest du vermutlich keine Trompete kaufen, sondern eher einen Feuerlöscher oder eine Luftmatratze. Das war nicht der Sinn, also: Stattdessen hauchst du hohe und tiefe Töne ohne Anstoß über unterschiedliche Lagen an und entdeckst den schmalen Grat, ab dem es klangreich und musikalisch wird.

Maschine und Ventile vernünftig bedienbar
Maschine und Ventile vernünftig bedienbar Foto: Shutterstock Von ideasbyme

6.)   Dynamik

Dynamik ist bekanntlich das Gegenteil von Dauerlautstärke mit Jericho-Nimbus oder ewig nur allerhöchsten Tönen. Denk bei deinem Test daran: Du möchtest hier eine Trompete kaufen und testen und gerademal nicht mit Extremtönen deine sicherlich bewundernswerten Fähigkeiten präsentieren. In diesem Augenblick geht’s ausschließlich um das Instrument.

Und das soll dir einen leichten Wechsel zwischen Lautstärke, unterschiedlichen Tönen und Registern ermöglichen. Spätestens das ist jetzt ein Punkt beim Trompete-Kaufen, auf den du nur ganz allein die passende Antworte geben kannst. Wie fühlt sich das für dich an? Welche Unterschiede zwischen den Kandidaten fallen dir auf?

Die Dynamik, wenn du eine Trompete kaufen möchtest, lässt sich mit ganz banalen Dingen des Alltags vergleichen. So beispielsweise mit einem Auto: Wenn du in den ersten beiden Gängen vernünftig Durchzug hast, der Motor aber in Gang 3 und 4 keine sinnvolle Übersetzung hat, kommst du nicht sicher auf die Autobahn. Die Dynamik deiner Trompete ist dein musikalischer Sicherheitsfaktor. Sie muss gleichmäßig gut bespielbar sein.

Ebenso möchtest du keine Trompete kaufen, bei der die Maschine Widerstände aufweist, manchmal hakt oder ruckelt. Du hast das Gefühl – das musst man nicht mal beweisen – es steht deinem flüssigen Spiel irgendwas im Wege, beinahe eine unterbewusste Handbremse? Zugegeben, manche Instrumente wollen und sollen erst eingespielt werden. Das ändert allerdings nicht das Geringste daran, dass du dich darauf schlichtweg wohlfühlen musst. Auch das ein Aspekt der machbaren Dynamik.

7.)   Flexibilität: Bester Kumpel der Dynamik

Ein persönlicher Trompetentest ist zu einem nicht unbedeutenden Teil eine Gefühlssache. Was bei einem ambitionierten Nachwuchsmusiker in Sachen Anspielverhalten gut und stimmig ist, kann sich schon aufgrund der körperlichen Eigenschaften, dem Stand des Könnens und vielen weiteren Gesichtspunkten bei anderen vollkommen anders darstellen. Die Frage beim Trompete-Kaufen ist eben nicht lediglich „Wie qualitativ ist das Instrument“. Nicht minder wichtig: Wie gut passt es zu dir? Die Test-Reise bleibt spannend.

Ausschlaggebend für deine Spiel- und Lernerfolge ist die mögliche Flexibilität des Instrumentes. Spricht es über sämtliche Register gleichbleibend wohlklingend an oder gibt es beispielsweise diese berüchtigten Löcher, die dich und dein Spiel ausbremsen? Gerade anfangs wirst du dir kaum erklären können, weshalb manche Töne merkwürdigerweise nicht so gut klingen wie der Rest. Testen kannst du das gut, indem du verschiedene Intervalle spielst. Kommst du gut von einem zum nächsten und sind die Töne gleichermaßen angenehm oder fallen welche von ihnen einfach durch das klangangenehme Raster?

8.)   Intonation

Wie wir allesamt von Facebook & Co. wissen, ist es heutzutage nicht mehr so einfach, den richtigen Ton zu treffen. Frei nach dem Motto „Jean Pütz, Hobbythek: Ich bastele mir einen Shitstorm“ wird massenhaft danebengelangt. Undenkbar bei einem Instrument: Die Intonation muss perfekt möglich sein. Andernfalls würdest du dir den Ansatz inklusive Lippenmuskulatur plattmachen und hättest nach dem Trompete-Kaufen kaum Freude an deinem Hobby.

Dafür nutzt du im musikalischen Qualitäts-Check ein digitales Stimmgerät. Winzige Problematik wegen der erwähnten intuitiven Selbstlüge: Du darfst nicht erst auf das Stimmgerät schauen und dann blasen und den Ton per Ansatz formen, bis es passt. Anders als üblich bläst du erst den Ton und liest ihn anschließend ab, lässt dir etwaige Abweichungen anzeigen.

Nun kannst du versuchen, die Abweichungen per Stimmzug auszugleichen. Der darf hier noch nicht an seine Grenzen kommen. Nun erst testest du das Tuning der Trompete über mehrere Töne hinweg. Jetzt müssen sämtliche Töne und Intervalle stimmen. Passt nur ein Teil davon, sollest du die Trompete nicht kaufen. In solchen seltenen Fällen existiert ein mechanischer Baufehler, der sich nur aufwendig ausgleichen lässt.

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