Wissenschaftliche Studie

Musiker und Depressionen: Kann Musik krank machen?

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Die Organisation Help Musicians UK (HMUK) veröffentlichte jüngst die Ergebnisse einer Studie der Universität Westminster, die sich mit dem Risiko psychischer Erkrankungen in der Musikbranche befasst.

Im Rahmen dieser Studie wurden 2.211 Musiker aus Großbritannien online zu ihrer Wahrnehmung der beruflichen Belastung und deren Einfluss auf ihr mentales Wohlbefinden befragt.

Die Ergebnisse sind nicht unerwartet, aber trotzdem besorgniserregend. So gaben 71% der Befragten an, dass sie bereits mit Angst- und Panikattacken zu tun hatten und 65% berichten, dass sie bereits unter Depressionen litten.

Im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung kann man somit von einem dreimal so hohen Depressions-Risiko unter Musikern ausgehen. In der westlichen Kultur wird ja häufig behauptet, dass Kreativität und Wahnsinn nahe beieinander legen, aber in diesem Fall verrät ein Blick hinter die Kulissen, dass es keinesfalls so einfach ist.

Die Studie legt nahe, dass dieses vergleichsweise hohe Aufkommen vor allem auf die Arbeitsbedingungen in der Musik-Industrie zurückzuführen sind. So gaben viele Befragte an, Schwierigkeiten damit zu haben, ihren Lebensunterhalt zu beschreiten, die untypischen Arbeitszeiten mit dem Social-Live zu vereinbaren und ihre Zukunft zu planen. Eine derart hohe Belastung durch den Beruf kann natürlich schnell in Stress, Zukunftsängsten und damit verbunden auch in Depressionen ausarten.

Die gesamte Studie sowie eine Zusammenfassung finden Interessierte übrigens hier und wenn ihr euch mal grundsätzlich darüber informieren wollt, wie man die Arbeitsbelastung als Musiker regulieren kann und welche Tools einem dabei helfen, empfehlen wir den Online-Kongress von bemusic today und unseren dazugehörigen Artikel zur Wertschätzung von Musik.

3 Kommentare zu “Musiker und Depressionen: Kann Musik krank machen?”
  1. Frank Lendel

    Grundsätzlich sind Künstler sensiblere Menschen… das gilt nicht nur für Musiker. Auch unter Dichtern, Autoren, Malern, Bildhauern etc findet man eher Depressive und Angsterkrankte…

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  2. Chris OldMan

    Ein Aspekt sollte nicht unberücksichtigt bleiben: künstlerisch tätige Menschen sind oft sensibler als der Durchschnitt der Bevölkerung und somit auch anfälliger für psychische Belastungskrankheiten. Wenn es NUR an der belastenden äußeren Situation liegen würde, hätten Leute wie Meat Loaf, Robbie Williams oder Bruce Springsteen zu Zeiten bestehenden großen Erfolges nicht depressiv werden können… Das soll die schwierige Situation für Musiker keinesfalls verharmlosen, es darf aber auch nicht verschwiegen werden. Und ich weiß, wovon ich rede, ich bin durch den Beruf (Finanzwirtschaft) nach Burn-Out depressiv geworden … und bei mir läuft’s andersrum: mir hilft die Musik, mit meinen Depressionen umzugehen …

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