Den ganz speziellen Banjo-Sound erleben

Banjo spielen für Einsteiger – Instrument mit dem besonderen Groove

Foto: Shutterstock von Tongra Jantaduang

Das Banjo ist vielseitiger einsetzbar, als so mancher vermutet. Teils höchst populäre Bands zwischen Celtic Rock und Crossover nehmen es mit auf die Bühne. Im Bluegrass, Irish Folk oder Jazz hat es ohnehin seine Domäne. Der individuelle Klang und der spezielle Groove machen Spaß. Hier kommen Informationen für die, wenn du Banjo spielen möchtest:

Check it: Banjo spielen, ein kleiner Guide für den Einstieg

  • Erst vorbereiten, dann kann es losgehen
  • Wie schwer ist es Banjo zu spielen
  • Anforderungen von Stahlsaiten und Fingerpicks oder Plektrum
  • Behutsam herantasten und ausprobieren
  • Der erste Akkord, der erste Roll

Erste Vorbereitungen, wenn du Banjo spielen möchtest

Bevor du dein Banjo spielen kannst, musst du zunächst ein paar Vorbereitungen treffen. Du musst es stimmen. Und hier darfst du dich für einen Augenblick als Schlagzeuger und Gitarrist zugleich fühlen und dich aus deren Anforderungen zum Banjo-Player verschmelzen. Im Gegensatz zum Gitarristen musst du nämlich nicht nur die Saiten stimmen, stattdessen – wie ein Drummer – auch das Resonanzfell spannen.

Gut, falls dir jemand helfen kann

Besser, du hast jemanden im Familien- oder Bekanntenkreis oder etwa deinen Musiklehrer, der dich dabei unterstützt. Falls nicht, achtest du beim Stimmen des Banjo-Fells darauf, vorsichtig, schrittweise und gleichmäßig vorzugehen. Dein Ziel ist es, dass das Fell straff gespannt sein soll. Allerdings – frag mal den Drummer von nebenan – darf es keinesfalls überspannt werden.

Schließlich können die unverschämten Felle bei Überspannung auch mit der weißen Friedensfahne winken und sich im wahrsten Sinne des Wortes gerissen verabschieden. Also immer eine Schraube nach der anderen um eine Vierteldrehung spannen. Sinnigerweise immer die Schrauben, die sich kreuzweise gegenüberliegen.

Immer schön vorsichtig und nicht das Fell über die Ohren ziehen
Immer schön vorsichtig und nicht das Fell über die Ohren ziehen Foto: Shutterstock von Vereshchagin Dmitry

Banjo spielen: Klangliche Auswirkungen  des Resonanz-Fells

Die Spannung des Resonator-Fells, wirkt sich deutlich hörbar auf den Sound des Banjos aus. Die Faustregel lautet: Je straffer das Fell, desto schlanker klingt das Instrument. Je schlaffer, umso wärmer klingt das Banjo. Dein Ziel wird es sein, einen idealen Kompromiss zu finden. Und hier der angenehme Hinweis: Möchtest du Banjo spielen, brauchst du das Resonanzfell nicht ständig nachstimmen.

Saiten stimmen – dein Pflichtprogramm

Im nächsten Stepp schnappst du dir die Saiten, und bringst sie in die richtige Stimmung. Welche das ist, hängt unmittelbar von dem Banjo-Modell ab, für das du dich entschieden hast. Insbesondere wenn das Instrument neu oder die Saiten noch frisch sind, führst du den Stimmvorgang sinnigerweise mehrmals durch. In den meisten Fällen werden die Drähte erst dann auch unter Beanspruchung die Stimmung halten. Verstimmt Banjo spielen macht wie bei jedem anderen Instrument einfach keine Freude. Sowohl was deine eigene Stimmung als auch die des Instruments anbelangt.

Einfach vorsichtig an den Wirbel drehen und am Stimmgerät orientieren
Einfach vorsichtig an den Wirbel drehen und am Stimmgerät orientieren Foto: Shutterstock von Vereshchagin Dmitry

Wichtiges Zubehör: Digitales, chromatisches Stimmgerät

Für das Stimmen solltest du gerade am Anfang deines musikalischen Weges ein digitales Stimmgerät nutzen. Grund dafür ist, dass du die Tonhöhe darauf optisch ablesen kannst. Dein Gehör muss noch ein wenig geschult werden. Das vermutlich Einzige, was dir in diesem Stadium mit den Ohren auffallen würde, wäre dass das alles ein wenig schief klingt. Du hättest aber keine Erklärung, weshalb das so ist, bzw. welche Saite dafür verantwortlich ist.

Banjo spielen für ambitionierte Einsteiger: Aller Anfang ist müßig

Wenn du Banjo spielen möchtest, fragst du dich vermutlich, wie schwer oder einfach sich dieses Instrument erlernen lässt. Nun, die Antwort hat wie immer mindestens zwei Seiten. Zu behaupten, der Anfang sei absolut simpel, wäre vermutlich nicht annähernd die korrekte Behauptung.

Die anfängliche Problematik liegt insbesondere bei den Saiten.  Ein Banjo ist mit Stahlseiten bestückt. Und das mögen untrainierte Fingerkuppen nicht besonders. Das heißt, du wirst dich schrittweise an die ersten gegriffenen Töne herantasten müssen, damit deine Fingerkuppen die so dringend notwendige Hornhaut entwickeln. Schlichtweg aus dem Grund, damit die Griffel nicht mehr schmerzen. Dafür musst Du eine gute Portion Durchhaltevermögen beweisen.

Mit dem anfänglichen Schmerz musst du leider umgehen
Mit dem anfänglichen Schmerz musst du leider umgehen Foto: Shutterstock von Piyawat Nandeenopparit

Problemstellung Schmerz: Für Stahlsaiten benötigst du Hornhaut

Wenn du auf dem Banjo übst, gehe mit dir selbst unbedingt behutsam um. Das will sagen, dass du zu Beginn immer nur in kleinen Etappen auf dem Banjo spielen sollst. Der Drahtseilakt lautet, dass du einerseits auf dem Banjo spielen musst, um für deinen Finger die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Auf der anderen Seite darf das keinesfalls ausarten. Ganz plakativ: Züchtest du an deinen Fingerkuppen schmerzhafte Blasen, wird dich das immer wieder einen Großteil deiner Strecke zurückwerfen. Schlimmstenfalls könnte dieser Umstand dafür sorgen, dass du dauerhaft die Lust verlierst.

Ran an den Speck – erste Töne sind kein Hexenwerk

Abgesehen davon wird nicht viel Zeit vergehen, bis du die ersten Töne oder Akkorde auf deinem Banjo spielen kannst. Klar kannst du alsbald eine simple Melodie präsentieren, kein Problem. Die absoluten Basics sind kein Hexenwerk, vielmehr geht es um das Wissen, wo du welchen Ton und welche Töne du für einen Akkord greifen musst. Und im nächsten Stepp um die Koordination von Greif- und Anschlagshand.

Spezialthema Anschlagshand: Unterschiedliche Möglichkeiten

Auf die Anschlagshand können unterschiedliche Anforderungen zukommen, wenn du Banjo spielen möchtest. Denn der spezielle Reiz dieses Instrumentes liegt letztlich in der speziellen Spielweise, den unterschiedlichen möglichen Spieltechniken. Abhängig ist das von der Art der Musik, die du spielen möchtest, wodurch sich auch die jeweilige Spieltechnik entscheidet.

Vielleicht wäre noch ein wenig überzogen, von der Stilistik zu sprechen. Tatsache ist, dass die Finger der Anschlagshand – und dein Gehirn – sich an Fremdkörper gewöhnen müssen: die Fingerpicks. Entweder nur einen, den du für den sogenannten Clawhammer-Style auf deinem Daumen platzierst, oder beim Scruggs-Style gleich drei Fingerpicks, nämlich auf dem Daumen, dem Zeige- und Mittelfinger.

Wie E-Gitarristen sich etwa mit dem Plektrum anfreunden müssen, schließen Banjo-Spieler Freundschaft mit dem Fingerpick. Fakt ist also, die betroffenen Finger haben keinen unmittelbaren Kontakt zur Saite, wenn Du Banjo spielen wirst. Das wird dir erstmal merkwürdig vorkommen. Doch auch daran wirst du dich bald gewöhnen.

„Unbekleidete“ Finger sind möglich, aber selten

Einfach mit den „nackten“ Fingern Banjo spielen ist eigentlich keine Option, zumal du auf diese Weise das Instrumententypische nicht wirklich erklingen lassen kannst. Allerdings werden momentan die sogenannten Ukulele-Banjos zunehmend beliebter, die vor allem durch die kompakteren Maße überzeugen. Und genau die kannst du einfach mit „unbekleideten Fingern spielen“.

Ein preisgünstiges Beispiel für ein Ukulele-Banjo kommt von Harley Benton. Beim BJU-10 werden dir gleich die kompakten Maße auffallen, wodurch du es auch gut bei der Reise oder beim Spiel am Lagerfeuer nutzen kannst. Du findest es auf dieser Produktseite auf thomann.de.

Kompakt, mit den Fingern spielbar und preisgünstig
Kompakt, mit den Fingern spielbar und preisgünstig Foto: von Thomann

Plektrum-Spiel ist durchaus gängig, aber einschränkend

Alternativ ist es auch möglich, ein Banjo per Plektrum zu spielen. Auch das ist keinesfalls nicht unüblich, wenn du Banjo spielen möchtest. Die dafür geeigneten Instrumente nennen sich Plectrum Banjos. Hinsichtlich der möglichen Musikstile und der erzielbaren rhythmischen Patterns wirst du dich allerdings selbst beschränken.

Mit dem Plektrum wirst du eher in ziemlich geraden Musikgenres heimisch werden, beispielsweise dem Dixie-Jazz oder der simplen Songbegleitung. Es gibt Koryphäen, die geradezu unglaubliche rhythmische Varianten mit dem Plektrum zaubern. Du aber befindest dich noch am Anfang der musikalischen Reise und möchtest Banjo spielen. Da kann man nur dir nur empfehlen, dass du dir sämtliche Spielvarianten offenhältst, bis du und dein Instrument sich besser kennengelernt haben.

Unterm Strich heißt das, die erste Etappe deiner Strecke hat viel mit vorsichtigem Ausprobieren und Kennenlernen zu tun. Zunächst die Voraussetzungen in Sachen Widerstandsfähigkeit der Finger Koordination schaffen, dann kann’s richtig losgehen.

Die Bedeutung der Körperhaltung

Mag sein, du kannst am Anfang nicht wirklich nachvollziehen, weshalb die korrekte Körperhaltung so wichtig ist. Leider ist es bereits zu spät, wenn du die Gründe dafür am eigenen Körper merkst oder sich aufgrund verkehrter Körperhaltung Fehler eingeschlichen haben. Wenn du vernünftig Banjo spielen möchtest, musst du aufrecht sitzen; dabei bleiben die Schultern hoch und gerade.

Dass der Hals eines Banjos spielfreundlich schmal bzw. dünn ist, empfindest du in Sachen Handhabung als Vorteil. Verständlich. Zugleich ist es aber ein Nachteil. Wenn du zu stark greifst, womöglich sogar am Hals ziehst, verstimmt sich das Banjo für einen kurzen Moment. Das Resultat ist, dass alles ein wenig schräg klingt. Und du weißt wieder mal nicht warum. Na ja, jetzt kennst du den Grund. Also immer locker und ohne unnötigen Kraftaufwand greifen.

Sofern du im Sitzen Banjo spielen möchtest, hältst du das Instrument etwas im 45°-Winkel. So hast du ausreichend Freiraum für die möglichst  entspannte Haltung. Gut auch für die kontrollierte Spielweise, zumal die Zielsicherheit der Finger dir erst noch ins Blut übergehen musss. Spielst du im Stehen, entfällt der Winkel logischerweise.

Suche dir möglichst einfache Songs und steigere den Schwierigkeitsgrad

Stellt sich  die Frage, mit welchen Songs du beginnen solltest, welche du in deiner musikalischen Einstiegsphase auf deinem Banjo spielen kannst. Zu diesem Thema gibt es endlos Literatur in Papierform, auch Tutorials etwa auf YouTube. Idealerweise holst du dir die ersten Vorschläge von einem Banjo-Lehrer, egal ob off- oder online. Dazu werden wir dir in einem weiteren Artikel gerne Vorschläge unterbreiten und uns auch detaillierter mit den Spieltechniken wie etwa den Rollmustern, der Clawhammer-Technik, auseinandersetzen.

Lass es uns probieren – ein Akkord, ein Roll

Machen wir’s doch mal wie im Musikunterricht: Nehmen wir uns eine erste Lektion vor und sehen uns mit deinen Ergebnissen beim nächsten Mal wieder.

  • Zunächst greifst Du – wir gehen vom 5-String-Banjo aus – den Akkord G7. Dafür setzt du den Zeigefinger im dritten Bund auf die tiefste der langen Saiten, also die d-Saite.
  • Es folgt der Mittelfinger ebenfalls im dritten Bund auf die höchste der langen Saiten – die d‘-Saite.
  • Die beiden bzw. drei nicht gegriffenen Saiten bleiben offen und werden auch nicht durch irgendwelche Finger abgedämpft.
  • Nun spielst du die Saiten einzeln nacheinander an. Dann alle gemeinsam.
  • Und im nächsten Schritt nimmst Du die Finger wieder runter, lässt die Hand leicht über dem Griffbrett schweben und greifst erneut. Allerdings jetzt nicht einen Finger nach dem anderen, sondern beide auf einmal.

Fehlt noch, ein erstes Rollmuster zu beherrschen. Ein Roll ist nichts anderes als das abwechselnde Zupfen der Saiten in einem Pattern mit acht Schritten. Dafür brauchst du lediglich drei Finger bzw. den Daumen und zwei Finger. Probiere diesen, der sich Forward  Roll nennt: Du schlägst die Saiten bei gegriffenem Akkord in dieser Reihenfolge  an, wobei die Zahlen die jeweiligen Saiten bezeichnen, eben die fünfte, dritte und erste: 5 | 3 | 1 | 5 || 3 | 1 | 5 | 3 || und wieder von vorn und wieder von vorn und wieder von …

Viel Spaß beim Banjo-Spielen mit dem ersten Akkord. Man sieht sich …

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Es gibt so viele Instrumente mit äußerst speziellem Klangcharakter. Wenn du dich für weitere interessierst, könnte auch dieser Artikel für dich lesenswert sein: „Harfe spielen – das Instrument mit dem ganz besonderen Zauber“.

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