Klavier kaufen leichtgemacht

Klavier gebraucht kaufen?

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Ein Klavier gebraucht zu kaufen ist nicht immer so einfach wie es scheint. Dies liegt vor allem daran, dass der Klang und die Spielbarkeit eines Klaviers nicht zwangsweise ein adäquates Bild von dessen aktuellen Zustand widerspiegeln. Wie bei so vielen Dingen kommt es auch hier besonders auf drei Dinge an: auf die Lagerung, die Pflege und den ehemaligen Umgang mit dem Instrument.

Zum Glück gibt es ein paar Standards, an denen der Zustand eines Instruments ungefähr bestimmt werden kann. Auf Folgendes solltest Du also besonders achten, wenn Du Dir ein Klavier anschaust:

1.) Stimmwirbel und Saiten

Von diesen beiden Elementen ist die Stimmhaltung des Instruments abhängig. Sind die Wirbel ausgetrocknet, kann das Instrument die Stimmung nicht mehr halten. Häufigste Alterungserscheinung bei Klaviersaiten ist das Rasseln der Bassaiten. Dies rührt daher, dass die Kupferumspinnung der Kerndrahtes sich über die Jahre lösen kann und somit das unerwünschte rasselnde Beigeräusch erzeugt.

Frage: Wann wurde das Klavier das letzte Mal gestimmt? Wie steht es mit der Beschaffenheit der Saiten?

2.) Mechanik

Diese ist leider – wenn überhaupt – für einen Kunden nur schwer überprüfbar. Das Klavier besteht aus so vielen Teilen, dass diese einzeln in der Kürze der gegebenen Zeit nicht zu überprüfen sind. Hier musst Du wohl oder übel dem Fachmann vertrauen.

Frage: Wann wurde das Klavier das letzte Mal gewartet?

3.) Die Filze

Wenn die Hämmer gegen gegen die Saiten schlagen, schlägt Filz gegen Metall. Da sind Abnutzungsspuren vorprogrammiert. Die Hämmer spielen sich ab oder bekommen Rillen. Je nach Schwere der Abnutzung der Filze müssen diese erneuert werden. Darüber hinaus ist es wichtig darauf zu achten, dass sich die Dämpferfilze parallel zu der Pedalbetätigung heben und auch beim Wiederaufsetzen keine Eigengeräusche produzieren.

Tipp: Kontrolliere die Hämmer auf Abnutzungsspuren und Rillen.

4.) Die Klaviatur

Bei alten und viel bespielten Klavieren vergrößert sich bei den Tasten, verursacht durch die Abnutzung der sogenannten Garnierung, das Spiel auf den Lagern (Tastenstiften). Je nach Abnutzungsgrad fühlt sich die Klaviatur schwammig an. Im schlimmsten Fall können bei dem Spiel sogar Klappergeräusche entstehen.

Tipp: Kontrolliere ob und inwieweit die Tastenstifte abgenutzt sind. Fahre dazu mit dem Finger leicht über die weißen Tasten. Diese sollten sich alle gleich tief neigen und dabei nicht klappern.

5.) Resonanzbogen und Stege

Sowohl der Resonanzboden als auch die Stege bilden das Fundament des Klangkörpers. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass diese Elemente völlig intakt sind. Je nach Größe der Risse können diese zu einem enormen Klangverlust führen. Solche Schäden sind häufig die Folge unsachgemäßer (meist feuchter) Lagerung.

Frage: Wo wurde das Instrument untergebracht?

2 Kommentare zu “Klavier gebraucht kaufen?”
  1. Vielen Dank für diese Tipps zum Kauf eines gebrauchten Klaviers. Für mich selber als Laien ist es doch etwas schwieriger zu erkennen, ob das Klavier auch was taugt. Zur Sicherheit würde ich mich dann aber doch an einen Profi wenden, der mir dabei zur Seite stehen kann. Im Internet habe ich in München einen Laden gefunden, der neue sowie gebrauchte Klaviere anbietet: klavier-stoll

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  2. Vito Bellini

    Hallo Fine,
    nur ganz kurz – holen Sie sich einen erfahrenen Pianisten (Musiker im allgemeinen genügt nicht) und suchen Sie sich ein „gebrauchtes“ Piano aus. Die übliche, alltägliche Bedeutung des „GEBRAUCHT“ ist im Bezug auf akustische Instrumenten (Klaviere, Streichinstrumente…) sehr, sehr falsch am Platz! Ein 10, 20, oder 30 Jahre altes Klavier kann ohne weiteres ein wesentlich besseres Instrument (evtl. günstigeres auch) sein als ein funkelnagelneues YangChang, Hyundai, billigeres Yamaha oder gar Schimmel sein.
    Jedenfalls, sollte die technische Besichtigung nicht irgendwie noch künstlich dramatisiert oder gar mystifiziert werden – es gibt zwar bestimmte Dinge die unbedingt und aufmerksam abzuchecken sind, wenn Sie jedoch die richtige Person dabei haben, dürfte es keine allzu große Geschichte sein…
    Aus der Sicht vieler Pianisten, die nicht zwangsläufig technologisch besonders versiert sein müssen, ist das Probespiel auf dem konkreten Instrument entscheidend wichtig! Kleinere „Fehler“ hin oder her – manchmal sitzt man da und… „ICH SPÜRE ES,..ICH WEIß ES EINFACH: DAS IST MEIN PIANO!“ Punkt!… Lassen Sie sich so viel Zeit zum „Testspielen“ wie möglich. Am liebsten an mehreren Tagen, verschiedenes Material usw…
    Viel Glück!

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