Ein Ratgeber zur Pflege von Panflöten

Panflöten pflegen – Tipps und Tricks für lange Spielfreude

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Traditionell wird eine Panflöte aus Bambus gefertigt; auch gibt es Modelle aus anderen Hölzern wie beispielsweise Ahorn oder qualitativ hochwertigem Akazienholz. Und das sind nun mal Materialien aus der Natur direkt auf den Tisch. Nicht zu vergessen, dass es sich um Blasinstrumente mit entsprechenden Hygieneanforderungen handelt. Hier unsere Tipps, wie du deine Panflöte pflegen kannst:

Checkliste für die Pflege der Panflöte:

  • Naturmaterial muss geölt und imprägniert werden
  • Säubern und trocknen nach jedem Spielen
  • Hygiene aus gesundheitlichen Aspekten nicht vergessen
  • Einsatz des Bogens
  • Sinnvolle Selbst- und Pädagogen-Kontrolle

Logischerweise muss auch eine Panflöte regelmäßig gepflegt werden. Es kursiert die These, man müsse sie regelmäßig mit Paraffinöl pflegen. Das stimmt, wenngleich die Häufigkeit abhängig vom Material ist. Die heutzutage im Handel angebotenen Instrumente sind häufig bereits ab Werk mit einer ziemlich robusten Schutzschicht überzogen, wobei es sich letztlich um eine Imprägnierung handelt. Manche von ihnen sind sogar dauerimprägniert.

Von Zeit zu Zeit imprägnieren

Imprägnieren muss man das Instrument gegen Feuchtigkeit. Ist ja üblich, nicht anders macht man das bei Schuhen oder Lederjacken. Aber wo kommt die Feuchtigkeit her, schließlich wirst du die Panflöte kaum in den Regen halten oder im nächstgelegenen Pool unter Wasser spielen?

Ganz einfach, es handelt sich um kondensierte Luft, den Atem und den Speichel, den du beim Spielen hineinbläst. Äußerlich handelt es sich um Fingerschweiß, Fett und die Umgebungsluft, die sowohl hinsichtlich der Temperatur als auch der Luftfeuchtigkeit schwankt.

Beim Einölen nicht übers Ziel hinausschießen
Beim Einölen nicht übers Ziel hinausschießen Foto: von Thomann

Ölen nicht übertreiben

Damit die aus Holz – dem Naturmaterial – bestehenden Rohre das dauerhaft überleben und nicht reißen, sollten sie ab und an leicht eingeölt werden, wobei die Betonung auf „leicht“ liegt. Genügt völlig, wenn du das ein- oder zweimal im Jahr machst. Für die Pflege deiner Panflöte kannst du gut ein spezielles Pflegeöl wie auf dieser Produktseite auf thomann.de verwenden.

Da musst du mit ein bisschen Fingerspitzengefühl zur Sache gehen. Macht keinen Sinn, wenn das Instrument überbehütet trieft. Durchaus angebracht ist es übrigens auch, der Panflöte ab und an mal ein wenig Ruhe zu verordnen und sie unbespielt auslüften zu lassen.

Bürsten für die Reinigung nach dem Spiel nutzen
Bürsten für die Reinigung nach dem Spiel nutzen Foto: von Thomann

Reinigen auch aus hygienischen Gründen

Nach dem Spielen sollte die Panflöte zunächst wie jedes andere Blasinstrument gesäubert und getrocknet werden. Das heißt Speichel und Co. müssen wieder runter. Einerseits, damit das Instrument selbst länger gesund bleibt, andererseits, damit du selbst gesund bleibst. Denn selbstverständlich ist das auch eine Frage der Hygiene. Dafür findest Du auf dieser Produktseite auf thomann.de passende Bürsten, mit denen du jedes einzelne Rohr vernünftig durchziehst.

Bambus verlangt nach nur wenig Pflege
Bambus verlangt nach nur wenig Pflege Foto: Shutterstock von Lesina Oxana

Bambus-Panflöten sind robuster

Bei Bambusflöten ist es kaum nötig, sie einzuölen. Insbesondere die guten Instrumente sind so gearbeitet, dass ihnen Feuchtigkeit herzlich wenig anhaben kann. Das heißt allerdings nicht, dass sie vollkommen pflegfrei sind. Nach längerem Gebrauch können sich auch hier – besonders im Inneren – Ablagerungen bilden. Und die sind ganz sicher nicht gesundheitsförderlich.

Rückstände mit Alkohol oder Wasser vorsichtig entfernen

Für die Reinigung nutzt du warmes Wasser oder 60-prozentigen Alkohol. Allerdings kippst du weder Wasser noch Alkohol direkt in die Rohre hinein. Bitte mach das nicht. Stattdessen besorgst du dir einen Stock und einen Stoffstreifen mit ein bisschen Spiel zum Tonrohr, den du um den Stock wickelst. Dieses selbstgemachte Werkzeug tauchst du nun in die Flüssigkeit, schiebst es anschließend in das Rohr hinein und entfernst mit leichtem Druck die Rückstände.

Das Labium muss ab und zu geglättet werden
Das Labium muss ab und zu geglättet werden Foto: Shutterstock von Marjanneke de Jong

Labium glätten

Das Mundstück der Panflöten nennt sich Labium. Zumal diese Teile am oberen Ende der Rohre permanent durch Speichel und Atem feucht werden, kann es irgendwann auch passieren, dass die Kanten aufgeraut sind. Hier musst du ein wenig nacharbeiten, am besten vorsichtig mit einem Stimmstock oder beispielsweise einem Schlagzeugstock über das Labium reiben.

Stimmung und Wachsboden korrigieren

Gängige Praxis ist es, Panflöten mit Wachs zu stimmen. Man spricht dabei vom Stopfen. Das musst du von Zeit zu Zeit wiederholen, alle paar Monate mal wieder. Das einmal eingebrachte Wachs ist temperaturabhängig, entsprechend verändert es sich. Das ist vollkommen normal und lässt sich auch kaum umgehen.

Als wollte es dich ganz persönlich ärgern, dehnt es sich bei Hitze aus und zieht sich bei Kälte wieder zusammen. Obschon das lediglich Nuancen sind, beeinträchtigt das die Stimmung deiner Panflöte. Also immer mal wieder die alten Rückstände entfernen und das Instrument neu stopfen. Das ist wie der regelmäßige Ölwechsel beim Auto.

Temperaturschwankungen und trockene Raumluft sind schädlich
Temperaturschwankungen und trockene Raumluft sind schädlich Foto: Shutterstock von PhotoStockPhoto

Auch die richtige Lagerung bedeutet Pflege

Holz arbeitet, selbst dann, wenn es sich nicht mehr in der Natur und mit Baumwurzeln im Boden befindet. Umso deutlicher wirken die Kräfte bei einer Panflöte, als es sich hier eben um Rohre handelt, die also nicht mehr ihre naturgegebene Form haben.

Vor diesem Hintergrund achte bei der Lagerung darauf, die Flöte weder in direkter Nähe von Heizkörpern noch in feuchten Kellerräumen aufzubewahren. Und selbstverständlich lässt du sie auch nicht in der Sonne braten wie die Sonnenbrandfetischisten am Strand von Mallorca.

Leichte Schäden beheben

Klingt das Rohr nicht mehr wie gewohnt, kann das an Rückständen liegen, die sich im Inneren abgesetzt haben. Die Wahrscheinlichkeit ist in diesem Moment allerdings gering, zumal du die Reinigung bereits gewissenhaft durchgeführt hast.

Frisch gesäubert liegt die Vermutung nahe, dass sich irgendwo ein kleiner Riss gebildet hat. Sobald du einen solchen Riss entdeckt hast, kannst du ihn provisorisch abkleben oder mit Bienenwachs abdichten. Viel mehr geht in Eigenregie nicht. Die Instrumentenwerkstatt freut sich auf deinen Besuch.

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