Starke Frauen an der E-Gitarre

13 Gitarristinnen in Rock und Metal mit elektrisierter Frauenpower

Foto: Shutterstock von SergeyKlopotov

Schon merkwürdig bis kaum erklärlich, dass die härteren Gefilde von Rock-und Metal hauptsächlich von männlichen Gitarristen dominiert werden. Dabei gibt etlicher dieser Frauen, die mit brachialem Sound, abgefahrener Spieltechnik und Bühnenpräsenz in der Headbanger-Abteilung überzeugen. Hier kommen 13 der weiblichen Ikonen, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen:

Check it: Rockende Gitarristinnen in Rock und Metal

  • Kurioses Ungleichgewicht
  • E-Gitarristinnen mit Kultstatus
  • Talentierter Metal-Nachwuchs
  • Von straight bis schrill
  • Kein Anspruch auf Vollzähligkeit und keine Wertung

13 Gitarristinnen in Rock und Metal mit elektrisierter Frauenpower

In anderen musikalischen Genres kann man einen Unterschied zwischen der Anzahl männlicher und weiblicher Gitarristen nicht erkennen. Da herrscht die erwünschte und für Musiker selbstverständliche Gleichberechtigung. Ausschließlich das Können im Gesamtpaket ist ausschlaggebend. Musiker brauchen keine Frauenquote. Auffällig aber bleibt, dass das im Metal und ähnlichen harten Genres anders aussieht. Aber die Frauen, die hier ihre Fußspuren hinterlassen, machen mindestens genauso viel Druck wie die Männer. Zum Beispiel diese:

1. Nita Strauss

Eine absolute Power-Frau ist Nita Strauss. Längst hat sie sich einen immensen Bekanntheitsgrad erarbeitet. In einer von Guitar World veröffentlichten List der 10 Gitarristinnen, die man kennen sollte, belegt Nita den ersten Platz. Vinita Sandhya Strauss, wie sie mit vollem Namen heißt, ist seit 2014 die Touring-Gitarristen von Schockrocker Alice Cooper.

Nachgesagt wird Nita, sie sei Nachfahrin des Walzerkönigs Johann Strauss, was allerdings vermutlich eher ins Reich der Mythen gehört. Tatsache ist, dass sie von Steve Vai inspiriert vollkommen abgefahren Gitarre spielt und den Hardrock zelebriert. Ibanez hat ihr ein Signature-Modell auf den Leib geschnitten.

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„Alice Cooper – Nita Strauss Guitar Solo / Poison“

2. Jennifer Batten

10 Jahre lang arbeitete  Jennifer Batton für Michael Jackson und begleitete ihn bei drei Tourneen als Lead-Gitarristin. Ausgewählt wurde sie  bei  einem Casting aus 100 Gitarristen. Ein besonderes Statement hat sie insbesondere bei Gitarristen damit gesetzt, dass sie das eigentlich von Eddie van Halen eingespielte Solo zu „Beat It“ auf der Bühne locker immer wieder souverän abruft.

Umso interessanter, zumal das Solo von Eddie im Studio aus mehreren Aufnahmefragmenten zusammengemischt wurde. Jennifer spielt es in einem Take komplett durch. Im Januar 2016 wurde sie mit dem She Rocks Icon Award ausgezeichnet und in die Gallery of the Greats des Guitar Player Magazines aufgenommen.

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„Jennifer Batten – Beat It Solo“

3. Lita Ford

International bekannt wurde  Lita Ford in den 1980er-Jahren mit der Band „The Runaways“. Die Band war ausschließlich mit Frauen besetzt und machte Musik zwischen Rock’n’Roll, Punk- und Glam-Rock. Besonders in Japan waren die Runaways große Stars und gelangten auch an die Spitze der dortigen Charts. Lita Ford war die Lead-Gitarristin. 1979 startete sie eine erfolgreiche Solokarriere. Dabei nahm sie u.a. 1987 gemeinsam mit dem Prince of Darkness Ozzy Osbourne das Duett „Close My Eyes Forever“ auf, womit die beide einen Hit landeten.  Im Video dazu beeindruckt sie unter anderem mit einem Solo auf einer Doppelhals.

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„Lita Ford – Close My eyes Forever“

4. Joan Jett – keine Zeit für seichte Töne

Wohl kaum einer, der Joan Jett nicht kennt. Mit Volldampf enterte sie die von Männern dominierte Hard-Rock-Welt. Bereits 1975 gründete sie die „Runaways“,  mit denen sie etliche Erfolge feiern. Als die Band  zusammenbrach, begann Joan Jett eine Solo-Karriere. „I love Rock’n’Roll“ stammt zwar nicht aus ihrer Feder, ist aber noch immer ein absoluter Partykracher.  Mit ihrer Band The Blackhearts wurde Joan 2015 in der Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Leicht nachvollziehbar, dass Gibson sie mit einem Signature-Modell ihrer Gibson Melody Maker ehrt.

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„I Love Rock N‘ Roll – 1982“

5. Eisabeth „Lzzy“ Hale

Eine professionelle Musikkarriere war für Elizabeth „Lzzy“ Hale und ihren Bruder vorbestimmt. Bereits mit fünf Jahren lernen sie das Klavier-Spielen. Dass Lzzy wenig später zur E-Gitarre wechselte, war der Grundstein die eindrucksvolle Karriere mit ihrer Band „Halestorm“. Von Anfang an konzentrierte sie sich auf ihre Live-Performance. Und damit sicherten sie sich eine immense Fanbase in den USA und Europa. Abgeliefert haben Lzzy und ihr Bruder mit ihren Bandkollegen neun Top-10-Singles. Eine deutliche Sprache spricht der Grammy in der Kategorie „Best Hard Rock/Metal Perfornance“.

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„Lzzy Hale Performs – I Miss The Misery“

6. Merel Bechtold

Mit 15 Jahren hat Merel Bechtold mit der Gitarre begonnen. Bereits ein halbes Jahr später gründete sie die Band „Purest of Pain“. Längst ist sie erwachsen geworden und hat sich dabei kontinuierlich weiterentwickelt. In der Öffentlichkeit bekannt wurde die in den Niederlanden geborene Power-Gitarristin insbesondere bei internationalen Events und Festivals mit Bands wie Mayan, The Gentle Storm – Purest of Pain und bei Delain.

2019 ist Merel bei Delain ausgestiegen. Sie will weitere und vor allem neue Wege gehen. Kein Rosenkrieg. Es war eine stressfreie Trennung. Und ihre riesige Fangemeinde wird ihr auch bei ihren aktuellen und künftigen Projekten ganz sicher treu bleiben.

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„Purest of Pain live (Effenaar, Eindhoven)”

7. Vincent – das musikalische Kunstobjekt

Annie Clark, wie St. Vincent mit bürgerlichem Namen heißt, ist nicht wirklich einzuordnen. Ihre Musik ist mit unterschiedlichsten Stilelementen gestrickt. Zur Hard- und Heavy-Abteilung gehört sie eigentlich nicht. Es ist irgendwas zwischen Fusion und Fusion, auch mit einer Portion Soul und R’n’B garniert. Dann setzt sie wieder außerordentliche Kontraste auf ihrer Gitarre, mit absolut rockigen Sounds, beispielsweise mit fetzigen Sounds und Bottle-Neck à la Allman Brothers. Ein kunstvolles Kuriosum der besonderen Art. 2014 bekomme sie den Grammy in der Kategorie Bestes Alternative-Album. 2019 gewann St. Vincent einen Grammy in der Kategorie Bester Rock-Song mit dem Titel „Masseduction“.

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„St. Vincent performs Masseduction”

8. Ruyter Suys

Die Kanadierin Ruyter Suys hat eigentlich Kunst studiert. Während des Studiums hat sie ihr Geld mit Traktor-Fahren verdient. An der Seite ihres Mannes spielt sie in dessen Band „Nashville Pussy“. Neben dem druckvollen Gitarrensound von Ruyter profitiert die Band von ihrem Bühnenperformance und ihrer rockigen Röhre. Eine Gitarristin, von der die Headbanger bestens bedient werden.

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„Nashville Pussy – Go to Hell – live”

9. Nancy Lamoureux Wilson

Berühmt wurde Nancy als Sängerin und Gitarristen von „Heart“. Die Band ihre größten Erfolge zwischen 1975 und 1980. Das Debutalbum Dreamboat Annie erhielt Platin. Ähnlich erfolgreich war das Nachfolgealbum „Little Queen“, auf dem besonders der Singlehit „Barracuda“ herausstach. Bis heute konnte „Heart“ über 30 Millionen Tonträger absetzen. 2012 erhielt die Band von Nancy und Ann Wilson einen Stern auf dem Hollywood Wald of Fame. Ein Jahr später wurde die Band in die Rock and Roll Hall auf Fame aufgenommen. Nach kurzer Streitpause von schlappen drei Jahren haben Nancy und Ann Wilson sich wieder zusammengerauft und machen weiter.

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„Heart, Black on Black, Festival de Viña 1994”

10. Orianthi Panagaris – längst auf dem Gitarrenolymp etabliert

Eine absolute Saitenzauberin ist Orianthi Panagaris. Entdeckt wurde sie bereits 2003 von Carlos Santana. Nachdem sie bei einem Soundcheck mitspielen durfte, holte der Großmeister sie sogar beim anschließenden Gig mit auf die Bühne. Seither hat sie reichlich Erfahrung an der Seite weiterer Top-Stars gesammelt. So beispielsweise mit Prince und ZZ-Top oder im Vorprogramm der Welttour von Steve Vai

Bis Mitte 2014 spielt sie für Alice Cooper u.a. auf dem Wacken Open Air. Eigentlich sollte sie mit Michael Jackson auf Abschiedstour gehen. Zumal Jackson vorher starb, kam es zu diesen Abschiedskonzerten nicht mehr. Auch Orianthi hat einen Platz in der  Hall of Fame und zwar in der südaustralischen.  Eine Gitarristin mit beeindruckenden Fähigkeiten und einer hammermäßigen Bühnenpräsenz. Die Rock-Lady spielt ihr Signature-Modell von PRS.

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„Orianthi – Pride And Joy”

11. The Great Kat

Klassik im Speed-Metal-Gewand in Höchstgeschwindigkeit spielt die US-amerikanische Gitarristin The Great Kat. Die Shred-Spezialistin ist virtuos auf Gitarre und Geige. Wer einen Blick auf ihre Konzerte und Videos riskiert, erlebt ein absolutes und auch durchaus verwirrendes, provokantes Spektakel. Die Outfits und ihre Posen polarisieren in der Metal-Welt. Gleichermaßen umstritten ist ihr Gesang.

Keine Zweifel allerdings gibt es hinsichtlich ihrer musikalischen Fähigkeiten am Instrument. Allgemein vermutet wird, dass The Great Kat auf ihren bürgerlichen Namen Katherine Thomas nicht mehr hören wird. Wir sind gespannt, welche klassischen Stücke und Kompositionen sie in Zukunft noch schreddern wird.

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„The Great Kat live in Chicago”

12. Courtney Love

Auch richtig zur Sache geht es bei Courtney Michelle Harrison, besser bekannt mit unter ihrem Künstlernamen Courtney Love. Ab den 80er-Jahren war Courtney an diversen musikalischen Projekten beteiligt. So gründete sie die Frauenband „Sugar Babylon“, später umbenannt in „Sugar Babydoll“. Einen kurzen Abstecher machte sie als Sängerin zu „Faith No More“, spielte bei „Pagan Babies“ und „Babes in Toyland.

1988 gründete Courtney die Band „Hole“ und ging auf Tour. Vier Jahre später heiratete sie Curt  Cobaine, den legendären Frontmann von Nirvana. Nach dessen traurigem Tod gab es immer wieder Rechtsstreitigkeiten mit den Bandmitgliedern. Courtney Love hat auch als Schauspielerin an zahlreichen Produktionen teilgenommen.

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„Courtney Love Performs „Celebrity Skin“ Live”

13. Jen Majura

Nichts Geringeres als die einzige deutsche Gitarristin, die bei einer stadionfüllenden Rockband spielt, ist Jen Majura. Die Saitenakrobatin, die noch vor ein paar Jahren Gitarrenlehrerin und Messevorführerin war, tourt mittlerweile weltweit mit Evanescene. Mit ihrer außerordentlichen Bühnenpräsenz und ihren rasanten Fähigkeiten auf der Gitarre ist längst das, was von anderen Genres immer als perfektes Gesamtpaket bezeichnet wird. Ihren rasanten Erfolg innerhalb kürzester Zeit kann Jen selbst kaum glauben. Sympathisches Understatement, aber der kometenhafte Erfolg ist durchaus berechtigt.

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„Jen Majura – Evanescence Medley @ Musikmesse Frankfurt 2017“

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Ganz klar auf keinen Fall falsch verstehen: Dieser Artikel hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, ganz im Gegenteil. Es ist allenfalls ein winziger Auszug aus der Galerie der Powerfrauen an der E-Gitarre. Und selbstverständlich ist die Reihenfolge auch keine Wertung. Falls ihr der Meinung seid, weitere rockige E-Gitarristinnen sollten in diesem Artikel erscheinen, schreibt uns das gerne in den Kommentaren.

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Es gibt zahlreiche Gitarristinnen, mit Kultfaktor und immensem Können. Wenn auch du das Instrument spielen möchtest, interessierte dich bestimmt dieser Artikel: „Der perfekte E-Gitarren-Sound“.

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