Tipps für den Blockflötenkauf – zwischen Qualität und Bauweise

Kaufberater Blockflöte: Worauf man achten sollte

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Die Blockflöte gehört zu den bevorzugten Einstiegsinstrumenten schlechthin. Sie lässt sich auch von jüngeren Kids relativ einfach erlernen und spielen. Damit für den Nachwuchs die richtige Wahl getroffen wird, kommt hier für euch unser „Kaufberater Blockflöte“:

Check it – Kaufberater Blockflöte

  • Bauart: deutsche oder barocke Griffweise
  • Saubere Verarbeitung für Wohlfühlklang
  • Unterschiede weicher und harter Holzarten
  • Neuralgische Stellen und Verbindungen überprüfen
  • Einspielphase bedenken

Die Blockflöte hat entscheidende Vorzüge, mit denen sie sich zum optimalen Einsteigerinstrument kürt: Die Blastechnik ist weitaus einfacher als zum Beispiel bei Trompete, Saxophon, Querflöte oder Klarinette. Auch die Grifftechnik ist schnell erlernbar und bereitet damit die Basis für schnelle Lernerfolge und den späteren Umstieg auf komplexere Instrumente. Vor dem Kauf sollten Kids und Eltern mithilfe des „Kaufberater Blockflöte“ ein paar grundlegende Dinge wissen.

Beliebtes Einsteigerinstrument: die Blockflöte
Beliebtes Einsteigerinstrument: die Blockflöte Foto: Shutterstock von Maren Winter

Grundsätzlich gibt es bei der Blockflöte zwei verschiedene Griffweisen. Die eine nennt sich „deutsche“, die andere „barocke“ Griffweise. Hinzu kommen die unterschiedlichen Größen; die gebräuchlichsten Stimmlagen sind Sopran, Alt und Tenor. Hinzu kommen die „Exoten“ Sopranino und die Bass-Blockflöte.

Kaufberater Blockflöte: Deutsche Griffweise versus barocke Griffweise

Lange Zeit war es so, dass Blockflöten mit der deutschen Griffweise für den Einstieg bevorzugt wurden. Grund war (und ist), dass der Griff der 4. Stufe auf diesem Instrument leichter spielbar ist. Nachteil der deutschen Ausführung ist in erster Linie eine schlechtere Intonation, insbesondere in der erhöhten Stufe. Halbtöne sind mit der deutschen Griffweise nicht so sauber spielbar.

Unter dem Strich bedeutet das zugleich, dass das mögliche Repertoire eingeschränkter ist. Ebenso kann es passieren, dass das Instrument in den hohen Lagen schlechter anspricht, was die Spielfreude wiederum belasten würde. Macht nun mal weniger Spaß, wenn gerade im Zusammenspiel mit anderen alles leicht schräg klingt.

Umstieg auf Barock für Fortgeschrittene beinahe unausweichlich

Hochwertigere Instrumente werden nahezu ausschließlich mit barocker Griffweise gefertigt. Zwangsläufig bedeutet das, dass die Schüler im fortgeschrittenen Stadium ohnehin auf ein solches Modell umsatteln müssen. Ein Knackpunkt, der nicht unbedingt leichtfällt und erst mal überwunden werden muss.

Bei der barocken Griffweise ist das drittunterste Loch größer als bei der deutschen. Die besondere Anforderung: Um das „f“ zu spielen, muss ein Gabelgriff durchgeführt werden. Dies ist also der Ton, mit dem die barocken Kameraden sich schwertun.

Moderne Lehrkonzepte umgehen anfangs das „f“

Nicht nur vor diesem Hintergrund haben sich Musikschulen und Lehrer eine kindgerechte und schülertaugliche Didaktik überlegt, mit der der typischen Schwierigkeit des Tons „f“ schrittweise begegnet wird. Anfangs werden Lieder in Tonarten eingeübt, in denen der „komplizierte Ton“ nicht vorkommt. Ebenso existieren aktuelle Schulwerke, die besonders auf diese Anfängerschwierigkeit Rücksicht nehmen.

Die Geister scheiden sich an der deutschen oder barocken Griffweise
Die Geister scheiden sich an der deutschen oder barocken Griffweise Foto: von Thomann

Wohlfühlklang für Motivation und Lernerfolge

Große Bedeutung für das Einsteigerinstrument hat die Klangqualität. Gerade Kinder haben ein sehr sensitives und (hoffentlich) noch nicht geschädigtes Gehör. Die unterschiedlichen Facetten der Töne und Obertöne nehmen sie sehr deutlich wahr. Das sogenannte musikalische Gehör muss allerdings erst noch ausgeprägt werden.

Hat das Instrument keinen wirklich vernünftigen Klang, beeinträchtigt das die musikalische Entwicklung. Das heißt beispielsweise, das Hören und Erkennen von Tonabständen – irgendwann auch auf anderen Instrumenten – wird nicht vernünftig geschult. Die Kids bauen Lernblockaden auf, ohne den Grund zu kennen. Aber woran erkennt man den Wohlfühlklang und wie wirkt sich das Material sonst noch aus?

Blockflöten werden aus unterschiedlichsten Hölzern gefertigt, die jeweils ihre eigenen Klangcharakter haben. Besonders wohlklingend – allerdings auch schwerer einspielbar – sind Flöten aus harten Hölzern. Einfacher einzuspielen sind Instrumente aus weichen Hölzern. Das weiche Holz geht zu Lasten der Langlebigkeit. Dennoch ist es empfehlenswert, Kids mit einem solchen Modell beginnen zu lassen. Der Grund: Je schneller die Lernerfolge, umso höher die Motivation, bei der Sache zu bleiben.

Kleine Materialkunde

Häufig bestehen die Blockflöten – insbesondere für Einsteiger – aus Ahorn. Diese Instrumente sind im Verhältnis zu ihren Hartholzkameraden relativ leicht, obertonreich und haben einen weichen, klaren Ton. Der Vorteil ist, dass diese Flöten – im Gegensatz zu Harthölzern – leicht einzuspielen sind, was den Anforderungen der Kids deutlich entgegenkommt. Als Nachteil hingegen zeigt sich, dass sie aufgrund der geringen Dichte weniger langlebig sind.

Gerne verwendet wird auch das Holz des Birnbaums. Das Holz ist fest und besitzt eine feinporige Struktur. Ideal dafür, es sauber zu bearbeiten. Der Klang ist warm und brillant. Im klanglichen Vordergrund stehen die Grundtöne. Unbedingter Vorteil von Birnenholz: Es ist relativ unempfindlich gegen Feuchtigkeit.

Weitere Variante ist Kirschholz. Ein mittelschweres Holz, dass sich aufgrund der Struktur ebenfalls sehr gut bearbeiten lässt. Die Instrumente sind leicht, haben mit ihrer rötlich-braunen Färbung eine elegante Optik, außerdem einen obertonreichen Klang.

Blockflöten aus Rosenholz zeichnen sich durch ihre ausgeprägte Maserung aus, die im Zusammenspiel mit der rötlich-braunen Färbung für eine edle Optik sorgt. Mit ihrem kräftig-warmen, strahlenden und zugleich brillanten Klang ist die Palisanderflöte angenehm durchsetzungsfähig und wohlklingend. Zumal Rosenholz – Palisander – zu den sehr harten Holzsorten gehört, sind diese Flöten schwer einzuspielen und eignen sich eher für Fortgeschrittene als für Einsteiger.

Der neuralgische Punkt: Holz arbeitet, Risse dürfen nicht entstehen
Der neuralgische Punkt: Holz arbeitet, Risse dürfen nicht entstehen Foto: Shutterstock von Lars Hallstrom

Einspielphase bedenken:

Holz ist bekanntlich ein Naturprodukt. Entsprechend sensibel reagiert es auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Sind die Hölzer nicht vernünftig gelagert und abgelagert, können leicht Haarrisse entstehen, die sich im Laufe der Zeit vergrößern und das Instrument unbespielbar machen würden. Beim Kauf hilft die Betrachtung, gerne auch mit einer Lupe oder die vergrößerte Bildkontrolle mit einem Smartphone. Gewiss, solche Qualitätsmängel treten selten auf, sollten aber unbedingt ausgeschlossen werden.

Grund für das wichtige „Einspielen“

Auf diese spezielle Eigenschaft bezieht sich auch der Ausdruck des „Einspielens“ einer Blockflöte. In erster Linie geht es dabei darum, das Instrument vorsichtig an die durch Anblasen, Atem und Speichel entstehende Feuchtigkeit, also auch die kondensierende Luft zu gewöhnen. Unbedingt wichtig dafür, dass im „arbeitenden“ Holz keine der erwähnten Risse entstehen.

Insgesamt allerdings hört sich das empfindlicher an, als es sich in der Realität darstellt. Blockflöten sind auf Dauer robust und pflegeleicht. Nur am Anfang muss man ihnen eben ein wenig auf die musikalischen Beine helfen. Faustformel für das Einspielen von Holzblockflöten ist ein Zeitraum von ca. sechs Wochen, bei dem der Spielzeitraum von 5 auf 30 Minuten täglich stufenweise gesteigert wird. Gilt übrigens nicht nur für neue Blockflöten, sondern auch für solche, die längere Zeit nicht gespielt wurden.

Verbindungsteile auf korrekte Verarbeitung checken

Der Ton wird durch das Anblasen des schnabelförmigen Mundstücks erzeugt. Gebildet wird ein schmaler Kanal durch den der Blaswind geschickt wird. Der Luftstrom wird auf die Kante eines fensterartigen Ausschnitts gerichtet, wodurch die Luftsäule im Inneren in Schwingung versetzt wird.

Insofern ist der korrekte Sitz des Mundstücks eine grundlegend wichtige Anforderung. Aufgesetzt wird das Mundstück auf das Mittelrohr, das üblicherweise an der oberen Stelle mit einem Korkstreifen ummantelt ist. Der vernünftige Zustand des Korkmantels ist ebenfalls ein Aspekt, auf den ihr beim Kauf achten solltet. Gibt es an dieser Stelle Probleme, wird schnell unerwünschter Verschleiß auftreten.

Das schnabelförmige Mundstück ist Tonerzeuger und Abschluss der Blockflöte zugleich
Das schnabelförmige Mundstück ist Tonerzeuger und Abschluss der Blockflöte zugleich Foto: Shutterstock von Maximova Natalya

Blockflöten verfügen in sämtlichen Größen und Stimmlagen über sieben Grifflöcher auf der Oberseite und eines auf der Unterseite. Abweichungen gibt es bei den Grifflöchern am Ende des Mittelstücks und am Fußstück. Die können sowohl als Einzel- oder als Doppellöcher vorhanden sein. Vorteil der Doppellöcher ist, dass Halbtöne besser gespielt und definiert werden können.

Die Grifflöcher sind bei Schüler- und Einsteigerblockflöten zylindrisch. Zudem können die Grifflöcher unterschnitten gesetzt sein, wodurch sich ebenfalls die Töne exakter spielen lassen. Einsteigern wird der Umfang damit vermutlich etwas schwerer fallen. Fortgeschrittene profitieren von den „unterschnittenen Löchern“, zumal der Ton sauberer formbar ist.

Der Ton wird über die Grifflöcher definiert
Der Ton wird über die Grifflöcher definiert Foto: Shutterstock von Lineicons freebird

Als Kompromiss in Klang und Bespielbarkeit bietet sich der Einstieg auf Holzblockflöten mit Kopf aus Kunststoff. Allemal ein Kompromiss in Klang und Bespielbarkeit. Demgegenüber besitzen diese Instrumente den Vorzug der Pflegeleichtigkeit, was den Kids wiederum entgegenkommt. Zudem kann auf ein aufwendiges Einspielen weitestgehend verzichtet werden.

Angeboten werden auch Varianten aus Plastik und anderen Kunststoffen. Die können eine Zeit lang Spaß machen, als wirkliche Instrumente sind solche Modelle allenfalls bedingt geeignet.

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