Blasinstrumente spielen für die Gesundheit

7 Gründe ein Blasinstrument zu spielen – weil’s gesund ist und Spaß macht

Foto: Shutterstock von furtseff

Ein Blasinstrument zu spielen, ist eine super Sache. Und dafür gibt es zahlreiche Gründe, sogar gesundheitliche. Hier kommen 7 gesundheitliche Vorteile, die das Blasinstrumente-Spielen mit sich bringt:

Check it: 7 gesunde Gründe für ein Blasinstrument

  1. Blasinstrumente spielen stärkt das Selbstvertrauen
  2. Atmung wird bei Üben und Spielen geschult
  3. Lunge wird gestärkt
  4. Rumpf- und Tiefenmuskulatur werden trainiert
  5. Feinmotorik wird verbessert
  6. Emotionales Gleichgewicht wird unterstützt
  7. Soziale Kontakte und Spaß

1.   Blasinstrument spielen: Das Selbstvertrauen wird aufgebaut und gestärkt

Ein Blasinstrument zu erlernen, ist eine besondere und spezielle Anforderung. Du hast einen langen Weg vor dir. Du wirst viele Erfolge haben, aber auch mühselige Stunden und bisweilen Rückschläge erleben. Am Ende steht, dass nicht das Blasinstrument dich, sondern du das Instrument beherrscht. Du hast etwas geschafft, was eben nicht so vollkommen alltäglich ist.

Stell dir das vor wie einen Marathonlauf oder eine Bergbesteigung. Über jeden zurückgelegten Meter freust du dich. Am Ziel bist du trotz aller Erschöpfung einfach nur stolz. Du hast deinen inneren Schweinehund bezwungen. Das macht deine Seele stark. Du weißt, dass du etwas kannst. Ein Blasinstrument zu spielen, ist das sichere Netz für dein Selbstvertrauen.

Atmen ist naturgegeben: Mach’s mit dem Blasinstrument
Atmen ist naturgegeben: Mach’s mit dem Blasinstrument Foto: Shutterstock Midkhat Izmaylov

2.   Blasinstrument: Die Atmung wird geschult

Ohne vernünftige Atmung geht bei einem Blasinstrument gar nix. Egal ob Trompete, Posaune, Saxophon, Querflöte oder was auch immer. Sonst wär’s schließlich kein Blasinstrument. Um angenehm klingende Töne und Passagen zu spielen und auch konditionell durchzuhalten, muss die Atmung kontrolliert erfolgen.

Ein Baby atmet vollkommen intuitiv gleichmäßig tief und richtig. Im Laufe der Zeit gewöhnen wir Menschen uns das leider ab. Zumindest diejenigen, die nicht als Sänger, Schauspieler, Sportler oder als Blasmusiker daran arbeiten. Bei einem Blasinstrument – gleichgültig bei welchem – wird die Atmung geschult und trainiert. Das kann nur gesund sein.

Sogar bei Asthmatikern wird die Lungenfunktion gestärkt
Sogar bei Asthmatikern wird die Lungenfunktion gestärkt Foto: Shutterstock Andrey_Popov

3.   Die Lunge wird beim Blasinstrument-Spielen gestärkt

Logo, für eine kontrollierte Atmung muss die Lunge trainiert werden. Tief und gleichmäßig einatmen und über das Zwerchfell und Stütze vernünftig wieder ausatmen; dabei nur für den Ton benötigte Menge Luft abgeben. Wir reden immerhin davon, ein Blasinstrument zu spielen und kein „Pust-Instrument“. Die Lunge ist das Atemorgan und das besteht nun mal aus zahlreichen Muskeln, ohne die wir keinen Sauerstoff bekämen. Bläser-Training ist zu einem Großteil Lungen-Training.

Seit langer Zeit ist übrigens bekannt, dass es auch für Asthmatiker nicht nur möglich, sondern sehr gut ist, ein Blasinstrument zu spielen. Diverse Studien belegen, dass besonders Trompete, Klarinette oder Oboe die Lunge stärken. Spielen Kids, die an Asthma leiden, über mehrere Jahre hinweg regelmäßig ein Blasinstrument, kann sich die Lungenfunktion im Vergleich zu Nichtbläsern nachweislich deutlich verbessern. Die physische Leistungskraft wird durch das Blasinstrument gesteigert und die Dosis der eingenommenen Arzneimittel gegen Atemnotanfälle kann sich verringern. Und das ist keinesfalls eine brandneue Erkenntnis. Die entsprechenden Studien sind mehr als zehn Jahre alt.

4.   Rumpf- und Tiefenmuskulatur werden trainiert

Die Atmung erfolgt über das Zwerchfell. Eine Muskelplatte, die knapp unter den Lungenflügeln liegt und an der Bauchdecke angewachsen ist. Das Zwerchfell setzt du ein, um die Lungenflügel zu dehnen, also für die Atmung. Und dafür, ein Blasinstrument zu spielen, benötigen wir eben gut gefüllte Lungen. Nun funktioniert das Zwerchfell glücklicherweise vollautomatisch und selbstständig. Es benötigt keinen Befehl, dass es jetzt etwas tun soll.  Der Grund: Andernfalls würden wir während des Schlafs einfach sterben.

Das Zwerchfell können wir allerdings nur indirekt kontrollieren, und zwar über die Bauchdecke. Das heißt: Beim Einatmen den Bauch raus, beim Ausatmen den Bauch rein. Das wiederum bedeutet, beim Spielen auf dem Blasinstrument werden ganz automatisch auch die Bauchmuskeln trainiert. Je stärker die Muskeln ausgeprägt sind, umso besser kannst du die Atmung kontrollieren.

Hinzu kommt, dass es keine isolierte Zwerchfell- oder Brustatmung geben kann, das wäre schlichtweg unnatürlich. Die Brustatmung spielt immer mit. Somit wird der gesamte „Luftkäfig“ deines Körpers auf Vordermann gebracht. Ein Blasinstrument zu spielen ist dein regelmäßiger Sport.

5.   Feinmotorik wird verbessert

Das Blasinstrument verlangt dir Einiges ab. Das beginnt bei der erwähnten Atmung, geht über die Koordination der Finger bis zum Ansatz, also dem Zusammenspiel von Gesichts-, Mund-, Rachen und Lippenmuskulatur. Dazu kommt die Konzentration auf den Rhythmus, die exakte Tonhöhe und vieles mehr. Das alles muss zeitgleich miteinander koordiniert werden.

Eine Frage von Feinmotorik und Feingefühl. Zugleich die Anforderung die diversen Körperfunktionen zu beherrschen und mit sämtlichen Sinnen bei der Sache zu sein. Ein Blasinstrument zu spielen, bedeutet den kontrollierten Umgang mit Körper, Instrument und Zeit. Im richtigen Moment lieferst du die exakt passenden Töne.

Dein Blasinstrument ist dein guter Freund
Dein Blasinstrument ist dein guter Freund Foto: Shutterstock Yulai Studio

6.   Das emotionale Gleichgewicht unterstützen

Ein Blasinstrument zu lernen, braucht Zeit. In dieser Zeit erlebt man Höhen und Tiefen. Manchmal läuft es besser, mal schlechter. Das liegt in der Natur der Sache. Mal will die eine oder andere Hürde genommen werden; dann hapert es möglicherweise an der Tagesform. Womit wir wiederum beim inneren Schweinehund wären. Überstehst du diese bremsenden Phasen, entwickelst du dich dadurch auf der emotionalen Ebene weiter. In der goldenen Mitte liegt die Kraft.

Zunehmend wirst du mit deinem Instrument verschmelzen; ihr werdet eine Einheit. Wie und wo du den Ton am besten ansetzt, wirst du irgendwann nicht nur rein mechanisch aus Ansatz und Fingern abrufen. Ein Blasinstrument ist schließlich keine Notebook-Tastatur. Ganz im Gegenteil, du wirst es erfühlen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern, formst die Töne unmittelbar mit dem Körper. Was vorne aus dem Schallbecher kommt, beginnt mit Luftsäule und Ansatz direkt bei dir. Das heißt: Was da klingt, bist du. Und nun spielst du einen Song und hauchst bzw. bläst ihm deine Seele ein.

Du spielst dynamisch, mal laut und fordernd, dann wiederum leise, melancholisch. Manchmal mit langgezogenen Tönen, dann wieder perkussiv. Du legst deine Gefühle hinein und die Musik auf dem Blasinstrument ist deine Sprache. Das Instrument ist dein guter Freund, mit dem du Emotionen ausdrücken kannst, ohne sie überhaupt aussprechen zu müssen. Ihr könnt gemeinsam lachen und auch weinen.

Mit anderen macht das Blasinstrument besonders viel Spaß
Mit anderen macht das Blasinstrument besonders viel Spaß Foto: Shutterstock Fotografiecor.nl

 7.   Geselligkeit leben und erleben

Ein Blasinstrument zu spielen, bedeutet in den meisten Fällen das Musizieren mit anderen gemeinsam. Sei das in einem Blechblasorchester, in einem Spielmannszug, der Musikschule, im Orchester oder einer Band. Wenn du mit anderen Musikern zusammen ein Stück einübst oder es vor Publikum präsentierst, ist das immer ein gemeinschaftliches Erlebnis. Es macht einfach Spaß, diese musikalische Übereinstimmung zu erleben, wenn der Bläsersatz plötzlich richtig passt. Greifen die Instrumente punktgenau ineinander; ihr merkt: „Das ist es; das war jetzt perfekt“, ist das ein wunderbares Gefühl. Und was sich so gut anfühlt, kann nur gesund sein.

2 Kommentare zu “7 Gründe ein Blasinstrument zu spielen – weil’s gesund ist und Spaß macht”
  1. Rainer Servatius

    Ich habe einen Zwerchfellbruch.
    Deshalb habe ich den vorgenannten Bericht gelesen und weil ich wieder seit einiger Zeit Trompete spiele, hat mich Ihr Bericht Positiv gestimmt weiter zu spielen.

    Antworten
    • Jörn Petersen

      Hallo Rainer,

      das ist ein sehr netter und zugleich motivierender Kommentar. Herzlichen Dank dafür. Freut uns sehr, dass wir zur „positiven Stimmung“ ein paar Gedanken beisteuern konnten. In diesem Sinne weiterhin viel Spaß beim Trompete-Spielen und Lesen unserer Artikel.

      Musikalische Grüße – Jörn von musikmachen.de.

      Antworten
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