
Die Blockflöte gehört zu den bevorzugten Einstiegsinstrumenten schlechthin. Sie lässt sich auch von jüngeren Kids relativ einfach erlernen und spielen – und das bereits seit dem Spätmittelalter! Damit für den Nachwuchs die richtige Wahl getroffen wird, kommt hier für euch unser „Kaufberater Blockflöte“.
Die Blockflöte hat entscheidende Vorzüge, mit denen sie sich zum optimalen Einsteigerinstrument kürt: Die Blastechnik ist weitaus einfacher als zum Beispiel bei Trompete, Saxophon, Querflöte oder Klarinette. Auch die Grifftechnik ist schnell erlernbar und bereitet damit die Basis für schnelle Lernerfolge und den späteren Umstieg auf komplexere Instrumente. Vor dem Kauf sollten Kids und Eltern mithilfe unseres „Kaufberater Blockflöte“ ein paar grundlegende Dinge wissen.

Was gibt es für Größen bei der Blockflöte?
Die meistgekaufte Blockflöte für den Einstieg ist die Sopranflöte. Kinder können sie gut greifen, und richtig gespielt hat sie auch einen angenehmen Ton. Von hier aus geht es tiefer mit Alt-, Tenor- und Bassblockflöte und höher mit der Sopranino. Gerade die Altblockflöte ist das Instrument, auf das viele Schülerinnen und Schüler nach der Sopranblockflöte umschwenken.
Was hat es mit barocker und deutscher Griffweise bei der Blockflöte auf sich?
Grundsätzlich gibt es bei der Blockflöte zwei verschiedene Griffweisen. Die eine nennt sich „deutsche“, die andere „barocke“ Griffweise. Die deutsche Griffweise wurde in den 1920er-Jahren von Peter Harlan erfunden, als die Blockflöte „wiederentdeckt“ wurde. Und lange Zeit war es so, dass Blockflöten mit der deutschen Griffweise für den Einstieg bevorzugt wurden. Grund war (und ist), dass sogenannte Gabelgriffe in der Grundskala mit der deutschen Griffweise vermieden werden.
Nachteil der deutschen Ausführung ist in erster Linie eine schlechtere Intonation, insbesondere in der erhöhten Stufe. Halbtöne sind mit der deutschen Griffweise nicht so sauber spielbar und bei manchen Halbtönen werden auch komplizierte Griffe nötig.
Kann man nach der deutschen Griffweise auf die barocke umsteigen?
Ja, das geht, wenn auch mit ein bisschen Umgewöhnung. Hochwertigere Instrumente werden nahezu ausschließlich mit barocker Griffweise gefertigt. Zwangsläufig bedeutet das, dass die Schüler im fortgeschrittenen Stadium ohnehin auf ein solches Modell umsatteln müssen.
Bei der barocken Griffweise ist das drittunterste Loch größer als bei der deutschen. Die besondere Anforderung: Um das „f“ zu spielen, muss der oben erwähnte Gabelgriff durchgeführt werden. Dies ist also der Ton, mit dem die barocken Blockflöten sich schwertun.
Andererseits ist die Blockflöte für viele „nur“ der Einstieg in die Welt der Blasinstrumente. Das geht auch mit der deutschen Griffweise, und zwar ein bisschen leichter. Wenn also sowieso ein schwieriger zu lernendes Instrument angedacht ist, ist die deutsche Griffweise ein erster Schritt.
Moderne Lehrkonzepte umgehen anfangs das „f“
Nicht nur vor diesem Hintergrund haben sich Musikschulen und Lehrer eine kindgerechte und schülertaugliche Didaktik überlegt, mit der der typischen Schwierigkeit des Tons „f“ schrittweise begegnet wird. Anfangs werden Lieder in Tonarten eingeübt, in denen der „komplizierte Ton“ nicht vorkommt. Ebenso existieren aktuelle Schulwerke, die besonders auf diese Anfängerschwierigkeit Rücksicht nehmen.

Wohlfühlklang für Motivation und Lernerfolge
Große Bedeutung für das Einsteigerinstrument hat die Klangqualität. Gerade Kinder haben ein sehr sensitives und (hoffentlich) noch nicht geschädigtes Gehör. Die unterschiedlichen Facetten der Töne und Obertöne nehmen sie sehr deutlich wahr. Das sogenannte musikalische Gehör muss allerdings erst noch ausgeprägt werden.
Hat das Instrument keinen wirklich vernünftigen Klang, beeinträchtigt das die musikalische Entwicklung. Das heißt beispielsweise, das Hören und Erkennen von Tonabständen – irgendwann auch auf anderen Instrumenten – wird nicht vernünftig geschult. Die Kids bauen Lernblockaden auf, ohne den Grund zu kennen. Aber woran erkennt man den Wohlfühlklang und wie wirkt sich das Material sonst noch aus?
Blockflöten werden aus unterschiedlichsten Hölzern gefertigt, die jeweils ihre eigenen Klangcharakter haben. Besonders wohlklingend – allerdings auch schwerer einspielbar – sind Flöten aus harten Hölzern. Einfacher einzuspielen sind Instrumente aus weichen Hölzern. Das weiche Holz geht zu Lasten der Langlebigkeit. Dennoch ist es empfehlenswert, Kids mit einem solchen Modell beginnen zu lassen. Der Grund: Je schneller die Lernerfolge, umso höher die Motivation, bei der Sache zu bleiben.
Warum gibt es unterschiedliche Hölzer bei der Blockflöte?
Unterschiedliche Hölzer ergeben einen unterschiedlichen Klang. Das liegt aber nicht an der Maserung des Holzes, sondern vielmehr an seiner Härte. Je härter ein Holz ist, desto feuchtigkeitsabweisender ist es und desto präziser kann es verarbeitet werden. Und so wird auch der Ton einer Blockflöte „schöner“, denn alles wird feiner und die Blockflöte behält länger ihre exakte Form und wird nicht heiser..
Häufig bestehen die Blockflöten – insbesondere für Einsteiger – aus Ahorn. Diese Instrumente sind im Verhältnis zu ihren Hartholzkameraden relativ leicht, obertonreich und haben einen weichen, klaren Ton. Der Vorteil ist, dass diese Flöten – im Gegensatz zu Harthölzern – leicht einzuspielen sind, was den Anforderungen der Kids deutlich entgegenkommt. Als Nachteil hingegen zeigt sich, dass sie aufgrund der geringen Dichte weniger langlebig sind und durch Feuchtigkeit schneller heiser klingen.
Gerne verwendet wird auch das Holz des Birnbaums. Das Holz ist fest und besitzt eine feinporige Struktur. Ideal dafür, es sauber zu bearbeiten. Der Klang ist warm und brillant. Im klanglichen Vordergrund stehen die Grundtöne. Unbedingter Vorteil von Birnenholz: Es ist relativ unempfindlich gegen Feuchtigkeit.
Weitere Variante ist Kirschholz. Ein mittelschweres Holz, dass sich aufgrund der Struktur ebenfalls sehr gut bearbeiten lässt. Die Instrumente sind leicht, haben mit ihrer rötlich-braunen Färbung eine elegante Optik, außerdem einen obertonreichen Klang.
Blockflöten aus Rosenholz zeichnen sich durch ihre ausgeprägte Maserung aus, die im Zusammenspiel mit der rötlich-braunen Färbung für eine edle Optik sorgt. Mit ihrem kräftig-warmen, strahlenden und zugleich brillanten Klang ist die Palisanderflöte angenehm durchsetzungsfähig und wohlklingend. Zumal Rosenholz – Palisander – zu den sehr harten Holzsorten gehört, sind diese Flöten schwer einzuspielen und eignen sich eher für Fortgeschrittene als für Einsteiger.

Muss ich eine Blockflöte einspielen?
Ja, auf alle Fälle! Holz ist bekanntlich ein Naturprodukt und entsprechend sensibel reagiert es auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Sind die Hölzer nicht vernünftig gelagert und abgelagert, können leicht Haarrisse entstehen, die sich im Laufe der Zeit vergrößern und das Instrument unbespielbar machen würden.
Was ist der Grund für das wichtige „Einspielen“?
Auf diese spezielle Eigenschaft bezieht sich auch der Ausdruck des „Einspielens“ einer Blockflöte. In erster Linie geht es dabei darum, das Instrument vorsichtig an die durch Anblasen, Atem und Speichel entstehende Feuchtigkeit, also auch die kondensierende Luft zu gewöhnen. Unbedingt wichtig dafür, dass im „arbeitenden“ Holz keine der erwähnten Risse entstehen.
Insgesamt allerdings hört sich das empfindlicher an, als es sich in der Realität darstellt. Blockflöten sind auf Dauer robust und pflegeleicht. Nur am Anfang muss man ihnen eben ein wenig auf die musikalischen Beine helfen. Faustformel für das Einspielen von Holzblockflöten ist ein Zeitraum von ca. sechs Wochen, bei dem der Spielzeitraum von 5 auf 30 Minuten täglich stufenweise gesteigert wird. Gilt übrigens nicht nur für neue Blockflöten, sondern auch für solche, die längere Zeit nicht gespielt wurden.
Verbindungsteile auf korrekte Verarbeitung checken
Der Ton wird durch das Anblasen des schnabelförmigen Mundstücks erzeugt. Gebildet wird ein schmaler Kanal durch den der Blaswind geschickt wird. Der Luftstrom wird auf die Kante eines fensterartigen Ausschnitts gerichtet, wodurch die Luftsäule im Inneren in Schwingung versetzt wird.
Insofern ist der korrekte Sitz des Mundstücks eine grundlegend wichtige Anforderung. Aufgesetzt wird das Mundstück auf das Mittelrohr, das üblicherweise an der oberen Stelle mit einem Korkstreifen ummantelt ist. Der vernünftige Zustand des Korkmantels ist ebenfalls ein Aspekt, auf den ihr beim Kauf achten solltet. Gibt es an dieser Stelle Probleme, wird schnell unerwünschter Verschleiß auftreten.

Blockflöten verfügen in sämtlichen Größen und Stimmlagen über sieben Grifflöcher auf der Oberseite und eines auf der Unterseite. Abweichungen gibt es bei den Grifflöchern am Ende des Mittelstücks und am Fußstück. Die können sowohl als Einzel- oder als Doppellöcher vorhanden sein. Vorteil der Doppellöcher ist, dass Halbtöne besser gespielt und definiert werden können.
Die Grifflöcher sind bei Schüler- und Einsteigerblockflöten zylindrisch. Zudem können die Grifflöcher unterschnitten gesetzt sein, wodurch sich ebenfalls die Töne exakter spielen lassen. Einsteigern wird der Umfang damit vermutlich etwas schwerer fallen. Fortgeschrittene profitieren von den „unterschnittenen Löchern“, zumal der Ton sauberer formbar ist.

Als Kompromiss in Klang und Bespielbarkeit bietet sich der Einstieg auf Holzblockflöten mit Kopf aus Kunststoff. Allemal ein Kompromiss in Klang und Bespielbarkeit. Demgegenüber besitzen diese Instrumente den Vorzug der Pflegeleichtigkeit, was den Kids wiederum entgegenkommt. Zudem kann auf ein aufwendiges Einspielen weitestgehend verzichtet werden.
Was ist mit Blockflöten aus Plastik?
Angeboten werden auch Varianten aus Plastik und anderen Kunststoffen. Meistens gibt es sie im Einsteigerbereich und ihr Vorteil ist, dass sie unempfindlich gegen Feuchtigkeit sind. Meistens werden sie aus zwei Hälften zusammengepresst und sind nicht so präzise wie eine Holzflöte verarbeitet.
Eine zeitlang gab es auch sehr hochwertige Kunststoffblockföten für Konzerte. Sie wurde wie eine Holzblockflöte aus einem einzigen Block gefräst und verbanden so hervorragende Klangeigenschaften mit der Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit. Sie konnten sich allerdings nicht dauerhaft durchsetzen, denn sie hatten einen entscheidenden Nachteil: Sie waren wegen der Aufwendigen Herstellung mindestens genauso teuer wie eine Konzertblockflöte aus Holz.
Welche Firmen für Blockflöten gibt es?
Mit welcher Blockflötenmarke ein Kind anfängt, hängt ganz oft von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen gibt es tatsächlich regionale Unterschiede, auch wenn die Blockflöten aller Hersteller überregional zu kaufen sind. Dann haben auch Blockflötenlehrerinnen und -lehrer meist eine Lieblingsmarke, auf die sie schwören. Und oft genug erinnern sich Eltern an ihre eigene Blockflöte und kaufen dann diese Marke.
Aber egal, ob Adler Heinrich, Küng, Moeck, Mollenhauer oder welche Marke auch immer: In der gleichen Preislage unterscheiden sich die Marken qualitativ erst einmal nicht groß. Hier darf der persönliche Geschmack entscheiden, sicherlich mit Hilfe von Lehrer und Schule.





