Band sucht Musiker oder Musiker sucht Band: Es muss einfach passen

Musiker gesucht – wie finde ich eine Band?

Foto: Shutterstock von antoniodiaz

Die Corona-Zeit hat es auch und gerade Bands nicht leicht gemacht. Hoffen wir gemeinsam, dass die Situation sich bald und hoffentlich dauerhaft entspannt. Die aktive Findungsphase nimmt wieder an Fahrt auf. Etliche ambitionierte Neueinsteiger formieren sich, auch werden immer wieder gestandene Musiker gesucht. Wenn auch ihr musikalischen Anschluss finden möchtet, könnten diese Tipps für euch hilfreich sein:

Check it: Musiker gesucht oder Band gesucht

  • Raus aus der monotonen Einsiedelei
  • Ideale Situation: Band erwächst aus Freundschaften
  • Musiker im Bekanntenkreis aktiv ansprechen
  • Regionale Musikschulen als musikalische Jobbörse
  • Stille Post der örtlichen Musikszene
  • Übereinstimmungen ausloten; Ziele klar ansprechen

Musiker gesucht: Raus aus der der feedbackfreien Einsiedelei

Logo, dass ihr die Basics auf eurem Instrument zunächst allein übt. Abgesehen vom Musiklehrer gibt es wohl keinen, der sich das übend schräge Schrammeln auf der Gitarre oder Geschepper auf dem Schlagzeug genussvoll anhören möchte. Und ihr selbst wollt zunächst eure Ruhe haben, um euch ungestört konzentrieren zu können.

Wer außer einem Kleinkind wird schon gern bei seinen ersten Gehversuchen beobachtet? Das Üben der Basics ist allerdings lediglich die eine Kehrseite der Medaille. Das muss sein, wird aber schnell monoton bis unmotiviert, wenn ihr immer nur allein Akkorde und Licks schrubbt oder auf eurem Drumset rumhämmert, möglicherweise zu seelenlosen Playbacks übt.

Musikalische Einsamkeit will überwunden werden
Musikalische Einsamkeit will überwunden werden Foto: Shutterstock von Francisco Gabriel Toledo

Nicht hinter den Gardinen versauern – ihr braucht Gleichgesinnte

Als Musiker seid ihr auf das Zusammenspiel mit anderen angewiesen. Ihr braucht das Feedback und diese unvergleichlichen Momente, in denen plötzlich alles zu einem großen Ganzen verschmilzt. Um es platt und plakativ auszudrücken: Wozu das ganze Üben, wenn ihr mit euren kreativen Ideen und euren immer besser werdenden Fähigkeiten hinter zugezogenen Gardinen in eurem Zimmer versauert? Ihr braucht ein paar Gleichgesinnte; ihr braucht eine Band: Musiker gesucht – aber woher nehmen?

Oftmals erwächst eine Band aus Bekanntschaften und Freundschaften

Tatsächlich ist es so, dass viele Bands sich durch Bekanntschaften oder Freundschaften unter Gleichgesinnten zusammenfinden, beispielsweise in der Schule. Wenn die Bandmitglieder schon zuvor befreundet sind, ist das sehr sinnvoll. Auf eurer Reise bis zum gemeinsam erarbeiteten Programm und zu Auftritten werdet ihr viel Zeit miteinander verbringen. Es wird Debatten geben und zuweilen wird die Stimmung bitter verhagelt sein. Ihr habt ein Ziel anvisiert, das euch einiges abverlangen wird. Eine Band setzt sich immer aus unterschiedlichen bereichernden und sich gegenseitig inspirierenden Charakteren zusammen. Freunde halten das aus.

Als Musiker kennt ihr per se andere Musiker; sprecht sie an!

Wenn von euch Musiker gesucht werden, ist es unwahrscheinlich, dass ihr keine aktiven Musiker im Bekanntenkreis habt. Schließlich gibt es auch keinen Fußballer, der keine anderen Fußballer kennt und sich die Bälle permanent selbst ins Tor schießen, außerdem die selbst geschossenen Bälle als Torwart zugleich selbst wieder halten müsste.

Die bekannten Musikbegeisterten sind immer die erste Anlaufadresse. Erzählt ihnen von eurem Plan, begeistert sie und nehmt sie mit auf die Reise. Aber selbstverständlich kann es auch sein, dass euch ein spezielles Instrument fehlt bzw. dieser spezielle Musiker gesucht wird, der diese Lücke schließen kann.

Die örtlichen Musikschulen liefern „Tonnen an Material“

Dann sollte euch der Weg zur regionalen Musikschule führen. Erstens werden dort Schüler unterrichtet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Interesse daran haben, in einer Band zu spielen. Zweitens stammen die allermeisten unmittelbar aus dem Ort, dem Stadtteil oder der Stadt. Und letztlich hängen an den Pin-Wänden der Musikschulen in der Regel etliche Suchanfragen von Menschen, zu denen ihr nur noch Kontakt aufnehmen müsst.

Kontaktbörse der speziellen Art
Kontaktbörse der speziellen Art Foto: Shutterstock von riccardo livorni

Ziele definieren und das Kennenlernen erleichtern

Klar, die pure Kontaktaufnahme heißt noch lange nicht, dass ihr menschlich und musikalisch gut zusammenpasst. Um beim Kennenlernen und den ersten Sessions keinen unnötigen Frust aufkommen zu lassen, solltet ihr klare Zielsetzungen und vor allem auch die Art der Musik definieren. Wo wollt ihr hin? Was wollt ihr spielen? Umso besser, damit jeder für sich entscheiden kann, ob er sich mit dieser Band-Philosophie identifizieren kann oder lieber gleich zu Hause bleibt.

Vorstellungen müssen übereinstimmen, seid ehrlich zueinander

Wenn ein Teil die große Karriere anstrebt und mit aller Macht und intensivem Zeiteinsatz dafür kämpft, der andere aber nur zwischendurch Spaß beim Zusammenspiel mit anderen haben möchte, ist das eine nicht besser oder schlechter als das andere. Nur passen die unterschiedlichen Vorstellungen eben nicht zueinander. Auch wenn manche Motivation sich erst im Laufe der Zeit ergibt, sollten zumindest die Grundvoraussetzungen deckungsgleich sein. Alles andere würde bedeuten, dem Auseinanderfallen der Band bereits zu Beginn sehenden Auges entgegenzurasen. Wenn Musiker gesucht werden, seid ehrlich zueinander und seid ehrlich mit euch selbst.

Stille-Post-Faktor der regionalen Musikszene aktiv nutzen

Es gibt immer auch diesen Stille-Post-Faktor, wenn Musiker gesucht werden. Die örtliche Szene kennt sich. Obschon der leicht verklärte Ausdruck inflationär und häufig mit hintergründigen Marketinggedanken verwendet wird, bei der Musik stimmt er wirklich: Die Szene ist wie eine große Familie. Gute Musiker werden gerne weiterempfohlen; und jeder weiß, dass eine uneigennützige Hand die andere wäscht.

Und exakt aus diesem Grund solltet ihr euch auch bei eurer Suche auch nicht zurückhalten, stattdessen die Musiker in der Umgebung um Hilfe bitten; vielleicht auch einfach mal bei Proberäumen anklopfen. Sauer aufstoßen wird es den Musikern höchstens, wenn ihr den Eindruck hinterlasst, ihr wolltet ihnen ein Bandmitglied abspenstig machen. Das wollt ihr nicht. Aber jeder kennt einen, der einen kennt, der einen kennt und vielleicht noch einen kennt.

Die Musikszene hält zusammen und hilft mit Tipps
Die Musikszene hält zusammen und hilft mit Tipps Foto: Shutterstock von Andrei Korzhyts

Online-Foren als kommunikative Quelle, um Musiker zu finden

Diverse Communitys, in denen sich Musiker austauschen und nach neuen Bandmitglieder suchen, findet ihr online. Allesamt haben ihre eigene Ausprägung, machen davon existieren bereits seit Jahrzehnten. Es wird gefachsimpelt, es werden teils sehr spezielle Fragen mit beachtlichem musikalischem und technischem Know-how beantwortet. Eine sinnvolle Sache, Musiker sind eine verschworene Gemeinschaft. Vielleicht könnt ihr direkt im Kleinanzeigenbereich bzw. Forum von Thomann zu Euch passende Musiker finden.

Insbesondere Einsteiger treffen dabei oftmals auf die Problematik der nicht vorhandenen regionalen Nähe. Wer mit seiner Musik kein Geld verdient und dabei noch am Anfang steht, wird recht selten etliche Kilometer zur nächsten Probe fahren wollen bzw. können. Die Musikerportale sind eine super Sache, um Kontakte in der Szene zu bekommen; nur solltet ihr euch nicht ausschließlich darauf beschränken.

Nächster Schritt: Vorbereitete Probe mit gleichen Chancen für alle Beteiligten

Ihr habt Musiker gesucht und gefunden; nun geht’s ums musikalische Kennenlernen. Und ja, jetzt geht’s wirklich ans Eingemachte. Vor der ersten Probe sollten zumindest zwei, drei Stücke festgelegt werden, die gespielt werden sollen. So haben alle Beteiligten die Möglichkeit, sich ihren Fähigkeiten entsprechend vernünftig vorzubereiten. Dabei sollten alle die gleichen Vorbedingungen haben. Chancengleichheit für alle, damit es kein hochnäsiges Kennenlernen wird.

Das will sagen, wenn die existierende Band einen neuen Musiker gesucht hat, sollten bei der Premierenprobe keine Songs der Band angesetzt werden. Habt ihr selbst Musiker gesucht, um erst eine Band zu gründen, entfallen die Band-eigenen Songs logischerweise. Geht aber auch hier mit einer gemeinsamen Idee an den Start. Langeweile und zielloses Rumgetrampel auf immer den immer wieder gleichen Akkorden braucht kein Mensch.

Das erste Beschnuppern, sinnvollerweise mit Chancengleichheit
Das erste Beschnuppern, sinnvollerweise mit Chancengleichheit Foto: Shutterstock von Golubovy

Equipment muss passen oder passend gemacht werden oder es funktioniert nicht

Nicht erst seit gestern ist es auch wichtig, dass ihr in Sachen Equipment zueinander passt. Wenn der E-Gitarrist mit seinem Mega-Röhrenverstärker und zwei übereinandergestapelten 4×12-er Boxen den Bassisten mit seinem mickrigen Übungsverstärker vom Hocker pustet oder umgekehrt, ist niemandem damit gedient. Abgesehen davon, dass ihr im Proberaum keine mörderische Lautstärke benötigt, sollte eure Equipment-Philosophie weitestgehend deckungsgleich sein.

Nicht nur über die Musik, auch über die Technik reden

Grundlegende Überlegungen wie etwa zum Monitoring per Floor-Boxen oder über In-Ear-Systeme etc. solltet ihr ansprechen. Wenn Musiker gesucht werden, sollte es bereits von Anfang an so wenig Reibungsverluste wie möglich geben. Die vermeidet ihr, indem ihr über all diese und weitere Aspekte sprecht. Ihr entwickelt ein Gefühl füreinander und jeder kann für sich entscheiden, wie sich das anfühlt. Eine Band zu gründen, ist nun mal keine Eintagsfliege. Viele Bands bleiben länger zusammen, als manche Paare verheiratet sind.

Fehlt nur noch das passende Equipment, etwa die aktuelle E-Gitarre oder der Bass. Vielleicht findet ihr hier die zu eurem Bandimage passenden Instrumente:

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Und vielleicht könnt ihr dann eines Tages an einem Bandwettbewerb teilnehmen, zum Beispiel beim SchoolJam, der gerade eine neue Runde gestartet hat.

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