Ebenso anspruchsvoll wie wohlklingend

Cello lernen: Auf welche Aspekte du von Anfang an achten solltest

Foto: Shutterstock von EshanaPhoto

Vielleicht stehst du auf klassische Musik; mag auch sein, dass dich der spezielle Klangcharakter des Violoncellos fasziniert. Die Entscheidung steht, du möchtest Cello lernen. Ganz sicher gehört es nicht zu den einfachsten Instrumenten. Aber dein Fleiß wird mit einem besonders warmen Klang belohnt. Hier unsere Tipps:

Check it: Cello lernen – Anforderungen des Streichinstrumentes

  • Unterschied zwischen Ton und Klang
  • Sinnvoll üben
  • Grifftechnik und Lagenwechsel
  • Bogen: Haltung und Führung
  • Intonation und Gehörschulung

Cello lernen – mit Fleiß zu motivierenden Erfolgserlebnissen

Erfolgserlebnisse sind immens wichtig, wenn man ein Instrument erlernen möchte. Dabei solltest du dir von Anfang an realistische und keinesfalls überzogene Ziele setzen. Möchtest du Cello lernen, bedeutet das: Wenn du einigermaßen regelmäßig und zugleich mit der notwendigen Konzentration übst, wirst du nach etwa einem halben Jahr merken, wie die Saat deines musikalischen Fleißes langsam aufgeht.

Violoncello: Unterschied zwischen Ton und Klang

Bewusst sein sollte dir, wenn du Cello lernen möchtest, dass es grundsätzlich kein Problem ist, überhaupt einen Ton aus dem Instrument zu bekommen. Die Frage ist nur welche und wie schön die klingen. Die Herausforderung ist es also, die Töne und Melodien auch wirklich angenehm klingen zu lassen. Und das hat bei Streichinstrumenten gleich mindestens drei Komponenten:

Anfreunden mit sperriger Spielhaltung

Gewöhnungsbedürftig ist zunächst die Spielhaltung, wenn du Cello lernen möchtest. Mag sein, dass du dich anfangs dabei nicht besonders wohlfühlst. Irgendwie kommt dir alles ungewohnt, vermutlich sogar ein wenig sperrig vor. Du und dein Instrument werdet euch miteinander anfreunden müssen (und wollen). Keine Angst, ihr beide werdet euch schnell besser kennenlernen.

Gewöhnungsbedürftige Spielhaltung
Gewöhnungsbedürftige Spielhaltung Foto: Shutterstock von Levranii

Regelmäßig üben ohne Übertreibung

Hilfreich dafür ist das regelmäßige Üben. Bloß keine langstündigen Übungsorgien; die schaden mehr, als dass sie deine Lernerfolge unterstützen würden. Der vielzitierte Kopf durch die Wand ist eindeutig die unangebrachte Lösung. Weitaus besser, wenn du in der ersten Zeit vielleicht 15 Minuten täglich übst, gerne auch mehrmals am Tag. Also immer in kurzen Intervallen, aber wirklich regelmäßig.

Solltest du an einem Tag keine Zeit haben, weil vielleicht wichtigere Dinge wie das Pauken für eine Klassenarbeit anstehen, ist das einfach so. Die versäumte Zeit solltest du keinesfalls „ansparen“ und dann aufeinandergestapelt nachholen. Wie gesagt, keine schmerzhaften Übungsorgien. Insbesondere die Regelmäßigkeit hilft, mit dem Violoncello dauerhafte Freundschaft zu schließen.

Fehler bei der Grifftechnik von Anfang an vermeiden

Lernen wirst du, auf dem Griffbrett mit der üblicherweise linken Hand die Töne zu greifen. Der korrekten Hand- und Fingerhaltung bereits bei deinen ersten musikalischen Schritten kommt dabei extreme Bedeutung zu.

Die Problematik ist, dass Haltungsfehler, die sich einmal eingeschlichen haben, später nur noch sehr umständlich und mit großem Übungsaufwand korrigiert werden können. Eine Tatsache, die zwar für andere Instrumente ebenso gilt; beim Violoncello allerdings aufgrund der speziellen Anforderungen bei der Grifftechnik besondere Bedeutung hat.

Immer entspannt bleiben und Verkrampfungen vermeiden
Immer entspannt bleiben und Verkrampfungen vermeiden Foto: Shutterstock von Moha El-Jaw

Herausforderung der Lagenwechsel

Aufgrund der Saitenabstände ist es eine spezielle Eigenart des Cello-Spiels, dass die Lagen – die Position der Greifhand auf dem Griffbrett – ziemlich häufig gewechselt werden müssen. Wirklich vernünftig umsetzbar ist das nur mit einer vernünftigen Greiftechnik.

Indes auf einer Violine zum Beispiel eine Tonleiter über die Saiten hinweg spielbar ist, ohne dafür die Hand auf dem Hals zu verschieben, stellt sich das beim Cello anders dar. Bereits für diese musikalische Mindestanforderung muss die Greifhand wandern, also die Lagen wechseln.

Bogenhaltung und Bogenführung

Möchtest du Cello lernen, gehört dazu die gefühlvolle Bogenführung zu üben. Erfahrene Cellisten nennen den Bogen die „Verlängerung des Armes“, bezeichnen ihn sogar als das „eigentliche Instrument“. Gerade mit dem Bogen wird deine musikalische Entdeckungsreise sich gewissermaßen in die nächste Dimension begeben. Zumindest dann, sobald du den Basics für den Bogenstrich verinnerlicht hast.

Verantwortlich ist er neben Dynamik und Lautstärke für die Klangfärbung. Cellisten widmen der möglichst entspannten Bogenhaltung viel Zeit. Bekanntes Problem ist das leichte Verkrampfen in der Bogenhand, speziell im Daumen. Unter Cellisten ein Dauerthema, wobei du frühzeitig Übungen für unverkrampfte Bogenhaltung machen solltest. Bogenführung auf dem Cello lernen funktioniert nur, wenn du entspannt bist.

Der Cello-Bogen wird als das eigentliche Instrument verstanden
Der Cello-Bogen wird als das eigentliche Instrument verstanden Foto: Shutterstock von Bricolage

Intonation auf bundlosen Instrumenten

Der nächste Aspekt, wenn du Cello lernen möchtest, bezieht sich auf die Intonation. Darunter versteht man die präzise klingenden – und somit vorher exakt gegriffenen – Töne. Nun besitzt ein Streichinstrument keine Bünde wie beispielsweise eine Gitarre, an denen du dich orientieren könntest. Auch kannst du nicht wie auf dem Keyboard einfach die passende Taste drücken.

Intonationssensibel weil bundfrei
Intonationssensibel weil bundfrei Foto: Shutterstock von furtseff

Kontinuierliche Gehörschulung als Streicher-Pflichtprogramm

Um einen Ton nicht nur ungefähr, stattdessen genau anzuvisieren, muss man wissen, wie er klingen soll. Cello lernen bedeutet vor diesem Hintergrund auch, schrittweise das Gehör zu schulen. Dazu gehört die permanente Selbstkontrolle. Hört sich gefährlich an; so ist es nicht gemeint. Schließlich stehen dir dafür diverse Möglichkeiten zur Verfügung.

Gerne im Zusammenspiel mit anderen üben

Vorausgesetzt, dein Instrument ist korrekt gestimmt, solltest Du Töne und kurze Phrasen wie Arpeggien  (Akkordzerlegungen) immer wieder spielen, möglichst gemeinsam mit deinem Musiklehrer oder auch einem Freund oder Eltern, die dich vielleicht am Klavier begleiten. Hier geht’s zunächst um wirklich simple Töne und Tonfolgen und Tonabstände (Intervalle), bei denen du immer wieder hinhörst, ob sie mit dem anderen Instrument harmonisch übereinstimmen.

Auch kannst du mit einem Stimmgerät kontrollieren, ob die Töne wirklich so real genau sind, wie du sie „vermutest“. Zugegeben, das ist ziemlich aufwändig. Vermutlich wirst du das allenfalls selten machen. Doch auch das ist eine gute Möglichkeit, wenn du dein Gehör schulen und Cello lernen möchtest. Streichinstrumente können immer nur so gut klingen, wie dein inneres Gehör die Töne wahrnimmt. Je größer dein Verständnis für Tonabstände und Tonleitern wird, umso präziser wirst du intonieren.

+++

Die Frage des idealen Bogens stellt sich für sämtliche Streichinstrumente. Möchtest du mehr darüber erfahren, schau doch mal auf unseren Artikel zum Thema „Violinbogen für Einsteiger“.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: