
Sie liegen voll im Trend und sind für viele Lichttechniker, mobile DJs, Bands und mehr echt Problemlöser. Scheinwerfer, die mehrere Funktionen bzw. verschiedene Optiken in einem Gerät vereinen, können Ausgaben für Equipment reduzieren und punkten mit diversen weiteren Argumenten. Was überhaupt sind Hybridscheinwerfer und wo liegen die Vor- und Nachteile? Hier erfährst du mehr:
Check it: Vor- und Nachteile der Hybridscheinwerfer
Erfahre hier mehr darüber, was Hybridscheinwerfer sind, welche Varianten es gibt, wodurch sie sich unterscheiden und welche Vorzüge sie haben, aber auch was sie nicht können und was du darüber hinaus beachten solltest.
- Wie sich Hybridscheinwerfer definieren
- Welche Funktionen sich miteinander kombinieren lassen
- Weshalb hauptsächlich der Zoom ausschlaggebend ist.
- Wieso die Modelle faktisch sogar unterschätzt werden
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile
Hybridscheinwerfer – was ist das überhaupt?
Die grundlegende Definition ist vergleichsweise simpel, zumal wir den Begriff „Hybrid“ längst auch aus ganz anderen Bereichen des Alltags kennen. So beispielsweise bei Fahrzeugen, die als Hybride bezeichnet werden, wenn Verbrenner zumindest teilweise auch elektrisch betrieben werden können. Hybrid ist der Ausdruck für etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Vermischtes, also im technischen Sinne die Mehrfunktionalität. Eben dadurch zeichnen sich die immer beliebter werdenden Hybridscheinwerfer aus.
Varianten der Hybridscheinwerfer
In der Event-, Bühnen- und insbesondere Theatertechnik gibt es reichlich verschiedene Scheinwerferarten. Das beginnt bei den PAR-Scheinwerfer, im im Musiker- und Technikerjargon auch als „Kannen“ bezeichnet werden, reicht über Profilscheinwerfer für die exakte Definition von Beleuchtungszonen mit scharfem, klar umrissenen Lichtkegel, Fresnel-Scheinwerfer mit gleichmäßiger und großflächiger Ausleuchtung bei weich auslaufenden Rändern und endet bei Moving-Heads und Scanner noch lange nicht. Nicht alle davon eignen sich als Hybridscheinwerfer. Vielleicht sollten wir sagen: „Noch nicht“.
Spot, Wash, Beam oder alles gleichzeitig
Im Grunde genommen können wir allerdings die im Einsteiger- bis Semi-Profibereich abgesehen von den PAR-Kannen am häufigsten verwendeten Scheinwerferarten auf drei Grundfunktionen eingrenzen. Und die lassen sich im Segment der Hybridscheinwerfer durchaus zumindest paarweise miteinander kombinieren. Das sind erstens der Wash-Scheinwerfer, der das Licht mit einem sehr breiten Abstrahlwinkel von oftmals über 100° abgibt, zweitens der Spot, der einen engen Lichtstrahl mit einem Abstrahlwinkel von maximal 45° erzeugt und dadurch Objekte ganz gezielt ausleuchten kann. Und drittens der Beam-Scheinwerfer, der sich gewissermaßen irgendwo in der Mitte zwischen Wash und Spot einordnet.

Der Hauptaspekt ist der veränderbare Zoom
Und da sich diese Scheinwerfer – häufig in Form von Moving-Heads – vereinfacht ausgedrückt lediglich durch den Abstrahlwinkel, die mehr oder minder zonierte Beleuchtung und die harten oder eben weichen Kanten unterscheiden, eignen sie sich auch ideal als Hybridscheinwerfer. Schließlich benötigen sie dafür eigentlich nicht mehr als eine Zoom-Funktion, ergo die Möglichkeit, die Linseneinheit weiter einzufahren oder herauszuschieben. Zugegeben, das ist wirklich sehr vereinfacht ausgedrückt.
Am Beispiel deines Smartphones erläutert
Leicht nachvollziehbar ist das übrigens, wenn du dir eine Digitalkamera oder die Kamera deines Smartphones vorstellst. Öffnest du den Zoom weiter wird der Bildausschnitt kleiner, ziehst du ihn enger zusammen, wird der Bildausschnitt breiter. beim einem Hybridscheinwerfer mit ausfahrbarem Zoom verhält sich das exakt umgekehrt. Je weiter du den Zoom herausschiebst, desto breiter wird der Abstrahlwinkel und umso weicher werden zugleich die Kanten des Lichtkegels.

Hybridscheinwerfer: aufgrund der Ausdruckweise unterschätzt
Tatsächlich dürfen wir behaupten, dass die Optionen der Hybridscheinwerfer wegen der teils kuriosen Marketing-Bezeichnungen von weniger Kundigen sogar unterschätzt werden. Denn nicht selten wirst du bei den Namen oder Features auf Bezeichnungen wie Spot/Wash-Moving Head treffen. Du denkst dir zwar, „Super, der kann beides“. Ist der Hybrid jedoch mit einem stufenlosen Zoom ausgestattet, kann er noch viel mehr; nämlich sämtliche Übergänge, die zwischen diesen beiden Features liegen. Da hört es sich doch stimmiger an, wenn zumindest von Beam/Spot/Wash-Hybriden gesprochen wird.
Viele weitere Versionen der Hybridscheinwerfer
Die hybriden Scheinwerfer beschränken sich längst nicht mehr auf die Funktionen Wash, Spot und Beam. Gerade im Effektbereich, der ja auch für mobile DJs und aufstrebende Bands so interessant ist, gibt es diverse weitere Kombinationen. Beispielsweise findest du 4in1-LED-Effektscheinwerfer, die Derby, Washlight, Laser und Strobe in Personalunion mit an Bord haben. Andere wiederum sind mit Flower- und Stroboskop-Effekt oder mit RGB-LEDs und seperaten Strob-LEDs konzipiert. Die Auswahl ist auch in diesem speziellen Segment bereits äußerst weit gefächert.
Hybridscheinwerfer: unterschiedliche LEDs integriert
Insbesondere bei den nicht beweglichen Effektscheinwerfern wird heutzutage oftmals auf zwei – oder mehr – verschiedene Arten von LEDs gesetzt. So sind viele Geräte beispielsweise mit herkömmlichen LEDs für die statischen RGB, RGBW oder RGB+UV-Farben bestückt, zugleich mit in Reihen angeordneten SMD-Weißlicht-LEDs, die dann unabhängig von den anderen für den blendenden Strobe genutzt werden. Zur Wahrheit gehört, dass es zuweilen ein wenig fraglich ist, ob die Effekte gleich mit dem Wort Hybrid benannt werden müssen. Längst hat sich die Bezeichnung auch zum Marketing-Statement entwickelt. Also nur weil du zwei verschiedene Lämpchen auf der Birne hast, bist du im Techniker-Verständnis noch kein Hybrid.
Vorteil der geringeren Investition
Zumal die Funktionalität erweitert wird, sind Hybridscheinwerfer in der Regel kostspieliger als ihre monofunktionalen Kollegen. Dennoch bleibt die Rechnung insgesamt preisgünstig, weil du eben nicht in zwei verschiedene Scheinwerfer investieren musst. Und dabei können wir auch gleich den pragmatischen Schritt weiterdenken. Weniger Equipment bedeutet geringere Kosten für schützende Cases und Kabel. Das DMX-Pult kann kleiner gewählt werden, da nicht so viele DMX-Kanäle im Universum benötigt werden.
Vorzug der Platzersparnis
Ebenso vorteilhaft ist, dass der notwendige Stauraum maßgeblich reduziert wird. Ob du für die Lichtkomponenten und die Tonanlage einen Transporter, Anhänger oder lediglich einen Pkw mit ein bisschen Kofferraum benötigst, macht einen nicht unerheblichen Unterschied. Weitaus deutlicher und pragmatischer macht sich der Vorzug der Platzersparnis aber im Einsatz auf der Bühne bemerkbar. Die übliche Bühne, auf der sich Einsteiger und Newbies austoben können, ist eng, nicht selten sehr eng. Über jeden Scheinwerfer, der dir nicht im Weg rumsteht und eben nicht den Bewegungsspielraum klaut, wirst du dich freuen.
Schneller Aufbau und rasantes Patchen
Zeit ist Geld, um diesen vielzitierten Spruch zu bemühen. Nicht verschwendete Zeit, ist aber zweifellos auch gut für die Nerven. Die dahinterstehende Logik im Kontext der Hybridscheinwerfer und Hybrid-Effekte ist simpel. Wenn du weniger Lichtkomponenten schleppen, positionieren, installieren und verkabeln musst, geht das logischerweise auch schneller. Theoretisch könntest du die Hälfte des Equipments einsparen, müsstest nur die Hälfte verkabeln und patchen. Als Musiker oder DJ hast du vieles, aber sicherlich keine überschüssige Zeit. Die Zeitersparnis wird sich positiv auf den Taxameter deiner Nerven auswirken.

Nachteile der Hybridscheinwerfer
Die Erläuterung wäre nicht komplett, wenn wir die durchaus auch vorhandenen Nachteile verschweigen würden. Wenngleich die sich in zumeist verschmerzbaren Grenzen halten, gibt es die durchaus. Um da nicht auf falschen Gedankenfährten zu wandeln, sollten du darüber Bescheid wissen, damit du dir nicht durch falsche Vorstellungen dein Lichtkonzept versemmelst.
Was hybride Scheinwerfer nicht können
Die vermutlich wichtigste Überlegung ist die, was Hybridscheinwerfer nicht können. Festgestellt hast du, dass sie in der Regel zwei verschiedenen Funktionen haben, beispielsweise die Kombination aus Spot mit eng fokussierten Abstrahlwinkel mit Wash-Light bei äußerst breitem Abstrahlwinkel. Häufig sind solche Kandidaten mit einem motorisierten Zoom. Bewusst sein sollte dir allerdings die Tatsache, dass sich nicht beiden Funktionen zeitgleich, sondern immer nur entweder die eine oder die andere abrufen lassen.
Im dümmsten Fall fehlen beide gleichzeitig
Ein weiterer zu beachtender Aspekt ist die Wartung. Wenn der Hybridscheinwerfer mal eine Macke hat und beim Servicetechniker repariert werden möchte, sind gewissermaßen auch gleich zwei Funktionen aus deinem Setup in der Werkstatt und müssen irgendwie ersetzt werden. Zumindest wenn die Wartung aufwendiger ist oder der Techniker für die Operation am lichterlohen Scheinwerferherzen gerade nicht unmittelbar Zeit hat, kann das nervig sein.
Mehr zu Lichttechnik findest du zum Beispiel in diesem Artikel: „Was ist ein Blinder? – Lichttechnik für Einsteiger“





