One More Time…

Warum wir verrückt nach Wiederholungen sind

Shutterstock Foto von: Sylverarts Vectors

Hast du schon einmal einen Song gehört, den du so richtig schlecht fandest und den du eventuell aufgrund seiner Einfachheit belächelt hast? Wir sind uns fast sicher, was als nächstes passiert ist: Er ist in deiner Spotify-Playlist gelandet, weil du ihn irgendwann angefangen hast zu mögen. Keine Sorge, du bist nicht der Einzige, der sich so widersprüchlich verhält, vielmehr hat dieses Verhalten mit etwas anderem zu tun – Wiederholungen

Was versteht man unter einer Wiederholung?

So gut wie jede Musik beinhaltet Wiederholungen, und unsere Hörgewohnheiten haben über Hunderte von Jahren bewiesen, dass wir diese mögen. Die Wiederholung ist ein oft übersehener, aber wirkungsvoller Teil der Art und Weise, wie wir Musik verarbeiten, egal, ob es sich dabei um eine klassische Symphonie oder den Song von einem Pop-Star handelt, der uns einfach nicht aus dem Kopf geht. Gleichzeitig steigert die Repetition, also die Wiederholung, den Wiedererkennungsgrad des Songs.
Wiederholungen sind ein Merkmal, das Musik aus allen Kulturen der Welt gemeinsam hat.
Mit Sicherheit könnt ihr euch an diesen Song aus der Muppet-Show erinnern. Er ist vielleicht nicht unser Lieblingssong, aber trotzdem singen wir sofort „Do doo be-do-do“, wenn „Mahna Mahna“ erklingt.

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(Muppet Show – Mahna Mahna)

Warum lieben wir Wiederholungen in einem Song so sehr?

Songs bestehen aus wiederkehrenden Strukturen und Teilen, die das Hören vereinfachen sollen.
Menschen neigen dazu, Dinge zu bevorzugen, denen sie schon einmal ausgesetzt waren. Wenn wir also einen Song hören, den wir erstmal für uns persönlich ablehnen, bedeutet es nicht, dass wir ihn in zwei Wochen nicht auf einmal doch ganz gut finden, denn sobald wir diesen Song wiederholt beim Einkaufen oder an der nächsten Straßenecke hören, gewöhnen wir uns an den Sound, klopfen im Takt mit und singen so manche Line dann auch mal mit. Am Ende ertappen wir uns öfter selbst dabei, wie wir diesen anfangs fürchterlichen Song doch noch in unsere Spotify-Playlist packen.

Zu viele Wiederholungen verderben den…Song?

Musikkritiker und viele Musikfans neigen dazu, einen sich zu sehr wiederholenden Popsong als banal abzutun, aber da Wiederholungen uns dazu bringen, anders zuzuhören, können sie uns auch dazu bewegen, einigen der subtileren und kunstvolleren Aspekte der Musik mehr Aufmerksamkeit zu schenken, weil unser Verstand nicht mehr nur damit beschäftigt ist, den melodischen oder harmonischen Hauptinhalt zu verarbeiten.

Wiederholungen scheinen menschlich zu sein

In einer Studie des Music Cognition Lab ließen Margulis und ihr Team die Teilnehmer zwei verschiedene Musikstücke hören. Ein Satz bestand aus Musik von Komponisten des 20. Jahrhunderts, die in ihren Werken absichtlich Wiederholungen vermieden. Das andere Set bestand aus digital veränderten Versionen der Werke dieser Komponisten, die so bearbeitet wurden, dass sie in Schleifen liefen und sich stellenweise wiederholten.
Margulis schrieb über ihr Experiment, dass die Zuhörer berichteten, dass sie die veränderten Versionen angenehmer fanden und es wahrscheinlicher sei, dass sie von einem menschlichen Künstler komponiert und nicht zufällig von einem Computer erzeugt wurden. Die Wiederholung diene als Handabdruck der menschlichen Absicht, schreibt Margulis über ihr Experiment. Sie nimmt an, dass ein Satz, der beim ersten Mal willkürlich geklungen haben mag, beim zweiten Mal zielgerichtet und kommunikativ klingen könne.

Mehr zu dem Experiment und warum musikalische Wiederholungen so fesselnd sind, erklärt Elizabeth Hellmuth Margulis
In einer TED-Ed Lektion

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(Warum wir musikalische Wiederholungen lieben – Elizabeth Hellmuth Margulis)

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