Beeindruckendes Statement zum Durchhalten

Musik gegen Corona: „Ode an die Freude“ direkt vom Balkon

Foto: aus YouTube-Video extrahiert

Wir schreiben Sonntag, den 22. März 2020. Ein Tag, an dem vielen längst bewusst geworden ist, wie einschneidend die menschliche Isolation in der Corona-Krise ist. Exakt an diesem Tag haben Musiker sich entschlossen, ein Zeichen der Lebensfreude zu setzen. Es soll zugleich ein Symbol der Solidarität werden: In zahlreichen Städten und Orten in Deutschland spielen die Menschen von Balkonen und Fenster die „Ode an die Freude“. 

Musikalischer Flashmob als Symbol der Gemeinsamkeit

Mit gebührendem Abstand gefühlt nahe beieinander

Inszeniert wurde ein außergewöhnlicher musikalischer Flashmob, bei dem die Menschen kurioserweise in ihren Wohnungen vollkommen allein, über die Balkone hinweg allerdings – mit gebührendem Abstand – gefühlt sehr nah beieinander sind. Punkt 18:00 Uhr spielten etliche Musiker zeitgleich die Europahymne „Ode to Joy“ aus der Feder des deutschen Schriftstellers, die einst von Ludwig van Beethoven vertont wurde.

Hobbymusiker und Profis ziehen an einem musikalischen Strang

Musikalische Vorbildung und individuelles Können spielten bei dem Flashmob keine Rolle, Hobbymusiker und Profis haben gleichermaßen zum Instrument gegriffen oder gesungen. Vielleicht trug auch gerade dieser Umstand eine gehörige Portion zu diesem echten Gänsehauterlebnis bei. Wie viele andere Situationen wird auch dieser besondere Tag sicherlich in die Geschichte eingehen.

Die weltweit verbindende Sprache heißt „Musik“

Das Vorbild lieferten die Italiener, die sich zum Musizieren über die Balkone hinweg verabredeten, es folgten weitere Länder. Auch hierzulande gab’s dann den bundesweiten Aufruf. Und die Musiker folgten der Message. Für uns ist das ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Musik keinerlei Grenzen kennt. Es ist die ultimative und verbindende Sprache weltweit. Sie kommt fernab irgendwelcher Ressentiments unmittelbar aus den Herzen.

Verbindende Musik von Beethoven zum 250-jährigen Jubiläum

Dabei tritt ein besonderes Datum gewissermaßen in den Hintergrund. Andererseits zeigt die Wahl des Musikstücks auf, wie langlebig und generationsübergreifend Musik sein kann. Beethoven, meistgespielter klassischer Komponist und radikaler Künstler, wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden.

Das Jubiläum sollte rund um den Erdball mit zahlreichen Events gefeiert werden. Die allermeisten Veranstaltungen sind aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt worden. Ob und wann welche Konzerte und Kunstausstellungen nachgeholt werden, kann bislang nicht vorhergesagt werden.

Streaming anstelle von Veranstaltungen mit Publikumsverkehr

Stattdessen wird auch hier auf digitale Angebote mit Musik-Streaming gesetzt. So gibt es beispielsweise einen Videogruß vom BTHVN2020 Musikfrachter, der eigentlich seine Tour entlang der einstigen Reiseroute Beethovens mit Start in Bonn aufnehmen wollte. Sämtliche Veranstaltungen mit Publikumsverkehr sind auf Eis gelegt. Doch die sogenannte „Digitale Kunsthalle“ lädt die Interessenten weiterhin zum Besuch ein.

Von wegen Musik ist kurzlebig

Faszinierend bei aller Dramatik der Situation ist, wie Musik in Krisenzeiten zum Balsam der Seele werden kann. Halten wir uns dann noch vor Augen wir schnell- und kurzlebig Musik gegenwärtig in den meisten Genres geworden ist, wie ein One-Hit-Wonder förmlich das nächste jagt, ist die Musikwahl zum Flashmob mehr als beeindrucken. Immerhin kann aktuell niemand vorhersagen, wie der nächste Tag aussieht. Bei Beethoven und seiner Musik sprechen wir aber von einem halben Jahrtausend.

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Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Menschen sich während der Corona-Krise Mut machen können, wie sie sich gegen Isolation stemmen und die Laune nicht völlig in den Keller sinken lassen, schau doch mal auf den Artikel „Positives Ausflippen in Krisen-Zeiten“.

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