Brummen und Störgeräusche im Setup eliminieren

Lösungen gegen Brummschleifen & Co.

Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Sie nerven wir irre, die Nebengeräusche, die sich natürlich immer im schlechtesten Moment überhaupt dröhnend zu Wort melden. Auch kann die Fehlersuche langwierig und aufwendig sein. Allerdings hast du als Musiker alles, aber keine Zeit. Schauen wir gemeinsam, wie man Brummen und Störgeräusche im Setup eliminieren kann.

Check it: Maßnahmen gegen Brummen und Störgeräusche

  • Schrittweise vorgehen und Ruhe bewahren
  • Schnell die Fader runter
  • Umgebung auf Störquellen kontrollieren
  • Audio- und Lichtkabel korrekt verlegen
  • Störquelle Tonabnehmer
  • Störquellen Pedalboard und Verstärker
  • An der Erdung wird nicht rumgefummelt

Brummen und Störgeräusche: Die Fehlersuche

Die Fehlersuche, wenn man die Ursache vom Brummen und Störgeräusche identifizieren möchte, ist immer ein Ausschlussverfahren. Die sollte dringend, Schritt für Schritt durchgeführt und keinesfalls überhastet durchgeführt werden. Schließt du zwei oder mehrere Fehlerquellen gleichzeitig aus und hast den Erfolg, dass das nervige Brummen verschwunden ist, weißt du letztlich noch immer nicht, wer nun der verantwortliche Übeltäter war. Das Resultat wäre demnach allenfalls ein vermeintlicher Erfolg. Tatsache ist, dass es diverse Gründe für Brummen und Störgeräusche geben kann.

Ruhe bewahren und nicht in Hektik verfallen

Wenn die E-Gitarre unverschämt brummt, obwohl die Band gerade in den nächsten Song einsteigen will, ist das Albtraum-Typische daran, dass es selbstverständliche immer im falschen Moment auftritt. Der Drummer hat bereits vorgezählt. Plötzlich musst du die Reißleine ziehen. Die Nerven liegen bereits blank, bevor die eigentliche Fehlersuche beginnt.

Grundregel Nummer 1 besagt, Ruhe zu bewahren. Wenn dir jetzt das Adrenalin und die Hektik in die Adern schießen, wirst du kaum noch vernünftig denken können. Lass sich nicht ärgern. Shit happens; doch ändern kannst du die situative Bremse jetzt ohnehin nicht. Wenn Brummen und Störgeräusche verstärkt durch die Kalotten ins Publikum tönen, kann das den Auftritt, die Frontanlage und im schlimmsten Fall sogar das Gehör der Fans zerstören.

Bei plötzlich Auftretendem Brummen hat schon so manches Trommelfell gejodelt. | Foto: Shutterstock von Oleg Erin

Schnell die Fader runter und vom Pult trennen

Also wird erstmal die Gitarrenanlage vom Pult getrennt bzw. der Fader für Front und Monitor für deinen Kanal wird runtergezogen. Das ist zwar in erster Linie eine Sicherheitsmaßnahme, aber zugleich auch der erste Schritt bei der Identifikation potenzieller Fehlerquellen, sofern du bis zu diesem Moment an den Einstellungen deines Setups nichts geändert hast. Falls die Störgeräusche verschwunden sein sollten, liegt die Vermutung nahe, dass es nichts mit deiner Gitarre, deinem Amp, Rack oder Pedalboard zu tun hat.

Vielmehr scheint die Fehlerquelle nachgelagert zu sein. Es könnte das Kabel das von deinem Verstärker oder dem Mikrofon vor der Gitarrenbox zum Pult oder zur DI-Box führt. Es könnte auch die DI-Box sein oder eben das Mikrofon. Tausche das Kabel aus, zieh den Kanalfader vorsichtig (!) wieder hoch und hör hin, was geschieht. Sollte das erfolglos bleiben, versuch den Kanal am Pult zu wechseln. Immerhin könnte auch der Fader der Übeltäter sein. Sinnvollerweise checkst du die Kabel mit einem Kabeltester.

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Umgebung auf etwaige Störquellen kontrollieren

Doch ganz ehrlich, derart simpel ist die Fehlersuche in der Regel nicht. Meistens wird es etwas länger dauern, bis sich ein Resultat abzeichnet. Und vergleichsweiseselten ist deine Backline-Anlage unschuldig. Nun läge es nahe, die weiteren Kabel eins nach dem anderen auszutauschen. Aber langsam, so weit sind wir noch nicht. Bevor du dich dieser kleinteiligen Aufgabe widmest, kontrollierst du zunächst mal die Umgebung. Hast du dein Smartphone in sicherer Entfernung platziert? Die WLAN-Einstreuung können für massive Einstreuungen sorgen.

Also ausschalten oder weit weg mit dem Ding. Ebenso sind Leuchtstoffröhren, Dimmer, PC-Bildschirme oder schlecht abgeschirmte Steckdosen immer wieder zuverlässige Garanten für nerviges Brummen und Störgeräusche, zumal Störungen über die Tonabnehmer der Gitarre eingefangen werden. In solchen Fällen hilft nur, die Position zu wechseln. Was an Störpotenzial auf der Bühne vorhanden ist, muss weg. Oftmals hilft es auch, sich eine andere Steckdose zu suchen.

Typische Störquellen sind Neonröhren, Bildschirme und WLAN-suchende Smartphones. | Foto: Shutterstock von Sorbis

Audio- und Lichtkabel nicht kreuzen, sondern parallel verlegen

Bevor die Kabel getauscht werden, solltest du erstmal die Kabelwege kontrollieren. Grundsätzlich sollten Audio- und Lichtkabel nicht gekreuzt verlegt werden. Falls sich die Nähe solcher Kabel nicht vollständig vermeiden lässt, sollten sie parallel verlegt werden. Licht und Audio – und dazu gehört eben auch deine Gitarrenanlage – müssen voneinander getrennt werden. Überhaupt sieht das einfach sauberer und professioneller aus als der berüchtigte Kabelsalat, durch den irgendwann keiner mehr durchfindet. Irgendwie hat das auch ein wenig damit zu tun, dass du dein Zimmer aufräumst, egal auf der Bühne, im Studio oder bei der Probe. Der Platz mit deinem Setup ist schließlich dein musikalisches Zuhause.

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Die häufigsten Übeltäter: Die Tonabnehmer der E-Gitarre

Zu den häufigsten Verantwortlichen für Brummen und Störgeräusche gehören die Tonabnehmer der Gitarre; insbesondere dann, wenn deine Gitarre mit Singlecoil-Tonabnehmern – mit einspuligen Pickups – bestückt ist. Die Problematik ist, dass die Tonabnehmer gewissermaßen wie Mikrofone fungieren und zugleich elektromagnetische Interferenzen erzeugen. Geradezu nimmermüde brummend reagieren die Pickups auf die erwähnten Einstreuungen von Neonlampen, Dimmern und Co.

Wenn du wissen willst, wo verdammt noch mal du schon wieder dein Smartphone hingelegt hast, brauchst du nur mit der Gitarre wie mit einer Wünschelrute die Bühne absuchen. Wo’s brummt, liegt das Smartphone. Wirklich komplett abstellen lässt sich das nicht. Zwar kannst du dafür sorgen, dass deine Pickups möglichst gut abgeschirmt sind; im Extremfall kann das allerdings deinen gewünscht puristischen Sound beeinträchtigen. Es bleibt im wahrsten Sinne des Wortes ein Drahtseilakt.

Die Pickups können auf Dauer leiden und müssen dann getauscht werden. | Foto: Shutterstock von optimarc

Sollte man dann einfach auf Humbucker setzen?

Als Lösung naheliegend wäre, komplett auf Humbucker zu setzen, doppelspulige Tonabnehmer, die per se aufgrund ihrer Bauweise Brummen und Störgeräusche unterdrücken sollen. Die allerdings sind auch nicht wirklich imstande, das nervige Gebrumme vollkommen auszulöschen. Zumal die beiden Spulen sind zwar entgegengesetzt gewickelt, wodurch die beiden Brummsignale sich eigentlich gegeneinander aufheben sollten.

Tatsächlich aber ist die entgegengesetzte Wicklung nicht wirklich spiegelverkehrt identisch, stattdessen in Nuancen unterschiedlich, die Abstände sind leicht abweichend. Die Erkenntnis daraus lautet, dass Humbucker eben auch Nebengeräusche erzeugen, auffangen und somit verstärkt weitergeben.

Ganz ohne Nebengeräusche geht es bei Volldampf nicht

Tolle Wurst; und wie soll man Brummen und Störgeräusche nun wegkriegen? Zur Wahrheit gehört, dass das gerade bei englischen Volldampfeinstellungen nicht immer möglich ist. Vielmehr kannst du die über die Tonabnehmer einfallenden Geräusche reduzieren, beispielsweise indem du ein Noise-Gate oder ein Noise-Gate zwischenschaltest. Dennoch werden sie in den meisten Fällen nicht vollends verstummen. Hochbedeutend ist, dass die Masseverbindung der Elektronik mir der Masse der Gitarre verbunden ist. Das betrifft die Tonabnehmer als auch die Potis; um etwaige Fehler in der Verlötung aufzudecken, nutzt du einfach ein Multimeter.

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Störquelle Effektboard und die leidigen externen Netzgeräte

Weitere Fehlerkandidaten sind die Trafos und Netzgeräte. Das Pedalboard lässt grüßen. Wohl denen, die auf ihrem Effektboard eine Verteilerleiste für die Spannungsversorgung der jeweiligen Geräte platziert haben und dadurch auf eine komplette Batterie an externen Netzgeräten verzichten können. Abgesehen davon, dass die Steckerverbindungen zwischen Netzteil und Effektgerät sich beim Transport gerne mal lösen und immer wieder auf besten Halt kontrolliert werden müssen, können die stromliefernden Protagonisten für Brummen und Störgeräusche sorgen. Und selbstverständlich sollen auch die Patchkabel in bestem Zustand sein.

EBS PG-10 Flat Patch Cable Gold
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Kontaktspray auf keinen Fall in die Buchse sprühen

In solchen Fällen heißt es, das Board umzubauen; außerdem dafür zu sorgen, dass die Nebengeräusche insbesondere aus analogen Pedalen sich in der Effektkette nicht hochschaukeln. Weniger ist hier im vielzitierten Sinne eindeutig mehr. Selbstverständlich müssen die Stecker vernünftig sitzen. Allerdings ist uns auch allen bewusst, dass die Buchsen im Laufe der Zeit ein wenig leiden können. Sinnvollerweise sollte man ab und an mit etwas Kontaktspray arbeiten. Das Spray sprühst du auf keinen Fall in die offene Buchse. Du willst das Gerät ja nicht ertränken. Vielmehr sprühst du es auf den Stecker des jeweiligen Kabels, auch das ohne Übertreibung.

Für unterbrechungsfreien Kontakt sorgen

Der Sinn des Kontaktsprays ist es eigentlich Verunreinigungen aus der Buchse zu entfernen. Das Ergebnis ist jedoch, dass die Stecker besser sitzen und – wie der Name besagt – der Kontakt wieder unterbrechungsfrei hergestellt ist. Falls diese Maßnahme nicht zum Erfolg führen sollte, du aber vermutest, dass Brummen und Störgeräusche im Pedalboard erzeugt werden, bleibt dir nichts anderes, als sämtliche Kabel zu kontrollieren.

Also entweder händisch einen Blick auf die Lötstellen zu werfen und jedes Kabel gegen ein wissentlich heiles auszutauschen oder eben mit einem entsprechenden Kabeltester. Auch bleibt es im Laufe der Zeit nicht aus, die Effektgeräte zu reinigen. Häufig verursachen verschmutzte Potis und Fußschalter ein geradezu erbärmliches Knacken. In den meisten Fällen lassen die Potis sich mit ein wenig handwerklichem Geschick unkompliziert säubern.

Die Steckverbindungen und Kabel müssen immer wieder kontrolliert werden. | Foto: Shutterstock von cottonbrostudio

Der Verstärker als brummender Übeltäter

Wer mit Volldampfverstärkern arbeitet und die Vorstufe voll aufreißt, wird mit einem gewissen Nebengeräuschanteil leben müssen. So ist es nun mal. Allerdings sollten die sich in vertretbaren Grenzen halten. Verantwortlich für Brummern und Störgeräusche kann bereits die Position des Trafos sein. Ob das der Fall ist, wird vermutlich nur ein versierter Techniker wirklich feststellen können. Ebenso kann die Schaltung der Grund für die störenden Nebengeräusche sein.

In solchen Fällen, wird man sich gleich mehrfach überlegen, ob man den Amp modifizieren lässt. Die Veränderung der Schaltung ist aufwändig und kann ganz schön ins Geld gehen. Ob die Potis des Verstärkers intakt sind, lässt sich vergleichsweise einfach überprüfen. Einfach dran drehen; antwortet der Amp auf dem Weg des Potis mit einem Knacken, stimmt etwas nicht. Schon wieder darf der Verstärker sich einen Termin beim Service-Techniker seines Vertrauens holen.

Stromversorgung im Fokus gegen das Brummen

Beim deinem Setup ist es wichtig, für die jeweiligen Komponenten eine einzige Stromquelle zu nutzen. Sprich: Verstärker und Pedalboard werden an dieselbe Steckdose bzw. Steckerleiste angeschlossen. Andernfalls könnten Massefehler auftreten, zumal das Signal an mehreren Stellen geerdet wird. Das in solchen Konstellationen auftretenden Brummen ist allgemein als Masseschleife oder Brummschleife bekannt.

An der Erdung wird nicht rumgefummelt

Mittlerweile vor Jahrzehnten kamen halsbrecherisch unkundige Gitarristen auf die depperte Idee, bei auftretendem Brummen und Störgeräuschen die Erdung des Verstärkers zu entfernen. Das machst du natürlich auf gar keinen Fall. Denn das Menü hat dann in etwa folgende Zutaten: Ein Verstärker ohne Erdung, ein Gitarrist mit feuchten Fingern auf den Saiten, möglicherweise noch die ebenfalls feuchten Lippen am Mikrofon und zu aller Fröhlichkeit auch noch ein Bühnenvorhang mit Brokatfäden. Das Ganze eine Schrecksekunde kochen lassen, den Gitarristen nehmen und schnellstens ins Krankenhaus befördern. Wenn er Glück gehabt hat. An der Erdung wird auf keinen Fall rumgefummelt. Da soll es lieber brummen.

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