Keep on Running hinter dem Horizont

Spencer Davis: Nachruf auf ein Urgestein von Beat und Rock

Foto: extrahiert aus YouTube-Video extrahiert

Am 19.10.2020 hat Spencer Davis den Horizont übertreten. Der legendäre Musiker mit walisischen Wurzeln hat als Sänger, Gitarrist und Keyboarder die Musik der 60er Jahre maßgeblich beeinflusst. Die Anfangserfolge waren gigantisch, besonders in der Zeit als Vorgruppe der Rolling Stones. In den Jahrzehnten danach und bis vor kurzem tourte er unermüdlich und faszinierte sein Publikum mit seiner Musik und Bühnenpräsenz. Verstorben ist er im Alter von 81 Jahren in einer Klinik in den USA.

„Keep on Running” aus 1965

Liebgemeinter Spitzname „Professor“

Spencer war ein hochmoralischer, gutmütig großzügiger und intelligenter Mann. Seine Intelligenz bracht ihm den Spitznamen „Professor“ ein. Immerhin hatte er in Birmingham Germanistik studiert. Vielleicht auch der Grund dafür, dass die Band des Gitarristen und Sängers in „The Spencer Davis Group“ benannt wurde. Verschiedenen Quellen zufolge war er der einzige, der Interviews geben sollte. Mit seiner Band „The Spencer Davis Group” feierte er in den 60er Jahren beeindruckende Erfolge.

Mit der The Spencer Davis Group Welthits gelandet

Die Band gründete er 1963 zusammen mit Steve und Muff Winwood sowie Pete York. In der Zeit zwischen 1963 und 1969 landete er Hits mit Songs wie „Keep On Running“. Geschrieben war die Nummer eigentlich vom jamaikanischen Musiker Jackie Edwards. Zum Welthit wurde der Rhythm-&-Blues-Titel in der Version von Spencer Davis. Die Band stürmte die Charts mit weiteren Songs wie  „Sombody Help Me” und „Gimme Some Lovin“ und Spencer Davis prägte die Musikwelt weit über die britischen  Grenzen hinaus. Dafür brauchte er gerade mal sechs Jahre.

Immer auch mit anderen Stilarten geliebäugelt

Und kurioserweise war die die Spencer Davis Group nicht ausschließlich auf diese speziellen Songs der härteren Beat-Gangart fixiert.  Stattdessen waren sie auch im Folk, Bluegrass und Country verwurzelt. So beispielsweise mit ihren Fassungen von „Midnight Special“ oder dem Country-Track „I Washed My Hands In Muddy Water“. Für britische Bands war diese Vorliebe für die Musik von der anderen Seite des Teichs nicht ungewöhnlich. Viele interessierten sich dafür oder machten eigene Coverversionen daraus. Spencer Davis und seine Bandkollegen achten es am virtuosesten.

Vergebliche Versuche in der Wahlheimat Kalifornien

Kurz darauf löste sich die Band auf, die jeweiligen Musiker gingen eigene Wege und erlebten dabei zahlreiche Karrierestationen. Spencer Davis ging 1970 nach Kalifornien, wo er einige Soloalben aufnahm. An die Erfolge der Band-Zeit konnte er damit allerdings nicht anknüpfen. Spencer kehrte zurück nach Großbritannien und ging seither auf Tour mit seiner reaktivierten Band. Er spielte häufig und zahlreichen, oftmals vor seinen einstigen Fans, die wie er selbst mittlerweile einige Jahre mehr auf dem Buckel hatten und sich gerne an die Beat-, Rock’n’Roll- und Rock-Zeit zurückerinnern.

Vielfältig interessierter Mann mit hoher Empathie und Gutmütigkeit

Er widmete sich diversen weiteren Interessen, lernte beispielsweise mehrere Sprachen, beschäftigte sich mit der deutschen Kultur und hielt auch zu seinen Freunden und Bekannten in Deutschland immer wieder Kontakt. Dabei war Spencer Davis nicht nur kongenialer Ausnahmemusiker, stattdessen auch Musikmanager und Musikpromotor. In dieser Funktion unterstützte er etliche bekannte Künstler, zu denen beispielsweise Bob Marley zählte. Nicht zu vergessen, dass er an der University von Columbia unterrichtete.

Laut Manager Bob Birk ist Spencer Davis im Alter von 81 Jahren im Krankenhaus gestorben. Eingeliefert wurde er zur Behandlung einer Lungenentzündung. Wenngleich nachträglich, sprechen wir seiner Frau, den drei Kindern und allen seinen Freunden unser Beileid aus. Er bleibt unvergessen. Also: Keep on Running, Spencer!

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Ein Musiker ähnlichen Alters weilt glückerweise noch unter uns, Manfred Mann ist mit nunmehr 80 Jahren lediglich ein Jahr jünger. Un er ist immer noch eine „(…) rastlos aktive Rock-Ikone“.

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