Der erfrischend authentische Musiker feiert runden Geburtstag

Alles Gute zum Nabeltrennungs-Revival: Klaus Lage wird 70

Foto: extrahiert aus YouTube-Video

Vor spätestens 37 Jahren hat Klaus Lage Musikgeschichte im deutschsprachigen Rock und Deutschpop geschrieben. 1983 setzt sein Album „Stadtstreicher“ zum Höhenflug an und begeisterte die Musikfans. Seine Hits sind ebenso unvergessen, wie seine angeraute Stimme. Am 16. Juni feiert er seinen 70. Geburtstag. Und wir sagen: Herzlichen Glückwunsch.

Ungekünstelt, bodenständig, authentisch

Auf der Bühne hatte er dieses bodenständige Aussehen eines rockenden und ebenso melancholischen Sozialarbeiters. Einer, dem man mit seinem ungekünstelten Naturell einfach vertrauen musste. Er war einfach authentisch und glaubwürdig frei von Starallüren. Kein Wunder, schließlich gehörte genau das zu seiner Geschichte: Um sich aus der Enge seiner Heimatstadt zu befreien, ging er bereits als 20-Jähriger nach Berlin, wo Klaus als Sozialarbeiter und Erzieher in einem Kinderheim arbeitete.

Udo Lindenberg hatte als Vorreiter des Rock mit deutschen Texten in den 70ern den Weg geebnet. Musik, die bis dahin kaum eine Rolle spielte. Bei vielen war die deutsche Sprache in dieser Musik verpönt. Bei den Mainstream-Musikkonsumenten gab es in Westdeutschland von wenigen Ausnahmen abgesehen eine strikte Unterteilung in entweder deutsche Schlager- oder Volksmusik und auf der anderen englischsprachigen Rock, Rock’n’Roll usw. Plötzlich aber waren Deutschrock, Deutschpop, NDW & Co. angesagt.

Und es hat Zoom gemacht

Als dann Bands und Künstler wie BAP, Wolf Maahn, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen, Heinz Rudolf Kunze, Rio Reiser und viele weitere loslegten, war auch die Zeit für Klaus Lage gekommen. Nach diversen musikalischen Stationen gelang ihm 1983 der Durchbruch mit dem Album „Stadtstreicher“. Mit der Klaus Lage Band veröffentlichte er diverse Top-Hits, von denen „1000 und 1 Nacht“ auch heute noch zu den vermutlich größten Partykrachern schlechthin gehört.

Noch immer einer der größten Partykracher schlechthin

Doch gib zu, zart, ganz zart, hat ihre Hand dich umgehau’n

Besonders populär wurde Klaus Lage zudem durch den Titelsong des ersten Schimansky-Kinofilms mit Götz George: „Faust auf Faust“. Unvergessen ist auch der Nummer-1-Hit „Monopoly“, dessen Text aus der Feder seines langjährigen Wegbegleiters Diether Dehm stammt. Der hatte den Song für seinen viel zu früh verstorbenen Vater geschrieben. „(…), wir sind nur die Randfiguren in einem schlechten Spiel.“

Action und Bodenständigkeit für Schimanski

Beinahe augenzwinkernd prophetisch: Ich bleib diesen Sommer zu Haus

Einen augenzwinkernden „Special Tipp“ hat er übrigens bereits 2017 eingespielt und im April dieses Jahres aufgrund der Aktualität nochmals gepostet: „Ich bleib diesen Sommer zu Haus“. Schaut und hört selbst, wie die Zeit sich selbst einholt:

Fast eine Prophezeiung: „Ich bleib diesen Sommer zu Haus“

Dabei hat er seine Kreativität nie in eine Schublade sperren lassen. Ganz neue Wege ging Klaus mit seinem Big Band Projekt, auch produzierte er diverse Hörbücher mit bekannten Sprechern wie Hannes Jaenicke oder Martin Semmelrogge. Sein Outfit ist eleganter geworden. Die einstige Jeansjacke hat sich in einen Anzug verwandelt. Nichts geändert hat sich an Klaus‘ künstlerischer Rastlosigkeit, mit der er sich in unterschiedlichsten Facetten auszudrücken weiß und eine außergewöhnliche Atmosphäre auf die Bühne zaubert.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und hoffen, dass wir den nimmermüden Klaus Lage bald wieder auf der Bühne erleben dürfen.

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Klaus hat sich nie einzwängen lassen, ganz im Gegenteil. Möchtest du noch mehr über genreüberschreitende Künstler erfahren, ließ doch mal unseren Artikel über „6 Schauspieler, die auch als Musiker erfolgreich sind“.

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