Beat per pedes

Stompbox spielen – Fußperkussion nicht nur für Gitarristen

Foto: Pixabay von dimitrisvetsikas1969

Es ist doch immer wieder schade, wenn dir bei deinem Spiel – beispielsweise auf der Gitarre – die rhythmische Begleitung fehlt. Wenn doch zumindest irgendwas ähnlich einer Bassdrum den Beat halten und deinen Sound abrunden würde. Mit einer Stompbox erreichst du exakt das und noch viel mehr. Ein recht unscheinbares Teil mit zweifellos großer Wirkung. Hier kommen unsere Tipps für dich, wenn auch du die Vorteile nutzen und Stompbox spielen möchtest.

Check it: Stompbox spielen – super Rhythmus-Potenzial

  • Eine Stompbox-Definition
  • Einsatz nach individuellen Zielsetzungen
  • Drummer für die Hosentasche
  • Herausforderung nicht unterschätzen
  • Und die Verwandten der Drum-Computer

Stompbox spielen: Was ist das überhaupt?

Wiki sagt so ungefähr, „(…) eine Stompbox sei ein Percussion-Instrument, das aus einer kleinen Box besteht, die unter dem Fuß platziert und rhythmisch geklopft oder aufgestampft wird, um einen Klang ähnlich einer Bass-Drum zu erzeugen.“ Ah ja, jetzt wissen wir mehr. Nämlich vor allem, dass Wiki in den letzten Jahren gut geträumt und einige Entwicklungen verschlafen hat. Einst geboren als pfiffige Idee, hat die Stompbox sich längst in diversen Variationen und Bauformen weiterentwickelt und durchgesetzt.

Unterschiedlichste Modelle für individuelle Anforderungen

Die Stompbox ist ein Taktgeber für die Füße und  den gibt es mittlerweile in rein akustischer, in analoger als auch in digitaler Ausführung. Auch werden solche angeboten, die außer dem typischen Bass-Drum-Kick gleich die komplette Schlagzeug-Begleitung generieren. Ob rudimentär und im wahrsten Sinne des Wortes bodenständig oder mit umfangreicher und ebenso abwechslungsreicher Tonerzeugung, die Auswahl am Markt ist berechtigterweise riesig.

Rhythmus-Klassiker nicht nur für straßenmusikalische Multiinstrumentalisten

Der Klassiker beim Einsatz einer Stompbox ist sicherlich, damit einen Bass-Drum ähnlichen Sound zur akustischen Gitarre zu liefern. Beispielsweise bei Straßenmusikern wirst du immer mal wieder diese höchst kompakten Kameraden erleben. Dabei ist die „Stampfbox“ aber keinesfalls auf akustische Gitarreros beschränkt. So kann sie etwa zum Akkordeon genutzt werden, auch Klavierspieler oder E-Pianisten, Perkussionisten und Multiinstrumentalisten setzen das Teil zuweilen ein.

Die übliche Kombination besteht aus Gitarre und Stompbox
Die übliche Kombination besteht aus Gitarre und Stompbox Foto: von Jörn Petersen

Widerspruchsloser Drummer für Backpacker – ein Traum

Die Stompbox punktet mit etlichen pragmatischen Vorteilen. Zunächst hat im Gegensatz zum Schlagzeuger keine Widerworte, außerdem trinkt sie dir nicht sämtliche Getränke vor der Nase weg und ist auch ansonsten ziemlich anspruchslos. Sie ist immer pünktlich zur Stelle und spielt, ohne zu nörgeln, was du von ihr verlangst.

Wenn du eine Stompbox kaufen willst, holst du dir einen Schlagzeuger für die Westentasche oder zumindest für den Rucksack oder das Equipment-Case. Stell dir das vor: Ein Schlagzeuger, den du ohne schlechtes Gewissen einfach aus der Tasche zerren und auf den Boden legen kannst; einer, der nicht permanent dazwischen klappert, wenn du gerade deinen nächsten Song ansagen willst. Einfach traumhaft.

Verstärkung über Verstärker oder Resonanzkörper

Bereits die simpelste Form zu benennen, ist nicht ganz simpel. Der Grund ist schlichtweg, dass es auch hier bereits unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Beschränken wir uns ausschließlich auf die Imitation des Sounds der Bass-Drum, benötigen wir nicht mehr als eine kleine Holzkiste mit entsprechendem Hohlraum. Besonders glücklich wirst du damit allerdings vermutlich noch nicht.

Die Stompbox sollte zumindest – das ist normal  – mit einem Piezoelement für die Tonabnahme und -Übertragung ausgestattet sein. Erst wenn der Ton verstärkt wird, passt  der Schuh. Das wiederum muss nicht zwingend über einen separaten Verstärker erfolgen. Es reicht beispielsweise die Gitarre. Und so kannst du,  wenn du mit der Stompbox spielen möchtest, den Ton über einen speziellen Ausgang denn auch durch die Gitarre schleifen.

Konzipiert für die gewohnte Fußbewegung

Statt auf der kleinen Kiste zu trampeln, könntest du auch ein Fußmaschine wie beim Schlagzeug vor eine Kiste stellen, beispielsweise vor ein kleines Cajon. Das Soundergebnis wäre ähnlich, allerdings gehört bereits zum Umgang mit der Fußmaschine eine gute Portion Übung. Du willst aber nicht erst zum Schlagzeuger umschulen. Wenn du Stompbox spielen möchtest, ist es für dich einfacher, eine normale Fußbewegung auszuführen. Eben nach dem Prinzip, als  würdest du – wie üblich – den Takt einfach einem deiner Füße mitklopfen. Damit kommen wir dem Prinzip eine Basic-Stompbox eine gute Portion näher.

Mit der Fußmaschine müsstest du dich umgewöhnen
Mit der Fußmaschine müsstest du dich umgewöhnen Foto: Shutterstock von vicvic13

Stompbox spielen und den Drummer imitieren

Vermutlich kaum ein Drummer wird mit der Bass-Drum einfach nur monoton auf sämtliche Viertelnoten spielen. Okay, zuweilen findet das in den musikalischen Stilrichtungen der härteren Gangart wie im Speed-Metal statt, wenn die Double-Bass oder mit Doppelfußmaschine gespielt wird. Üblicher ist es, zum Beispiel die Eins und die Drei oder die Eins, die Zwei-Und und die Drei zu betonen. Es gibt etliche weitere Strickmuster,  die hier alle aufzuzählen den Rahmen sprengen würde.

Aufgrund der Multitasking-Anforderungen anspruchsvoller als gedacht

Wenn du nun also auf deiner Stompbox spielen wirst, nutzt du die gleichen Betonungen, die auch ein Drummer machen würde. Tatsächlich aber hört sich das einfacher an, als es in der Praxis ist. Immerhin spielst du auch noch dein eigentliches Instrument, also beispielsweise die Gitarre, und singst dazu. Du hast also bereits einige Baustellen, auf die du dich konzentrieren musst; on top kommt die Stompbox hinzu.

Das Problem: Du spielst zwei Instrumente gleichzeitig
Das Problem: Du spielst zwei Instrumente gleichzeitig Foto: von Jörn Petersen

Für asymmetrische Betonungen innere Blockaden überwinden

Insbesondere asymmetrische Betonungen können dich anfangs leicht aus der musikalischen Kurve schmeißen. Gerade die aber haben ihren speziellen Reiz. Im Laufe der Zeit und mit entsprechender Übung wirst du entkoppelt auf der Stompbox spielen. Rund wird die Sache spätestens dann, wenn du beim Spielen nicht mehr nachdenken musst und damit eine selbstverständliche innere Blockade überwunden hast. Wenn du dich mit der Spieltechnik anfreundest, solltest du recht einfach und mit wiederkehrenden, automatisierbaren Mustern beginnen und den Schwierigkeitsgrad behutsam steigern, um mehr Abwechslung in dein Spiel zu bringen.

Abwechslungsreichtum durch unterschiedliche Sounds

Und schon sind wir beim Zauberwort der kleinen Kiste angelangt: „Abwechslung“. Aktuelle Stompboxen haben im Normalfall mehrere Sounds mit an Bord. So beispielsweise die Kick Drum, Cowbell, Cabasa, das Tambourin und den Cajon Bass. Andere bieten neben der Bass-Drum etwa die Snare, Hi-Hat oder Rim Shot. Die Auswahl bereits dieser noch analogen und manuell bzw. per Fuß zu bedienenden Stompboxen ist je nach Hersteller und Modell unterschiedlich. Erzeugt werden die Sounds per digitalem Prozessor.

Sounds im Normalfall während des Songs nicht wechselbar

Durch diese verschiedenen Perkussion-Instrumente kannst du deine Musik schon mal mit abwechslungsreichen Sounds garnieren. Dabei nachteilig ist, dass du bei diesen Modellen im Normalfall lediglich einen Sound zurzeit spielen kannst. Das will sagen: Du kannst nicht etwa auf die Eins die Kuhglocke, auf die Zwei die Cabasa und auf die  drei die Bass-Drum spielen. Weiterer Nachteil: Zumal die Sounds manuell umgestellt werden und die Stompbox sich in der Natur der Sache liegend vor deinen Füßen befindet, musst du dich zum Anwählen der Sound bücken. Nach jedem Song. Das kann für das Publikum schon mal lustig aussehen. Du solltest diesen Moment mit deinem Showtalent zelebrieren.

Doch auch hier  gibt es Lösungen, wobei wir uns allerdings fragen müssen, ob es sich bei diesen Modellen wirklich noch um Stompboxen oder vielmehr um Effektgeräte bzw. rudimentäre Drum-Maschinen handelt. Und schon wären wir wieder bei der Thematik der individuellen Zielsetzung.  Möchtest du manuell bzw. mit dem Fuß live spielen, brauchst du eine analoge Stompbox. Ist dir das weniger wichtig und du möchtest stattdessen einen ablaufenden, aber beeinflussbaren Groove, kommen für dich bereits kleine Drum-Maschinen als Bodengeräte infrage.

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Auch dieser Kamerad könnte für dich interessant sein, zumal du das Cajon mit Fußmaschine spielen kannst: „Cajon – was du schon immer über diese Holzkisten wissen wolltest“.

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