Wahr oder an den Haaren herbeigezogen?

8 Verschwörungstheorien, Mythen und Gerüchte über Musiker

Foto: extrahiert aus YouTube-Video

Schon heavy, was in der Gerüchte- und Verschwörungsküche zuweilen munter brodelt. Im Web kursieren etliche Mythen über legendäre Musiker, deren Wahrheitsgehalt allenfalls homöopathische Dosen erreicht. Man kennt das aus der populistischen Abteilung zur Genüge: Je öfter man Fake News wiederholt, umso vermeintlich glaubhafter werden sie. Im Umkehrschluss erscheinen die wahren Gerüchte für kritische Menschen dadurch umso unwahrscheinlicher; was ist wahr oder falsch?

1. Als hätten wir’s nicht gewusst: Elvis lebt!

Elvis lebt! Obwohl er am 16. August 1977 gestorben ist. Aufgefunden im Badezimmer von seiner Freundin, mit dem Gesicht nach unten liegend in seinem Erbrochenen. Gegen 15:00 Uhr stellten die Ärzte seinen Tod fest. Der aber ist angeblich nur vorgetäuscht. Alles Lüge, Verschwörungstheoretiker gehen davon aus, dass Elvis Presley putzmunter ist. Beerdigt wurde angeblich eine Wachsfigur und der Sarg war verdammt schwer. Laut Mythos allerdings nicht aufgrund des Gewichts des Sängers.

Vielmehr wegen der im Sarg eingebauten Klimaanlage, die ein Schmelzen der Wachsfigur verhindern sollte. Und wer war für das Täuschungsmanöver verantwortlich? Natürlich das FBI, das ihn in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen hat, nachdem der King of Rock’n’Roll gegen die Mafia ausgesagt hatte. Purer Nonsens, auf solchen Unsinn muss man erst mal kommen.

David Bowie – Heroes

2. Gene Simmons‘ Zunge durch Zunge einer Kuh verlängert

Und weiter geht’s mit den Kuriositäten: Kiss-Bassist  Gene Simmons hat bekanntlich eine äußerst lange Zunge. Ein Körperteil, das er auch der Schockrocker auch immer wieder bei seiner Performance oder auf entsprechenden Fotos einsetzt. Das kann doch nicht echt sein, oder? Jetzt kommt’s raus. Angeblich hat Simmons sich die Zunge einer Kuh an seine eigenen nähen lassen. Schier unglaublich, zu welchen Mitteln manche Stars greifen, um die eigene Karriere zu zünden. Tatsache ist, die Zunge einer Kuh sieht vollkommen anders aus. Außerdem ist ein solcher Eingriff medizinisch schlichtweg nicht möglich, ohne entsprechende Beeinträchtigungen zu hinterlassen. Seine Zunge ist echt.

3. Paul McCartney bereits 1966 bei Autounfall verstorben

Längst tot allerdings ist Paul McCartney. Die Plattenfirma hatte angeblich vor, den Bassisten und neben John Lennon Hauptsongschreiber der Beatles auszutauschen, um den Erfolg der Band nicht zu gefährden. Den Gerüchten zufolge blickte Paul einer attraktiven Politesse hinterher, übersah eine rote Ampel und verursachte einen dramatischen Unfall. Der Wagen ging in Flammen auf, Paul verbrannte vollständig.

Die Gerüchte wurden auch immer wieder durch die teils skurrile Kreativität der Beatles befeuert. So ist im Background von „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band““ immer wieder „Paul is dead, really, really dead” zu hören. Sir Paul sieht das anders und ist noch immer eine der lebenden Legeenden schlechthin. Er bestätigt seit Jahrzehnten, dass alles nur erfunden ist. Auch mit über 70 Jahren erfreut McCartney sich bester Gesundheit.

4. Keith Richards hat die Asche seines Vaters inhaliert

Die Rolling Stones sind für ihren nicht gerade enthaltsamen Lebensstil berüchtigt. So auch die lebende Gitarristen-Legende Keith Richards. Unverwechselbar ist sein Lachen, wenn er von seinen Eskapaden vergangener Zeiten berichtet. Und die sind nicht immer für schwache und pietätvolle Nerven geeignet. Im Interview mit einer Musikzeitschrift erzählt er, dass er Asche seines verstorbenen Vaters mit Koks vermischt und anschließend durch die Nase gezogen hat. Einerseits schockierend, andererseits aber auch sehr berührend. Immerhin ist auch das eine Art, wenngleich eine merkwürdige, einem Menschen posthum ganz nah zu sein. Und ja, dieses Gerücht ist wahr.

5. Avril Lavigne angeblich nach tragischem Ableben durch Double ersetzt

Avril Lavigne ist „nach ihrem tragischen Ableben“ im Jahr 2003 angeblich durch die Schauspielerin Melissa Vandella ersetzt worden. Also nicht etwa öffentlich ausgetauscht, stattdessen habe, so die Theorie einer brasilianischen Fanseite, Vandella die Persönlichkeit der Sängerin komplett übernommen. Als „unwiderlegbare“ Beweise werden aufgezählt, dass die Musik sich von ihren Punk-Wurzeln entfernt hat Lavigne sich für eine Frau untypisch viel mädchenhafter kleidet. Und dann diese Fotos, die beweisen wollen, dass ihre Muttermale im Gesicht und auf dem Unterarm verschoben haben. Also nein, definitiv nicht wahr!

6. Brian Wilson hat noch nie einen seiner Songs in Stereo abgehört

Dass ein solch kongenialer Komponist wie Brian Wilson, der Erfolgsgarant der Beach Boys, seine Songs niemals in Stereo abgehört haben soll, scheint auf den ersten Blick befremdlich bis unwahrscheinlich. Immerhin gehört er zu den Vorreitern, deren Musik ganze Generationen geprägt hat,  lieferte mit „Pet Sounds“ eines der wichtigsten Alben der Musikgeschichte ab. Dennoch ist es wahr. Allerdings hat er keinesfalls freiwillig auf die Möglichkeit des räumlichen Hörens im Stereobild verzichtet. Vielmehr war Wilson auf dem rechten Ohr taub. Verantwortlich dafür war sein Vater, der seine Söhne mit brutaler Hand und reichlich Prügeltattacken erzog.

7. Tupac: Totgesagte leben länger, alles nur Fake?

Fast 25 Jahre ist es nun her, dass Rapp-Ikone Tupac Shakur mit gerade mal 24 Jahren bei einer Schießerei in Las Vegas erschossen wurde. Er lebte ein Leben zwischen den Welten, verdiente zeitweise sein Geld als Drogendealer, nahm an Literaturkursen teil und tanzte sogar Ballett. Mit weltweit etwa 75 Mio. verkauften Tonträgern und etlichen Auszeichnungen wurde er einer der erfolgreichsten Einzelinterpreten aller Zeiten. Die Gerüchte reißen nicht ab, Tupac sei noch am Leben. Befeuert werden die immer wieder von seinem ehemaligen Label-Manager Suge Night. Der könnte allerdings wegen hoher Geldschulden selbst Auftraggeber für den Mord gewesen sein. Shakur wurde aufgrund seiner Schussverletzungen in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er nicht mehr erwachte. Er verstarb am 13. September 1996.

8. AC/DC treibt panamaischen Diktator aus seinem Versteck

Wir schreiben das Jahr 1989, das US-Militär fällt in Panama ein, um den  diktatorischen Machthaber Manuel Noriega festzunehmen. Der schafft es, in letzter Minute in die Botschaft des Vatikans zu flüchten. Noriega, bekennender Opernliebhaber, wurde daraufhin pausenlos mit dröhnender Rockmusik beschallt. Sagenhafte drei Tage hielt der Diktator durch; dann die Kapitulation. Den brettharten Sound von AC/DC konnte er nicht mehr ertragen. Er wurde in ein US-Gefängnis überstellt. Nach wie vor weiß man nicht, ob er anschließend mit „Hells Bells“ einen Ohrwurm hatte. Aber tatsächlich, diese Geschichte ist kein Gerücht, sondern pure rockende Wahrheit.

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