Berühmte E-Gitarren der Tapping-Legende

Klassiker: Eddie van Halen und seine Gitarren

Foto: Shutterstock von Debby Wong

Eddie van Halen war der unumstrittene Wegbereiter des beidhändigen Tappings und vieler weiterer Spieltechniken. Leicht nachvollziehbar, dass auch seine Gitarren längst zu den Klassikern zählen. Immerhin haben die Frankenstein, die Wolfgang und auch die EVH längst Legendennimbus. Bei der brachialen Spielweise mussten und müssen sie so einiges aushalten.

Check it: Klassiker – Eddie van Halen und seine Gitarren

  • Wie Eddie van Halen ganze Generationen beeinflusste
  • Vom beidhändigen Tappen bis zu Dive Bomgs und mehr
  • Wie er die Theoretiker in den Wahnsinn trieb
  • Radikale Bauweise der DIY-Frankenstrat
  • Von der Music-Man-Signature über die Wolfgang bis zur EVH

Eddie van Halen und seine Gitarren – die artistische Symbiose

Eddie Van Halen war der unbestrittene Meister des zweihändigen Tappings. Seine Spieltechniken haben ganze Generationen von Gitarristen beeinflusst. Als Lead-Gitarrist und musikalischer Kopf der Band Van Halen schrieb er Rock-Geschichte. Edward Van Halen war wie der Steve Jobs der Gitarristen, er erfand Neues und ging dabei mit höchster Akribie vor. Und irgendwie erscheint es einem wie beispielsweise mit dem Smartphone oder dem Internet: Insbesondere die Jüngeren können, also die so unter 60 Jahren, können sich kaum vorstellen, dass es mal eine Zeit ohne die Spieltechniken von Eddie van Halen gegeben haben könnte.

Techniken, die Musikalienverkäufer in den Wahnsinn trieben

Nachdem die Rakete des Tapping einmal gezündet war, gab es endlos viele Gitarristen, die seinen Stil kopierten. Saß man in der damaligen Zeit in irgendeinem Musik-Shop, hört man unablässig, wie die Nachwuchs-Gitarreros auf den Saiten rumkloppten: schneller, höher, weiter. Die Verkäufer in den Shops konnten einem schon fast leidtun, immerhin mussten sie sich von morgens bis abends einen echten Hype anhören. Und diejenigen, die mit ihren ersten Tapping-Elementen loslegten und sich wie nebenbei in der Öffentlichkeit präsentieren wollten, waren selbstredend nicht annähernd so sicher wie der Großmeister. Sie sprangen auf das getappte Pferd gerade erst auf und mussten zunächst Reiten lernen. Und das war alles andere als einfach. Denn Eddie veranstaltete da Dinge, die für relativ normal denkende Gitarristen kaum noch nachvollziehbar waren.

Es gab keinen Weg aufzuschreiben, was er spielte

In den 80ern standen die Gitarristen reihenweise vor der Bühne, um sich geradezu ungläubig die Techniken von Eddie anzusehen und zu kopieren. Das ging so weit, dass Er seine Soloparts oftmals mit dem Rücken zum Publikum spielte, zumal er eben nicht kopiert werden wollte. Aber das war ohnehin nicht einfach. Einige seiner Kapriolen hätte man filmen und anschließend üben können. Um seine Techniken hingegen in Noten festzuhalten, mussten damals erst mal neue Symbole erfunden werden, die dann über die Noten gestellt wurden. Anders ging es nicht. Es gab zu der Zeit keinen Weg aufzuschreiben, was er spielte. Eddie Van Halen selbst ist Autodidakt. Er hat einfach gespielt, ohne wirklich zu wissen, was das musiktheoretisch bedeutet.

Die Notenwerte konnte man nicht mehr mitzählen

Indes der handelsübliche Gitarrenschüler beispielsweise zunächst Viertel-, Achtel- und Sechzehntel-Noten übt und sich dann irgendwann mit Triolen beschäftigt, spielte Mr. Eddie -in Quintolen, Septolen, kloppte neun oder elf Noten vermeintlich gleichmäßige Noten in einen Takt oder auf zwei Zählzeiten. Zähl und spiel das mal, das ist schon irre. ‚Aber jede Wette, Eddie wird das nicht mehr gezählt haben, das muss man fühlen. Andernfalls hat man vermutlich keine Chance, nicht aus der rhythmischen Kurve zu fliegen.

Vom radikalen Umgang mit dem Wimmerhaken

Berüchtigt war Eddie nicht nur für sein beidhändiges Tappen, stattdessen auch für die exzessive Arbeit mit dem Tremolo, dem Wimmerhaken. Das war und ist nur möglich mit, mit einem Floyd-Rose- oder ähnlich konzipierten Tremolo, bei dem die Saiten in beide Richtungen extrem gezogen bzw. erschlafft werden können, sodass etwa die typischen Dive-Bombs aus dem Instrument gekitzelt werden können, was bedeutet, dass der Wimmerhaken erst komplett niedergedrückt wird und die Saiten vollkommen erschlafft, dann sprungartig der Tremolo-Hebel losgelassen wird und die rasant in der Tonhöhe steigende Saite noch mit Flageoletts bearbeitet wird.

Als die Gitarristen zu Akrobaten wurden

Das detailliert zu beschreiben, würde hier vermutlich den Rahmen sprengen und verlangt nach einem eigenen Artikel. Klar ist: Eddie hat solche Techniken bis ins Extrem hingelegt. Er war Innovator auf der Gitarre in einer Zeit, in der man damals das Gefühl hatte, dass eigentlich nichts Neues und Spannendes mehr kommen könnte. Das Instrument schien ausgereizt. Eddie hat ihr neuen Schwung gegeben. Und dafür brauchte er vor allem eines: Die richtige Gitarre, mit der er solche Techniken auch umsetzen konnte.

Einfach den Single Coil rausgerupft: Frankenstein

Seine erste Gitarre war eine Fender Stratocaster, die er eigenhändig umgebaut hatte. Das Original sollte – und wollte – er allerdings nicht lange spielen. Mit dem Sound, den Pickups und insbesondere dem Tremolo war er unzufrieden und fing mit Parts wie Hälsen, Korpussen und Tonabnehmern von Fender, Charvel und Kramer zu experimentieren. Das Resultat waren Gitarren, die ziemlich obskur aussahen und als Frankenstrats bezeichnet wurden, geradezu abenteuerlich und wundersam. Und dabei ging er durchaus unkonventionell vor. So hatte er – damals war das ungewöhnlich – die Single Coils des Klampfe gegen einen Humbucker getauscht, um einen fetteren Sound zu bekommen. Das Ergebnis war, dass für die Kabel nun nicht mehr ausreichend Platz im Body vorhanden war. Eddie sagte: „Also hab ich den ganzen Kram gar nicht erst wieder eingebaut.

Mit der Sprühdose einfach draufgehalten

Und während Gitarrenhersteller als auch Gitarristen auch optisch auf Perfektion setzten, hatte der Tapping-Meister auch in dieser Hinsicht seine eigene rustikale Vorgehensweise. Für das typische Streifendesign seiner Gitarre klebt er in der heimischen Garage den Body im DIY-Verfahren mit Klebeband ab, nahm eine Sprühdose und hielt einfach drauf. Schon kurios: So entstehen Legenden.

Floyd Rose als unverzichtbarer Bestandteil der Dive Bombs

Zeitgleich arbeite er mit Floyd Rose an der Entwicklung des verstimmungsfreien Vibrato-Systems. Das allerdings war in seiner Bauweise für ihn noch nicht ausgereift, zumal die Feinstimmer an einer für seinen Handballen ungünstigen Position saßen. Mit den Tipps und Anregungen von Eddie entstand daraus das heutzutage bekannte und selbstverständlich genutzte Floyd Rose License System, das er anschließend auf den Kramer-Gitarren spielte.

Erste Signature-Gitarre von Music Man

Später ließ er sich mehrere Gitarren von unterschiedlichen Unternehmen auf den Leib schneidern. Seine erste Signature-Gitarre entwickelte er Anfang der 90er Jahre gemeinsam mit Music Man. Die Music Man Signature wurde von 1990 bis 1995 in aufregenden Farben und mit atemberaubend Quilted Maple Tops gefertigt. Allerdings sollte die Beziehung lediglich knapp fünf Jahre halten, bis der Ausnahmegitarrist zu Peavey ging.

Evh Frankie Striped MN Relic R/W/B
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Evh Frankie Striped '78 Eruption
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Evh Frankenstein Relic Maple BK
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Nächste Station: Peavey und die Wolfgang

Aus der Kooperation entstand die Gitarre mit dem Namen seines Sohnes, die Wolfgang, eine abgewandelte Version des Modells von Music Man. Aber auch diese Zusammenarbeit sollte nicht ewig bestehen und wurde im Jahr 2004 beendet. Aus leicht denkbaren Gründen wurde die Wolfgang nicht weitergebaut. Stattdessen wurde das Modell von Peavey – vermutlich aus vertraglichen Gründen – modifiziert, leicht verändert und seither mit dem Namen HP Special vertrieben.

Evh Wolfgang USA EVH Signature BK
Evh Wolfgang USA EVH Signature BK
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Evh Wolfgang Special Stealth
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Evh Wolfgang USA Stealth
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Und weiter ging’s zu EVH unter dem Dach von Fender

Die nächste und damit bereits dritte Station von Eddie hieß EVH, ein Markenname, der selbstverständlich direkt und unmittelbar aus den Initialen des Meisters entstand. Tatsächlich steckt Fender hinter den EVH-Gitarren und -Verstärkern. Eddie hatte das Wolfgang-Design mitgenommen und ihm 2007 unter dem Label EVH neues Leben eingehaucht. Erhältlich ist die Gitarre in unterschiedlichen Ausführungen, wobei die in eben verschiedenen Ländern gefertigt werden, woraus deutlich differierenden Preise resultieren. Die höherpreisigen Modelle stammen aus den USA, die günstigeren aus Fernost. Hier wurden auch die Amps und Boxen wieder aufgelegt, die so typischerweise mit Eddies Sound verbunden waren: Die 5150-Modelle.

Evh 5150 Iconic 15W 1X10 Combo BK
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Evh 5150 III 50 W 6L6 Head IV
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Evh 5150 Iconic Series 412 Cab BK
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Wenn ein Idol mit der Gitarre verknüpft wird

Grundsätzlich alle der Gitarren von der Frankenstrat über die Wolfgang bis hin zu den EVH-Modellen zeichnen sich durch ihre spezielle Form, Humbucker und das Floyd Rose Tremolo aus. Gerade unter dem Dach von EVH – also Fender – gibt es inzwischen endlos viele Farben und unterschiedliche Bestückungen. Auch werden die Gitarren – wie erwähnt – in unterschiedlichen Ländern gefertigt. Die typische Form der Gitarren bleibt unverkennbar. Eddie hat es geschafft, dass sein Name zum Markenzeichen wurde und sich sein Name und damit zugleich die Gitarren-Bauart in das Gedächtnis von Generationen eingebrannt hat. Wer außer Les Paul hat das in dieser Ausprägung geschafft?

Asche verstreut an der Küste von Malibu

Eddie Van Halen wurde am 2007 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Der niederländisch-amerikanische Rockmusiker verstarb am 06. Oktober 2020 im kalifornischen Santa Monica an Krebs. Er war langjähriger Alkoholiker und Kettenraucher und litt an einer Zungenkrebs-Erkrankung. Seine Asche wurde an der Küste von Malibu verstreut, wo er lange gewohnt hatte.

Evh Frankie Striped MN Relic R/W/B
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Evh Frankie Striped '78 Eruption
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Auch interessant: „Stratocaster – der Klassiker-Sound, aus dem die Hits sind“.

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