Musikalisches Basic-Equipment für deine Gitarre

Gitarrenzubehör für Einsteiger – Tipps für deine Grundausstattung

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Als ambitionierter Anfänger möchtest du das Gitarre-Spielen für dich entdecken. Musik machen, Spaß haben und vielleicht eines Tages mal auf der Big-Bühne stehen. Nun planst du den Kauf deines Instrumentes, das künftig dein treuer Freund sein soll. Einkalkulieren solltest du in deinem Budget oder für den Wunschzettel, dass du noch ein paar weitere Utensilien brauchst.

Was exakt du an Gitarrenzubehör benötigst, hängt u.a. davon ab, ob du Western-, Konzert- oder E-Gitarre spielen wirst. Die gute Nachricht: Die Kosten für die Zusatzausstattung sind überschaubar. Hier ein kleiner Überblick, an dem du dich orientieren kannst:

Check it: Wichtiges Gitarrenzubehör für ambitionierte Gitarristen

  • Gig-Bag / Gitarrenkoffer
  • Gitarrenständer
  • Plektren
  • Gitarrensaiten/Ersatzsaiten
  • Stimmgerät/Stimmgabel
  • Gitarrengurt
  • Notenständer / Notenpult
  • Verstärker
  • Instrumentenkabel

Gig-Bag oder Gitarrenkoffer – die Verpackung schützt dein Instrument

Deine Gitarre möchte selbstverständlich nicht nur in deinem Zimmer rumstehen. Sie will was von der Welt sehen, dich zum Gitarrenunterricht begleiten, vielleicht am Lagerfeuer spielen, im Proberaum abrocken oder mit ein paar musikalischen Freunden abhängen.

Was du benötigst, damit sie die Wege dorthin unbeschadet übersteht, ist eine Gitarrentasche – im Musiker-Jargon nennt die sich „Gig-Bag“ – oder ein Gitarren-Koffer. Beide Varianten bieten diverse Staufächer für Gitarrenzubehör und haben dabei ihre jeweils individuellen Vorzüge:

Stabil und Solide: der Gitarrenkoffer
Stabil und Solide: der Gitarrenkoffer Foto: Jürgen Richter

Das Gitarren-Case ist äußerst stabil und robust. Wenn nicht gerade rein zufällig ein Bus oder der nächste Nahverkehrszug drüberfährt, kann dem geliebten Instrument eigentlich kaum etwas passieren. Nachteil ist, dass ein Gitarrenkoffer sich nicht so einfach transportieren lässt.

Bist du beispielsweise mit dem Fahrrad unterwegs, wird’s schon ein wenig problematisch. Also heißt es, das Ding entweder zu Fuß schleppen oder auf ein Auto – vielleicht von den Eltern – angewiesen zu sein. Eine Schutzlösung ist Pflichtausstattung beim Zubehör für die Gitarre.

Gig-Bag für den praktischen Transport auch per Bike
Gig-Bag für den praktischen Transport auch per Bike Foto: Jürgen Richter

Ein Gig-Bag ist in diesem Sinne als Gitarrenzubehör die praktischere Lösung. Die meisten Gitarrentaschen sind sowohl mit einem Tragegriff als auch Rucksack-Trageriemen ausgestattet. Du kannst die Gitarrentasche also ganz simpel über die Schultern schnallen und sie auch problemlos auf dem Bike mitnehmen.

Ideal dann, wenn die Tasche widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit ist. Auch an den Reißverschlüssen (!). Wichtig deshalb, weil Nässe das Instrument schädigen oder ihm im Worst Case gleich den Garaus machen kann. Immerhin besteht deine Gitarre hauptsächlich aus Holz.

Gitarrenständer: Die Ruhezone für Dein Instrument
Gitarrenständer: Die Ruhezone für Dein Instrument Foto: Jürgen Richter

Gitarrenständer – dein Instrument will sich auch mal ausruhen

Nun willst du deine Gitarre vermutlich nicht die ganze Zeit in der Hand halten, bzw. auf dem Knie oder über der Schulter tragen. Irgendwann muss ja auch mal Pause sein. Sie bei jeder kleinen Unterbrechung in den Gitarrenkoffer zu packen oder gar in die Gitarrentasche zu stopfen, ist natürlich blanker Unsinn. Schließlich willst du sie lediglich kurz abstellen.

Also muss als Gitarrenzubehör ein Gitarrenständer her. Die allermeisten lassen sich platzsparend zusammenklappen. Und zwar derart kompakt, dass du sie beim Transport in deinem Gig-Bag oder Gitarrenkoffer unterbringen kannst. Der hauptsächliche Unterschied der Bauweise ist, ob du die Gitarre auf den Gitarrenständer stellst und sie einhängst. Beide Varianten halten dein Instrument ziemlich sicher.

Die „hängende“ Version ist vor allem dann sinnvoll, wenn du eine E-Gitarre oder eine Westerngitarre mit Kabel spielst. Grund für die bevorzugte Wahl ist das Kabel, das sich andernfalls beim Abstellen des Instrumentes verkanten oder selbst beschädigt werden bzw. die Buchse des Instrumentes beschädigen könnte.

Achte darauf, dass sämtliche Teile, die mit deinem Instrument in Berührung kommen, mit Gummi oder Plastik beschichtet sind, damit der Lack von Hals oder Korpus nicht zerkratzen kann. Wäre ja paradox, wenn dein eigenes Zubehör für die Gitarre dein Instrument malträtiert.

Plektren verschwinden auf mysteriöse Weise
Plektren verschwinden auf mysteriöse Weise Foto: Jürgen Richter

Plektren – die mysteriöse Art von Gitarrenzubehör

Für diverse Spieltechniken benötigt du ein Plektrum. Das sind diese kleinen, meistens aus Nylon oder Zelluloid bestehenden Plättchen, die Gitarristen zwischen Daumen und Zeigefinger der Anschlagshand halten, um damit die Saiten anzuspielen. Eine Domäne für E-Gitarristen, wichtig aber auch für Western- oder Konzertgitarristen bei der Akkordbegleitung.

Das besondere Mysterium von Plektren ist, dass sie immer auf geradezu unerklärliche Weise verschwinden. Nicht, dass sie sich abmelden würden oder du sie verschenkt hättest. Sie sind einfach weg. Vermutlich hat noch kein Musiker ein zerschlissenes Plektrum erlebt. Dafür sind die Dinger zu schnell nicht mehr auffindbar.

Schon aus diesem Grund solltest du dir als Zubehör für die Gitarre gleich mehrere davon zulegen. Macht auch Sinn, verschiedene Stärken auszuprobieren, bis du irgendwann das für dein Spielgefühl passende Plektrum gefunden hast.

Frische Saiten immer dabei
Frische Saiten immer dabei Foto: Shutterstock COZ

Ersatzsaiten: Sei ein Fuchs und mit dem Gitarrenzubehör bestens vorbereitet

Die Saiten deiner Gitarre sind elementar. Logo, warum erwähnen wir das überhaupt. Worauf sollte man sonst spielen? Allerdings bergen sie auch eine gewisse Unverschämtheit in sich: Nach gewisser Zeit können sie einfach mal reißen. Und zwar, jede Wette, grundsätzlich im falschen Augenblick. Genau dann, wenn du es am allerwenigsten gebrauchen kannst.

Aber nicht mit dir, du bist mit deinem Gitarrenzubehör vorbereitet. Schließlich bist du ein Fuchs wie jeder andere. Du hast immer – mindestens – einen Satz Ersatzsaiten an Bord und kannst damit schnellstens reagieren. Einfach reißen und dich im Regen stehen lassen? Soweit kommt’s noch.

Auch solltest du darauf eingestellt sein, dass die Saiten irgendwann „durchgespielt“ sind. Verantwortlich dafür sind der Fingerschweiß und auch Umwelteinflüsse wie Raumfeuchtigkeit. Das bedeutet zwangsläufig, dass sie auf Dauer „leiden“. Die meisten Probleme bereitet der Schmutz zwischen den Windungen. Bassisten schmeißen ihre fertigen Saiten deswegen auch gerne mal in die Spülmaschine.

Rost kommt nur bei den glatten Stahlsaiten vor, nicht aber bei den umwickelten Saiten – das ist entweder rostfreier Stahl, vernickelter Stahl, Phosphor-Bronze und ähnliches Nicht-Eisen-Zeugs. Beeinträchtigt sind dann der Klang und auch die Bespielbarkeit. Diesen Prozess kann man durch regelmäßige Pflege verlangsamen, aber niemals komplett aufhalten. Auch ein Grund dafür, weshalb Ersatzsaiten zu deinem Zubehör für die Gitarre gehören.

Komfortabel stimmen versus Gehörschulung
Komfortabel stimmen versus Gehörschulung Foto: Jürgen Richter

Stimmgerät und Stimmgabel – Gitarrenzubehör für Augen und Ohren

Sind die Saiten verstimmt, bringt das Spielen einfach keine Freude. Zusammenspiel mit anderen kann in solchen Fällen auch nicht funktionieren. Die praktische und komfortable Lösung ist ein elektronisches bzw. digitales Stimmgerät. Besonders wenn’s mal schnell gehen soll, ist ein solcher Tuner (Musiker sprechen gerne mal englisch) ein sinnvolles Gitarrenzubehör.

Stimmgeräte gibt es in diversen unterschiedlichsten Ausführungen. Sogenannte Clip-Tuner beispielsweise sind besonders handlich und lassen sich einfach an den Kopf der Gitarre klemmen. Auch andere konventionelle Stimmgeräte nehmen nicht viel Platz weg, sind vielleicht so groß wie ein halbes Paket Butter und lassen sich problemlos überall hin mitnehmen.

Übrigens kannst du – speziell für akustische Gitarren – deine Ausgaben mit dem Smartphone noch geringe halten. Mittlerweile werden diverse Apps angeboten, mit denen du über das integrierte Mikrofon des Handys die Saiten stimmen kannst. Virtuelles Zubehör für die Gitarre sozusagen.

Dennoch sollten wir uns in diesem Zusammenhang einem weiteren Gedanken widmen: Immens wichtig für dich als Musiker ist die Entwicklung deines Gehörs, der Fachbegriff dafür ist die Gehörschulung. Und eine idealere Grundübung als das Stimmen des Instrumentes – nach Gehör (!) – gibt es nicht.

Stimmst du deine Gitarre „manuell“, sind deine Ohren förmlich gezwungen ganz genau hinzuhören, bis die entsprechenden Töne und Obertöne der Saiten sauber übereinstimmen. Logo, du nimmst dir damit den Komfort eines Stimmgerätes, bei dem du einfach nur auf die Anzeige schauen musst. Doch diese selbst aufgelegte „Gehör-Arbeit“ wird dich langfristig einen riesigen Schritt voranbringen. Schon verstehst du, weshalb wir das Gehör als das vermutlich wichtigste Gitarrenzubehör bezeichnen.

Gitarrengurte von stylisch bis rocktauglich
Gitarrengurte von stylisch bis rocktauglich Foto: Jürgen Richter

Gitarrengurt: Gitarrenzubehör mit Fashion-Faktor

Möchtest du dein Instrument im Stehen spielen, was besonders bei E-Gitarre und Western-Gitarre immer wieder der Fall sein wird, benötigst du dafür einen Gitarrengurt. Also, mal ehrlich, dieses Gitarrenzubehör ist ausnahmsweise auch mal ein Fall für den Fashion-Aspekt. Der Gitarrengurt wird nicht nur sichtbarer Teil deiner Gitarre, sondern auch deines Outfits

Gitarrengurte werden in zahlreichen unterschiedlichen Designs angeboten. Von stylisch bis gedeckt ist so ziemlich alles dabei. Und wer zum klassischen Schwarz greifen möchte, weil’s nun mal keine dunklere Farbe gibt, auch der wird bestens bedient. Besonders flexibel und angenehm preiswert sind Gurte aus Nylon; lange haltbarer Gitarristen-Kult sind Gurte aus Leder.

Achten solltest du darauf, dass der Gurt ausreichend breit ist, damit das Gewicht deines Instrumentes vernünftig auf der Schulter verteilt wird und du nicht nach mehrstündig stehendem Üben oder dem Set auf der Bühne plötzlich in die Knie gehst.

Notenständer sind nicht nur für Noten gedacht
Notenständer sind nicht nur für Noten gedacht Foto: Jürgen Richter

Notenständer – kein Grund für Angst vor Langeweile

Auch wenn du dich als Einsteiger nicht unbedingt mit Noten herumquälen möchtest, benötigst du dennoch eine vernünftige Ablage. Sei es für Zettel mit Akkordgriffbildern, für Song-Texte, Tabulaturen, Smartphone, Kaugummi oder sonstigen Kleinkram. Spielst du in einem Gitarrenorchester, vielleicht in der Musikschule, dann kommst du ohnehin um dieses Gitarrenzubehör nicht drumherum.

Nun denkst du möglicherweise, du könntest deine Notizen auch einfach auf einen Tisch oder im schlimmsten Fall sogar auf die Knie legen? Funktioniert nicht. Das Ergebnis wäre, dass du die Aufzeichnungen nicht vernünftig lesen könntest. Macht also keinen Sinn. Der spezielle Vorteil von Notenständern ist, der einstellbare Winkel der Ablage. Einen Tisch kannst du nicht einfach kippen, bis dir die Neigung gefällt. Den Notenständer schon.

Gitarrenzubehör für die elektrifizierte Abteilung:

Gitarren-Verstärker – satter Sound schon aus kleinen Kästen

Wer sich auf der E-Gitarre austoben möchte, benötigt dazu neben der Gitarre selbst natürlich einen Verstärker. Unverstärkt klingt auf einer elektrischen Gitarre außer einem mysteriösen Scheppern zunächst gar nix. Am Anfang genügt dir ein Übungsverstärker mit vielleicht 15 bis 30 Watt. Mehr Leistung kann dienen und Spaß machen.

Allerdings musst du dir dessen bewusst sein, dass höhere Leistung und Lautstärke erstens mehr kostet und zweitens schwerer zu transportieren ist. Willst du einen großen Verstärker also mit in den Übungsraum, zur Probe mit dem Schulorchester oder zum Gitarrenunterricht nehmen, kannst du durchaus an ein „Gewichtsproblem“ kommen. Kleinere Verstärker machen da als Zubehör für die Gitarre mehr Sinn.

Sound und Lautstärke to go
Sound und Lautstärke to go Foto: Guido Metzen

Im Bereich der Amps („Amplifier“ ist die englische Übersetzung für Verstärker) hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr viel getan. Die Verstärker vergangener Jahrzehnte waren im Vergleich mit heutigen Übungsverstärkern wahre Lautstärke- und Gewichtsmonster, allerdings im positiven Sinne auch legendäre Soundlieferanten.

Diese Sounds versuchen die Hersteller beeindruckend gut mit aktueller Technik zu reproduzieren. „Versuch“ ist eigentlich meilenweit untertrieben. Das funktioniert bei niedrigen und mittleren Lautstärken sehr gut. Angesagt sind momentan vor allem die sogenannten Modelling-Amps. Das sind Verstärker mit integrierter Effektsektion, teils auch verschiedenen Verstärker- und Lautsprecher-Simulationen. Dein unbedingter Vorteil: Du kannst diverse Effekte ohne weitere Kosten für separates Gitarrenzubehör ausprobieren und einsetzen.

Qualität der Gitarrenkabel verhindert Nebengeräusche
Qualität der Gitarrenkabel verhindert Nebengeräusche Foto: Jürgen Richter

Gitarrenkabel – abgeschirmte Qualität gegen nervige Nebengeräusche

Das Gitarrenkabel benötigst du als Zubehör für die Gitarre, um das Instrument mit dem Verstärker zu verbinden. Ohne Kabel keine Übertragung der von dir gespielten Töne; ohne Übertragung keine Verstärkung. Also kein Ton. Vielleicht wissenswert für dich: Bei einer E-Gitarre werden die Schwingungen der Saiten von den Tonabnehmern in elektrische Signale bzw. Schwingungen gewandelt, anschließend über das Kabel an den Verstärker geschickt. Erst dort werden die Töne verstärkt und über die Lautsprecher hörbar gemacht.

Weshalb wir das an dieser Stelle erwähnen? Weil dieser Zusammenhang zwangsläufig bedeutet, dass deine „Übertragungskette“ stabil sein muss. Achte darauf, dass das Instrumentenkabel nicht zu dünn und vernünftig abgeschirmt ist, damit keine unnötigen Nebengeräusche entstehen. Diese Instrumentenkabel gibt es in unterschiedlichen Längen, Qualitäten und mit geraden oder gewinkelten Steckern. Für welche du dich bei deinem Gitarrenzubehör entscheidest, wird hauptsächlich von deinem Instrument und der dort vorhandenen Kabelbuchse abhängen.

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