Bandbreite zwischen geschichtsträchtig und leistbar

Legendäre Bässe und ihre preisgünstigen Nachkommen

Foto: Shutterstock von Tinxi

Schaut ihr heute auf den Markt der E-Bässe zeigt sich dort eine schier unendliche Vielfalt unterschiedlicher Modelle. Die Instrumente blicken auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück. Und auch aktuelle Bässe orientieren sich an den Klassikern der ersten und zweiten Stunde. Grund genug für uns, die zeitgemäßen Instrumente mit einem Retro-Blick zu verknüpfen:

Check it: Legendäre Bässe und budgetfreundlich Kopien

  • Qualität zum günstigen Preis
  • Ewiger Vorreiter: Leo Fender
  • Weitere geschichtsträchtige Marken
  • Hochwertige Newcomer
  • Ausgabenvergleich Gitarristen und Bassisten

Legendäre Bässe fürs Einsteigerbudget optimiert

Die gute Nachricht gleich vorweg: Heutzutage werden Bässe zum günstigen Preis und mit mehr als akzeptabler Qualität angeboten, die in ihren Kinderschuhen schlichtweg nicht denkbar war. Jahrzehntelange Erfahrung der Instrumentenbauer und industrielle Serienfertigung machen’s möglich. Die modernen Instrumente nehmen sich legendäre Bässe zum Vorbild.

Fender Precision Bass – produziert ab 1951

Zwar war der einstige Garagentüftler Leo Fender nicht der Erfinder des E-Basses, allerdings der erste der das Potenzial einer Serienfertigung erkannte. Und gleich sein erstes Modell sollte Musik- und Instrumentengeschichte schreiben: der Fender Precision Bass. Die für damals absolute Innovation war die Ausstattung mit Bünden.

In den 1950er ein quergedachtes Novum. Der Precision Bass orientierte sich nicht an seinen unmittelbaren Verwandten wie dem bundfreien Kontrabass, stattdessen an der Gitarre. Die Intonation wurde einfach, die Treffsicherheit der Töne präziser. Die Öffentlichkeit antwortete zunächst kopfschüttelnd; Leo Fender läutete damit allerdings nichts Geringeres als eine Revolution im Bereich der elektrischen Bässe ein.

In der ersten Version war der Precision mit einem Pickup bestückt, der schlichtweg von der Telecaster übernommen wurde. 1957 wurde das Modell markant überarbeitet und erhielt seine noch heute hauptsächlich verwendete Form und Ausstattung. Verpasst wurde dem Bass ein splitbarer Singlecoil, der sogenannte P-Pickup.

Nun könnte man leicht auf die Idee kommen, die Entwicklung der Single Coils mit zwei getrennten Spulen wäre aus musikalischen bzw. elektroakustischen Gründen vorangetrieben worden. Na ja, ganz so war es nicht. Vielmehr besaß eine gewisse Firma Gibson das Patent auf Humbucker. Es war also mehr der Versuch, sich nicht gegenseitig in die juristische Quere zu kommen.

Der Klassiker schlechthin: Fender Precision
Der Klassiker schlechthin: Fender Precision Foto: von Frankie Cordoba

Fender Jazz Bass – produziert ab 1960

Die Basis für die Geburt des Fender Jazz Bass kam ebenfalls aus der Gitarrenabteilung. Pate stand die Stratocaster, die sehr schnell erfolgreich verkauft wurde. Das Pendant zur Fender-Stratocaster sollte der Jazz-Bass werden.

Vom „Prezi“ hebt der Fender Jazz Bass sich durch einen schmaleren Hals, eine stärker asymmetrische Korpus-Form und die beiden üblicherweise einspuligen Tonabnehmer ab. Das besondere Soundargument ist, dass die beiden Single-Coil-Pickups sich durch die Platzierung soundmäßig markant voneinander unterscheiden. Die Tonabnehmer können zeitgleich genutzt, die Klangfarben ineinander gemischt werden.

Leichter bespielbar: Fender Jazz Bass
Leichter bespielbar: Fender Jazz Bass Foto: von Andrija Radojevic

Preisgünstigere Range nach Vorbild der Großen

Fender denkt mit preiswerten Instrumenten auch an die Einsteiger. Obwohl, viele der unter der Marke Squier auf den Markt gebrachten Bässe sind inzwischen derart qualitätsbewusst gebaut, dass sie auch von Fortgeschrittenen bis zu Profis genutzt werden. In typischer Ausführung mit 2 Single Coils kommt der Fender Squier Affinity Jazz IL Red. Unfassbar günstig, wie du auf dieser Produktseite auf thomann.de erleben kannst.

Leichter bespielbar: Preisgünstiger unter separater Marke
Leichter bespielbar: Preisgünstiger unter separater Marke Foto: von Thomann

Und auf dieser Produktseite auf thomann.de siehst du, dass auch andere Marken und Hersteller sich Korpus, Bestückung und Detailausstattung des Precision bedienen. Zum kaum vorstellbar günstigen Preis wird der Harley Benton PB 50 aus der Vintage-Serie angeboten.

Und es geht noch günstiger für Einsteiger
Und es geht noch günstiger für Einsteiger Foto: von Thomann

Music Man Stingray

Ein weiterer Kandidat aus der Legenden-Abteilung ist der Stingray von Music Man. Und schon wieder taucht der Name Leo Fender auf. Wir schreiben das Jahr 1976, Leo Fender hatte 11 Jahre zuvor seine Firma verkauft, allerdings mit einer 10-jährigen Verbotsklausel. Seit 1964 durfte er instrumentenbautechnisch nicht öffentlich in Erscheinung treten.

1975 lief die Klausel aus und er wurde Geschäftsführer von Music Man. Bis zu diesem Zeitpunkt war er allenfalls im Hintergrund und entwickelnd tätig. Lediglich ein Jahr später wurde der Stingray auf den Markt gebracht, ein Instrument aus der gemeinsamen Feder von Leo Fender, Tom Walker und Sterling Ball. Nach dem Alembic Bass, war der Stingray der zweite mit aktiver Klangregelung. Und auch der sollte einschlagen und die Musikerwelt erobern.

Die Bässe aus der Qualitätsschmiede von Music Man hatten jedoch noch eine weitere Eigenart: Der hohe Preis machte sie für musikalische Einsteiger oftmals unerschwinglich. Wie viele andere renommierte Hersteller hat auch Music Man neben der hochpreisigen Originallinie eine budgetfreundliche Range mit eigener Marke entwickelt. Die Marke nennt sich Sterling by Music Man.

Qualität hat ihren Preis
Qualität hat ihren Preis Foto: von Musik Meyer

Ein gutes Beispiel ist beispielsweise der Sting Ray als 5-Saiter von Sterling by Music Man. Ein bühnentaugliches Instrument mit sattem Output und wirkungsvoller Klangbeeinflussung. Ein qualitativer vernünftiger 5-Saiter in solch günstigem Preissegment war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Schau mal auf diese Produktseite auf thomann.de.

Eigenkopie Marke Sterling by Music Man
Eigenkopie Marke Sterling by Music Man Foto: von Thomann

Und wo wir schon mal in der Music-Man-affinen Abteilung gelandet sind, wird dir auch dieser Bass optisch als auch technisch bekannt vorkommen: Der fünfsaitige Harley Benton MB-5SB Deluxe Series E-Bass präsentiert sich im typischen Rockbass-Design mit massiven Hölzern, einem Humbucker mit Coil-Split-Funktion sowie einem klassischen Sunburst-Hochglanzfinish zu einem gnadenlos günstigen Preis! Zu finden auf dieser Produktseite auf thomann.de.

Irgendwie kommen Form und Features uns bekannt vor
Irgendwie kommen Form und Features uns bekannt vor Foto: von Thomann

Legendäre Bässe von weiteren Marken

Selbstverständlich ist es keinesfalls bei den Bässen von Leo Fender geblieben. Ganz im Gegenteil. Es gab und gibt diverse weitere Modelle, die unterschiedlichste Musikstile von Rock, Funk, Soul, Pop, Jazz und mehr geprägt haben. Letztlich bleiben Optik und Soundergebnisse immer eine Frage des individuellen Geschmacks.

Legendäre Bässe stammen beispielsweise von Gibson, so der Violinen-förmige EB1 mit Stachel, mit dem er sich stehend wie ein Kontrabass spielen ließ. Oder der Gibson Thunderbird, mit seiner besonders zackigen Form. Ein Bass, der es insbesondere in die Hardrock-Abteilung schaffte. Von Höfner kam 1962 der typische Beatle-Bass, der vor allem durch Paul McCartney bekannt wurde. Der „Violin-Bass“ war (und ist) besonders leicht und handlich. Alembic, Rickenbacker, Sadowsky und viele weitere Edelhersteller präsentierten beeindruckende und markant klingende Instrumente.

Allesamt hatten ihren Anteil an der Entwicklung bis zum heutigen Stand. Wenngleich kaum jemand an die Verkaufserfolge von Fender kam. Zu den neuen Herstellern, wenngleich der Ausdruck „neu“ für manche Kids verwunderlich klingen mag, gehören zum Beispiel Ibanez oder Yamaha, auch diverse weitere in Fernost produzierte Instrumente. Immer wieder werden Nuancen verändert, Fundament des Designs bleiben legendäre Bässe von gestern bis heute.

Müssen Bassisten mehr Geld als Gitarristen ausgeben?

Verglichen mit Instrumenten und Equipment für E-Gitarristen waren die Bässe immer etwas teurer. Die Gitarreros setzten oftmals eine breite Palette von Zusatzequipment ein, wie beispielsweise die ihnen zu Füßen liegenden oder im Rack verbauten Effektgeräte. Und – ganz ehrlich – viel zu häufig wird die Soundtüftelei gerade im Zeitalter von digitalen Multieffekten und Modeling Amps zur effektüberladenen Spielerei.

Beim E-Bass stand und steht vielmehr das identifizierbare und naturbelassene Fundament im Mittelpunkt. Klar verpassen einige dem Bass mit Equalizer oder Kompressor noch mehr Durchsetzungskraft und Individualität. Weitaus deutlicher als bei der E-Gitarre steht der puristische Basssound im Mittelpunkt des Geschehens. Legendäre Bässe sind dafür das Vorbild; ihre aktuellen Nachkommen setzen das mit ebenso guter Qualität um.

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Du bist ambitioniert Bassist oder möchtest das Instrument lernen und suchst nach weiteren Informationen. Dieser Artikel zum Thema Bassmechaniken könnte interessant für dich sein.

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