8 Fehleinschätzungen über das Bass-Spielen

Eine liebgemeinte Hommage an die E-Bassisten

| Foto: Shutterstock von Roman Voloshyn

Über Bassisten wird in Musikerkreisen gerne mal gefrotzelt. Glücklicherweise sind die meisten nicht hypersensibel und geben es ihren Band- und Musikerkollegen mit gleicher Münze zurück. Das ist aber keinesfalls alles, was in der öffentlichen Meinung über den Bass kursiert. Um auch interessierten Einsteigern eine ehrliche Einschätzung zum Bass lernen zu ermöglichen, hier 8 Fehlschätzungen über das Bass-Spielen:

Check it: Fehleinschätzungen über das Bass-Spielen

  • Bass-Spielen und Bass lernen ist leicht
  • Der Einstieg auf dem Bass ist simpel
  • Einfach, weil nur Einzeltöne gespielt werden
  • Saiten lassen sich leichter treffen
  • Rudimentäres Tonmaterial
  • Schlamp-Möglichkeit wegen tiefer Frequenzen

Fehleinschätzungen über das Bass-Spielen – weshalb manches verkannt wird

Du bist von dem Instrument aus der elektrischen Tieftonabteilung fasziniert. Noch überlegst du, ob du dir einen Bass zulegen solltest und das auch schaffen kannst. Vielleicht können diese Einschätzungen für dich eine Entscheidungshilfe sein. Einschätzungen fernab von Glorifizierung und Werbestatements. Wir würden uns freuen, dich in der Bassisten-Familie begrüßen zu dürfen. Aber auch so viel Wahrheit gehört zu deiner realistischen Einschätzung:

 1. Bass-Spielen und Bass lernen sind leicht

Immer wieder wird behauptet, E-Bass zu spielen sei simpel, zumindest im Vergleich mit dem angeblich weitaus komplexeren Gitarre-Spiel. Etliche Musikerwitze grassieren zu diesem Thema und setzen die selbstüberschätzenden Finger in die vermeintliche Wunde. So viele, dass sich komplette Wände in Eventlocations damit tapezieren ließen. Zugegen, in den Anfangstagen von Rock’n’Roll und Co. haben viele Gitarristen den Bass-Part übernommen. Das heißt noch lange nicht, dass vernünftiges Bass-Spiel leichter ist. Das hatte vollkommen andere Gründe.

In der aufkeimenden Rock’n’Roll-Zeit war es oftmals so, dass zu vielen Gitarristen häufig zu wenige Bassisten gegenüberstanden. Auch wird oftmals verkannt, dass gerade in den amerikanischen Hochburgen von Blues, Swing und Co. an die Bassisten weitaus höhere Ansprüche gestellt wurden als an die Gitarristen. Immerhin waren die Kollegen aus der Tieftonfraktion zumeist Blechbläser als auch Saitenakrobaten. Üblich war es in den Ensembles, Orchestern und Bands damaliger Zeit, dass die Bassisten zunächst die Tuba und dann eben auch noch das vollkommen artfremde Instrument – den E-Bass – beherrschten. Mitnichten war der übliche Weg der vom bundfreien Kontrabass zum bundierten E-Bass.

Schon damals waren die Anforderungen an Bassisten sogar höher | Foto: Shutterstock von LaInspiratriz

2. Der Einstieg auf dem Bass ist simpel

Gerade anfangs spielt man auf dem E-Bass nur einen Ton zurzeit, häufig den Grundton des jeweiligen Akkords. Das kann doch kein wirkliches Problem sein. Ton niederdrücken, Saite anschlagen und gut. Tja, wenn das wirklich so simpel wäre. Die Saiten des Basses sind gerade für Einsteigerfinger vor allem eines: verdammt fett.

Einen einzigen Ton herauszukitzeln ist nicht schwer, aber es wird nicht bei dem einen bleiben. Die Kraft insbesondere untrainierter Finger ist begrenzt. Führt der simple Blues-Lauf über den kleinen Finger, fängt der an zu zappeln. Die Blasen an den Fingerkuppen bilden sich definitiv schneller als die so dringend benötigte Hornhaut.

3. Einfach, weil nur Einzeltöne gespielt werden

Beginnende Gitarristen beklagen sich nicht selten über die für ihre noch nicht spreizfähigen Finger weit auseinanderliegenden Bünde. Immerhin müssen sie recht bald Akkorde auf drei nebeneinanderliegenden Bünden spielen; spätestens beim vierten Bund jaulen die Finger unmissverständlich hörbar auf. Und dann fällt der fälschlicherweise neidende Blick auf die Bassisten, die wenigstens im Anfangsstadium nur einen Ton greifen.

Weshalb sollte es eine Anforderung für die Spreizfähigkeit der Finger sein, von einem Ton zum nächsten zu gelangen? Vollkommen verkehrt gedacht, die Bünde beim Bass liegen deutlich weiter auseinander, auch die Saitenabstände sind größer. Zugleich aber bleibt es Tatsache, dass jedem Finger ein Bund zugeordnet wird, die Hand zwar Lagenwechsel mitmachen, aber nicht unmotiviert hin- und herwandern soll. Faktisch ist die benötigte Spreizfähigkeit der Finger ein Vielfaches höher, als von Gitarristen verlangt wird.

Die Finger müssen weitaus mehr gespreizt werden | Foto: Shutterstock von Boris Bulychev

4. Bass-Saiten lassen sich mit der Anschlagshand leichter anspielen

Na ja, diese These hat gleich mehrere Komponenten. Zunächst triffst du die Saiten aufgrund der Abmessungen und des Saitenabstands besser als die einer Gitarre. Soweit lässt sich diese Behauptung kaum widerlegen. Allerdings lautet die Anforderung nicht, sie einfach nur zu treffen, sondern nuanciert und mit der beabsichtigten Lautstärke und Dynamik anzuspielen; gleichgültig, ob mit den Fingern oder per Plektrum.

Und die Fülle der Saite wird dich in dieser Hinsicht vor besondere Herausforderungen stellen. Die machbare Klangvielfalt allein einer einzigen Basssaite ist so vielschichtig, eben weil sie so dick ist. Das will sagen: Ja, sie lassen sich besser treffen. Aber jeder Anschlag muss definiert werden und perfekt sitzen.

5. Der Bassist liefert nur den Grundton und vielleicht noch einen zweiten

Glücklicherweise ist das in ernstzunehmenden Bands vollkommener Mumpitz. Erst durch den facettenreichen Einsatz des Basses wird dem Song das Leben im Tieftonkeller eingehaucht. Der Bassist hält voller Souveränität den Groove gerade, zugleich setzt er mit seinem Spiel rhythmische als auch harmonisch interessante und stimmige Akzente.

Mit seinen Leit- und Übergangstönen legt er den roten Teppich, auf dem die anderen sich austoben zum können. Und wie kaum ein anderer hält er die Fäden des musikalischen Netzes zusammen. Letztlich ist er nichts Geringeres als das Bindeglied zwischen dem rein rhythmischen Drummer und dem tonal orientierten Rest der Band. Nur mit dem Grundton ist da nicht viel möglich.

Fernab von Grundton und Terz | Foto: Shutterstock von PrinceOfLove

6. Basslinien sind viel weniger komplex

Selbst wenn der E-Bass komplex groovende, treibende oder auch beruhigen Linien abliefert, auch dann, wenn es eben nur um den simplen Grundton oder den Wechselbass geht, steht immer der einzelne Ton im Mittelpunkt. So viel so gut. Aber während Gitarristen, Keyboard und Co. sich um diesen unmittelbaren Fokus zuweilen herummogeln können, hat der Bassist diese Chance nicht ansatzweise.

Er muss jeden Ton präzise auf den Punkt abliefern. Tut er das nicht, fällt das unmittelbar und sofort auf. Rutscht mal eine Passage daneben, werden sofort dämliche Blicke im Raum verteilt. Der Bassist liefert das Fundament. Der darf nicht wackeln. Eine Frage dessen, wie viel Verantwortung du übernehmen kannst und möchtest.

7. Beim Bass kann man schlampen, tiefe Frequenzen überdecken alles

Ganz im Gegenteil: Ob das Fundament wackelt, hört man sofort. Beim Bass geht es um äußerste Präzision. Und das nicht nur in der Frage, ob der gespielte  Ton absolut korrekt gestimmt ist, sondern im Besonderen auch hinsichtlich des präzisen Timings. Nicht zu vergessen, dass jeder einzelne Ton mit der gewollt ruhevollen oder eben abwechslungsreichen Dynamik gespielt wird.

Oder drücken wir’s mal anders aus: Fast jeder Musiker kann sich in einer üblichen Band auch mal kurzzeitig verstecken. Der Bassist nicht. Und dabei sprechen wir bei dieser präzisen Spieltechnik nicht von „höher, schneller, weiter“, bei dem man auch Fehler als beabsichtigte Nuancen hinstellen kann. Selbst bei langsamen Passagen muss der Bass höchst präzise abliefern.

Gerade wegen der tiefen Frequenzen ist Präzision oberstes Gebot | Foto: von Anton Mislawsky

8. Bass-Spielen kann man sich ohne Lehrer draufschaffen

Ein immer wieder auftauchendes Thema, das – zugegebenermaßen – nicht nur den Bass betrifft. Selbstverständlich kann man Instrumente auch als Autodidakt lernen, etwa über YouTube-Tutorials und vieles mehr. Tatsache aber ist, dass die Resultate oftmals fragwürdig bleiben. Insbesondere deshalb, weil das direkte Feedback eines kompetenten und erfahrenen Musikers unterbleibt. Und das einzige Sichere an einmal eingeübten Fehlern ist, dass man sie so schnell nicht wieder loswird. Dafür hat man sie zu konsequent immer wieder einstudiert.

Beim Bass ist das keinesfalls anders. Es gilt das gleiche Prinzip. Egal ob on- oder offline, ein Instrumentallehrer erkennt nicht nur, was aktuell richtig oder falsch läuft. Zugleich weiß er aus Erfahrung, welche Schritte sinnvollerweise als nächste gegangen werden müssen. Die vermutlich einzigen Musiker, die relativ eigenständig umschulen können, sind geschulte Kontrabassisten oder Gitarristen, zumal sie die Phasen bereits auf dem artverwandten Instrument durchlaufen haben.

Überflüssige Fehler beim Bass lernen, auf die du gerne verzichten darfst

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, solltest du nicht einfach ins Blaue hineinüben. Der Bass ist ein recht physisch zu bespielendes Instrument, eines, das von Anfang an nach der richtigen Spieltechnik verlangt. Und da kann man durchaus einiges verkehrt machen. Hier einige überflüssige Fehler beim Bass lernen, die du lieber nicht machen solltest. Wo wir schon mal bei den Fehleinschätzungen sind, widmen wir uns der Sache noch mal aus praktischer Sicht. Hier kommen einige häufige Fehler beim Bass lernen, die du lieber nicht machen solltest.

Check it: Fehler beim Bass lernen identifizieren und vermeiden

  • Bedeutung der Rückmeldung durch Bass-Lehrer
  • Schlampige Finger- und Handhaltung
  • Timing-Festigkeit zu wenig beachtet
  • Üben trotz mangelnder Konzentration
  • Zu lange Fingernägel als Tonbremse
  • Instrument schlecht eingestellt
  • Zu unregelmäßig üben

1. Fehler beim Bass lernen nicht erkennen

Angesichts der zahllosen How-to-Play-Videos auf YouTube und Co. ist es durchaus möglich, Bass als Autodidakt zu lernen. Sofern du das entsprechende Durchhaltevermögen besitzt, das Thema mit dem nötigen Engagement und einer Portion Talent angehst, kann das funktionieren. Dabei besteht allerdings das Problem, dass sich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit Fehler etwa in der Haltung, Griff- und Anschlagtechnik einschleichen werden. Und mit denen spielst du fröhlich weiter, sie sind dir ja nicht mal bewusst.

Dabei gibt es schlichtweg nichts, was man sich konsequenter antrainiert als unerkannte Fehler beim Bass lernen; gerade dann, wenn man sich vollkommen alleine durch die Lektionen kämpft. Umso wichtiger sind die Hilfestellung, Anleitung und das Feedback eines Bass-Lehrers, einer Bass-Lehrerin oder eines versierten Bassisten. Anfangs weißt du selbstverständlich nicht, was richtig ist.

Im Umkehrschluss, ist dir auch nicht bewusst, was man alles verkehrt machen kann. Tatsächlich aber sind die ersten Schritte die wichtigsten schlechthin. Immerhin legst du mit den Basics das Fundament für alles weitere. Du solltest keinesfalls am falschen Ende sparen. YouTube-Videos können dich unterstützen, aber die Rückmeldung von bereits Wissenden ist immens wichtig.

Ohne direkte Rückmeldung von Lehrer nicht sinnvoll | Foto: Shutterstock von Evandro Andrade

2. Mit schlampiger Hand- und Fingerhaltung spielen

Die verkehrte Finger- und Handhaltung ist nicht nur einer der typischen Fehler beim Bass lernen, stattdessen nicht nur im übertragenen Sinne eine Handbremse. Wenn du den Hals umfasst wie eine Schneeschaufel, stehst du dir selbst im Wege, zumal du den Fingern und dem Handgelenk den für das flüssige Spiel notwendigen Bewegungsspielraum stiehlst. Verbleibt die Frage, wie die korrekte Fingerhaltung aussieht.

Bekannt ist dabei die sogenannte Tennisballhaltung. Du hältst die Greifhand so, als würdest du darin einen Tennisball halten. Die Hand wird hohl, die Finger werden leicht gerundet sein. Exakt diese Haltung überträgst du nun auf den Hals des Basses, wobei der Daumen etwa gegenüber dem Mittelfinger liegen soll. Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinem Finger wird jeweils ein Bund zugewiesen. Hand und Finger werden nicht zusammengezogen. Der notwendige Druck entsteht nicht durch übertrieben starkes Aufsetzen des jeweiligen Fingers auf der Bass-Saite, sondern aus dem Klammergriff zwischen Daumen und Finger. Der Daumen ist die Stütze und sorgt für die größtmögliche Effizienz beim Greifen der einzelnen Töne. Jede falsch verstandene Schonhaltung wäre einer der Fehler beim Bass lernen.

Stell dir vor, du hältst einen Tennisball in der Hand | Foto: Shutterstock von luckyraccoon

3. Anforderungen an Finger und Co. unterschätzen

Die Anforderungen an die Finger, die Hand und das Handgelenk sind beim E-Bass immens. Die Saiten sind fett, die Bünde liegen vergleichsweise weit auseinander, der Hals ist breit. Ja, selbstverständlich ist nicht dein Hals gemeint, sondern der des Basses. Dass du auf dem Bass üblicherweise Einzeltöne und keine Akkorde spielst, ändert nichts an der Tatsache, dass das Instrument dir rein physisch eine Menge abverlangt. Nur folgerichtig müssen deine Finger inklusive Hand, Handgelenk und Unterarm ausreichend trainiert sein. Du bist gewissermaßen der musikalische Athlet aus dem Tieftonkeller.

Das Kuriose daran: Hand und Finger sollen ausreichend kräftig, dehnfähig und beweglich sein, um hinterher beim Bass-Spielen so wenig Kraft wie nötig ausüben zu müssen. Deine Finger sind dein Werkzeug. Und jeder Handwerker weiß: Je besser das Werkzeug, umso besser das Resultat. Wichtig ist es, Muskeln, Sehnen und Gelenke aufzuwärmen und auch ohne das Instrument zu dehnen und zu spreizen. Der Sprung ins sprichwörtlich kalte Wasser wäre ein typischer Fehler beim Bass-Lernen.

4. Aus Bequemlichkeit nicht alle Finger einsetzen

Vollkommen menschlich ist, dass die Finger der Greifhand unterschiedlich stark und beweglich sind. So sind der kleine Finger als auch der Ringfinger ihren Kollegen auch im Alltag meistens weit unterlegen. Aus Bequemlichkeit könnte man nun einfach auf den die beiden schwächeren Finger verzichten, das aber wäre ein eklatanter Fehler beim Bass-Lernen.

Deine Möglichkeiten vernünftige Lines, Grooves und Pattern zu spielen, wären überaus eingeschränkt. Der Hand würde vermutlich schon bei einem simplen Walking Bass schwindelig werden. Auch wenn das anfangs sicherlich nicht einfach ist, solltest du konsequent die Grundregel beibehalten, erstens alle vier Finger zu nutzen und zweitens jedem dieser Finger einen Bund zuzuordnen.

Keine Schonhaltung einnehmen, lieber alle Finger trainieren | Foto: Shutterstock von luckyraccoon

5. Finger weit vom Griffbrett entfern halten

Und wo wir schon mal bei den Fingern der Greifhand sind, kommen wir zu einem weiteren überflüssigen Fehler beim Bass-Lernen. Nicht selten zu beobachten ist, dass Einsteiger am Bass die gerade nicht benötigten Finger der Greifhand weit weg vom Griffbrett halten. Sei es, dass sie glauben, auf diese Weise mehr Kontrolle über den gerade gegriffenen Ton zu haben. Möglichweise wissen sie auch einfach nicht, wohin damit. Und exakt auf diese Weise schaffen sie sich durchaus vermeidbare Probleme aus gleich mehreren Gründen.

Je weiter die Finger vom Griffbrett entfernt sind, umso länger ist automatisch die Strecke, die sie für den nächsten gegriffenen Ton zurücklegen müssen. Das kostet Zeit. Als Musiker hast du alle Mögliche, aber ganz sicher keine Zeit. Hinzu kommt, dass die gerade nicht greifenden Finger oftmals eine weitere Aufgabe haben, nämlich Saiten abzudämpfen. Auch das ist ein Grund dafür, sämtliche Finger nahe am Griffbrett zu halten.

6. Aus Nachlässigkeit nicht mit Metronom üben

Der E-Bass ist üblicherweise ein typisches Band-Instrument. Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber die sind ungefähr so häufig wie ein Leuchtturm in der Wüste. Gemeinsam mit Drummer bildet der Bassist als Tieftonlieferant das Rhythmus- und Timing-Fundament. Das heißt vor allem: Du musst Timing-fest sein. Und diese Fähigkeit fällt keinesfalls vom Himmel. Vielmehr bedeutet das harte Arbeit. Solange du alleine spielst, kannst du dir das vermeintlich korrekte Timing noch zusammenlügen. Spätestens dann, wenn du mit anderen gemeinsam spielst, beispielsweise im Schulorchester oder im Bandgefüge, kommst du an deine Grenzen, wenn du das Timing, Taktgefühl und das Tempo nicht ausgiebig trainiert hast.

Viele Optionen gibt es in dieser Spezialdisziplin nicht. Die übliche Lösung ist es, mit einem Metronom zu spielen. Bei deinen ersten Versuchen wirst du vermutlich erstaunt sein, wie schnell du dich selbst aus der Kurve haust. Zum gnadenlos unbeirrbaren Takt des Metronoms zu spielen ist weitaus schwieriger, als man auf Anhieb annehmen würde. Das Problem ist kurioserweise unser eigener Herzschlag.

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Automatisch orientiert man sich unterbewusst am Pulsschlag. Der Puls schlägt aber erstens nicht immer in derselben Geschwindigkeit und zweitens in der Regel nicht in der Geschwindigkeit des jeweiligen Songs oder der Vorgabe des Metronoms. Hirn und Herzschlag müssen entkoppelt werden. Und das schafft man nur mit einem Taktgeber. Alternativ kann man auch beispielsweise zu den Grooves auf einem Drum-Computer oder einem Keyboard üben. Dann wird es weniger monoton. Das Timing zu vernachlässigen, ist einer der eklatanten Fehler beim Bass-Lernen schlechthin.

7. Trotz mangelnder Konzentration üben

Lernen funktioniert nicht ohne Konzentration. Das wird leider oftmals vergessen. Immer wieder kann man beobachten, dass Einsteiger auf ihren Instrumenten hypermotiviert stundenlang bis zur Erschöpfung üben und ihr Ziel geradezu mit der Brechstange erreichen wollen. Wirklich weiterbringen wird dich das nicht. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Fingerkuppen, die Greifhand und die Gelenke schmerzen. Im dümmsten Fall könnte sich sogar eine Sehnenscheidenentzündung entwickeln, die dich um Wochen bis Monate zurückwerfen würde.

Wenn du stundenlang ununterbrochen irgendwelche Fingersätze oder Skalen runterspielst, hat sich zudem deine Konzentration längst verabschiedet. Ab einem gewissen Punkt machst du da irgendwas, ohne darüber nachzudenken, was du machst. Eine konzentrierte Eigenkontrolle ist dir nicht mehr möglich. Und somit wirst du dich ab diesem Moment nicht mehr verbessern, stattdessen schleichen sich wiederum Fehler beim Bass-Lernen ein. Übertreibe die Lern-Sessions nicht. Lieber eine halbe Stunde, dann machst du Pause und entspannst dich, um dann wieder erholt und konzentriert die nächste Runde einzuläuten.

Wenn die Konzentration weg ist, mach Pause! | Foto: Shutterstock von Lepusinensis

8. Mit zu langen Fingernägel spielen

Wer hätte das gedacht, da kommen wir Thema der überflüssigen Fehler beim Bass-Lernen auch noch zur Maniküre. Eine wirklich unnötige Unsitte ist es, mit zu langen Fingernägeln zu spielen. Mag ja sein, dass die langen Fingernägel cool aussehen, möglicherweise sind sich auch noch grell lackiert. Nun ja, du bist Bassist und keine Laufsteg-Diva. Abgesehen davon, dass die Nägel im dümmsten Fall das Griffbrett deines Instrumentes zerkratzen könnten, geht es insbesondere darum, die Saiten vernünftig mit der Fingerkuppe greifen zu können.

Sind die Nägel zu lang, können die Kuppen aber nicht mehr im richtigen Winkel aufgesetzt werden. Stattdessen würde der Winkel und somit die gesamte Fingerhaltung zu flach werden. Das wieder geht zulasten des präzisen Greifens und in der Folge der sauber klingenden Töne. Sorry, aber dein Styling wird sich anpassen müssen.

9. Schlecht eingestellte Instrumente bringen dich nicht weiter

Ein Bass kann nur mit gut eingestellt seine Aufgaben erfüllen. Dein Problem als Einsteiger ist: Du wirst kaum wissen, wie eine vernünftige Einstellung aussieht. Du benötigst eine anständige Saitenlage. Die gegriffenen Töne müssen ohne Nebengeräusche klingen. Sattel und Steg müssen aufeinander abgestimmt sein und wenn der Hals einem Flitzebogen ähnelt, geht ohnehin nichts mehr. Es gibt diverse weitere Details, die bei der Einstellung zu beachten sind.

Einige der Schritte könntest du mit ein bisschen handwerklichem Geschick selbst vornehmen. Im Web stehen geradezu endlos Informationen in Ratgeber- oder Videoformat parat. Fraglich bleibt jedoch, ob das Resultat wirklich schlüssig ist. Halte dir vor Augen, dass du nur mit einem gut eingestellten Instrument Fehler beim Bass-Lernen vermeiden kannst. Letztlich ist es der Grundstein für alles, was da noch kommen will. Der Gang zum Fachmann lohnt sich durchaus.

10. Nicht häufig und regelmäßig genug üben

Gleichgültig, welches Instrument man lernen möchte, grundsätzlich muss man ein Gefühl dafür entwickeln und das eigene musikalische Gedächtnis trainieren. Das kann nur funktionieren, wenn man wirklich regelmäßig spielt. Es ist schlichtweg sinnlos, an einem Tag vier Stunden lang zu üben und an den folgenden drei Tagen das Instrument nicht in die Hand zu nehmen. Weitaus zielführender ist es, jeden Tag eine halbe oder dreiviertel Stunde konzentriert zu spielen. Idealerweise machst du das mit einem zuvor festgelegten Lehrplan. Selbstverständlich wird es Tage geben, an denen du keine Lust oder schlichtweg keine Zeit hast. Dann bringt es herzlich wenig, dich trotzdem herumzuquälen. Aber lass solche Aussetzer nicht zur Regelmäßigkeit werden. Jede zu große Pause wirft dich auf deinem Weg um Längen zurück.

Es gibt zahlreiche weitere Tipps, die dir als Einsteiger auf dem Bass beim fehlerfreien Lernen helfen könnten. Gerne werden wir unsere Hilfestellungen für dich alsbald fortführen und ausweiten. Jetzt aber wünschen wir dir erstmal viel Spaß und Erfolg beim effizienten Bass-Lernen.

Fazit

Unter dem Strich wollen wir dich auf keinen Fall davon abhalten, Bass zu spielen. Nur solltest du die Entscheidung bewusst und mit den richtigen Voraussetzungen treffen. Willst du nur deshalb Bassist sein, weil du das Instrument für das einfachste schlechthin hältst, bist du falsch beraten. Gleiches gilt für die durchaus vermeidbaren Fehler beim Bass-Lernen; die Aufzählung soll dich nicht abschrecken. Sie soll dich motivieren, von Anfang an auf die Details zu achten. Umso schneller erreichst du dein Ziel.

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Auch die Wahl der Bass-Saiten ist für dein Spiel sehr bedeutend. Welche Varianten es gibt und welche Vor- und Nachteile diese bietet, erfährst du in unserem Artikel zum Thema „E-Bass-Saiten Unterschied“.

Keine Kommentare zu “8 Fehleinschätzungen über das Bass-Spielen”
  1. Christoph Heckmann

    Gut aufgedröselt. Leider gab es noch kaum ausgebildete! Bassisten, als ich anfing aus der Not heraus Bass zu spielen.. Aber ich denke das ich das ganz gut hinbekommen habe… Wenn auch der weg ein holpriger war.

    Antworten
  2. Fred Forster

    Wnn man es 50 Jahre lang gemacht hat, ist es tatsächlich nicht besondrs schwer, zumal man links eine früher ungeahnteSpannweite antrainiert hat.

    Antworten
  3. Klappt das Bass spielen auch mit kurzen Fingern? Hab da meine Zweifel die Spannweite zu erreichen?

    Antworten
    • Klaus Schöffel

      Aber sicher geht das. Das beste, aber leider nicht mehr lebende Beispiel war Dusty Hill von ZZ Top.

      Antworten
  4. Steff Madman Meyer the Indian

    Kommt immer darauf an was man machen will auf dem Bass! Da gibt es eine sehr weite Spanne, simple Grundtonbegleitung bis zu melodisch virtuosen Sachen!

    Antworten
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