Mit dem geeigneten Tonmaterial klappt‘s

Improvisieren mit Pentatonik – die befreiende Wunderwaffe

| Foto: Shutterstock von Solid photos

Du bist begeistert von den Gitarristen, die vollkommen mühelos ihre Soli abfeuern. Wie gerne würdest du auch derart frei spielen können. Du klimperst ein paar Töne, aber das stellt dich nicht annähernd zufrieden. Was dir fehlt, ist ein Fundament. Improvisieren mit Pentatonik kann deine Einstiegswunderwaffe sein.

Check it: Improvisieren mit Pentatonik

  • Endlich frei von Vorgekautem sein
  • Vom Zufallsprodukt dringend verabschieden
  • Was ist Pentatonik?
  • Keine Chance für scharfe Dissonanzen
  • Ran an die Fingersätze
  • Für den Anfang zu Ende gedacht

Weitaus mehr als der Startschuss: Improvisieren mit Pentatonik

Musik zu machen, soll angeblich befreiend sein. Mit dem Instrument sollst du deine Kreativität entdecken, die freischwimmen und einfach deinen entfesselten Spaß haben. Hört sich gut und lebensbejahend an. Dann bist du mit deiner Gitarre die ersten Wege gegangen, hast die ersten Akkorde gelernt und dir die Finger wundgespielt. Und plötzlich überkommt dich das ungute Gefühl, dass man dich schon wieder in eine Zwangsjacke gesteckt hat.

Aber erstmal muss ein sinnvoller Anfang gemacht werden

Du spielst, was dir vorgegeben wird. Was du bisher geschafft ist, ist wunderbar. Aber du willst dich nicht mit dem Vorgekäuten abfinden. Du möchtest frei von der Leber weg improvisieren. Das Problem: Du weißt nicht wie. Irgendwie muss ein Anfang gemacht werden, damit du nicht immer auf den drei gleichen Tönen rumreitest. Das Zauberwort für deinen Startschuss heißt: Improvisieren mit Pentatonik.

Die Hürde zur Improvisation will genommen werden | Foto: Shutterstock von Syda Productions

Du musst dich auf die richtige Spur begeben

Und schon gehst du es an. Du hast dir ein paar Akkorde als Schleife aufgenommen oder in einen Drum-Computer eingegeben. Die Harmonien hast du bewusst simpel gehalten, damit es am Anfang nicht zu abgedreht wird und du dich selbst nicht überforderst. Auch hast du dich für den kreativen Start mit der Improvisation an eine relativ simple Kadenz gehalten, drei bis vier Akkorde nacheinander, die gar nicht mehr aufhören wollen.

Vom Zufallsfaktor dringend verabschieden

Und nun? Im Normalfall spielst du nun ein paar Töne und wendest dich genervt wieder ab. Ohne das passende Tonmaterial kriegst du da weder Pfeffer noch eine musikalische Aussage hinein. Alles andere wären Zufallstreffer oder genauso zufällig erzielte Misstöne. Ein weiteres Argument für das Improvisieren mit Pentatonik und wir sagen dir gleich weshalb.

Die Pentatonik wird dich retten | Foto: Shutterstock von Krakenimages.com

Die Ausgangsfrage: Was ist Pentatonik?

Um die Pentatonik bzw. die pentatonische Tonleiter zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick auf die herkömmliche Tonleiter werfen. Auch wenn Gitarristen nicht unbedingt die großen Fans von Musiktheorie sind, können wir uns diesen Ausflug nicht ersparen. Also, eine normale Dur-Tonleiter besteht aus insgesamt acht Tönen, wobei der achte identisch mit dem ersten ist, eben nur eine Oktave höher. Und schon schmeißen wir gemeinsam einen Blick auf eine Klavier-Tastatur, weil das Prinzip anhand der schwarzen und weißen Tasten so unvergleichlich gut erklärbar ist.

Versprochen: Nur ein Hauch von Musiktheorie | Foto: Shutterstock von Peter Hermes Furian

Werfen wir einen Blick auf die Klaviertastatur

Wir nehmen uns die C-Dur-Tonleiter, und beginnen dafür mit dem C, das über dem Klavierschloss liegt. Im nächsten Stepp werden wir uns ausschließlich auf den weißen Tasten bewegen. Denn exakt die bilden die C-Dur-Tonleiter ab. Wir gehen immer eine weiße Taste weiter, also zunächst vom C zum D und vom D zum E. zwischen diesen Tönen liegt jeweils eine schwarze Taste, das heißt dazwischen befindet sich ein sogenannter Halbton, den wir nicht spielen. Gut merken!

Wir erarbeiten uns eine Dur-Tonleite

Wir spielend die Tonleiter weiter vom E zum F und bemerken, dass sich zwischen diesen beiden weißen Tasten keine schwarze befindet. Vom E zum F – von der dritten zur vierten Stufe der Tonleiter – haben wir also keinen Ganzton-, sondern einen Halbtonschritt. Weiter geht’s vom F zum G, vom G zum A und vom A zum H. Wiederum befindet sich dazwischen jeweils ein – ungespielter – Halbtonschritt. Wir kommen in unserer C-Dur-Tonleiter vom H zum C. Und auch die beiden werden nicht durch eine schwarze Taste getrennt.

Optisch sichtbare Aufteilung von Halb- und Ganztönen | Foto: Shutterstock von KSofiia

Und jetzt schmeißen wir zwei neuralgische Töne einfach weg

Das Fazit: Halbtonschritte befinden sich bei jeder normalen Durtonleiter an den Stellen von der dritten zur vierten und von der siebten zur achten Stufe. Eine Durtonleiter hat acht Stufen mit sieben verschiedenen Tönen. Und genau die Töne, die Halbtöne hervorbringen sind für deine anfänglichen Improvisationsversuche riskant. Aber welche sind das? Nun, um es simpel auszudrücken, entfallen zwei Töne, nämlich (bei der C-Dur-Tonleiter) das F und das H, wobei es sich um die vierte und die siebte Stufe handelt.

Warum mit Pentatonik improvisieren?

Die Antwort auf die Frage ist einfach und kurios gleichermaßen. Wenn du ohne viel Erfahrung, Routine oder hervorragende Notenkenntnisse frei improvisierst, läufst du immer Gefahr, mit den falschen Tönen markant danebenzuliegen. Die größten Reiz-Töne, sind diejenigen, die wir gerade eben eliminiert haben. Die Pentatonik besteht aus lediglich fünf Tönen. Um die Verwirrung komplett zu machen, erzählen wir dir nun noch, dass die Pentatonik nicht von der Durtonleiter stammt, sondern umgekehrt. Aber das nur am Rande.

Plötzlich sind zwei riskante Töne einfach weg | Foto: Shutterstock von Benjamin Marin Rubio

Scharfe Dissonanzen werden konsequent vermieden

Der Vorteil beim Improvisieren mit Pentatonik ist, dass keine scharfen Dissonanzen entstehen können. Und das sowohl in Dur als auch in der parallelen Molltonart. Die Töne der C-Dur-Pentatonik sind identisch mit denen der parallelen A-Moll-Pentatonik. Tatsächlich bedeutet das, dass du mit diesen Tönen einfach unverfroren loslegen kannst. Beim Improvisieren mit Pentatonik, kannst du kaum etwas verkehrt machen. Wohlgemerkt, es geht um ein sauberes Fundament, von dem aus du anschließend weiter durchstarten kannst.

Einfach die Fingersätze merken und auf dem Griffbrett orientieren

Für dich als Gitarrist ist die Pentatonik auch deshalb so komfortabel, weil du dir lediglich wenig Fingersätze draufschaffen musst. Tatsächlich gehören die einerseits zu den einfachsten Fingersätzen, sodass du dir die jeweiligen Griffe und Skalen schnell merken kannst. Andererseits sind sie aber auch die Basis und Ausgangsposition für etliche Riffs, die längst zu Klassikern im Blues und der Popularmusik geworden sind.

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Dein Gitarristen-Vorteil: Die Fingersätze kannst du verschieben

Gegenüber Tastenakrobaten oder Blechbläsern hast du auf der Gitarre einen weiteren Vorteil. Du brauchst dir nicht mal zwingend die Töne zu merken. Ausschlaggebend ist vielmehr der Fingersatz. Dann noch wissen, wo sich auf dem Griffbrett der jeweilige Grundton befindet und schon kannst du ausgiebig Improvisieren mit Pentatonik. Dabei interessant ist, dass du die Töne der A-Moll-Pentatonik gleichermaßen in Stücken mit Tonart C-Dur anwenden kannst. Der Klangcharakter wird dadurch lediglich etwas emotionaler.

Fingersätze Pentatonik simpel erarbeitet

Okay, wir haben von Fingersätzen gesprochen. Ohne Abbildungen und weitere Erklärungen hilft die das nicht weiter. Schau mal hier:

Fingersatz für die C-Dur-Pentatonik | Foto: Shutterstock von Benjamin Marin Rubio

 

Fingersatz für die A-Moll-Pentatonik | Foto: Shutterstock von Benjamin Marin Rubio

Eine Hürde, die du bewusst nehmen solltest

Das freie Spiel ist und bleibt eine Hürde für Einsteiger. Man traut sich nicht wirklich. Andere sollen nicht hören, dass man anfangs permanent daneben liegt. Irgendwie sind die ersten zaghaften Versuche nicht Fisch, nicht Fleisch und erst recht nicht vegan. Und kurioserweise zerbricht man sich den Kopf, woran das musikalische Missgeschick liegen könnte. Dabei sind solche Zweifel wirklich unnötig und sinnlos.

Du benötigst lediglich das passende Werkzeug

Hättest du nicht erfahren, wo die Finger für welche Akkorde hinsetzen musst, könntest du sie nicht spielen. Ebenso trifft das auf die Improvisation zu. Ohne das geeignete und zur Tonart passende Tonmaterial hast du keine Chance. Dabei müssen noch nicht mal zwingend umfassende Notenkenntnisse vorhanden sein. Es genügt für den Anfang ein Hauch davon, aber gepaart mit dem Wissen über die Fingersätze. Alles andere kommt weitgehend von selbst. Sitzt du erstmal fest im Pentatonik-Hocker, kannst du dir mit geringster Mühe weitere spannende Töne und Riffs erarbeiten.

Improvisieren mit Pentatonik als dein Brot- und Buttergeschäft

Und wenn wir so richtig darüber nachdenken: Es gibt haufenweise E-Gitarristen, die keinen blassen Schimmer von Noten haben, auch berühmte und bekannte. Gerade im Blues ist das eine gefühlte Normalität. Aber vermutlich gibt es keinen unter ihnen, der die Fingersätze der Pentatonik nicht beherrschen würde. Improvisieren mit Pentatonik ist gewissermaßen dein Brot- und Buttergeschäft. Alles darüber hinaus ist die kreative Kür.

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Auch interessant: „Die beste E-Gitarre – Deutschland sucht die Supergitarre“.

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