Direkte Signalübertragung frei von störenden Einstreuungen

Qualitäts-Kabel für E-Gitarre als unbedingtes Pflichtprogramm für Soundtüftler

Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Oftmals unterschätzt wird die Soundverantwortung der Kabel bei E-Gitarren. Mit absoluter Detailverliebtheit hast du dich dem Instrument und dem Setup inklusive Amp gewidmet. Aber nicht daran gedacht, dass nur ein perfekt übertragenes Signal optimal klingen kann. Hier unsere Informationen über Qualitäts-Kabel für E-Gitarre und worauf du achten solltest:

Check it: Qualitäts-Kabel für E-Gitarre für verlustfreie Signalweiterleitung

  • Kabel und ihre Bedeutung für den Sound
  • Qualitätskriterien der Gitarrenkabel
  • Optimale Signalabnahme und -Weiterleitung
  • Frei von Einstreuungen und lästigen Nebengeräuschen
  • Die Stecker und das bestmöglich Material

Qualitäts-Kabel für E-Gitarre – der bedeutende Anteil an der Soundausbeute

Du hast dir ein beachtliches Setup von Gitarre, Effektgeräten und Verstärker zu gelegt. Die Gitarre ist optimal eingestellt. Die Effekte hast du sinnvoll und in der richtigen Reihenfolge konfiguriert, außerdem die Parameter stundenlang bearbeitet, die Lautstärke und die Effektanteile immer wieder abgeglichen. Den Verstärker hast du so gewählt, dass du ihn auch bei moderater Lautstärke in die Sättigung treiben kannst.

Doch irgendwie kommt es dir vor wie die vielzitierte Arbeit gegen Windmühlen. Das Ergebnis gefällt dir nicht. Kontinuierlich beginnst du von vorne. Häufig hast du davon gehört, dass der Ton in deinen Fingern entsteht. Schon beginnst du an dir zu zweifeln. Es ist nur ein subjektives Empfinden, aber in deinen Ohren klingt der Ton einfach dünn. Und so dünn können deine Finger eigentlich nicht sein.

Wenn das Ergebnis dich nicht zufriedenstellt
Wenn das Ergebnis dich nicht zufriedenstellt Foto: Shutterstock von Proshkin Aleksandr

Einfach mit Effekten aufzupumpen ist der falsche Weg

Du könntest noch mehr Effekte in die Sound-Suppe mischen, auch fröhlich am Equalizer schrauben. Resultat wäre, dass der Sound verwaschen und indirekter wird. Exakt das Gegenteil war deine Absicht. Klar differenzierte Töne von clean bis Volldampf willst du haben und entsprechend auch liefern können. Die überzogene Makulatur mit Effekten kann demnach nicht die zielführende Lösung sein. Was dann?

Die Kabel als Fundament deiner „asphaltierten“ Signalautobahn

Dem Naheliegenden wird oftmals die ausreichende Beachtung verweigert: den Kabeln. Immerhin sind die nichts Geringeres als die Signalautobahnen, die das Signal deiner E-Gitarre von Anfang bis Ende verlustfrei, frei von Einstreuungen und merkwürdigen Nebengeräuschen tragen müssen.

Sagen wir’s mal so: Wenn der Asphalt auf der Autobahn löcherig ist, kann das Fahrzeug noch so gut sein. Ob die Fahrt zur holpernden Tour wird, hängt plötzlich nicht mehr vom Wagen ab. Was soll man machen, wenn das optimale Fundament fehlt. Festhalten und durch. Den Autobahnbelag kannst du nicht eigenständig auswechseln. Die Kabel schon.

Fehlerquellen minimieren, bestenfalls eliminieren

Der Grundsatz lautet also, Fehlerquellen zu minimieren. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Kabel gehören zu den häufigsten Fehlerquellen überhaupt. Vor allem deshalb, weil vielen der Zusammenhang zwischen Tonerzeugung, Signalübertragung und Soundresultat nicht bewusst ist. Wir sprechen von einer Signalkette, wobei der Weg durch die jeweiligen Stationen bestens gepflastert sein muss, damit der Sound der Gitarre nicht stolpert. Der Hauptgrund, weshalb Qualitäts-Gitarrenkabel so immens wichtig sind.

Jedes Kabel hat seinen Sinn, aber nicht in jedem Szenario

Halten wir uns folgendes Szenario vor Augen: Die Gitarre ist rundum bestens eingestellt, die Höhe der Pickups ist so justiert, dass sie das optimale Schwingungsverhalten unterstützen, ohne den Ton zu flach werden zu lassen. Nun nimmst du ein fragwürdiges Kabel, schließt es an die Gitarre an und verbindest es entweder mit deinem Effektboard oder direkt mit dem Verstärker.

Die „Strippe“ ist möglicherweise viel zu dünn, ist nicht mit den wirklich gut übertragenden Steckern ausgestattet und erst recht nicht sinnvoll abgeschirmt. Aber das Kabel ist keinesfalls eine banale Leitung, die funktioniert oder eben nicht. Ganz direkt stellt sich die Frage: „Was soll da ohne Qualitäts-Kabel rauskommen?“

Nicht am soundverkehrten Ende sparen

Ist das nicht das personifizierte Sparen am falschen Ende? Dein Instrument hat wie das gesamte Equipment vermutlich gutes Geld gekostet. Von den vielen teils mühevollen Stunden, die du in das Erlernen  gesteckt hat, gar nicht zu reden. Und das soll jetzt am aus Sparsamkeitsgründen nicht genutzten Qualitäts-Kabel für die Gitarre scheitern? Mal ehrlich, das wäre doch gelacht. Genug der musikalischen „Schuldzuweisungen“. Um Qualitätskabel für deine E-Gitarre zu nutzen, musst du selbstverständlich zunächst wissen, welche Kriterien dafür zu beachten sind.

Kabellänge: Praktikabilität versus Klangausbeute

So banal und zugleich unerwartet es sich anhören mag: Als erster Aspekt meldet sich bereits die Länge des Kabels zu Worte. Um sich auf der Bühne und im Proberaum möglichst ungehindert bewegen zu können, nutzen Gitarristen entweder Funkanlagen oder lange Kabel. Schlichtweg deshalb, weil es am praktikabelsten ist.

Problematisch kann die längere Kabelstrecke sein, zumal durch die Länge der elektrische Widerstand erhöht wird. Und das wiederum kann einen leicht ausgedünnten Klang zur Folge haben. Ziel sollte es also sein, das Qualitätskabel für E-Gitarre so lang wie nötig, so kurz wie möglich zu wählen. Schon wird dir klar, dass es ganz konkrete Ansatzpunkte gibt, und Signalverluste zu vermeiden.

Je länger das Kabel, desto dünner wird der Ton
Je länger das Kabel, desto dünner wird der Ton Foto: Shutterstock von Michael Dechev

Der Mittelleiter hat nur eine Aufgabe, aber die muss sitzen

Der Mittelleiter ist der vermutlich wichtigste Teil der Qualitäts-Kabel für E-Gitarre. Seine Aufgabe ist es, dass Audiosignal der Tonabnehmer bzw. über die Anschlussbuchse zum Verstärker bzw. den Effekten zu übertragen. Der Mittelleiter besteht aus einem oder mehreren Kerndrähten, wobei der Durchmesser sich auf den Klang auswirkt.

Durchführen lässt sich das mit einem Draht, üblicherweise aus Kupfer. Dann gibt es seit geraumer Zeit das Prinzip von mehradrigen Drähten. Solche Kupferdrähte punkten mit nicht zu unterschätzenden Vorzügen. Zunächst sind sie stärker, außerdem flexibler als ein massiver Draht.

Der Mittelleiter hat nur eine einzige Aufgabe
Der Mittelleiter hat nur eine einzige Aufgabe Grafik: Shutterstock Ina Germer

Abschirmung, damit der Ton wohlbehalten ankommt

Das Signal muss von der Gitarre bis zum Verstärker einen weiten Weg zurücklegen. Faszination Physik: Du schlägst einen Ton auf deiner Gitarre an und innerhalb von nicht wahrnehmbarer Zeit erklingt er meterweit entfernt über den Verstärker. Und wie auf jedem langen Weg müssen Verluste einkalkuliert und so gering wie möglich gehalten werden.

Die Abschirmung als Leibwächter der Mitteldrähte

Dafür stellt das Qualitätskabel für E-Gitarre dem Ton seinen eigenen Leibwächter zur Verfügung – die Abschirmung. Geschützt werden muss insbesondere der Kerndraht. Und die natürlichen Feinde sind vielfältig. Das beginnt bei Einstreuungen von Bildschirmen und Scheinwerfern, dem Smartphone und endet selbst beim Kühlschrank noch nicht.

Zugegeben, den werdet ihr kaum auf der Bühne haben. Aber möglicherweise im Proberaum. Obschon es auch weitere nebengeräuschverantwortliche Kandidaten wie die Single Coil Pickups gibt, ist es höchstbedeutend, den Störenfrieden bereits beim Qualitätskabel für E-Gitarre keinen Freiraum zu lassen.

Abgeschirmt und bestens gegen äußere Einflüsse geschützt
Abgeschirmt und bestens gegen äußere Einflüsse geschützt Grafik: Shutterstock Ina Germer

Abschirmung muss Mittelleiter nahezu komplett umfassen

Tatsache ist, dass die Abschirmung die Hauptleiter nahezu komplett bedecken sollte, wobei du die 100-Prozent-Marke niemals wirklich erreichen kannst. Andernfalls wäre keine Flexibilität mehr vorhanden. Dann hieße das Qualitätskabel für E-Gitarre nicht mehr Kabel, sondern Stange. Okay, blöder Vergleich. Aber passend. Grundsätzlich ist der Kern.

Ummantelung für Schutz gegen mechanische und umweltbedingte Einflüsse

Die äußere Verkleidung der Qualitätskabel für E-Gitarre hat übrigens mit der Abschirmung nichts zu tun. Vielmehr ist sie für den mechanischen Schutz zuständig. Und schon geht es wieder auf eine zwiespältige Etappe zweier Dinge, die sich vom Grundsatz her widersprechen könnten. Die Ummantelung soll schützen, etwa vor Feuchtigkeit, vor unbeabsichtigten Berührungen mit Füßen & Co, auch vor dem überzogenen Biegen, was die Mitteladern im Worst Case zerstören könnte.

Flexibilität der Ummantelung wichtig für die Beweglichkeit

Ebenso muss der Mantel ausreichend flexibel sein, um die selbstverständlichen Bewegungen beim Spielen mitzumachen. Auch dies also ein Kompromiss. In Sachen Material der Ummantelung gibt es unterschiedliche Konzepte. Klar ist für dich an dieser Stelle: Das Material muss solide sein; keinesfalls ist es jedoch so, dass nur das allerdickste Kabel auf der Gewinnerseite steht. Schließlich sind weder deine Gitarre noch du eine unbewegliche Festinstallation.

Solide und flexibel zugleich – eine Doppelanforderung
Solide und flexibel zugleich – eine Doppelanforderung Grafik: Shutterstock Ina Germer

Perfekt passende Stecker auf beiden Signalseiten

Und last not least werfen wir ein Ohr oder einen Blick auf die Stecker. Normal ist, dass du Qualitätskabel für E-Gitarre mit Klinkensteckern verwenden wirst. Und diese Stecker sind mindestens gleich wichtig für die Soundausbeute wie der Kabelaufbau. Die Stecker müssen selbstverständlich perfekt in die Ausgangsbuchse der Gitarre und auf der anderen Seite in den Eingang von Verstärker, Effektgerät, Interface oder was auch immer passen. Und die Betonung liegt hier wirklich auf „perfekt“.

Gewinkelt oder nicht entscheidet sich am Instrument
Gewinkelt oder nicht entscheidet sich am Instrument Foto: Shutterstock von Aripai Leangphet

Wenn die Verbindung ausleiert, sind selten die Stecker schuld

Immer wieder passiert es, dass die Verdingung zwischen Gitarrenbuchse und Kabelstecker zu knacken beginnt. Manchmal kommt auch kein Ton mehr durch; nichts geht mehr. Zu bestimmt 99 % liegt das daran, dass die Buchse durch lange Beanspruchung ausgeleiert ist und entsprechend repariert oder ausgetauscht werden muss. Der Klinkenstecker darf weder zu kurz noch zu schmal bemessen sein. Alles andere wäre ein Schlag ins Soundgesicht.

Auf optimale Materialeigenschaften der Stecker setzen

Dabei gibt es – mindestens – noch einen weiteren Punkt zu beachten. Damit die optimale Signalabnahme und Signalübertragung gewährleistet ist, spielt das Material der Klinkenstecker, insbesondere die Oberflächenbeschichtung eine erhebliche Rolle. Sehr vernünftige Ergebnisse liefern vergoldete Steckverbindungen. Der Vorteil ist die optimale Leitfähigkeit. Nicht zu vergessen die Langlebigkeit, da die Goldschicht weitaus widerstandsfähiger gegen Korrosion ist.

Rost, Schmutz und Co. werden deinem Instrument nicht gerecht

Irgendwann ist auch das beste Kabel mal durchgespielt. Letztlich handelt es sich dabei im einen Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand des Equipments. Bis dahin aber sollte es für dich oberste Priorität besitzen, denen Sound nicht durch schmutzige, rostige oder schlichtweg kaputte Kabel und Kabelstecker zu zerstören, bevor er überhaupt seinen Lauf nehmen konnte.

Und hier noch ein paar Beispiele der Qualitäts-Kabel für E-Gitarre:

Cordial CXI 7,5 PR-Edition 25 – Produktseite auf thomann.de

Fender Del. Cable Angle Plug 7,5m TB – Produktseite auf thomann.de

Cordial CXI 6 PR-Edition 25 – Produktseite auf thomann.de

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Hohe Bedeutung für den vernünftigen Sound hat selbstverständlich auch die Qualität des Instrumentes. Hier geht’s zu unserem Artikel zum Thema „Qualität einer Gitarre beurteilen“.

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