Faszination Daumenklavier und was du über die Spieltechnik wissen solltest

Kalimba spielen – Tipps und Tricks für dein neues Hobby

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Kalimba spielen ist grundsätzlich nicht schwer und ebenso leicht zu erlernen. Wenn auch du von dem zauberhaften Klang des auch als Daumenklavier bekannten Instrumentes fasziniert bist, brauchst du dich vor hochkomplexen Anforderungen schon mal nicht zu fürchten. Damit du schnell loslegen und dein Spiel abwechslungsreich garnieren kannst, haben wir ein paar Tipps für dich:

Check it: Tipps für das Kalimba-Spielen

  • Stimmen und Stimmzungen benennen
  • Haltung von Instrument, Händen und Fingern
  • Erste Spieltechniken
  • Variationen und Effekte
  • Gedanken und aktuelle Einordnung

Kalimba spielen – die Vorbereitung

Bevor du auf deiner Kalimba spielen kannst, musst du sie zunächst vernünftig stimmen. Genutzt wird dafür ein spezieller Stimmhammer, der sich meistens im Lieferumfang der Instrumente befindet. Damit werden die Stimmzungen am Steg exakt ausgerichtet. Sinnvollerweise nutzt du dafür ein präzise anzeigendes digitales Stimmgerät oder eine App auf dem Smartphone.

Anfangs problematisch könnte für dich sein, dass du als Einsteiger beim Spielen auf der Kalimba die Töne nicht unmittelbar erkennst. Eine sinnvolle Hilfe sind Aufkleber, die du auf die jeweiligen Klanglamellen klebst. Sobald du die Lage der Töne auswendig kennst, kannst du die namensgebenden Aufkleber wieder entfernen.

Zunächst wird das Instrument mit dem Stimmhammer gestimmt
Zunächst wird das Instrument mit dem Stimmhammer gestimmt Foto: Shutterstock von Darya Latysheva

Die Haltung – immer schön entspannt bleiben

Damit du vernünftig Kalimba spielen kannst, muss du das Instrument zunächst ebenso vernünftig halten. Das will zweierlei sagen: Du hältst die Kalimba mit den seitlichen Fingern deiner Hände im perfekten Gleichgewicht; zugleich achtest du darauf, dass du den Ton nicht dadurch negativ beeinflusst, falls du über den Rahmen greifst. Zielsetzung ist es, den Daumen und zuweilen auch den Zeigefingern ausreichend Spielraum für das entspannte und zugleich flüssige Spiel zu geben. Tatsächlich hältst du das Instrument also mit dem Mittel-, Ring- und kleinen Finger beider Hände.

Weiter geht’s mit der richtigen Haltung des Daumens, der für die Tonerzeugung hauptverantwortlich ist. Der Damen schwebt leicht gebeugt ungefähr einen halben Zentimeter über den Klanglamellen. Um nun einen Ton aus dem Instrument zu kitzeln, wenn du Kalimba spielen möchtest, wird er auf den entsprechenden Schlüssel gebeugt und niedergedrückt. Vermeide sinnvollerweise allzu große Bewegungen. Umso umständlicher, weil zeitaufwändiger, würden sich die nächsten Töne gestalten.

Immer schön locker bleiben und den Daumen Raum geben
Immer schön locker bleiben und den Daumen Raum geben Foto: Shutterstock von Mercury Green

Einzeltöne spielen

Rein technisch ist das Spiel der Einzeltöne kein Hexenwerk. Gewöhnen wirst du dich daran, entsprechend der Tonlage mit den beiden Daumen abwechselnd zu spielen. Du Stimmzungen spielst du entweder mit dem vorderen Gelenk des Daumens oder mit dem Fingernagel. Gleiches gilt, falls die zum Einsatz kommen, für die Zeigefinger. Wichtig beim Spiel der Einzeltöne ist es erstens, den Krafteinsatz nicht zu übertreiben, zweitens, für eine homogene, ausgeglichene Lautstärke zu sorgen.

Akkorde spielen

Mit ein wenig Übung wirst du weitere Techniken erlernen, wenn du Kalimba spielen möchtest. Das Spiel ausschließlich mit Einzeltönen kann zugegebenermaßen auf Dauer monoton werden. Um diese Eintönigkeit im wahrsten Sinne des Wortes gar nicht erst aufkommen zu lassen, widmest du dich beispielsweise dem Akkordspiel. Unkompliziert kannst du mit den beiden Daumen Töne gleichzeitig spielen, womit allerdings noch kein Akkord, stattdessen ein Intervall wie eine Terz oder Quinte erklingen würde.

Du benötigst also einen dritten Finger, wenn du Akkorde auf der Kalimba spielen möchtest. Und schon erinnerst du dich daran, dass deine Zeigefinger beteiligungslos in der Gegend herumliegen. Um nun die drei Töne einer Harmonie zeitgleich zu erzeugen, nimmst du beide Daumen und einen Zeigefinger. Ob der linke oder rechte entscheidet sich am jeweiligen Akkord bzw. der Umkehrung.

Auch Akkorde sind auf der Kalimba spielbar
Auch Akkorde sind auf der Kalimba spielbar Foto: Shutterstock von Olga Moreira

Glissando – die Variationen nehmen ihren Lauf

Eine weitere Technik, mit der du dein Spiel interessanter und abwechslungsreicher gestaltest, ist das Glissando. Bezeichnet wird in der Musik damit die kontinuierlich gleitende Veränderung der Tonhöhe beim Verbinden von zwei Tönen. Das heißt, du spielst zwei nebeneinanderliegende Töne ohne zeitliche Unterbrechung unmittelbar nacheinander; der erste führt als Vorhalteton auf den Hauptton. Auch können auf diese Weise Akkordtöne ineinanderfließen.

Wah-Wah – der besonders emotionale Effekt

Viele Modelle dieser Instrumente haben ein oder mehrere Klanglöcher im Korpus, wodurch du besonders emotional Kalimba spielen kannst. Erzeugen lässt sich damit ein Wah-Wah-Effekt, den du besonders wirkungsvoll bei gefühlvollen Melodien mit langgezogenen Noten einsetzen kannst.

Und noch ein paar Gedanken

Lediglich auf den ersten Blick mag die Kalimba für Musiker ein wenig primitiv anmuten. Tatsächlich aber ist sie ein clever konstruiertes Musikinstrument, das sich intuitiv bedienen lässt und dabei Kindern, Einsteigern und Fortgeschrittenen gleichermaßen viel Freude bereiten kann. Tatsächlich ist die Kalimba rudimentär aufgebaut, das Spiel allerdings keineswegs primitiv. Im Gegenteil, es gibt sogar professionelle und virtuose Kalimba-Spieler.

Instrument mit großer Tradition

Die Kalimba in ihren verschiedenen Bauformen hat ihren Ursprung in Afrika, ein Traditionsinstrument, das auf eine lange Geschichte zurückblickt. Längst aber ist sie auch in der westlichen Welt und den hiesigen Musikgenres präsent. Wenn du Kalimba spielen möchtest, kann du damit Jazz, Pop, Meditations- und volkstümliche Musik und vieles mehr interpretieren.

Instrument mit afrikanischer Tradition
Instrument mit afrikanischer Tradition Foto: Shutterstock von Volodymyr Burdiak

Die unterschiedliche Stimmung

Hierzulande und in den weiteren „westlichen“ Ländern wird Kalimba zumeist mit diatonischer Stimmung entsprechend unserem Notensystem angeboten. In ihrer Herkunftsregion Afrika ist die Stimmung des Instrumentes nicht nur vollkommen anders, sondern sogar von zu Stamm zu Stamm unterschiedlich. Falls du traditionelle afrikanische Musik auf deiner Kalimba spielen möchtest, solltest du dich nach speziell gestimmten Modellen umsehen. Auch die gibt es auf dem Markt der Weltmusikinstrumente.

Die Vielseitigkeit als das starke Argument schlechthin

Mit der Kalimba bist du demnach keinesfalls eingeschränkt. Du kannst simpel beginnen und dich mit dem entsprechenden Ehrgeiz zu einem versierten Musiker auf diesem Instrument entwickeln. Du kannst unterschiedlichste Musikarten für dich entdecken, ausprobieren, Musik kreativ selbst gestalten, und hast einen kompakten musikalischen Kameraden immer an deiner Seite. Lass dir nicht einreden, die Kalimba sei nur ein Spielzeug. Das ist sie ganz sicher nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Musikinstrument, das zahlreiche Geschichten zu erzählen weiß, die andere erst noch erleben müssen. Wenn du Kalimba spielen möchtest, hoffen wir, dich mit unseren Tipps hilfreich zu unterstützen.

Und hier noch ein paar empfehlenswerte Kalimbas für unterschiedliche Anforderungen

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Auch interessant, für diejenigen, die auf der Suche nach dem spielbaren Besonderen sind: „Melodiespiel auf der Ukulele

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