Zwischen Klang und Bespielbarkeit

Die besten Saiten für Westerngitarre – Saitenstärke und Material

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Die richtige Saitenstärke auf deinem Instrument zu verwenden, hat wie das Material enormen Einfluss auf den Klang und die Bespielbarkeit. Als Einsteiger und bald Fortgeschrittener wirst du anfangs in diesem Punkt einen Kompromiss eingehen müssen. Schauen wir, was wir bei Saiten für Westerngitarre sonst noch beachten müssen:

Check it: Informationen zu Saiten für Westerngitarre

  • Individuell passende Saitenstärke wählen
  • Fetter Sound geht zulasten der Bespielbarkeit
  • Material von Stahl, Bronze und Phosphorlegierung
  • Korrosionsschützende GoreTex-Beschichtung
  • Saitenlage und Saitenpflege

Saiten für Westerngitarre: Was es mit der Stärke auf sich hat

Die Saitenwahl bezieht sich zunächst auf die Saitenstärke. Selbstverständlich kannst du Gitarrensaiten einzeln kaufen. Üblich allerdings ist, dass du sie im kompletten Satz kaufst, zumal die Saiten dann aufeinander abgestimmt sind und du nicht individuell rechnen oder die eine tabellarische Schablone erstellen musst. Diese Rechenleistung brauchst du nicht mehr machen; das haben bereits andere für dich erledigt.

Die Zahlen benennen den Saitendurchmesser in Zoll

Im Musikerjargon ausschlaggebend für die Bezeichnung ist üblicherweise die Stärke der  hohen E-Saite. So sprechen wir etwa von einem 10er-Satz, 11er- oder 12er-Satz usw. Bemessen werden Gitarrensaiten in der Maßeinheit Zoll. Das bedeutet, dass beispielsweise eine 010er-Saite einen Durchmesser von 0,010 Zoll hat. Das erklärt die für Unkundige verwirrenden Zahlen auf den Verpackungen. Außerdem wird dir klar, dass höhere Zahlen bedeuten, dass die Saiten dicker sind.

Als zweite Referenzstärke für die Bezeichnung des Saitensatzes wird die tiefe E-Saiten herangezogen. So spricht man beispielsweise bei einem Extra-Light-Satz mit hoher 010er- und tiefer 047er-Saite von einem „10- auf 47er-Satz“. Daraus ergeben sich die gängigen Sätze der Saiten für Westerngitarre:

Die gängigen Saitenstärke innerhalb der Saitensätze
Die gängigen Saitenstärke innerhalb der Saitensätze Grafik: von Ina Germer

Kompromiss zwischen fettem Klang und Bespielbarkeit

Bist du auf der Suche nach den besten Saiten für Westerngitarre, musst du dir dabei zwei grundlegende Zusammenhänge vor Augen führen: Je dicker die Saiten sind, umso fetter ist der Ton. Gerade bei rein akustischen Instrumenten ist das unbedingt erstrebenswert. Tatsächlich aber gibt es auch ein problematisches Dilemma. Fettere Saiten sind zugleich deutlich schwieriger zu bespielen als dünnere. Klanglich gesehen ist es bei Saiten für Westerngitarre sinnvoll, das Instrument mit einem 012er- oder zumindest einem 011er-Satz zu bestücken.

Für dich als Einsteiger kommt ein solcher Saitendurchmesser kaum infrage. Das Greifen der Töne und Akkorde verlangt nach einer Menge Kraft, die du erst noch entwickeln musst. Spieltechniken wie das Ziehen der Saiten – Bending – werden damit für Ungeübte schwierig bis kaum machbar. Vor diesem Hintergrund wirst du einen Kompromiss eingehen müssen. Das bedeutet, dass du mit dünneren Saiten beginnst. Als Saiten für Westerngitarre solltest du als ambitionierter Einsteiger einen 09er- oder höchstenfalls 010er-Satz wählen.

Auch das verwendete Material ist klangentscheidend

Oberbegrifflich sprechen wir bei einer Westerngitarre von Stahlsaiten. Das ist grundsätzlich korrekt, allerdings nur die halbe Wahrheit. Insbesondere die tiefen Saiten sind umwickelt. Und diese Wicklung besteht eben nicht aus Stahl, stattdessen üblicherweise aus Bronze  mit Kupferanteil, bei manchen wird diese Legierung auch mit Phosphor angereichert. Diese Saiten für Westerngitarre zeichnen sich durch markante klangliche Unterschiede aus.

Die Umwicklung der Saite besteht eben nicht aus Stahl
Die Umwicklung der Saite besteht eben nicht aus Stahl Foto: Shutterstock von IhorL

Standard bei Saiten für Westerngitarre: Reine Bronze-Saiten

Als Standard bei Saiten für Westerngitarre werden sogenannte reine Bronze-Saiten verwendet. Die Legierung besteht aus 80 Prozent Kupfer (Cu) und 20 Prozent Zinn (Sn). Das ist der Grund, weshalb diese Legierung auch als 80/20-Bronze benannt wird. Klanglich sind Bronze-Saiten höhenbetont metallisch und durchsetzungsfähig.

Höhenbetonter und langlebiger: Phosphor-Bronze-Saiten

Eine weitere Variante sind Saiten mit einer Umwicklung aus Phosphor-Bronze. Der Bronze wird bei der Herstellung der Legierung ein kleiner Anteil Phosphor hinzugemischt. Das Resultat ist, dass Saiten für Westerngitarre mit Phosphorlegierung obertonreicher, weicher und seidiger klingen als ihre Bronzekameraden. Ein maßgeblicher Vorteil  ist, dass sie weniger anfällig gegen Rost und somit langlebiger sind. Nachteil ist, dass sich diese Langlebigkeit auch im Preis ausdrückt

Der ummantelte Innovationssprung in der Saitenherstellung

Vermutlich jeder kennt aus der Outdoor-Bekleidung die wetterfeste GoreTex-Beschichtung. Dieses Prinzip wurde bereits vor Jahrzehnten auch für Gitarrensaiten entdeckt. Vorreiter war die Firma Elixir. Mittlerweile haben auch andere Hersteller speziell langlebige Saiten im Programm, etwa Daddario, Fender, Martin und Harley Benton. Mit diesen ummantelten Saiten begegnete man mindestens zwei Problemen gleichzeitig:

Vollkommen normal ist es, dass insbesondere die hohen Stahlsaiten ohne Beschichtung schnell an Höhen und Strahlkraft verlieren. Für professionelle Fingerstyle-Gitarristen ist es deshalb eine Selbstverständlichkeit, vor jedem Gig frische Saiten aufzuziehen. Das reißt auch bei Einsteigern und Hobbymusikern schnell ein Loch in die Kasse. Die beschichteten Saiten sind zunächst deutlich teurer, aber sie halten länger.

In den Höhen liefern sie zwar bereits im frischen Zustand etwa weniger Präsenz. Überlegen wir uns aber, dass normale Saiten bereits innerhalb kürzester Zeit hörbar an Höhen verlieren, gleicht sich das schnellstens wieder aus. Die Beschichteten bewahren ihre Obertöne lange innerhalb dieses Spielraums. Unbeschichtete flachen in ihrem Spektrum weiterhin ab. Weiterer Vorteil der Beschichtung ist, dass weniger quietschende Nebengeräusche entstehen. Als Nachteil empfinden viele das veränderte Spielgefühl. Einfach mal ausprobieren, es könnten deine bestens Saiten für Westerngitarre sein.

Beschichtete Saiten nach dem Vorbild von Outdoor-Kleidung
Beschichtete Saiten nach dem Vorbild von Outdoor-Kleidung Foto: von Thomann

Saitenlage entscheidend für die Bespielbarkeit

Höchstbedeutend neben der Wahl der Saiten für Westerngitarre ist insbesondere die Saitenlage. Gemeint ist damit der Abstand zwischen der frei schwingenden Saite und dem Griffbrett. Die Saitenlage muss unbedingt spielfreundlich – flach – eingestellt sein. Der benötigte Kraftaufwand beim Greifen entfällt dadurch keineswegs, aber er wird so minimal wie möglich gehalten. Zugleich bedeutet das, dass es dir leichter möglich sein wird, alsbald auf fettere Saiten für Westerngitarre umzusteigen.

Die optimale Saitenlage zu erreichen, ist und bleibt ein fragiler Drahtseilakt. Auf der einen Seite der Medaille steht, dass die Saiten – anfangs – so niedrig wie möglich über dem Griffbrett schweben sollten. Andererseits ist das nur bis zu einem gewissen Grad möglich, zumal die Töne bei zu flach liegenden Saiten anfangen zu scheppern oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr erklingen, weil die Saite mehrere Bundstäbchen gleichzeitig berührt.

Justieren lässt sich das an gleich mehreren Stellen der Gitarre. Der Hals wird möglichst gerade eingestellt, wobei er immer eine leichte Restwölbung beibehalten sollte. Im Hals der Gitarre eingearbeitet ist der sogenannte Halsstab; ein Metallstab, der den Hals gegen Verziehen aufgrund der enormen Zugkräfte der Stahlsaiten stabilisieren soll und zugleich das in einem gewissen  Umfang das Begradigen der Wölbung ermöglicht. Außerdem können der Sattel und der Steg vorsichtig nachgefeilt werden, um eine optimale Saitenlage zu erreichen.

Solche Eingriffe in die Saitenlage solltest du als Einsteiger keinesfalls selbst durchführen, sondern der Fachwerkstatt überlassen. Das leicht nachvollziehbare Problem: Was du einmal weggefeilt hast, ist eben genau das: weg. Einen neuen Sattel oder Steg einzusetzen ist grundsätzlich möglich, aber ein aufwändiges Unterfangen. Erst recht solltest du tunlichst als Noch-Laie die Finger vom Halsstab lassen. Falls du den Stab überdrehst, war’s das und du kannst deine Gitarre für das nächste Osterfeuer spenden.

Saitenpflege als kostensparendes Pflichtprogramm

Die besten Saiten für Westerngitarre zu finden, auf denen du dich spieltechnisch und klanglich wohlfühlst ist lediglich eine Sache. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass du sie sorgfältig pflegen solltest. Ob beschichtet oder nicht, Saiten für Westerngitarre bestehen aus Metall. Und das mag nun mal keine Feuchtigkeit, erst recht einen ätzenden Fingerschweiß. Früher oder später beginnt es zu korrodieren. Verrostete und angerostete Saiten für Westerngitarre können nicht mehr klingen. Außerdem spielt es sich darauf nicht gut.

Das will sagen: Die Saiten solltest du nach jedem Spielen mit einem Tuch vernünftig abwischen und trockenlegen. Auch gibt es im Handel spezielle Pflegemittel für Saiten. Tatsächlich ist jede Saite irgendwann mal durchgespielt. Mit der fürsorglichen Saitenpflege ermöglichst du ihnen allerdings eine längere Lebensdauer. Du brauchst die Saiten für Westerngitarre seltener wechseln, was sich positiv in deinem Portemonnaie bemerkbar macht.

Aber Achtung: Diese Empfehlungen gelten speziell für die Westerngitarre; die Gitarre, die mit Stahlsaiten bestückt ist. Auf keinen Fall darfst du diese Angaben auf eine Konzertgitarre übertragen. Einer Konzertgitarre würdest du damit den Garaus machen.

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Auch interessant: „Saiten aufziehen für Einsteiger – eine DIY-Bedienungsanleitung“.

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