Wunderbare Gemeinsamkeit ohne digitale Störenfriede

Musizieren in der Familie – weil’s einfach toll ist

Foto: Shutterstock von Milan Ilic Photographer

In jedem Jahr wird mit dem „Tag der Hausmusik“ das Musizieren mit der Familie oder netten Freunden in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt; eine Tradition die in unserer Gesellschaft spätestens mit dem Aufkommen der digitalen Medien nicht unbedingt in Vergessenheit geraten, aber deutlich weniger geworden ist. Schade eigentlich, denn Musizieren in der Familie ist und war immer etwas sehr Besonderes.

Check it: Musizieren in der Familie – die streitlose Verbundenheit

  • Beileibe nichts Neues
  • Musik als kommunikatives Interface
  • Mit weit geöffneten Herzen
  • Musik als Ritual in der Familie
  • Optimal organisiert wie bei der Bandprobe
  • Kein Wettkampf, keine Hierarchien und weitere No-Gos
  • Auf der Suche nach dem vierten Akkord

Singen und Musizieren in der Familie ist beileibe nichts Neues

Liebe Musikgemeinde, lasst uns ausnahmsweise gleich zu Anfang ein wenig theoretisch und philosophierend werden. Allerorten wird behauptet, Musik sei etwas Wunderbares und die grenzenlose Sprache schlechthin. Und wir können diese These nur unterstützen. Aber weshalb ist das so? Nun, das Musizieren ist für den Menschen seit jeher eine nonverbale Möglichkeit, sich als kulturelles Wesen individuell auszudrücken. Vor diesem Hintergrund, soll das Musizieren die Selbstbestimmung, das persönliche Wohlergehen als auch die Eigenständigkeit stärken.

Hausmusik wird schon seit Hunderten von Jahren gemacht | Foto: Shutterstock von Everett Collection

Musik als verbindendes Sprachrohr oder kommunikatives Interface

Studien zufolge verbessert Musik Familienbeziehungen sowie empathische und soziale Fähigkeiten von Kindern. Verbleibt die Frage, wie regelmäßiges Musizieren in der Familie den Zusammenhalt verbessern, die Konfliktfähigkeit verbessern und zugleich die kindliche Entwicklung fördern kann. Nun, zunächst möchte man glauben, es handele sich schlichtweg um ein musikalisches Geschehen, wenn Menschen in einer Band, einem Ensemble oder einem Orchester zusammen Musik machen, so auch beim Musizieren in der Familie. Dem ist beileibe nicht so.

Vielmehr geht es um Interaktion, darum, aufeinander zu hören und sich gegenseitig zu helfen. Nur folgerichtig ist es nicht nur ein musikalisches, sondern ein soziales Geschehen. Die Musik ist das verbindende Sprachrohr; neudeutsch würde man sie vielleicht als „kommunikatives Interface“ bezeichnen. Tatsächlich ist das aktive und gemeinschaftliche Musikmachen ein Phänomen.

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Spaß und Freude mit weit geöffnetem Herzen

Seit jeher beschäftigen sich interdisziplinäre Forscher, Psychologen und Soziologen mit der Wirkung von Musik. Vieles davon ist aus bodenständiger Musikersicht schlichtweg zu verkopft. Denn Musik bleibt pure Emotion, die man nicht zwingend rational zerreden muss. Unbesehen dessen gibt es auch etliche Gedanken, die wir für unser Thema, dem Musizieren in der Familie, eingehender betrachten können. So heißt es beispielsweise ziemlich pathetisch,

Musikensembles trügen dazu bei, dass sich Menschen in einer speziellen Form „lustvoll“ zum Ausdruck bringen. Puh, was für eine eskalierte Ausdrucksweise. Sei’s drum, schürfen wir eine Ebene tiefer: Auch bei der Hausmusik reden wir von einem Ensemble. Und indem sich alle Beteiligten nach ihren Möglichkeiten beim Musizieren in der Familie einbringen, öffnen sich zugleich die Seelen aller ein Stück weit. Wir nennen das nicht „lustvoll“, wir nennen das voller Spaß, Freude und mit weit geöffneten Herzen.

Gemeinsames Musizieren schweißt die ganze Familie zusammen. | Foto: Shutterstock von Halfpoint

Musikalische Begegnung mit Menschen aus Fleisch und Blut

Tatsache ist: In einer Musikgruppe – nichts anders beim Musizieren in der Familie – begegnen sich Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen, denen man in die Augen sehen und deren Hände man berühren kann. Um gemeinsam ein Musikstück zu spielen oder einfach nur zu jammen, muss man sich aufeinander einlassen. Allein das ist bereits ein Punkt, der eine so vollkommen andere Qualität hat als die von omnipräsenten Smartphones und WhatsApp-Nachrichten bestimmte Welt, in der wir leben.

Wie oft ist es schon passiert, dass die gesamte Familie in einem Zimmer sitzt und jeder nur mit tiefgeneigtem Nacken auf sein Smartphone glotzt. Man befindet sich zwar in einem Raum, aber Gemeinsamkeit schreibt sich definitiv anders. Kein Online-Gaming, kein Video-Chat und auch kein Roboter kann diese ehrliche und direkte Begegnung ersetzen.

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Momente, die in unserer digitalisierten Welt verloren gegangen sind

Wenn die Familie sich verabredet, um gemeinsam zu den Instrumenten zu greifen, stehen plötzlich wieder Momente bereit, die in unserer digitalisierten Welt vielfach verloren gegangen sind. Es geht um das Ruhevolle, das authentische Erleben des Gegenüber. Mit dem Smartphone vor der Birne kann man unangenehmen Unterhaltungen leicht aus dem Wege gehen. Leider aber geht man damit zugleich den angenehmen Gesprächen aus dem Wege, ohne es wirklich zu bemerken. Beim Musizieren in der Familie wird die Möglichkeit geschaffen, sich endlich wieder zu begegnen.

Organisation ist alles, wie bei einer Band

Verbleibt die Frage, wie das Musizieren in der Familie am besten organisiert werden kann, an welche Regeln alle Beteiligten sich halten sollten und welche No-Gos man unbedingt vermeiden sollte. Die sinnvolle Organisation ist nahezu identisch mit der bei einer Band. Auch die muss die Sache vernünftig organisiert angehen, um nicht in schlechter Laune und Ergebnislosigkeit zu versinken.

Respektvolle Pünktlichkeit und gemeinsame Vorfreude

An erster Linie steht es, rechtzeitig einen Termin abzusprechen und festzulegen, um den dann auch wirklich pünktlich und bestens vorbereitet einzuhalten. Ohne Absprache einer Uhrzeit, würde das Ganze einfach nur dahinplätschern. Ihr wollt euch aber auf das gemeinsame Musizieren freuen. Schon aus dem Grunde müssen alle an einem Strang ziehen und sich den gegenseitigen Respekt der Pünktlichkeit erweisen.

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Macht ein Ritual daraus, vielleicht seid ihr eure eigene Vorband

Gerade in der Familie kann man bereits aus der Terminabsprache bzw. dem Beginn der Home-Session ein angenehmes Ritual machen. So kann die Familie beispielsweise vorher gemeinsam essen und einfach eine gute Zeit haben, um anschließend gesättigt und entspannt mit dem Musizieren in der Familie zu starten. Vielleicht klappt’s ja mal, ohne dass die Kids sich beim Essen die Köppe einschlagen oder die Eltern irgendwelche zynischen Bemerkungen über die letzten Schulnoten oder den noch nicht entleerten Mülleimer ablassen. Das hat doch was.

Keine Zeitverschwendung: Material vorbereiten

Ebenso wie bei einer Band im Proberaum sollte das Material vorhanden und vorbereitet sein. Irgendwer sollte im Vorfeld die Noten, Leadsheets oder Texte besorgt und an alle anderen verteilt haben. Nun ist ja gerade bei der Hausmusik nicht jeder Musiker mit seinen Fähigkeiten vom Himmel und auch nicht auf den Kopf gefallen. Damit es später klappt, ist es unbedingt sinnvoll, dass sich alle Beteiligten zuvor mit den ausgewählten Songs beschäftigen können. Idealerweise geschieht das schon ein paar Tage vor der familiären Verabredung.

Instrumente vorher pflegen und stimmen

Bleiben wir bei unserem Beispiel der Band und adaptierten das auf das Musizieren in der Familie. Absolut nervig ist es, wenn jemand zur Bandprobe kommt und erstmal beginnt, neue Saiten aufzuziehen oder sein Instrument von Grund auf „restaurieren“ will. Das alles kostet Zeit und wird auf dem Rücken der anderen ausgetragen. Die haben aber keine Lust auf sinnentleerte Warterei. Auch in der Familie bedeutet das, dass die Instrumente vernünftig gepflegt und gestimmt sein sollten.

Allerdings ist klar, dass die musikalischen Fähigkeiten und Kenntnisse der Kids, Eltern oder Großeltern sich in der Regel nicht auf einheitlichem Niveau befinden werden. Das heißt, man hilft sich gegenseitig. Es ist ja keine Schande, wenn der fünfjährige Knirps oder die 85-jährige Oma, dem Vater erstmal zeigen müssen, wie er die Strippen auf seiner Klampfe vernünftig stimmt oder, dass sein Keyboard nur klingen kann, sofern er es zuvor einschaltet.

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Kein Wettkampf, keine Hierarchien – ausschließlich auf Augenhöhe

Bei allem unausweichlichen Randbemerkungen innerhalb der Familie sollte eines klar sein: Beim Musikmachen darf es keine Hierarchien geben, auch niemanden der Befehle erteilt oder seine Macht als Brötchenverdiener irgendwie ausspielen will. Wie auch immer ihr üblicherweise miteinander umgeht, Musik macht man nur auf Augenhöhe. Schlichtweg niemand sollte versuchen, sich in Wettkampfmanier über die anderen zu erheben. Am schönsten wird eure Musik klingen, wenn alle sich wirklich öffnen können und schlichtweg wohlfühlen. Am meisten Spaß macht es, wenn allesamt miteinander lachen können und keine Angst haben müssen, Fehler zu machen.

Es geht um Freude und nicht um Perfektion

Und überhaupt ist es so in der Hausmusik, dass man sich zwar Mühe gibt, vernünftig zu spielen; es aber schlichtweg nicht um Perfektion geht. In ganz Deutschland und den meisten anderen Staaten haben viele Menschen Freude an dem Musizieren in der Familie. Wenn daran nur perfekte Virtuosen teilnehmen dürften, wäre das Ziel weit verfehlt.

Songs nach individuellem Niveau für alle spielbar machen

Damit sind wir allerding auch bei einem Punkt angelangt, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Unbedingt wichtig ist es, erstens keine Überforderung aufkommen zu lassen und zweitens darauf zu achten, dass eben auch diejenigen mit den (noch) geringsten musikalischen Fähigkeiten mithalten können und zum Einsatz kommen. Das will sagen: Die Stücke müssen so gewählt werden, dass allesamt imstande sind, sie zu interpretieren. Das gilt insbesondere auch für das Arrangement.

Wenn die Mutter bislang nur drei Akkorde auf ihrer Ukulele beherrscht, dann müsst ihr euch eben Songs mit diesen Akkorden heraussuchen. Wenn der Naseweis an der Trompete bisher nur ein paar zusammenhängende Töne durchhält, dann spielt er eben nicht die gesamte Melodie, sondern vielleicht nur das Intro und die Zwischenparts. Alle müssen nach ihren Fähigkeiten beschäftigt werden. Andernfalls ist es kein Musizieren in der Familie, sondern eher ein familiäres Ausschlussverfahren.

Es geht einfach nicht um Perfektion. | Foto: Shutterstock von Pressmaster

Auf der Suche nach dem vierten Akkord

Macht keinen Stress und vor allem keine Pflichtveranstaltung daraus. Habt eine gute Zeit, freut euch auf die Gemeinsamkeit und schaltet die Handys vorher aus. In genau diesem Moment seid ihr euch wichtig, alles andere kann warten. Die Musik kittet kleine und große Wunden und wenn ihr nachmittags gemeinsam Musik gemacht habt, ist das kleine Alltags-Quengeln vom Vormittag schon längst wieder vergessen. Schon jetzt sind wir gespannt darauf, wie der nerdige Junior den Alten während des Spielens mit den Specs und Facts des gerade angesagten Synthies vollballert, währen der überforderte Vater sich noch immer auf der Suche nach dem vierten Akkord befindet. 😉

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Und wenn ihr dann euch bald eingespielt habt, könnte euch dies interessieren: „Musikmarketing mit Spotify – Fehler, die ihr vermeiden solltet“.

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