Sind die Arme schon lang genug?

Posaune ab welchem Alter: Bitte nicht zu frühzeitig

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Kein Wunder, dass viele Kids, Jugendliche als auch Erwachsene vom Klang der Posaune fasziniert sind und dieses Instrument erlernen möchten. Als typische Vertreterin des tiefen Blechs punktet sie mit warmem Sound, spezieller Ansprache und hörenswertem Glissando. Euer Nachwuchs ist von diesem Blechblasinstrument begeistert. Hier unsere Antwort auf die Frage „Posaune ab welchem Alter“:

Check it: Posaune ab welchem Alter

  • Eine Frage der Spannweite
  • Die grobe Faustregel
  • Geteilte Meinungen zum richtigen Einstiegsinstrument
  • Vorzüge der Posaune gegenüber der Trompete
  • Die Milchzähne sollten sich verabschiedet haben

Posaune ab welche Alter – Spannweite und Armlänge bedenken

Mit ihrem speziellen Sound, den vielfältigen Klangmöglichkeiten und der besonderen Spielweise hat die Posaune sich ihren Platz unter den beliebtesten Blechblasinstrumenten felsenfest gesichert. Der Ausdruck „speziell“ ist bei diesem Instrument gleichzeitig Programm. Schon aufgrund der Spielweise und der sich daraus ergebenden Maße und „Spannweite“ ergibt sich ganz automatisch, dass Kids nicht zu früh damit beginnen sollten. Nützt ja nichts, wenn die Arme noch zu kurz sind, oder?

Die Spannweite der Arme muss ausreichen
Die Spannweite der Arme muss ausreichen Foto: Shutterstock von Ondrej Schaumann

Die grobe Faustregel, mit Individualitätsfaktor

Nur folgerichtig ist das Anfangsalter für das Erlernen stark von der Körpergröße abhängig. Grob geschätzt könnte man behaupten, es liege bei etwa 10 – 11 Jahren. Doch Kids wachsen heutzutage nicht nur rasant, sondern ebenso unterschiedlich. Wirklich beurteilen lassen sich die körperlich stimmigen Voraussetzungen nur individuell. Posaune ab welchem Alter? Es kommt drauf an.

Geteilte Meinungen: Beginnen mit der Altposaune

Nun gibt es ja verschiedene Arten – und somit auch Größen – von Posaunen. Die kleinere Altposaune – gestimmt in Eb – kann das ideale Einstiegsinstrument sein. Eben weil sie nicht so groß ist, wie die gebräuchlichere Tenor-Posaune oder gar die Bass-Posaune. Die Eb-Altposaune verlangt demnach weniger nach kindlichem Riesenwuchs und kann auch leichter von gerademal 10-Jährigen erlernt und bedient werden. Aber Achtung: Zum Spielen der Eb-Alt sind eine höhere Lippenspannung und ein stärkerer Luftdruck nötig.

Die Altposaune ist kürzer, benötigt aber auch mehr Spannung und Druck
Die Altposaune ist kürzer, benötigt aber auch mehr Spannung und Druck Foto: von Thomann

Verbleibt die ungeklärte Frage, ob das der richtige Weg ist. Die Spielweise ist relativ ähnlich bis identisch. Wer jedoch auf den Klang der Tenorposaune steht, wird zum geeigneten Zeitpunkt noch mal neu investieren und sich auch in Sachen Ansatz & Co. umgewöhnen müssen. Die Zuordnung der Töne und Zugpositionen muss neu gelernt werden.

Eine Umstellung kann immer ein Stolperstein sein

Das ist nicht allzu umständlich; doch es ist bleibt eine konkrete Umgewöhnung. Letztlich auch hinsichtlich der aufzubauenden Luftsäule und somit der kontrollierten Atmung. Die Eb-Alt klingt eine Quarte höher als eine in Bb gestimmte Tenorposaune. Davon, die Eb-Altposaune als frühzeitliche Alternative zu nutzen, halten die meisten Musiklehrer und gestandenen Musiker gar nichts.

Bauartbedingt keine „mitwachsenden Instrumente“

Nicht verschweigen wollen wir an dieser Stelle, dass die Meinungen dazu geteilt sind. So gibt es auch vielfach die Ansicht, der Einstieg mit einer Altposaune sei deshalb vollkommen in Ordnung, zumal die Spieltechnik und insbesondere das Gehör und das Verständnis für die Töne frühzeitig trainiert werden.

Bei diversen anderen Instrumenten wie der Gitarre oder Geige gibt es kindgerechte Größen. Bei einer Posaune ist das nicht möglich. Mitwachsende Instrumente gibt es bauartbedingt nicht. Die Frage lautet hier also nicht, Posaune ab welchem Alter, sondern vielmehr: Posaune ab welcher Körpergröße.

Wenigstens die C-Dur-Tonleiter sollte erreichbar sein
Wenigstens die C-Dur-Tonleiter sollte erreichbar sein Foto: von Thomann

Wenn es denn schon besonders früh sein soll, muss zumindest darauf geachtet werden, dass die Arme lang genug sind, um den sechsten Zug zu erreichen, damit zumindest die Töne der C-Dur-Tonleiter gespielt werden können. Insgesamt hat die Tenor-Posaune sieben Züge; der siebte ist für den Anfang nicht so extrem bedeutend.

Vorzüge der Posaune gegenüber der Trompete

Ein Vorteil der Posaune gegenüber beispielsweise der Trompete lautet, dass die Tonerzeugung einfacher ist. Dennoch bleibt es dabei, dass es seine Zeit braucht, bis Anfänger die Töne kontrollieren und den Klang verbessern können. Ebenso vorteilhaft im Vergleich mit der Trompete ist, dass die die Lippen bei der Posaune nicht derart stark angespannt werden müssen. Das Ansatztraining kann demnach etwas moderater bleiben.

Weitere Besonderheit der Posaune ist, dass nahezu alle Aspekte selbst kontrolliert werden. Voreingestellt ist nichts. Tonbestimmende Ventile wie bei der Trompete, Klappen wie bei der Querflöte oder dem Saxofon gibt es nicht.  Die Tonhöhe wird über den Zug bestimmt; die Position muss genau anvisiert und getroffen werden. Selbstredend gehört dazu eine vernünftige Gehörschulung. Denn nur was du in die selbst hörst, kannst du auch mit der korrekten Tonhöhe spielen. Argumente beim Thema „Posaune ab welchem Alter“ für den nicht zu späten Beginn.

Die Posaune spielt sich entspannter als die Trompete
Die Posaune spielt sich entspannter als die Trompete Foto: Shutterstock von wernerimages 2020

Nicht zu vergessen, dass die Posaune wirklich nicht leicht ist. Mit einem Eigengewicht um die 2 Kilo darf man da schon rechnen. Was das Instrument aber faktisch auf die Waage bringt, ist nicht allein ausschlaggebend. Immerhin wird sie nahezu parallel zum Kopf gehalten; Mundstück und Zug wiederum befinden sich unmittelbar vor dem Mund. Durch diesen Winkel werden das tatsächliche Gewicht und die benötigte Kraft zusätzlich gesteigert.

Ein Kompromiss kann immer nur eine wacklige Hilfestellung bleiben

Zu früh mit der Posaune zu beginnen, ist selbst bei hochgradigem Interesse der Kids nicht angesagt. Wie erwähnt gibt es Instrumente, mit denen man einen gewissen Kompromiss eingehen kann. Tatsache aber bleibt, dass das Kind ausreichend groß sein muss, außerdem – wenigstens – die Schneidezähne ausgebildet sein und sich vom Milchzahnfaktor verabschiedete haben sollten.

Nicht unüblich ist es auch, dass Kids eine Zahnspange tragen, mit der die Zahnstellung korrigiert werden soll. Auch die verträgt sich leider nicht mit dem Ansatz auf einer Posaune. Die Antwort auf die Frage: „Posaune ab welchem Alter“ kann hier nur lauten: Nicht bevor die Zähne und der Kiefer es zulassen.

Ein Milchzahn geht selten allein

Unter dem Strich könnt ihr davon ausgehen, dass das richtige Alter für den Einstieg ins Posaune-Spiel etwa um die 10 Jahre ist. Aufgrund der größeren Maße im Vergleich mit beispielsweise einer Trompete muss das Eigengewicht ebenso mitbedacht werden wie die zielführende Gehörschulung. Der Ton ergibt sich nicht durch ein Ventil von selbst. Er muss per Zug bewusst intoniert werden. Und dazu gehört schon eine gute Portion Hörverständnis.

Grundsätzlich aber heißt es auch hier: Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es. Viel Spaß!

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Möchtet ihr euch eingehender mit der Posaune und beschäftigen, werft doch mal einen Blick auf diesen Artikel zum Thema „Posaune üben: Wie ihr’s richtig und sinnvoll macht“.

Ein Kommentar zu “Posaune ab welchem Alter: Bitte nicht zu frühzeitig”
  1. Torsten Schmitte

    Hallo, etwas unzureichend der Artikel, erstens gibt es Posaunen extra zur Ausbildung mit einem „Knick“, sodaß die Länge verkürzt wird, außerdem gibt es leichte Instrumente mit Quartventil, sodaß der sechste Zug nicht benötigt wird. Wir bilden damit Kinder ab dem 3. Schuljahr aus. Bitte besser recherchieren.

    Antworten
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