Soundeinstellungen für E-Bass – wie’s richtig funktioniert

Bass-Sound einstellen: Einsteigertipps für den vernünftigen Tieftonklang

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Du möchtest als Einsteiger den idealen Bass-Sound einstellen. Er soll satt, harmonisch, durchsetzungsfähig zugleich sein? Hier kommen für dich ein paar Gedanken und Tipps, worauf du achten solltest:

Check it: Tipps und Gedanken für deinen idealen Basssound

  1. Die ersten Sound-Verantwortlichen: Deine Finger
  2. Soundeinstellungen direkt am Instrument
  3. Einstellungen an Amp und Equalizer
  4. Es geht um Frequenzen und Kompromisse
  5. Nicht von den eigenen Ohren betrügen lassen

Deine Soundeinstellungen am Bass müssen allen gefallen

Jeder hat seinen eigenen Geschmack. Und bereits diese Aussage klingt ebenso banal, wie sie Zündstoff in sich trägt. Willst du den Bass-Sound einstellen, geht’s nicht nur um deine eigenen Klangvorstellungen. Es sei denn, du sitzt mutterseelenallein in irgendeinem abgedichteten Keller, wo dich kein Mensch hören kann. Als Bassist spielst du aber ein typisches Bandinstrument. Zwangsläufig bedeutet das, der Basssound muss nicht nur dir selbst, sondern auch den anderen gefallen soll. Vom Publikum ganz zu schweigen. Na dann:

Deine Signalkette von den Fingern bis zu den Lautsprechern

Der Bass-Sound lässt sich auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Dein Sound ist immer das Gesamtergebnis in der Signalkette. Die hat einen Anfang, durchläuft dann mehrere Stationen und am Ende soll es dann hoffentlich nach deinen Vorstellungen klingen. Möchtest du deinen Bass-Sound einstellen, solltest du wissen, dass keine Einstellung in der Signalkette mutterseelenallein dasteht: Drehst du an einem „Zahnrad“, beeinflusst es automatisch das gesamte „Getriebe“. Aber wo ist der Anfang?

Der Anfang deiner Signalkette sind die Finger
Der Anfang deiner Signalkette sind die Finger Foto: Shutterstock von krsmanovic

Basis für den gelungenen Bass-Sound: Deine Finger

Den Bass-Sound einstellen, hat viel mit der Spielweise zu tun. Du hast dir einen E-Bass zugelegt und willst damit die groovende Tieftonabteilung betreten. Um dieses Instrument einigermaßen vernünftig zu beherrschen, wirst du gerade am Anfang einige Techniken erlernen und trainieren müssen. Die besondere Anforderung beim Bass ist die Präzision im Zusammenspiel mit dem korrekten Timing. Gemeinsam mit dem Drummer bist du der Motor der Band.

Allerdings sind die Saiten ziemlich dick und werden deinen Fingern einiges abverlangen. Nicht zu vergessen, dass die Bünde durchaus weit auseinander liegen, was bedeutet, dass die Finger ziemlich gespreizt werden müssen. Kann ein wenig dauern, bis die die Greifhand sich damit anfreundet. Nicht weniger wichtig ist das kontrollierte Spiel mit der Anschlaghand; gleichgültig, ob du die Finger oder möglicherweise ein Plektrum dafür nutzt.

Wieso dieser Ausflug in die Spielweise, obwohl du doch den Bass-Sound einstellen willst? Nun, Anfang und Ende des Sounds bleibt die Spieltechnik. Allein mit den Fingern kannst und wirst du diverse unterschiedliche Klangvarianten aus deinem Instrument kitzeln. Obwohl der Bass natürlich elektrisch abgenommen und verstärkt wird, sind die Hauptverantwortlichen für den Ton – also auch den gesamten Bass-Sound – deine Finger.

Prinzip ist nun mal das: Kommt am Anfang nichts Vernünftiges rein, kann am Ende nichts Gutes herauskommen. Stell‘ dir das gerne wie eine Sound-Suppe vor, die du mit den entsprechenden Zutaten kochen willst. Du kannst noch so sehr im Topf rumrühren, ohne die richtigen Gewürze und Zutaten wird die Suppe nicht schmecken. Deine Gewürze, wenn du den Bass-Sound einstellen möchtest, sind zunächst mal deine Finger. Und weiter geht’s:

Am Bass wird in der Regel nur wenig eingegriffen
Am Bass wird in der Regel nur wenig eingegriffen Foto: Shutterstock von momonicky

Einstellungen direkt am Bass

Direkt an deinem Instrument kannst du über die Drehregler (die Potis) den Bass-Sound einstellen. Die Ausstattung ist bei den zahlreichen Instrumenten, die du am Markt entdecken kannst, sehr unterschiedlich. Wohl jeder hat einen Lautstärke-Regler – das Volume-Poti – dann gibt es solche mit Bass- und Höhenreglern, mit Balance-Reglern und noch viele weitere spezielle Ausführungen. Manche eben ganz simpel gestrickt, andere für die Schatzsucher auf dem Weg zum heiligen Bass-Sound.

Allen gemein ist jedenfalls, dass sie eine Möglichkeit für die Regelung der Lautstärke und eine für den Klang mit an Bord haben. Ganz ehrlich, auch wenn manche gestandenen Bassisten sich jetzt die Haare vom Kopf reißen wollen: Einmal eingestellt passiert bei den meisten Bass-Spielern an dieser Stelle nicht mehr viel.

In der Praxis werden die Klangregler am Instrument relativ weit, meistens sogar voll aufgedreht. Grund ist es, ein möglichst unverfälschtes Signal an den Verstärker zu senden. Wären die Frequenzen am Instrument selbst schon heruntergeregelt, wäre die Klangregelung am Verstärker ziemlich sinnentleert. Was soll man da noch weitersenden?

Deswegen: Ja, direkt am Instrument kannst du deinen Bass-Sound einstellen. Inwieweit dir das was bringt, bleibt die große Frage. Was man in der Signalkette später noch bearbeiten möchte, sollte man nicht bereits vorher in der Versenkung verschwinden lassen. Wichtiger ist es, die Klangfülle der Tonabnehmer möglichst klar zur nächsten Etappe zu schicken. Und damit wären wir bei deinem Verstärker:

Bass-Sound einstellen: Hier geht’s zur Sache
Bass-Sound einstellen: Hier geht’s zur Sache Foto: Shutterstock von Babyboom

Soundeinstellungen an Verstärker und Klangreglern

An deinem Verstärker – eigentlich in jedem Bassverstärker – befinden sich die Regler für die Klangeinstellungen. Diese Abteilung nennt sich „Equalizer“. Oftmals sind das lediglich drei Drehregler für Bass, Mitten und Höhen. Viele Bassverstärker sind mit sogenannten graphischen Equalizern ausgestattet. Das sind dann mehrere Schieberegler nebeneinander, mit denen du dann noch mehr Möglichkeiten hast, einzelne Frequenzbänder zu beeinflussen. Okay, wir wissen jetzt wo; widmen wir uns dem „Wie“:

Genau jetzt wirst du merken, dass unterschiedliche Umgebungen nach genauso verschiedenen Einstellungen rufen. Möglicherweise sitzt du nun allein daheim, während du deinen Bass-Sound einstellen möchtest. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es für dich angenehm klingen, wenn du die Höhen und die Bässe relativ weit aufreißt und die Mitten genauso weit runterregelst.  Vollkommen nachvollziehbar, mit dieser Einstellung klingt dein Bass relativ „satt“. (Nein, ich fange jetzt nicht wieder mit der Suppe an.)

Allerdings ist diese Einstellung unter Musikern auch berüchtigt. Bekannt ist sie als „Badewannen-Einstellung“. Hängt mit der Form zusammen, die der Equalizer dann zeigt. Das Problem nimmt bei dieser Einstellung seinen Lauf, sobald die anderen Bandmusiker sich hinzugesellen. Die beanspruchen schließlich auch ihren Anteil am Soundkuchen. (Okay, jetzt wird aus der Suppe also Kuchen.) Das Resultat ist, dass dein Bass verwaschen und schwer identifizierbar klingt.

Werden die Bässe – im Bandzusammenhang – zu sehr betont, sorgt das für eine unangenehme Soundblase. Du fühlst dich, als hättest du den Bass immer wieder durch ein Echogerät geschickt. Alles verwaschen, von Sound nicht mehr zu reden. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken: „Muuuuuuhhhhhuuuuhhhhlm“.

Betonst du die Höhen, dringst du damit in den typischen Frequenzbereich der anderen Instrumente ein. Und die lassen sich das nicht so gerne gefallen. Sinnvollerweise ziehst du im Bandgefüge die Mitten höher. Gewissermaßen stellst du die Badewanne auf den Kopf.

Unter dem Strich wirst du also auf mindestens zwei verschiedene Weisen deinen Bass-Sound einstellen. Einmal für dich allein, damit du dich beim Üben wohlfühlst; und einmal für das Spielen mit der Band, damit euer Gesamtsound aufgeräumt und differenziert klingen kann.

Kleiner Tipp am Rande: Hast du für verschiedene Szenarien unterschiedliche Bass-Sounds gebastelt, nimm‘ einfach dein Handy und fotografiere die Stellungen der Regler. So kannst du ohne lange Überlegungen immer wieder darauf zurückgreifen.

Den richtigen Bass-Sound einstellen: Es geht um Frequenzen

Setzen wir voraus, dass es dir um das Zusammenspiel in einer Band geht. Das wiederum bedeutet, dass du einige Frequenzbereiche für die anderen Bühnen-Protagonisten freihalten musst. Sich einfach zu doppeln bzw. zu überlagern ist sinnlos.

Im unspektakulären Fall würde das für einen vollkommen verwaschenen Sound sorgen, schlimmstenfalls löschen sich die identischen Frequenzen sogar gegenseitig aus. Das bedeutet, du kloppst wie ein Blöder in die Saiten, der Schlagzeuger drischt auf die Bass-Drum ein, aber beim Publikum kommt nix an, außer vielleicht einem etwas merkwürdig flauen Gefühl im Magen. Also heißt es, den richtigen Bass-Sound einstellen.

Im Umkehrschluss wird das Szenario übrigens noch konfuser:  Du spielst unterschiedliche Töne, der Schlagzeuger nicht, jedenfalls nicht auf der Bass-Drum. Das bedeutet, dass nicht sämtliche Töne unhörbar ausgelöscht werden. Eben nur die Gedoppelten. Du kannst dir schon mal vorstellen, aus welch blöden Augen das Publikum dich angafft, wenn bei deinem Bass-Lauf jeder dritte oder vierte Ton fehlt. Einfach nicht vorhanden.

Falls du Glück hast, denken die mit schulterklopfendem Verständnis, du bist Anfänger und brauchst noch ein wenig Zeit. Sind sie nicht so nett, halten sie dich für einen hoffnungslosen Dilettanten. Dabei hast du wie ein Wahnsinniger geübt, geprobt und lieferst präzise ab. Logisch betrachtet bist du eigentlich vollkommen unschuldig. Einzige Lösung: Vernünftig den Bass-Sound einstellen, Bass und Bass-Drum voneinander trennen.

Übrigens: Unterschiedliche Tonhöhe bedeutet verschieden laut.

Gerade beim Bass wird die Tonhöhe deutlich unterschiedlichen wahrgenommen. Hohe Basstöne sind – unbehandelt (!) – erstmal lauter als die tiefen Töne. Die Tieftöne wiederum neigen eher dazu, undifferenziert zu klingen. Dein Wunsch sollte allerdings sein, trotz aller vorbildlicher Dynamik über sämtliche Bereiche hinweg mit einigermaßen gleicher Grundlautstärke zu spielen.

Das menschliche Gehör: Dein schlimmster Feind beim Sound-Einstellen
Das menschliche Gehör: Dein schlimmster Feind beim Sound-Einstellen Foto: Shutterstock von L Julia

Deine natürlichen Widersacher: Deine Ohren

Der schlimmste Feind in der Tieftonabteilung sind deine eigenen Ohren. Die Basstöne bewegen sich in einem Bereich, den das menschliche Gehör nicht wirklich differenziert wahrnehmen kann. Eigentlich sind die Lauschlappen für die tiefen Basstöne sogar gänzlich ungeeignet. Und das hat massive Auswirkungen, wenn du deinen Bass-Sound einstellen möchtest.

Der übliche E-Bass klingt im Frequenzbereich zwischen 40 und 1.500 Hz. Das gesunde menschliche Gehör kann Töne im Bereich zwischen 30 Hz und 20.000 Hz wahrnehmen, die Randbereiche nach unten aber nicht wirklich einordnen. Das heißt, der Bass spielt an der äußersten Kante.

Das ist der Grund, weshalb die tiefen Basstöne so schwer zu identifizieren sind, wenn du deinen Bass-Sound einstellen willst. Nun gesellen sich allerdings die sogenannten Obertöne hinzu. Jeder Ton – so auch beim E-Bass – besteht aus einem Grundton und zeitgleich mitklingenden Obertönen. Der „Grundton“ hat in diesem Sinne nichts mit dem Grundton einer Tonart, Harmonie oder eines Akkordes zu tun. Bezeichnet wird damit der klingende Basis-Ton.

Darüber schichten sich die Obertöne als natürlicher Bestandteil jedes Einzeltons. Das sind die Schwingungen, die sich ganz automatisch zu einem Grundton gesellen. Und der übliche Bass klingt in den Obertönen im Bereich bis zu etwa 5.000 Hz. Erstaunliche Erkenntnis: Spielst du tiefe Töne, kannst du sie in der Realität gar nicht hören. Es ist dein Gehirn, dass sich aus den Obertönen ein akustisches Gesamtbild bastelt. Willst du deinen optimalen Bass-Sound einstellen, identifiziert dein Gehör sich als naturgegebener Hochstapler.

Hinzu kommt, dass die Ohren schnell ermüden. Das will sagen: Wenn du an deinem Basssound zauberst, solltest du das immer nur in kurzen Etappen machen. Dann wieder Pausen einlegen, die Lauschlappen ein wenig verschnaufen lassen und wieder neu hinhören. Macht ja keinen Sinn, wenn du dich selbst betrügst.

Problematik beim Bass-Sound-Einstellen: Unterschiedliche Raumakustik

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Jeder Raum klingt anders. Entwirfst du zu Hause oder im Proberaum deinen Idealen Basssound und bist dann von dem Endergebnis überzeugt, bedeutet das für die Bühne noch lange nichts. Plötzlich klingt er wieder vollkommen anders. Also nicht „der Bühne“, sondern der Bass. Nun musst du nicht immer wieder mit dem kompletten Equipment hin und her rasen, wenn du deinen optimalen Basssound einstellen willst. Sei dir einfach der Tatsache bewusst, dass das Ergebnis von Raum zu Raum ein anderes sein wird.

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