Wie du dich für das richtige Instrument entscheidest

Welches Instrument soll ich lernen – Dein Ziel: In einer Band spielen

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Du hast richtig Bock auf Musik und willst ein Instrument lernen. Gerne möchtest du irgendwann in einer Band spielen. Und jetzt stehst du vor der Entscheidung, welches Instrument du lernen solltest. Den Wunschzettel hast du bereits gezückt, aber was nun darauf schreiben?

Welches Instrument lernen? Ein paar Entscheidungshilfen:

  1. Traue keinen Vorurteilen.
  2. Welche Musik gefällt Dir?
  3. Schnelle Lernerfolge sind wichtig.
  4. Wie gefragt ist das Instrument im Bandzusammenhang?
  5. Welches Instrument passt zu deinem Charakter?
  6. Körperliche Voraussetzungen bedacht?

Traue keinen Halbweisheiten

Paradox, aber eine gute Nachricht für dich: Die Musikwelt ist vollgestopft mit Halbwahrheiten und Vorurteilen. Nicht erst am Anfang, sondern bereits ein gutes Stück davor ist es wichtig, sich nicht durch allzu gut gemeinte Ratschläge einschränken zu lassen. Es gibt in der Musik so unendlich Vieles. Und was es noch nicht gibt, kann gerne noch erfunden werden.

Hörst du, dass du kein Saiteninstrument spielen solltest, weil deine Finger nicht beweglich genug sind, gib‘ keinen Pfifferling darauf. Schließlich gehören diese und andere Fähigkeiten zu dem, was du im Laufe der Zeit auf dem Instrument lernen sollst. Tatsache ist, du musst ganz sicher nicht vorher schon die Fähigkeiten besitzen, die du dir in den kommenden Jahren aneignen wirst. Welches Musikinstrument man dir empfiehlt, wird da leicht mal zur Glaubensfrage.

Sagt man dir, du solltest kein Schlagzeuger werden, weil du nicht gerade zu den Muskulösesten gehörst, mach einfach die Ohren dicht. Die richtige Spieltechnik ist weitaus wichtiger als die Kraft. Es geht um Effizienz und mit dem Training kommt die Ausdauer. Lass uns also lieber vernünftig überlegen, welches Instrument zu dir passt und zu welchem du passt.

Welches Musikinstrument passt: Deine ureigene Entscheidung

Mit dem Wunsch Musik machen zu wollen, bist du schon mal den wichtigsten Schritt gegangen. Wichtig ist es dir, die Songs auf Dauer nicht allein zu spielen oder zu singen. Du möchtest eines Tages mit einer Band auf die Bühne. Damit ist bereits ganz dezent eingegrenzt, welches Instrument es werden könnte. Aber auch wirklich nur sehr vorsichtig. Denn:

Das Einzige, was du jetzt sagen kannst, dass du ein bühnen- und bandtaugliches Instrument beherrschen möchtest. Jetzt sag mir bitte, welches Instrument nicht auf eine Bühne gehört. Ich kenne keins. So unterschiedlich und endlos facettenreich die Musik ist, so sind es auch die zahlreichen Instrumente. Es gibt berühmte Musiker, die gerade deshalb im Mittelpunkt stehen, weil sie ein ungewöhnliches Instrument in einer Rockband spielen. Das reicht von der Querflöte bis zum Dudelsack.

Wichtigstes Kriterium für das passende Instrument: Wirklich Bock darauf haben

Der allerwichtigste Punkt ist der: Es muss dir einfach Spaß machen; du musst heiß darauf sein. Auf welches Instrument deine Entscheidung dann letztlich fällt, ist vollkommen wumpe. Du musst den Klang mögen und dich auf deinem neuen Begleiter ausdrücken wollen.

Nichts ist schlimmer, als sich auf einem Musikinstrument zu quälen, dass man insgeheim gar nicht ausstehen kann. Fremdbestimmt sozusagen. Je mehr du es allerdings liebst, umso schneller wirst du Lernerfolge haben und diese unvergleichliche Banddynamik leben und erleben können. Das Unterbewusstsein spielt nun mal immer mit.

Schnelle Lernerfolge gegen möglichen Lernfrust

Diese möglichen Lernerfolge realistisch einzuschätzen, ist wichtig. Hältst du dich für einen ausdauernden, geduldigen Menschen? Dann kannst du dich einem Instrument widmen, das irgendwann richtig abgefahren klingen wird. Eines, mit dem du dich von der Masse abhebst, bei dem du aber am Anfang ziemlich lange brauchen wirst, bis was Vernünftiges rauskommt. Geduld oder Ungeduld sind bedeutende Aspekte dabei, für welches Instrument dein Herz schlagen will.

Um es auf den platten Punkt zu bringen: Als Gitarrist kannst du theoretisch schon nach wenigen Wochen oder Monaten die ersten Songs spielen oder sogar schreiben. Versuch das mal als Geiger oder Klarinettist. Das dauert länger und kann – wenn du ungeduldig bist – für den Frust sorgen, den du beim Start ganz sicher nicht brauchen kannst. Aber wenn du durchhältst, bist du quasi ein lebendes Bühnen-Unikat.

Dein Musikgeschmack ist entscheidend für das passende Instrument

Ebenso wichtig ist es, welche Art von Musik du machen möchtest. In einer Heavy-Rock-Band könntest du es als Geiger etwas schwierig haben. In einer Folkrockband wiederum bist du damit sogar perfekt aufgehoben. Möchtest du die treibenden Ska-Rhythmen selbst auf die Bühne bringen, könntest du Schlagzeuger, Saxophonist oder Trompeter werden. Steht dir der Sinn nach konzertanter Musik, bist du mit einem Alphorn wahrscheinlich ziemlich fehl am Platz. Kurze Rede langer Sinn, das eigentliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten heißt „Musik“.

Aber es nützt ja nichts, irgendwie musst du dich dem Thema annähern. Einige ganz praktische Überlegungen könnten hilfreich sein. Erstens: Frag dich doch mal, mit welchem Instrument du die besten Chancen hast, in einer Band zu spielen. Das sind dann meistens die Bühnenklassiker, also Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard. Direkt danach kommen dann schon die Bläser, also beispielsweise Saxophon oder Trompete.

Sehr beliebt bei Band-Einsteigern: E-Gitarre
Sehr beliebt bei Band-Einsteigern: E-Gitarre Foto: Shutterstock 4 PM production

Gitarristen: Höher, schneller, weiter

Nicht in Stein gemeißelt, aber in der Praxis ziemlich üblich ist es, dass die Arbeitstiere unter den Instrumenten am häufigsten gefragt sind. Gemeint sind damit diejenigen, die bei fast allen Songs in der „Startformation“ stehen. Einen oder mehrere Gitarristen gibt es in den meisten Bands.

Allerdings gibt es – sorry, liebe Gitarristen, aber das ist nun mal so – die Saitenakrobaten auch wie Sand am Strand vor dem Ballermann. Das heißt, du hast Konkurrenz ohne Ende. Wenn man bei Musik überhaupt von „Konkurrenz“ sprechen darf.

Gitarristen sind dafür bekannt, dass sie auf der Bühne gerne im Mittelpunkt stehen, was sich sowohl auf ihre eigene Bühnenpräsenz als auch die Lautstärke bezieht. Zwar darf man da durchaus mal bremsen. Falsch oder gar negativ verstehen sollte man diese Eigenschaft aber nicht. Für Bühnenmusiker ist dieses Selbstvertrauen wichtig. Neben Sänger oder Sängerin seid ihr die „Mittelstürmer“ on Stage. Welches Instrument passt, kann sich also auch an deinem Charakter entscheiden.

Für die Liebhaber der tiefen Töne: Bass
Für die Liebhaber der tiefen Töne: Bass Foto: Shutterstock Evannovostro

Bassisten: Die Herrscher der Tieftonabteilung

Schon ein wenig seltenere Vertreter sind die Bassisten. Echt komisch, dass so viele ambitionierte Einsteiger Gitarre lernen und der Bass dagegen etwas auf der Strecke bleibt. Dann, einige Jahre später, bemerken alle, dass kein Bassist vorhanden ist. Und schon schult wieder ein Gitarrist um und schnappt sich den Bass. Die Stelle war gerade frei.

Gab’s übrigens auch bei vielen bekannten Bands. Der Klassiker schlechthin ist Paul McCartney von den Beatles. Eigentlich war er der beste Gitarrist der Pilzköpfe. Aber es war kein Bassist vorhanden, also übernahm er die Tieftonabteilung. Und das auch noch als Linkshänder. Er wurde zum Multiinstrumentalisten. Welches Instrument er spielte, war im völlig gleichgültig.

Fakt ist: Bass-Spielen ist üblicherweise weniger filigran, dafür eine Portion anstrengender als das Spiel auf der Gitarre. Die Finger benötigen mehr Kraft und müssen, obschon keine Akkorde gespielt werden, weiter gespreizt werden. Die Bünde liegen weiter auseinander und die Saiten sind deutlich dicker.

Als lebende Rhythmusmaschine austoben
Als lebende Rhythmusmaschine austoben Foto: Shutterstock 4 PM production

Drummer – die lebenden Rhythmusmaschinen

Schlagzeuger sind die treibenden oder ruhenden Rhythmuslieferanten. Dafür sollte man schon eine gehörige Portion Energie im Blut haben. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie beispielsweise Phil Collins werden die Drummer ziemlich selten im absoluten Mittelpunkt des Bühnengeschehens stehen. Wollen die meistens auch gar nicht. Sie sind der Motor der Band und fühlen sich in exakt dieser Rolle wohl. Vorteil der Schlagzeuger: Sie geben im wahrsten Sinne des Wortes den Takt an.

Der Nachteil: Die ganzen Kessel und Co. wollen erst mal transportiert und aufgebaut werden. Wenn der Bassist nach dem Gig schon auf dem heimischen Sofa sitzt, baut der Schlagzeuger noch immer ab. Auf der einen Seite der Medaille steht, dass du dich richtig austoben kannst. Auf der anderen eben der Aufwand für Transport und Aufbau. Welches Instrument du lernst, ist also auch eine Frage der Logistik.

Ein durchaus ernst gemeinter Nachteil ist die Lautstärke, nicht auf der Bühne, sondern beim Üben. Nicht viele haben das Glück, zu Hause vernünftig und ausdauernd üben zu können. Und wegen Lärmbeschwerden der Nachbarn ständig auf die Polizei warten zu müssen, ist nicht ganz so angenehm.

Die Intellektuellen on Stage: Keyboarder
Die Intellektuellen on Stage: Keyboarder Foto: Shutterstock UfaBizPhoto

Keyboarder – Gratwanderer zwischen Solo- und Flächensound

Die Keyboarder liefern Sound, Melodien, Harmonien und was weiß ich nicht alles. Ins Bühnengeschehen können sie in Sachen Entertainment allenfalls zurückhaltend eingreifen. Diese Kameraden stehen nun mal hinter ihrem Instrument und können damit nicht wie Gitarristen oder Sänger kreuz und quer über die Bühne rasen.

Als Keyboarder musst du damit rechnen, dass die anderen Bandmitglieder sich immer auf dich verlassen wollen. Irgendwie setzen sie das voraus. Keyboarder umgibt ein wenig die Aura von kreativen Mathematikern. Rutscht der Gitarrist von der Saite ab, ist das für ihn eine Selbstverständlichkeit. Grätscht der Keyboarder einen Akkord daneben, gucken ihn alle genauso dämlich wie vorwurfsvoll an. Fühlst du dich in der Rolle als „Netz und doppelter Boden“ wohl, weißt du jetzt, welches Instrument du für die Bandkarriere wählen kannst.

Exoten geben der Band den wiedererkennbaren Stempel
Exoten geben der Band den wiedererkennbaren Stempel Foto: Shutterstock SarahTCommunications

Die Exoten sind das personifizierte Salz in der Band-Suppe

Direkt danach folgen die Exoten. Diejenigen, die ein außergewöhnliches Instrument spielen. Das kann auch bei der Entscheidung, welches Instrument für dich perfekt ist, für den ganz speziellen Reiz sorgen. Querflöte, Geige, die Mundharmonika, der Dudelsack. Nicht erst seit gestern werden diese Instrumente immer wieder mit Crossover-Manier in unterschiedlichste Musikstile eingebunden.

Selbst Bands wie AC/DC haben übrigens Songs mit Dudelsack eingespielt. Fehlt nur noch der „Kirchenglocken-Spieler“ für „Hells Bells“. Die spielen zu lernen, könnte etwas umständlich sein

Vermeintliche Gegensätze können anspornend wirken

Immer wieder hört man, dass Menschen mit schwachem Atem oder nicht ausgebildeter Mundmuskulatur kein Blasinstrument spielen sollten. Wir behaupten: Exakt das Gegenteil ist der Fall. Schließlich wird die Atmung geschult und trainiert, das kann nur gesund sein.

Problematisch kann es allerdings bei Zahnfehlstellungen werden. Dann nimmt man doch lieber die Hände oder Füße zum Musikmachen. In solchen Fällen zeigt sich an körperlichen Voraussetzungen, welches Instrument vielleicht doch empfehlenswerter ist.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Und zum Schluss vielleicht noch dieser Gedanke: Für den musikalischen Start und Weg ist es oftmals gar nicht ausschlaggebend, welches Instrument du lernst. Viel wichtiger ist es, überhaupt zu beginnen. Du wirst im Lauf der Zeit ganz von allein merken, ob es passt. Möglicherweise sattelst du eines Tages noch um. Na und? Wäre ja nur positiv. Dann gehörst du automatisch zum erlauchten Kreis derjenigen, die auf unterschiedlichen Instrumenten zu Hause sind.

3 Kommentare zu “Welches Instrument soll ich lernen – Dein Ziel: In einer Band spielen”
  1. Ich spiele Klavier, Akkordeon, Gitarre und Harfe. Dazu noch diatonisches Akkordeon und die Autoharp.. Mehr geht nicht

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