Trendinstrument mit Jahrhunderte-währender Tradition

Mandoline kaufen: Ratgeber nicht nur für Einsteiger

Foto: Shutterstock von Aleksey Vasiljev

Obschon die Mandoline im Vergleich mit anderen Instrumenten ein Schattendasein fristet, nimmt ihre Beliebtheit immer weiter zu. Mag auch damit zusammenhängen, dass die handgemachte Live-Musik wieder deutlich im Trend liegt. Wenn auch du dich für das charakterstarke Instrument interessierst und eine Mandoline kaufen möchtest, kommen hier unsere Tipps für dich:

Check it: Mandoline kaufen – Tipps für deine Entscheidung

  • Der musikalische Geschmack entscheidet
  • F-Style oder A-Style
  • Qualitätskriterien von Herstellung bis Preis
  • Einige Beispiele

Mandoline kaufen – was du über die Bauformen wissen solltest

Bist du von dem speziellen Klang dieses Saiteninstrumentes überzeugt und möchtest eine Mandoline kaufen, stehst du bei deiner musikalischen Entdeckungsreise vor einer Vielzahl verschiedener Bauformen. Kein Wunder, immerhin ist die Mandoline mit Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert ein geschichtsträchtiges und zugleich aktuell beliebtes Instrument.

Zwischen Rundmandoline und Flachmandoline

Bei den Grundformen unterschieden wird zwischen der Rundmandoline, auch als klassische oder neapolitanische Mandoline bezeichnet, und der Flachmandoline. Ausschlaggebend für die jeweilige Bezeichnung ist die Form des Korpus‘; insbesondere Boden und Decke sind eben kugelförmig-bauchig, halbmandelförmig, dezent abgerundet oder flach konzipiert. Dementsprechend wirst du auf Modelle mit flachem Korpus und Decke, solche mit gerundeter Decke und auch mit gerundetem Korpus treffen.

Die beiden gebräuchlichsten Varianten: Rund- und Flachmandoline
Die beiden gebräuchlichsten Varianten: Rund- und Flachmandoline Foto: Shutterstock von VladKK

Beim Mandolinenkauf am musikalischen Geschmack orientieren

Willst du eine Mandoline kaufen, solltest du zunächst ein paar Grundsatzüberlungen anstellen. Die erste Antwort solltest du auf die Frage finden, welche Art von Musik du spielen möchtest. Reizt dich die barocke und klassische Musik, ist vermutlich die Rundmandoline deine passende Wahl.

Stehst du eher auf Folk, Bluegrass oder Jazz, empfiehlt es sich zur Flachmandoline zu greifen. Nicht zu vergessen, dass auch die keltische, die mittelalterliche Musik und die Weltmusik zu den Domänen der Mandoline gehören, für die sich beide Bauformen anbieten.

Auch wirst du immer wieder auf die Bezeichnung F-Style oder A-Style treffen. Auf Anhieb würde man in Unkenntnis möglicherweise vermuten, diese Benennungen bezögen sich auf die Grundstimmung des Instrumentes. Obschon es diverse unterschiedliche, auch gewissermaßen exotische Stimmungen gibt, ist das nicht der Fall. Vielmehr geht es auch hier um die Bauform.

F-Style-Mandoline – optisch elegant und leicht verspielt

Eine F-Style-Mandoline erkennst du insbesondere an dem sogenannten „gerollten Cut“ am Korpus, gewissermaßen ein Horn, das ein wenig an eine zusammengerollte Schlange oder die Hörner eines Gamsbockes erinnert. Häufig befinden sich in der Decke sogenannte F-Löcher (Schalllöcher) wie nach dem Vorbild der Violine.

A-Style-Mandolinen – bodenständig reduzierte Bauweise

Etwas weniger spektakulär ist die A-Style-Mandoline, die wegen ihrer typischen Optik auch als Tropfenform-Mandoline benannt wird. Durchgesetzt haben sich hauptsächlich die Varianten mit gewölbtem Boden und gewölbter Decke. Wenn du eine Mandoline kaufen möchtest, wirst du auch hier oftmals auf Modelle mit F-Löchern treffen.

Klangunterschiede nicht bewiesen

Darüber, ob die beiden Varianten sich klanglich unterscheiden, sind die Musiker sich einheitlich uneinig. Behauptet wird, dass die F-Style-Instrumente in den Höhen präsenter sind als die A-Style-Mandolinen. Dass das nicht aussagekräftig belegt werden kann, liegt daran an der Tatsache, dass sämtliche Bestandteile des Instrumentes ausschlaggebend für den Klangcharakter sind. Und die verwendeten Materialien und Holzarten sind nun mal auch bei identischer Bauform häufig unterschiedlich.

Qualitätskriterien von Herstellung bis Preis

Falls du deine erste Mandoline kaufen möchtest, benötigst du Informationen zu den Qualitätskriterien und musst einordnen, welchen Preisbereich deine Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger zulässt. Besonders hochwertige Instrumente werden von Hand gefertigt und zeichnen sich zudem durch die Verwendung bester Materialen von Holz bis Hardware aus. Selbstredend wirkt sich das auf den Preis aus.

Serienfertigung muss nicht zwangsläufig schlechter sein

Nicht erst seit gestern werden Mandolinen auch industriell in Serie gefertigt. Solche Instrumente sind spürbar preiswerter und müssen für deine Zwecke nicht zwangsläufig schlechter sein. Ganz im Gegenteil. Herauskristallisiert hat sich bei den Serienfertigungen eine Qualität, die in den Anfangstagen kaum vorstellbar war. Willst du eine Mandoline kaufen, solltest du vor allem auf vernünftige Verarbeitung und gute Einstellbarkeit beispielsweise der Saiten achten.

Pragmatischer Check von Verarbeitung und Bespielbarkeit

Was du selbst im Anfangsstadium durchführen kannst, ist eine Sichtprüfung. Sofern möglich, nimm die Mandoline in die Hand, betrachte sämtliche Verbindungen auf saubere Verarbeitung, schaue dir die Lackierung an. Und vor allem kontrolliere, ob sich unter oder im Klarlack irgendwelche Haarrisse befinden.

Gleichermaßen wichtig, wenn du eine Mandoline kaufen willst: Das Instrument muss vernünftig gestimmt werden können und diese Stimmung auch halten. Für dich bedeutet das: Mach dir die Mühe und nimm ein Stimmgerät zur Hand, kontrolliere damit ob die Stimmung wirklich präzise machbar ist, indem du die gegriffenen und nicht gegriffenen Töne in den höheren Bünden kontrollierst. Falls die nicht stimmen, muss nachgearbeitet werden.

Im nächsten Stepp drehst du an den Stimmwirbeln. Die müssen einigermaßen leichtgängig sein, zugleich aber eine gute Portion Widerstand bieten, um die Stimmung auch halten zu können. Du stimmst das Instrument mithilfe eines Stimmgerätes wieder durch, klimperst einige Töne und ziehst die Saiten manuell ein Stück weit hoch. Sobald du wieder loslässt, heißt es wieder per Stimmgerät nachzuschauen, was sich getan hat.

Die Stimmwirbel müssen vernünftigen Widerstand bieten
Die Stimmwirbel müssen vernünftigen Widerstand bieten Foto: Shutterstock von VladKK

Rein akustisch oder elektrifiziert

Eine Grundsatzentscheidung, falls du eine Mandoline kaufen möchtest, ist es, ob du nur im kleinen Kreis oder vielleicht bald auf der Bühne gemeinsam mit anderen musizieren möchtest. Ist es dein Ziel, in einer Band zu spielen, ist es vorteilhaft, auf ein vorhandenes Tonabnehmer-System – möglichst mit Equalizer – zu achten. Die Anfangsinvestition ist damit etwas höher; auf Dauer amortisiert sich das aber schnell wieder.

Praktisch für die Bühne: Integrierter Preamp mit Equalizer
Praktisch für die Bühne: Integrierter Preamp mit Equalizer Foto: Shutterstock von Craicpot und Ray Akey Photography

Sofern du gar nicht vor hast, auf einer Bühne zu landen oder du zu den Puristen gehörst, die ihr Instrument per Mikrofon abnehmen, bist du mit einer rein akustischen Mandoline ohne Pickup-System gut beraten, bei dem du zugleich noch ein paar Euronen einsparen kannst.

Für Puristen und außerdem preiswerter: Mandoline rein akustisch
Für Puristen und außerdem preiswerter: Mandoline rein akustisch Foto: Shutterstock von Sergii Kovalov

Mandoline kaufen: Massiv oder laminiert

Mandolinen aus massivem Holz sind teuer als solche, die aus Laminat (gesperrtem Holz) hergestellt werden. Bei massiven Hölzern ändert und verbessert sich der Eigenklang des Instrumentes im Laufe der Zeit. Bei laminierten Hölzern eher nicht.

Dennoch müssen die preiswerteren Kandidaten für deine Zwecke nicht automatisch schlechter sein, gerade diejenigen mit integriertem Tonabnehmersystem. Der pragmatische Vorteil solcher Instrumente ist, dass sie auf der Bühne zu geringeren Rückkopplungen neigen. Ein Thema, das bei der Abnahme von akustischen Instrumenten zuweilen schwer zu beherrschen ist.

Für den preisgünstigen Einstieg mit begrenztem Budget

Sehr günstig einsteigen kannst du mit der A-Mandoline HBMA-50 aus dem Sortiment von Harley Benton. Viel Instrument zum äußerst niedrigen Kurs. Klar ist, dass du im Vergleich zu Meisterinstrumenten gewisse Abstriche an Verarbeitung und Bauteile machen musst. Doch für den Einstieg und das musikalische Kennenlernen, wenn du eine Mandoline kaufen möchtest, könnte das genau die richtige Lösung sein.  Hier geht’s zur Produktseite auf thomann.de.

Preisgünstiger Einstieg für Beginner
Preisgünstiger Einstieg für Beginner Foto: von Thomann

Ab in die Mittelklasse, wenn’s schon etwas mehr sein darf

Ein Name, der immer wieder bei den beliebten Mandolinen für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen auftaucht, gehört der Hersteller „The Loar“. Ein solches Beispiel für eine F-Mandoline ist die The Loar LM-520-VS. Ein rein akustisches Instrument mit gewölbter massiver Fichtendecke und massivem Ahornboden, das im klassisch hochglänzenden Vintage Sunburst designt ist. Du findest sie auf dieser Produktseite auf thomann.de.

Sinnvolles Mittelklasseinstrument
Sinnvolles Mittelklasseinstrument Foto: von Thomann

Modelle mit gitarrenähnlicher Korpus-Form von beispielsweise Ovation

Eine außergewöhnliche Form, nämlich angelehnt an das Gitarrenvorbild, kommt beispielsweise von Ovation. Die Ovation MM68AX Black Mandoline ist noch ziemlich frisch auf dem Markt. Der Korpus wird aus stabilem Lyrachord gefertigt. Eine optische Augenweide ist das Instrument insbesondere durch die attraktiv zierenden Multi-Klanglöcher. Mit an Bord ist ein sehr vernünftig funktionierendes Tonabnehmersystem inklusive Preamp. Du findest das Instrument auf dieser Produktseite auf thomann.de.

Die kleinere Schwester des großen Gitarrenvorbilds
Die kleinere Schwester des großen Gitarrenvorbilds Foto: von Thomann

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