Lernen, auf dem Daumenklavier zu spielen

Kalimba lernen – ein machbares Ziel mit viel Musikspaß

Foto: Shutterstock von chalermphon_tiam

Wenn du Kalimba lernen möchtest, hast du dich für ein Instrument entschieden, das dich wenigstens hinsichtlich der Grundanforderungen vor nicht allzu große Schwierigkeiten stellen wird. Mit ein bisschen Durchhaltevermögen schafft du das. Wir erklären Dir, worauf du dich bei deinem neuen Hobby einstellen darfst:

Check it: Die Schritte, wenn du Kalimba lernen möchtest

  • Kalimba lernen ist kein Hexenwerk
  • Beidhändige Aufteilung der Töne
  • Tabulatur für Kalimba simpel lesbar
  • Freundschaft schließen mit Instrument und Haltung
  • Spieltechniken Schritt für Schritt draufschaffen

Kalimba lernen für musikalische Einsteiger machbar

Mit ein wenig musikalischem Talent ist das Spiel auf der Kalimba kein Hexenwerk. Hast du das Prinzip der Tonerzeugung und der Tonaufteilung einmal verinnerlicht, wirst du relativ schnell die ersten Melodien aus der Kalimba kitzeln können. Auch noch nicht notenfeste musikalischer Einsteiger können frühzeitig mit ersten Songs auf der Kalimba glänzen. Wenn auch du Kalimba lernen möchtest, benötigst du vor allem drei Dinge: Spaß an der Musik, eine gute Portion Durchhaltevermögen und musikalisches Fingerspitzengefühl.

Wichtigste Voraussetzung: Spaß an der Kalimba-Musik
Wichtigste Voraussetzung beim Kalimba lernen: Spaß an der Kalimba-Musik Foto: Shutterstock von papi8888

Traditionell unterschiedliche Bauformen und Stimmungen

Zumal die Kalimba ein Instrument mit langer Tradition ist, sie ihren Ursprung zwar hauptsächlich in Afrika hat, sich aber in unterschiedlichen Regionen dieser Welt auf eigenständige Weise entwickelt hat, ist leicht nachvollziehbar, dass es sie in unterschiedlichen Stimmungen gibt. Die hierzulande oftmals bevorzugte Variante mit diatonischer Stimmung zeigt dir anschaulich, wie das Prinzip der beidhändigen Spielweise umgesetzt wird.

Am Beispiel der diatonischen Kalimba in C-Dur

Gehen wir beispielsweise von einer Kalimba mit 17 Stimmzungen in Werksstimmung C-Dur aus, befindet sich das „C“ als tiefster Ton üblicherweise in der Mitte. Die weiteren Töne der Tonleiter sind abwechselnd links und rechts angeordnet. Das heißt, das „D“ als zweiter Ton der Tonleiter ist links angeordnet, der „E“ wiederum rechts , das „F“ links, usw.

Kein Grund für orthopädisch verknotete Finger

Somit sind die Stimmzungen also von vornherein so platziert, dass du im Normalfall mit den Daumen bzw. Zeigefingern deiner beiden Hände abwechselnd spielen kannst, ohne sie heillos zu verknoten. Das funktioniert nicht immer, aber häufig. Je nach Melodie bleibt es ein Kompromiss, allerdings ein sinnvoller. Möchte man Kalimba lernen, muss man bei dieser Bauart und Stimmung verstehen, dass die Töne eben nicht wie auf dem Klavier kontinuierlich in eine Richtung aufsteigend, sondern seitlich abwechselnd platziert sind. Vielleicht sollte man dieses Prinzip auch mal für andere Instrumente überdenken. Aber dann wären die orthopädischen Arztpraxen vermutlich mit verunglückten Pianisten überfüllt.

Hier ein Beispiel einer Kalimba mit 17 Zungen in C-Dur-Stimmung

Thomann Sun Kalimba Brown – Produktseite auf thomann.de

Mit 17-Zungen in C-Dur
Mit 17-Zungen in C-Dur Foto: von Thomann

Komfortables Akkordspiel ohne Halbtonschritte

Besonders komfortabel ist es aufgrund dieser Aufteilung auch, komplette Akkorde zu spielen. Halten wir uns vor Augen, dass ein Grundakkord aus drei Tönen – dem Grundton und zwei übereinandergeschichteten Terzen – besteht, liegen diese Töne bei der beschriebenen Stimmung nun ohne Zwischentöne auf einer Seite unmittelbar nebeneinander. So etwa auf der rechten Seite die Töne | C | E | G | woraus sich C-Dur ergibt. Nur eine Stufe höher befinden sich nebeneinander die Töne | E | G | H | für den E-Moll-Akkord. Möchtest du Kalimba lernen, profitierst du auch in dieser Hinsicht von der einfachen Griffweise. Immerhin willst du Kalimba lernen und dich nicht im zünftig-bayrischen Fingerhakeln oder gordischen Daumenknoten ergötzen.

Lediglich ein Beispiel von vielen

Aber bitte nicht falsch verstehen; dies ist lediglich ein Beispiel für eine diatonische Kalimba mit 17 Lamellen. Es gibt etliche weitere Ausführungen, beispielsweise in pentatonischer Stimmung, in Mollstimmung usw. Bei Kalimbas mit geringerem Tonumfang wie beispielsweise neun Stimmzungen stehen dir üblicherweise nicht neun verschiedene Töne zur Verfügung. Stattdessen werden die Töne links und rechts oftmals gedoppelt, was wiederum die Spieltechnik mit beiden Daumen reflektiert. Tatsächlich hast du also bei einer Kalimba mit neun Zungen lediglich fünf verschiedene Töne. Und nein, auch das ist keinesfalls unumstößlich; die Ausnahme bestätigt die Regel.

Hier ein Beispiel für eine beliebte Kalimba mit 9 Lamellen

Thomann TK9 Kalimba – Produktseite auf thomann.de.

9 Zungen in A-Moll-Stimmung mit zusätzlichem H
9 Zungen in A-Moll-Stimmung mit zusätzlichem H Foto: von Thomann

Kalimba lernen leicht gemacht mit Tabulatur

Einer der wesentlichen Vorteile der Kalimba ist, dass Notenkenntnisse zwar sinnvoll sind, aber nicht zwingend vorhanden sein müssen. So gibt es die sogenannten Tabulaturen, mit denen du auch ohne Noten Kalimba lernen kannst. Dabei handelt es sich um Griffbilder, auf denen dir mit simplen Zahlen dargestellt wird, wann du welche Töne anspielen musst. Darin sind die Zahlen über und unter einer Linie positioniert, die für die linke Hand über dem Strich, die für die rechte Hand darunter.

Und damit unterscheidet die Kalimba-Tabulatur sich maßgeblich beispielsweise von der für die Gitarre, bei der mit sechs Linien sämtliche Saiten und mit den Zahlen die Griffpositionen über den gesamten Hals hinweg dargestellt werden. Dass die Darstellung sehr reduziert ist, kommt dir für das schnelle Verständnis maßgeblich entgegen, wenn du Kalimba lernen möchtest.

Simpel lesbare Tabulatur für Kalimba
Simpel lesbare Tabulatur für Kalimba Foto: Shutterstock von Emine Kamaci

Instrument vernünftig halten und spielaktiven Fingern Freiraum geben

Wenn du Kalimba lernen möchtest, wirst du dich zunächst mit der Haltung des Instrumentes auseinandersetzen und anfreunden. Dabei hochbedeutend ist es, die Kalimba sicher in den Händen zu halten, wofür du den Mittel-, Ring- und gerne auch den kleinen Finger beider Hände nutzt. Die Daumen bleiben als Hauptverantwortliche für das Anspielen der Lamellen frei.

Die Zeigefinger wirst du zuweilen für das Spiel zu Hilfe nehmen; also sollen auch die ihre Kraft und Beweglichkeit nicht beim Halten der Kalimba vergeuden. Die Daumen hältst du locker und leicht gebeugt. Solange sie keinen Ton aktiv spielen, schweben sie über den Lamellen. Achte auf möglichst kurze Wege; umso flüssiger wird sich dein Spiel auf der Kalimba entwickeln.

Freundschaft schließen und über geringen Kraftaufwand wundern

Anfangs wirst du dich mit deinem außergewöhnlichen Instrument anfreunden. Mach einfach ein paar „unbürokratische“ Übungen. Nimm die Kalimba in die Hand, spiele alle Töne an und erfahre dabei die optimale Position von Hand und Fingern, außerdem die notwendige Kraft, mit der du die Lamellen drückst. Vermutlich wirst du erstaunt sein, du benötigst weniger Kraft, als du glaubst. Das ergibt sich auch aus der Tatsache, dass das Daumenklavier kein brachial, sondern sehr zart klingendes Instrument ist. Schon wieder was dazugelernt.

Erste Melodien mit möglichst homogener Lautstärke spielen

Im nächsten Stepp schnappst du dir eine möglichst einfache Melodie, wobei du natürlich darauf achten musst, dass deine Kalimba auch über die entsprechenden Töne verfügt. Diese Melodie übst du nach Tabulatur Ton für Ton ein, bis sie sich an deinem Gedächtnis festgekrallt hat. Die nächste Anforderung, wenn du Kalimba spielen willst, ist die Gleichmäßigkeit der Lautstärke im Zusammenspiel mit der wünschenswerten Dynamik. Versuche nun, deine Melodie in möglichst einheitlicher Lautstärke zu spielen. Stell dir vor, du bist das zarte Glockenspiel in der Fußgängerzone deiner Stadt.

Schritt für Schritt und nicht gleich alles auf einmal

Schrittweise wirst du weitere Lektionen auf deiner Kalimba lernen. So beispielsweise das Akkordspiel, das Arpeggio, mit dem du die Akkorde zerlegst, das Glissando, mit dem du von einem Ton zum nächsten „rutscht“, oder den emotionalen Wah-Wah-Effekt, sofern deine Kalimba mit Klanglöchern im Korpus konstruiert ist.

Tatsächlich aber solltest du nicht zu viel auf einmal von dir verlangen. Wenig sinnvoll ist es, sämtliche Techniken nur anzureißen und schon die nächste Stufe zum Kalimba-Horizont erklimmen zu wollen. Weitaus besser ist es, erst eine Lektion verinnerlicht und ausführlich geübt zu haben und anschließend, das Spiel mit weiteren Techniken zu garnieren.

Dein spaßbringendes und abwechslungsreiches Repertoire

Sobald du die Spieltechniken beherrscht, schaffst du dir ein Repertoire von mehreren Songs drauf, mit denen du bei unterschiedlichsten Gelegenheiten glänzen kannst. Und da ist nun deine musikalische Neugierde und Kreativität gefragt. Immerhin kannst du auf diesem Instrument die unterschiedlichsten Musikstile interpretieren.

Nicht zu vergessen, dass die Kalimba ursprünglich aus Afrika stammt. Wenn du dich bei im Bereich der Weltmusik umsiehst, kannst du mit deinem Repertoire auch zum musikalischen Grenzenlos-Gänger werden. Wir freuen uns schon darauf, deine Kalimba-Kunst zu sehen und zu hören.

+++

Auch interessant, für diejenigen, die auf der Suche nach dem spielbaren Besonderen sind: „Melodiespiel auf der Ukulele

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: