Motiviert durch schnelle Lernerfolge

Keyboard spielen – worauf du dich freuen und einstellen darfst

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Das Keyboard ist und bleibt eines der beliebtesten Instrumente für den musikalischen Einstieg. Immerhin bietet es etliche konkrete Vorzüge, die den Schülern schnelle Lernerfolge ermöglichen, die wiederum die Motivation oben halten, auch bei übungsintensiven Schritten durchzuhalten und die nächsten Stufen zu erklimmen. Werfen wir einen Blick auf das, was dich erwartet, wenn du Keyboard spielen möchtest:

Check it: Keyboard spielen – eine gute Entscheidung

  • Weshalb es beim Keyboard sofort losgeht
  • Auf anschlagsdynamische Tastatur achten
  • Unabhängige Koordination der Hände
  • Nicht mit sich selbst kämpfen, Frust vermeiden
  • Notenkenntnisse auf lange Sicht sinnvoll

Keyboard spielen: Gut, weil motivationsstark

Wenn du Keyboard spielen möchtest, ist das ein grundsätzlich guter Vorsatz. Sicherlich ist das Keyboard mindestens ebenso anspruchsvoll, wie jedes andere Instrument auch, somit auch das Erlernen der Spieltechniken. Allerdings macht es sich mit einem entscheidenden Vorteil zum von vielen bevorzugten Einsteigerinstrument. Im Gegensatz zu anderen Instrumenten, kannst du sehr schnell erste Töne, Melodien und komplette Songs darauf spielen.

Die schnellen Lernerfolge steigern deine Motivation und helfen dir auch, wenn’s mal komplexer wird. Das will nicht sagen, dass du auf einem Keyboard nicht oder weniger üben müsstest als auf anderen Instrumenten. Keineswegs, aber es macht Mut und bringt Selbstvertrauen, wenn du nicht erst monatelang einen Ansatz oder Fingerhaltung trainieren musst, bis du erste vernünftige Töne aus deinem Instrument kitzeln kannst.

Erfolge machen einfach richtig Spaß
Erfolge machen einfach richtig Spaß Foto: Shutterstock von Arvind Balaraman

Technische Voraussetzung: Anschlagsdynamische Tastatur

Wichtig, um vernünftig  Keyboard spielen zu können, ist die Tastatur bzw. deren Eigenschaften. Zunächst sollte die über ausreichend Töne verfügen und somit keinen Spielzeug-Charakter an den Tag legen. Ein typisches Keyboard hat heutzutage 61 Tasten; auch gibt es Modelle mit 76 und bis zu 88 Tasten. Mit der Standardtastatur von 61 Tasten hat das Keyboard einen Tonumfang von fünfeinhalb Oktaven. Kürzere Ausführungen sind denkbar, allerdings für dein Ziel, wenn du Keyboard spielen möchtest, wenig sinnvoll. Bei etlichen Musikstücken würdest du damit an die Grenzen des Tonumfangs kommen.

Keyboard steht der Orgel näher als dem Klavier

Möglicherweise hast du zuvor schon mal auf einem Klavier geklimpert und denkst, du könntest das Spielgefühl nun eins zu eins übertragen. Stell dich auf eine Überraschung ein, wenn du Keyboard spielen möchtest. Die Tasten eines Keyboards sind nicht mit denen eines Klaviers vergleichbar. Grund dafür ist, dass die Tastatur in der Instrumentenbaugeschichte nicht von dem Klavier, sondern von der Orgel – du kennst diese riesengroßen Dinger vermutlich aus der Kirche – und anschließend von der elektronischen Orgel abgeleitet wurden. Wie dem auch sei, die Grundvoraussetzung des passenden Instrumentes sind vorhanden. Schauen wir, was aus praktischer Perspektive auf dich zukommt.

Die gigantischen Artverwandten
Die gigantischen Artverwandten Foto: Shutterstock von Stanislaw Mikulski

Erstes Melodiespiel mit der rechten Hand – keine Fehler angewöhnen

Anfangs wirst du zunächst mit einer – üblicherweise der rechten – Hand, erste Töne auf dem Keyboard spielen und dabei mit der korrekten Finger-, Hand-, aber auch Körperhaltung vertraut gemacht. Dabei achtest du sinnvollerweise beispielsweise beim Fingerwechsel und übergreifen von Anfang an darauf, dir keine Fehler anzueignen, selbst wenn die Bewegungen für dich in diesem Stadium der Entdeckungsreise selbstverständlich ungewohnt sind.

Der Anfang mit der rechten Hand
Der Anfang mit der rechten Hand Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Harmonien mit der linken Hand greifen, Akkordumkehrungen nutzen

Im nächsten Schritt kommt die linke Hand ins Spiel, mit der du anfangs hauptsächlich Akkorde greifen wirst. Dafür lernst du die Grundakkorde aus Dur und Moll, für die du im Normalfall drei Finger der linken Hand benötigst. Bei den Akkordwechseln ist es immer dein Ziel, lange Wege möglichst zu vermeiden, für die wechselnden Harmonien die Finger also eng beieinanderliegend zu setzen.

Das erreichst du durch Umkehrungen der Akkorde. Um von einem zum anderen zu wechseln, brauchst du teilweise nur einen oder zwei Finger umsetzen. Klingt kompliziert, ist aber tatsächlich ein wirksames Mittel, um das Akkordspiel zu erleichtern.

Erste Akkorde mit der linken Hand
Erste Akkorde mit der linken Hand Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Und nun müssen die beiden Hände unabhängig koordiniert werden

So weit so gut, du hast beiden Händen erste Aufgaben zugewiesen. Langsam freundest du dich mit dem Instrument, der Tastatur und Griffweise an. Schon erkennst du erste Erfolgserlebnisse. Aber, ohne dich entmutigen zu wollen, es wird schon zu Beginn noch eine gute Portion spannender und anspruchsvoller. Denn:

Eine der vermutlich größten Herausforderungen, wenn du Keyboard spielen möchtest, ist die Unabhängigkeit der beiden Hände zu trainieren. Die Hände und Finger müssen nun mal unterschiedliche Bewegungen zeitgleich ausführen. Eine Herausforderung, die anfangs nicht so ganz einfach zu bewältigen ist, an die du aber schrittweise herangeführt wirst.

Unterbrechungsfrei mit beiden Händen unterschiedliche Bewegungen ausführen

Während du also mit der rechten Hand die Melodien spielst, untermalt die rechte Hand das mit den jeweils passenden Akkorden. Die Akkorde musst du im Laufe des Stücks an der richtigen Stelle wechseln. Und zwar ohne dabei die Melodieführung der rechten Hand zu unterbrechen. Soviel zu „zeitgleich“ und „unabhängig“.

Das allerdings liest sich komplizierter, als es in der Realität ist. Es gehört nur eben eine gute Portion Übungsfleiß dazu. Funktioniert das anfangs nicht so perfekt, wie du dir das vorstellst, solltest du keinesfalls verzweifeln. Vielmehr sollte dir dessen bewusst sein, dass die Unabhängigkeit der Hände eine Hürde ist, die du nehmen musst. Und dabei solltest du tapfer sein und dich von anfänglichen Schwierigkeiten oder  Misserfolgen nicht entmutigen lassen.

Beide Hände müssen unabhängig voneinander arbeiten
Beide Hände müssen unabhängig voneinander arbeiten Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Komplexer wird es mit Bassläufen in der linken Hand

Schwieriger wird’s mit dem Umkehrschluss, der allerdings auch eine Seltenheit ist. Während die rechte Hand die Akkorde setzt, spielt die linke Hand Bassläufe. Auch hier steht die Unabhängigkeit der Hände und Finger im Mittelpunkt. Obschon diese Spielweise eigentlich keine Aufgabe für den Anfang ist. Du musst es also irgendwie hinbekommen, dass die Finger und Hände nicht reflexartig dieselben Bewegungen machen wollen. Eigentlich eine Frage des Kopfes, das Gehirn muss die Seiten trennen, wenn du Keyboard spielen möchtest.

Lieber Kopf abschalten, als konzentrieren

Und genau an diesem Punkt entsteht für viele Einsteiger eine gleich zweifache Problematik. Immer wieder zu beobachten ist, dass Nachwuchstastenkünstler versuchen, sich stark zu konzentrieren, um damit die unabhängigen Bewegungen, die Trennung von linker und rechter Hand hinzubekommen. Ein Ansatz, der aufgrund einiger Tücken wenig sinnvoll ist.

Hochgradige Konzentration sorgt vielmehr dafür, dass das Unterbewusstsein sich sträubt und gewissermaßen auf das Gewohnte besteht. Weitaus praktikabler ist es, wenn du dich entspannst. Möglichst gar nicht denken, einfach machen. Auch kannst du die Unabhängigkeit der Gliedmaßen abseits des Instrumentes trainieren; Schlagzeuger beispielweise wissen ein Lied davon zu singen.

Den Kampf mit sich selbst vermeiden

Die weitere daraus resultierende Schwierigkeit des sich sträubenden Unterbewusstseins ist, dass du vermutlich ebenso unterbewusst dagegen ankämpfen wirst. Die Folge: Du fängst an dich bzw. deine Finger zu verkrampfen. Das darf nicht sein. Ganz im Gegenteil; du musst unbedingt locker bleiben. Andernfalls kannst du nicht flüssig, entspannt und mit gleichbleibendem Timing Keyboard spielen.

Die technische Vielfalt hinzuschalten

Nachdem du diese ersten Schritte erfolgreich gegangen bist, möchtest du natürlich die ersten kompletten Songs mit Arrangement auf deinem Keyboard spielen. Das heißt, du widmest dich der technischen Ausstattung, wählst einen zum Song passenden Style mitsamt Begleitautomatik, wählst das von dir bevorzugte Drum-Set und die gewünschte Instrumentenstimme. Alles ist vorbereitet, gleich kann’s losgehen. Aber Achtung, da war ja noch was:

Unbedingt langsam üben, keinen Frust aufkommen lassen

Sinnvollerweise übst du anfangs so langsam wie möglich, wählst also auch in der Begleitung ein sehr langsames Tempo an. Die Begleitung wird auf etwaige Spielfehler keine Rücksicht nehmen, die zieht gnadenlos weiter, während du hinterherhechelst, falls das Tempo zu schnell eingestellt ist. Unter dem Strich stünde purer Frust, weil du den Song niemals von Anfang bis Ende spielen würdest. Mach’s langsam; sobald du sicher bist, kannst du die Geschwindigkeit und somit den Schwierigkeitsgrad behutsam steigern.

Vielleicht über beleuchtete Tasten nachdenken

Eine gute Hilfestellung können dir Keyboards mit beleuchteten Tasten sein. Beleuchtet werden die Tasten, die als nächstes gegriffen werden sollen. Das heißt, du hast einen elektronischen Wegweiser, der dich durch die Lieder führt. Im weiteren Verlauf solltest du dich selbstverständlich auch mit Noten beschäftigen. Das muss aufgrund der am Markt vorhandenen vielfältigen didaktischen Konzepte nicht gleich zu Beginn sein. Auf mittlere bis lange Sicht ist die Notenkenntnis aber unbedingt sinnvoll.

Auf lange Sicht solltest du Noten lernen

Auch professionelle Musiker beherrschen nicht alle Noten, gerade im Bereich von Rock, Blues, Country oder Pop. Interessant aber ist, dass die meisten Keyboarder einigermaßen notenfest sind. Und wenn in einer Band jemand Noten beherrscht, dann ist das neben den Bläsern meistens der Keyboarder. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass manche vom Klavier kommen und eine klassische Ausbildung absolviert haben. Aber ruhig Blut, so weit sind wir noch nicht. Schön einen entspannten Schritt nach dem anderen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Klavierklänge kann man mit dem Keyboard annähernd authentisch imitieren, in den meisten Instrumenten sind die entsprechenden Sounds integriert, lassen sich über Soundkarten hinzueditieren oder über externe Soundmodule – Expander – abrufen. Die Spieleigenschaften des Klaviers oder Digitalpianos können Keyboards nicht vermitteln. Auch kann der Klavieranschlag auf Keyboards grundsätzlich nicht richtig gelernt werden. Das sollte man keineswegs als negativ verstehen, allerdings auch keine falschen Erwartungen hegen. Tatsache ist, das Keyboard kein kleines Klavier, sondern ein zwar verwandtes, aber eigenständiges Instrument.

Grundsätzlich ist es immer gut, wenn du in oder mit einer Musikschule Keyboard lernen kannst. Das unmittelbare Feedback des Lehrers, sei das vor Ort oder virtuell, wird dir helfen, Fehler zu vermeiden, und dir mit Erfahrung den richtigen Weg bei deinem neuen Hobby weisen.

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Als Keyboarder dürfte auch dieser Artikel für dich interessant sein zum Thema „Wie funktioniert ein Synthesizer“.

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