Tipps für die Bandprobe – Effizienz, Konzentration und Spaß!

Stolpersteine bei der Probe konsequent aus dem Weg räumen

Foto: Pexels von cottonbro studio

Immer wieder monotone und unorganisierte Bandproben machen jeder Newcomer-Band den Garaus. Dabei gibt es diverse Aspekte, mit denen ihr weitaus besser und zugleich schneller ans Ziel kommt, ohne die Freude an der Sache zu verlieren. Ein Ausflug zwischen Effektivität und Spaß mit ein paar Tipps für die Bandprobe.

Check it: Tipps für die Bandprobe

  • Organisiert und bestens vorbereitet
  • Gesamt- und Einzellautstärke runter
  • Monitorpositionen bedenken, mit Ohrhörern arbeiten
  • Zur Sache kommen und schwere Parts separat proben
  • Sounds bei der Probe vernachlässigen
  • Aufgaben verteilen

Tipps für die Bandprobe Nr. 1 – unorganisiert bringt gar nix

Eine unorganisierte Probe entwickelt nicht selten eine unangenehme Eigendynamik. Bevor man überhaupt angefangen hat, wird derart viel durch die Gegend geklimpert, bis die kostbare Zeit einfach verschwunden ist. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal. Ihr wollt euch aber nicht gegenseitig anöden, sondern vorankommen und motivierenden Erfolgserlebnisse mit nach Hause nehmen. Das kann nur strukturiert und organisiert funktionieren, ohne dass jemand euch dabei den so wichtigen kreativen Freiraum nehmen will.

Aber selbst die Kreativität benötigt Struktur. Und so wird bereits vor der Probe festgelegt, was ihr überhaupt vorhabt. Und zwar so frühzeitig, dass jeder einzelne Musiker ausreichend Zeit hat, sich vorzubereiten und die Songs, Parts und Besonderheiten einzustudieren. Denn ganz klar – und das ist einer der elementaren Tipps für die Bandprobe – die Probe ist nicht der Ort für individuelles Üben. Vielmehr muss jedem klar sein, dass er die konzentrierte Probe förmlich zerstört, wenn die eigenen Parts nicht sitzen. Bereits ein verschlafen unvorbereiteter Musiker kann die komplette Band ausbremsen.

Tipps für die Bandprobe Nr. 2 – Material muss rechtzeitig vorhanden sein

Natürlich nehmt ihr euch bei der Probe Zeit, euch warmzuspielen und jammend zu grooven. Diese Phase aber muss deutlich begrenzt sein. Dann geht’s mit dem hoffentlich vorhandenen Material wie Lead-Sheets, Noten oder besser noch auswendig an das eigentlich Einstudieren im Bandkontext. Sofern jeder sich den Song zuvor draufgeschafft hat, wird es im Proberaum oftmals noch um die Abstimmung der Tonart gehen. Die entscheidet sich immer an der Sängerin oder Sänger.

Die Klampfen könnt ihr umstimmen, das Keyboard kann transponieren; und dem Drummer ist die Tonart ohnehin egal. Den Stimmakrobaten dürfte das schwieriger fallen, die kommen bei manchen Tonarten an ihre natürlichen Grenzen und sollen ja auch im bestmöglichen Stimmbereich singen, shouten oder growlen dürfen. Die Festlegung der Tonarten gehört demnach zu den wenigen Vorbereitungen die ihr nur schwerlich im Vorfeld der Probe umsetzen könnt.

Organisiert improvisieren und konzentrieren | Foto: Shutterstock von Pavel L Photo and Video

Tipps für die Bandprobe Nr. 3 – Lautstärke und Geräuschkulisse niedrig halten

Lediglich eines der typischen Laster von Bands im Proberaum ist es, die Instrumente als auch den Mischer viel zu laut zu fahren. Es ist und bleibt ein leidiges Thema, das nicht selten für hitzige Diskussionen sorgt. Unbedingt verständlich ist es, dass jeder sich selber hören und gehört werden will. Die herkömmliche und gleichermaßen verkehrte Maßnahme ist es, die Potis immer weiter aufzudrehen, bis sie letztlich am Anschlag sind. Das Resultat ist ein förmlich undurchdringlicher und gleichermaßen Feedback-geschwängerter akustischer Matsch.

Immerhin befindet ihr euch gerade nicht auf einer großen Bühne, wo ihr euch zumindest theoretisch in Sachen Lautstärke austoben könntet. Der Raum ist begrenzt und in den meisten Fällen auch beengt. Sobald sich die Instrumente lautstark auftürmen, lässt sich schlichtweg nichts mehr auch nur annähernd differenziert wahrnehmen. Einer der grundlegenden Tipps für die Bandprobe lautet: Runter mit der Lautstärke. Der Proberaum ist nicht der passende Ort für brachial lautstarke Exzesse.

Lautstärke muss runter, Signale müssen transparent verteilt werden | Foto: Shutterstock von RidgebackStudio

Tipps für die Bandprobe Nr. 4 – Überlegen, welche Instrumente verstärkt werden

Verstärken muss man eigentlich nur noch das, was bauartbedingt im Gesamtkontext untergehen würde, also beispielsweise den Gesang oder reinweg akustische und dementsprechend leise Instrumente wie etwa den Gesang oder die Westerngitarre. Ob die E-Gitarre, der Bass oder sogar das Drumset noch mikrofoniert werden sollten, darüber existieren in Musikerkreisen unterschiedliche Philosophien. Sicherlich wird in der Regel das Keyboard auf die Monitore geschickt. Und auch bei anderen Instrumenten wie der E-Gitarre kann es sinnvoll sein, um von einem homogenen Gesamtmix zu profitieren.

Die Hauptsache ist, dass die Gesamtlautstärke maßgeblich reduziert wird. Gitarristen könnten zum Beispiel die Lautstärke am Verstärker bei gleichzeitig vernünftigem Sound reduzieren, wenn sie mit einem Power Soak arbeiten. Damit können auch Röhrenverstärker in die Sättigung getrieben werden, mit der sie am besten klingen. Zugleich wird der Ausgangspegel bei reduzierter und kontrollierter Lautstärke gesenkt.

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Tipps für die Bandprobe Nr. 5 – Position der Lautsprecher bedenken

Klar, auf einer Bühne ist es Standard und auch notwendig nahezu sämtliche Signale über die PA zu schicken; vereinfacht ausgedrückt also von den Instrumenten und Mikrofonen über den Mischer an die Endstufen und anschließend an die PA-Lautsprecher. Die stehen im Regelfall irgendwo über eurer Kopfhöhe oder sind geflogen. Nun ist der schneidige Rockmusiker gerne mal zu glauben geneigt, das sei dann auch die richtige Position für die Höhe der Lautsprecher im Proberaum. Nur liegen dabei leider mindestens zwei Denkfehler vor.

Auch auf der Bühne sind die PA-Boxen nicht dazu gedacht, die Band zu beschallen, stattdessen das Publikum. Die Musiker selbst hören sich über die Monitoranlage oder eben über das InEar-Monitoring. Positioniert ihr die Speaker im Proberaum auf Ohr-Höhe, ist die Feedback-Anfälligkeit mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ziemlich hoch. Im engen Raum ist es schon aus diesem Grund oftmals sinnvoller auf Floor-Monitore zu setzen, auf die sogenannten Wedges.

Somit sind die Signale einfach schneller am Ohr und können besser identifiziert werden. Lediglich einer der Tipps für die Bandprobe lautet demnach: Seid euch dessen bewusst, euch in einer speziellen Umgebung zu befinden und überdenkt das Konzept der Lautsprecherpositionierung. Tatsächlich ist es sinnvoll, lieber auf mehrere Monitore an euren jeweiligen Positionen zu setzen, als eine Beschallung für alle gemeinsam zu organisieren.

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Tipps für die Bandprobe Nr. 6 – Sinnvollerweise mit Ohrhörern arbeiten

Noch sinnvoller ist es allein schon deshalb, damit eure Ohren nicht geschädigt werden, auch und gerade im Proberaum mit Kopfhörern bzw. Ohrhörern zu arbeiten. Zugegeben manche Musiker fühlen sich damit ein wenig eingeengt; ihnen fehlt damit der unmittelbare Bezug zur Umgebung. Das aber ist ein lediglich ein Gewöhnungsprozess. Tatsache bleibt, dass man damit die jeweils gewünschten Signalquellen weitaus differenzierte hören kann, als wenn die eigenen Lauscher den Frequenzsalat aus dem freien und nicht minder mit unterschiedlichsten Tönen und Frequenzen befüllten Raum filtern müssen.

Immerhin steht euch darüber die Möglichkeit zur Verfügung, die Instrumente gemäß ihrer natürlichen Lautstärke gewissermaßen abzufangen und somit zu einem transparenten Klangbild zu gelangen, wie das im Proberaum kaum möglich ist. Zugleich erreicht ihr damit einen effizienten Gehörschutz, etwa gegen die Knallgeräusche des Drummers, der außer konsequentem Abdämpfen gar keine andere Möglichkeit hat, wirklich leise zu spielen.

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Tipps für die Bandprobe Nr. 7 – Nicht lange quatschen

Als Musiker stehen wir ja eigentlich zu unserem kreativen Chaos; auch dass wir uns persönlich oftmals ein wenig neben der Spur bewegen, wollen wir eher als sympathischen Wesenszug verstanden wissen. Doch bei der Probe müssen wir uns konsequent am Riemen reißen. Der Taxameter läuft. Vielmehr wichtig ist es, rechtzeitig mit gepflegten und bestens gestimmten Instrumenten schnellstens an den Start zu begeben.

Dabei sollte zuvor festgelegt sein, wer zum Beispiel den Einzähler liefert, wobei es sich in den meisten Fällen vermutlich um den Schlagzeuger handeln wird. Ganz wichtig dabei ist es, dass in den kurzen Pausen nicht ständig herumgeplappert wird und auch nicht permanent auf den Instrumenten geklimpert wird. Die Ruhe vor dem Sturm bedeutet, dass man sich entweder vernünftig miteinander austauschen muss, ohne nervig gestört zu werden. Also nicht, dass etwa eine quietschende Gitarre einem ständig ins Wort fällt. Auf der anderen Seite dienen diese Momente für Rückfragen und eben grundsätzlich der Konzentration aufs Wesentliche. Wer nicht dran ist, bleibt bitte einfach stumm.

Tipps für die Bandprobe Nr. 8 – Songs in Parts durchspielen

Auch in zeitlicher Hinsicht hat kein Mensch etwas davon, wenn ihr einen Song mit sämtlichen Fehlern behaftet von Anfang bis Ende durchspielt und anschließend das Gefühl habt. „Hm, das war’s nicht.“ Tatsächlich ist das pure Zeit- und Energieverschwendung. Lieber nehmt ihr euch die einzelnen Parts, spielt die korrekt und auf den Punkt gebracht durch.

Durchaus zu erwarten ist, dass es an der einen oder anderen Stelle haken wird; seien es beispielsweise die Übergänge. Frei von Schuldzuweisen stellt ihr fest, wo es noch Schwierigkeiten gibt. Im nächsten Stepp werden die problematisch anspruchsvollen Stellen so häufig durchgespielt, bis sie fehlerfrei sitzen. Und erst dann setzt ihr das Puzzle zusammen und spielt den Song im korrekten Tempo von Anfang bis zum glorreichen Finale.

Schwierige Parts separat und bei langsamem Tempo durchspielen | Foto: Shutterstock von Y.P.photo

Tipps für die Bandprobe Nr. 9 – Sounds vernachlässigen

Dabei wichtig, um nicht die Nerven der anderen Bandmitglieder zu strapazieren, ist es, sich nicht zu sehr um die jeweils vermeintlich besten Sounds zu kümmern. Editieren und an den Reglern drehen könnt ihr immer noch zu Hause, auch gerne im Anschluss an die Probe im Probenraum. Niemand hat Freude daran, dem Keyboarder oder Gitarristen dabei zuzuhören und zuzusehen, wie sie während der Probe das letzte Quantum Sound aus ihren Instrumenten holen wollen.

Denn ein editierender Musiker bleibt selten allein. Verwendet einfach zumindest annähernd passende Sounds und seid euch dessen bewusst, dass ihr euch nicht in einer Studio-Situation befindet. Hier geht es zunächst um Struktur, nämlich die im Bandkontext gespielte Struktur des Songs. Die Feinheiten des Titels sollen herausgearbeitet werden; die Feinheiten der Sounds sind in diesem Augenblick weniger wichtig und können vernachlässigt werden.

Tipps für die Bandprobe Nr. 10 – Aufgabenverteilung und Häufigkeit der Proben

In der Band sollten die unterschiedlichen Aufgaben vernünftig verteilt werden. Das hat nichts mit hierarchischen Strukturen oder gar Machtverteilung zu tun. Vielmehr hat jeder seine eigenen Talente, die er sinnvoll in das Gesamtkonstrukt einbringen kann und sollte. So sollte feststehen, wer beispielsweise die Leadsheets, Noten oder Texte ausarbeitet, wer für die übergreifende Technik zuständig ist, auch wer sonstige organisatorische Dinge übernimmt. Nicht jeder ist imstande, zum Beispiel bei Cover-Songs die Akkorde herauszuhören. Dann macht das eben derjenige, dem das besonders leicht fällt.

Aus der Vielfalt der Aufgaben und dem Anspruch vernünftig vorbereitet bei der Probe zu erscheinen, ergibt sich auch die „normale“ Probenfrequenz. In üblichen Zeiten bringt es euch nichts, so häufig zu proben, dass keiner Zeit hatte, sich vorzubereiten oder die ihm aufgetragenen Aufgaben zu erledigen. Wie viel Zeit dafür benötigt wird, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Soll es dann irgendwann auf die Bühne, auf Tour oder ins Studio gehen, werdet ihr euch natürlich häufiger zusammenfinden, um alles auf den Punkt zu bringen. Kein Problem; ihr seid dann bestens vorbereitet.

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Auch interssant: „Welches Instrument soll ich lernen? – Dein Ziel: In einer Band spielen“.

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