Erweitere dein Können auf der Ukulele: Melodien spielen

Melodiespiel auf der Ukulele: On the way – der nächste Schritt

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Mit dem Strumming und einfach Akkorden hast du auf deinem Spaß-Instrument bereits die ersten Erfahrungen gesammelt. Nun soll’s weitergehen. Auf der Uke geht natürlich musikalisch noch weitaus mehr: Machen wir uns gemeinsam an Melodiespiel auf der Ukulele: 

Check it: Melodien spielen auf der Ukulele

  • Die richtigen Finger
  • Daumen nutzen für prägnante Töne
  • Daumen kontrolliert stützen
  • Zeigefinger und Mittelfinger gesellen sich dazu
  • Wechselschlag mit Daumen und Fingern
  • Plektrum möglich, aber am Anfang ein Fremdkörper

Melodiespiel auf der Ukulele: Die richtigen Finger

Die erste Frage ist meistens: „Welche Finger soll ich für das Melodiespiel auf der Ukulele nutzen?“ Also bei der linken Hand ist das schon mal klar: Alle außer dem Daumen. Bei der rechten Hand, der anderen ist das vollkommen anders. Schauen wir uns an, weshalb das ist:

Die interessante Nachricht gleich zu Beginn. Im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten ist gibt es für die Anschlagshand keine statischen Vorgaben, allenfalls Empfehlungen. Selbst viele Musiklehrer sagen: „Macht es so, wie es für euch am einfachsten und komfortabelsten ist.“ Sehr häufig wird für das Melodiespiel auf der Ukulele der Daumen genutzt.

Vorteil ist, dass Einzeltöne mit dem Daumen etwas stärker gezupft werden können und dadurch durchsetzungsfähiger sind. Sie heben sich also in Sachen Lautstärke ab. Was bei diesem grundsätzlich nicht so besonders kraftvollen Instrument durchaus sinnvoll ist. Andernfalls würden sie leicht mal untergehen. Also: Dein erster Kamerad beim Melodiespiel auf der Ukulele ist der Daumen.

Der Daumen hat die meiste Kraft
Der Daumen hat die meiste Kraft Foto: Shutterstock von successo images

Daumen kontrollieren und stützen

Weiterer Punkt ist der: Gerade als Anfänger kannst du beim Melodiespiel auf der Ukulele vermutlich den Daumen am besten kontrollieren. Für den ist das letztlich eine relativ normale Bewegung. Du kannst ihm sogar eine gute Portion Treffsicherheit und Stabilität verleihen, indem du einen oder mehrere Finger der Hand auf dem Instrument abstützt. Zielgenau wie ein Adler kann sich dein Daumen seiner Aufgabe widmen.

Melodiespiel auf der Ukulele: Es wird anspruchsvoller
Melodiespiel auf der Ukulele: Es wird anspruchsvoller Foto: Shutterstock von Littlewitz

Zeige-, Mittel- und Ringfinger- Koordination: Nicht ganz so einfach

Die anderen Finger wollen sich in ihrer Treffsicherheit und Sensibilität erst noch entwickeln. Das will sagen: Die spezielle Spielweise mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger mitsamt der Koordination ist eine Fertigkeit, die sich beim Melodiespiel auf der Ukulele im Laufe der Zeit entwickeln wird. Nötig ist das allerdings auf Dauer dafür, weitere Fortschritte zu machen. Denn:

Komplexere Anforderung: Geschwindigkeit steigern und Gas geben

Die Problematik, wenn du nur den Daumen nutzt, ist die allenfalls zurückhaltende Geschwindigkeit. Werden die Melodien schneller, wirst du bald an deine Grenzen kommen. Stehen dir mehr Finger zur Verfügung, hast du sehr viel größere Möglichkeiten, weil du sie eben abwechselnd auf die Saiten sausen lassen kannst.

Packst du nun also noch mindestens einen weiteren Finger in die Ukulele-Suppe, meisten den Zeige- oder Mittelfinger oder beide gemeinsam, bist du schlichtweg doppelt so schnell. Stell dir vor, du hättest 35 Finger, das gäbe bei Melodiespiel auf der Ukulele einen echten Geschwindigkeitsrekord. Na ja, vermutlich nicht wirklich, aber sei’s drum.

Die Fingerkuppe richtig ansetzen
Die Fingerkuppe richtig ansetzen Foto: Shutterstock von SERASOOT

Idealer Ansatz- und Zupfpunkt, um auf der Ukulele Melodien zu spielen

Beim Daumen ist die richtige Technik für das Zupfen weitestgehend selbsterklärend. Ein bisschen knackiger klingen die Töne, sofern du die vordere Kuppe leicht seitlich ansetzt. Bei den Fingern verbleibt die Frage, wie du das am besten machst, um einen guten und druckvollen Klang zu erzielen. Ideal ist es dann, wenn du den „fleischigen“ Teil der Fingerkuppe einsetzt, den kurz auf die Saite setzt, ein wenig Druck ausübst und anschließend „abdrückst“.

Hast du ein erstes Gefühl dafür entwickelt, übe das gerne mit unterschiedlichen Fingern. Also anfangs mit dem Zeigefinger, dann mit dem Mittelfinger. Klar sein muss dir dabei, dass du den Daumen nun nicht mehr mit den anderen Fingern „stützen“ kannst. Du hast den musikalischen Rollator soeben beiseitegestellt.

Ab mit dem Wechselschlag-Turbo auf die musikalische Überholspur

Nun kommt der eigentliche Effekt: Nachdem du außer dem Daumen auch den Zeige- oder Ringfinger mit ins Boot geholt hast, trainierst du die Einzeltöne zunächst auf einer einzigen Saite. Nimm dir beispielsweise die zweite Saite von oben. Zupfe sie zunächst mit dem Daumen an, anschließend denselben Ton mit Zeigefinger. Daumen von oben nach unten drücken, Zeigefinger von unten nach oben. Du merkst, was bei deinem Melodiespiel auf der Ukulele passiert? Du bist exakt doppelt so schnell wie zuvor.

Nun kommt die Bewegung nicht mehr ausschließlich aus den Fingern, eigentlich ganz im Gegenteil. Überleg‘ mal, drückst du den Daumen beim Melodiespiel auf der Ukulele nach unten muss für den nächsten Ton auch irgendwie wieder nach oben. Exakt dieser Weg kostet Zeit. Während dieser Aufwärtsbewegung kommt der Zeigefinger zum Einsatz. Es wird somit keine kostbare Zeit mehr verplempert.

Immer locker bleiben und nicht verkrampfen

Wichtig damit du die Finger nicht verkrampfst oder verknotest: Die eigentliche Bewegung kommt aus dem Handgelenk. Oh? Ja, das Kuriose ist, dass wir die ganze Zeit von den richtigen Fingern beim Melodiespiel auf der Ukulele reden, der eigentliche „Motor“ aber das Handgelenk ist. Gitarristen kennen das: Das Gelenk muss wie der Unterarm schön locker bleiben.

Der rasante Fremdkörper mit Klangunterschieden: Plektrum
Der rasante Fremdkörper mit Klangunterschieden: Plektrum Foto: Shutterstock von MBLifestyle

Variante Plektrum: Klang- und Spielunterschiede

Höhere Geschwindigkeit kannst du auch erzielen, wenn Du statt mit den Fingern mit einem Plektrum spielst. Vorteil ist, dass du Melodien auf der Ukulele sehr viel schneller spielen kannst. Auf der Kehrseite der Medaille stehen ungefähr drei Punkte:

Erstens musst du erstmal lernen, mit einem Plektrum umzugehen. Das erscheint dir anfangs als Fremdkörper. Schon komisch, wenn ein Plättchen aus Kunststoff die direkte Verbindung zu deinem Instrument sein soll. Irgendwie ungewohnt. Bis du mit dem Ding treffsichere Freundschaft geschlossen hast, vergeht einige Zeit im Uke-Land.

Nachteil beim Plektrum-Einsatz:

Dann kommt die Tatsache, dass die Töne nicht mehr wirklich „Ukulelen-like“ klingen. Das Instrument ist üblicherweise mit Nylon-Saiten bespannt, ähnlich einer Konzertgitarre. Und solche Saiten spielt der handelsübliche Musiker höchst selten mit einem Plektrum. Der Klang wird sich andernfalls nicht wirklich vernünftig entwickeln. Er ist nicht warm, sondern perkussiv und dünn. Plastik auf Plastik kommt bei Einzeltönen nicht so gut.

Eine weitere Schwierigkeit beim Melodiespiel auf der Ukulele mit Plektrum ist, dass du für dieses spezielle Spaßinstrument plötzlich ein wenig eingeschränkt bist. Bis du die Fähigkeit entwickelt hast, beispielsweise die Töne eines Akkordes nacheinander zu spielen, in der Musiksprache nennt sich das „Arpeggio“, wird viel Zeit vergehen.

Schritt für Schritt ins Uke-Land

Siehe es mal so: Plektrum-Spiel ist eine eigene Disziplin bei Saiteninstrumenten. Das dauert, bis du mit dem Ding richtig umgehen kannst. Und du hast ja Lunte gerochen und willst so rasant wie möglich deinen Spaß am Musizieren haben. Wie bei allen anderen Instrumenten gibt es Fähigkeiten, die man am Anfang trainiert, und solche, die darauf aufbauen. Also schön einen Uke-Schritt nach dem anderen machen.

Übrigens: Das Melodiespiel auf der Ukulele bietet dir eine super Möglichkeit für mehr Abwechslungsreichtum. Besonders musikalisch wird es dann, wenn du es für bestimmte Passagen einsetzt, also gar nicht den kompletten Song in der Melodie durchspielst. Kombinierst du das Strumming – das Akkordspiel – mit Einzeltönen, ist das schon beeindrucken. Der nächste Stepp wird das Fingerpicking – das Zupfen verschiedener Saiten mit unterschiedlichen Fingern – sein. Aber dazu später einmal.

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