
Gewohnt schnörkellos ist die neue Gretsch The Streamliner CVT konzipiert. Die Formgebung ist eigenständig und nicht minder identifizierbar. Dabei flaniert die Solidbody aktuell in vier Farbvarianten über den musikalischen Catwalk. Dass die Marke mit ihrer speziellen Formsprache ohnehin eine eigene Nische besetzt, ist nicht neu. Was unbedingt neu ist: Waren die E-Gitarren traditionell eher im hochpreisigen Segment angesiedelt, ist diese Serie günstig. Und zwar geradezu unfassbar günstig.
Die Marke Gretsch, seit 2002 zum Fender-Konzern gehörend, hat tatsächlich einen legendären Ruf, der in die Fünfziger, der Ära des beginnenden E-Gitarren-Hypes, zurückreicht. Schon damals gehörte sie zu den wenigen, die sich gegen die Platzhirsche Fender und Gibson behaupten konnten.
Waren die ersten Electrics auch noch stark auf die akustischen Archtops bezogen, mit Details wie dem Harp Tailpiece und der Stairstep Bridge, so kam es nach 1953 zu einer echten Flut von bemerkenswerten Modellen. Und spätesten 1955 brachte der Hersteller die Ikone der Marke schlechthin auf den Markt: die White Falcon, eine weiße Hollowbody-Klampfe mit goldener Hardware, nach wie vor das Aushängeschild von Gretsch.
Doch auch mit weiteren Modellen konnte man sich langfristig etablieren. So etwa mit der Electromatic bzw. der Streamliner, bei der es sich im Gegensatz zu den Hollowbody-Modellen von Gretsch, die maßgeblich durch Brian Setzer und Co. gehypt wurden, um eine Solidbody handelt. Und exakt die wurde nun mit neuen Farben und Features frisch auf dem Markt lanciert.
Gretsch The Streamliner CVT – unfassbar günstig
Das Modell The Streamliner CVT setzt auf einen massiven Double-Cut-Korpus aus Mahagoni, der durch sein markantes Shaping sofort wiedererkennbar ist. Verfügbar sind die deckenden Hochglanzlackierungen Jet Black, Seafoam Green, Olive Drab und Aged White. Allesamt sind mit einem schwarz designten Pickguard konfektioniert.
Dabei liefert die Steamliner CVT mit ihren beiden Humbuckern satte, reaktionsschnelle und druckvolle Sounds, die insbesondere den Anhängern von Hard-Rock, Hard-Blues als auch Pop-Rock gefallen dürften. Mit an Bord hat sie dafür 2 HotWire High Output Ceramic Humbucker. Wer sich glasklare Clean-Sounds wünscht, wird eher zu anderen Modellen und Konfigurationen greifen müssen, ein Coil-Splitting ist nicht vorgesehen. Und so ist die Domäne der Streamliner CVT eher die Abteilung der brachialen Riffs und Mittengewitter für peitschende Soli.
Die Streamliner CVT von Gretsch will auf die Bühne
Mit ihren Specs richtet sie sich an alle, die sich erstens auf der Suche nach einem direkten Arbeitsgerät ohne Schnörkel befinden und zweitens das persönliche Budget nicht über Gebühr belasten möchten. Dabei konzentriert sich das Double-Cut-Modell auf das Wesentliche. Und damit will sie unbedingt auf die Bühne. Dank des niedrigen Preises, ist sie eine stimmige Alternative für kostspielige Instrumente, die dem oftmals rauen Tourbetrieb eher nicht ausgesetzt werden wollen.
Die Korpusform liegt übrigens irgendwo zwischen SG und Revstar, bleibt dabei unbedingt eigenständig. Gemunkelt wird in der Szene übrigens, dass man nun dieser Formgebung folgt, könnte mit dem Aufruhr um die aktuelle Klage- und Abmahnungswelle hinsichtlich der Korpusform der Strat zu tun haben und quasi erste Auswirkungen einer Umorientierung zeigen. Gerade das allerdings scheint wenig schlüssig. Schließlich gehört die Marke zu Fender. Leicht denkbar, dass man sich kaum selbst verklagen würde. Wahrscheinlicher scheint zu sein, dass es sich hier um Marken- und Produktpflege mit Umsatzpotenzial in einer speziellen Nische handelt.
Möchtest du mehr über die Historie und Instrumente der Marke Gretsch erfahren, wirf gerne einen Blick auf diesen Artikel: „Gretsch-Gitarren und ihre außerordentlicher Geschichte„.





