Gitarren-Akkorde greifen und begreifen

Für Einsteiger: Erste Gitarrengriffe und Akkorde lernen

Foto: Shutterstock von crazystocker

Schon mit wenigen Akkorden kannst du auf der Gitarre deine ersten Songs spielen. Geradezu verblüfft wirst du sein, wie schnell dein Repertoire wächst, sobald du das Prinzip erst einmal verstanden hast. Na dann, lass dir erste Gitarrengriffe und Akkorde zeigen:

Check it: Akkorde auf der Gitarre

  1. Akkord / Harmonie – zwei Worte für dieselbe Sache
  2. Kadenz – Akkordfolge für Übung und Song
  3. Erste Gitarrengriffe – auf geht’s
  4. Barré-Griffe – Multitalente für irgendwann mal

Du hast dein besaitetes Schätzchen nun also in der Hand und willst die nächsten musikalischen Schritte machen. Mit Einzeltönen und einfachen Melodien hast du bereits ein wenig Freundschaft geschlossen. Jetzt soll es an die Liedbegleitung mit Akkorden gehen. Dafür benötigst du ungefähr zwei Hände, dein Instrument, gute Laune und ein paar erste Gitarrengriffe.

Gleich zu Anfang der mutmachende Klopper: Für den Einstieg brauchst Du lediglich drei erste Gitarrengriffe. Von Rock, Pop und Blues über Schlager und Lagerfeuer-Songs bis zu Folkmusik und sonst was bestehen zahlreiche Lieder aus nicht mehr als drei oder vier Akkorden. Eine möglicherweise verblüffende Tatsache, aber mit derart wenigen Akkorden kann’s losgehen. Es müssen nur eben die zueinander passenden sein.

Wichtiges Wort in diesem Zusammenhang ist die „Kadenz“. Damit bezeichnet man eine Abfolge von Akkorden. Spielst du nun nacheinander beispielsweise als erste Gitarrengriffe G-Dur, C-Dur, D-Dur und dann wieder G-Dur – die passen zusammen – dann ist das deine Kadenz und mit der kannst du ausgiebig üben.

Erste Gitarrengriffe für die Übungskadenz

Los geht’s, schnappen wir uns gleich diese Akkorde als erste Gitarrengriffe: Wir beginnen dein musikalisches Menü mit dem Akkord G-Dur. Den Daumen setzt du von hinten gegen den Gitarrenhals ungefähr in der Mitte deiner Greiffinger. Nun Mittelfinger, Zeigefinger und Ringfinger von vorne aufsetzen. Wichtig jetzt: Die nicht gegriffenen Saiten müssen auch wirklich freibleiben. Du darfst sie nicht berühren. Und jetzt kannst du bei diesem Akkord sämtliche Saiten anschlagen.

Das Ganze knirscht und es kommen noch keine richtigen Töne? Dann wird jetzt der Daumen seine eigentliche Aufgabe übernehmen. Er verleiht dir die notwendige Kraft. Für den – vorsichtigen – Druck machst du jetzt aus Daumen und Greiffingern eine Klammer. Erste Gitarrengriffe werden dadurch stabiler.

Offener Akkord: G-Dur
Offener Akkord: G-Dur Foto: Shutterstock von Pepsco Studio

Wir schnappen uns den nächsten Akkord. C-Dur. Das Muster ist dasselbe wie eben. Wo die Finger nun landen sollen, kannst du auf dem Foto ablesen. Am unteren Rand des Bildes befindet sich auch ein Griffdiagramm. Finger aufsetzen, Daumen dahinter, leichten Druck ausüben und anschlagen.

Erste Gitarrengriffe sind noch ein wenig müßig. Aber es wird schon. Überfordere deine Finger nicht. Die Finger müssen erst langsam lernen, sich zu spreizen. Schlägst Du diesen Akkord an, dann nicht die dunkle E-Saite. Theoretisch gehört das E zum Akkord, würde aber hier ein wenig verwirrend klingen.

Erste Gitarrengriffe: C-Dur
Erste Gitarrengriffe: C-Dur Foto: Shutterstock von Pepsco Studio

Die Rede war von drei Griffen. Das wollen wir dann auch gemeinsam angehen. Wir nehmen uns den Akkord D-Dur. Hier liegen die Finger – wie du auf dem Bild erkennen kannst – ein wenig dichter nebeneinander. Du musst sie also nicht so weit auseinander aufsetzen.

Die Anforderung ist die Präzision, mit der sie gesetzt werden müssen. Jeder Finger darf nur eine Saite für sich beanspruchen. Und hier wiederum die Besonderheit: Du schlägst lediglich die vier hohen Saiten an. Die leer schwingende D-Saite ist der Grundton bei diesem Akkord.

Erste Akkorde: D-Dur
Erste Akkorde: D-Dur Foto: Shutterstock von Pepsco Studio

Und nun heißt es üben, bis der Arzt kommt. Langweilig, monoton und bestimmt auch ein wenig schmerzhaft, ich weiß. Lässt sich aber leider nicht ändern. Das so unglaublich Wichtige ist, dass dir die ersten Gitarrengriffe in Fleisch, Blut und Unterbewusstsein übergehen.

Und vor allem müssen die Übergänge flüssig sein. Musik ist der kreative Umgang mit Tönen, aber der penibel exakte Umgang mit Zeit. Da kannst du machen was du willst. Spielst du vielleicht bald in einer Band, läuft die Zeit bei jedem Song einfach weiter. Eine Unverschämtheit, oder?

Und jetzt ab zum Erfolgserlebnis: Suche dir irgendeinen Titel, der dir gefällt, aus dem Internet, aus einem simplen Liedbuch oder wie auch immer. Er muss lediglich in G-Dur geschrieben sein. Muss ja nicht gleich vollkommen abgedreht sein. Probier’s mit dem legendären Hardrock-Song „Alle meine Entchen“. Es funktioniert.

Nach diesem Prinzip suchst du dir weitere erste Gitarrengriffe heraus. Für dich bieten sich jetzt als nächste Kadenz die Akkorde E-Dur, A-Dur und H-Dur an. Einfach eine Grifftabelle anschauen und schon kannst du wieder durchstarten. Eines Tages kannst du die zueinander passenden Akkorde unkompliziert selbst herausfinden. Aber für den Augenblick wäre das schlichtweg zu viel Theorie. Und wir wollen hier nicht gemeinsam vertrocknen, sondern Livemusik machen.

Dem Gedächtnis auf die Akkord-Sprünge helfen

Eine Schwierigkeit zu Beginn wird sein, dass du dir nicht auf Anhieb merken kannst, auf welche Saite in welchem Bund du welchen Finger setzen musst. Das musikalische Gedächtnis benötigt ein wenig Zeit. Und die Gitarren in Noten abzulesen, würde dich sicherlich vollkommen überfordern.

Ist auch nicht nötig. Es gibt die Möglichkeit, Gitarren-Akkorde abzulesen. Das funktioniert mit Griffdiagrammen. Letztlich sind das Bilder, mit denen die Gitarrengriffe leicht verständlich dargestellt werden. Das sieht dann beispielsweise so aus:

Akkorde als Gitarrengriffe leicht merkbar: Griffdiagramm
Akkorde als Gitarrengriffe leicht merkbar: Griffdiagramm Foto: Shutterstock von Kridtanat

Harmonie oder Akkord?

Beim Üben wirst du auf die Begriffe „Harmonie“ und „Akkord“ treffen. Man müsste schon sehr tief in die Musiktheorie einsteigen, um an dieser Stelle den Unterschied zu erklären. Selbst wenn die musikalischen Erbsenzähler an dieser Stelle genüsslich in die Tischkante beißen, versuchen wir’s mal platt auszudrücken: Die Harmonie ist das theoretische Konstrukt; der Akkord ist das, was du auf deiner Gitarre greifst.

Erste Gitarrengriffe: Finger gleichzeitig aufsetzen – aus Zeitgründen

Beachten solltest du von Anfang an, dass du die Finger immer gleichzeitig auf die Saiten bzw. den Hals setzt, keinesfalls nacheinander. Der simple Grund dafür ist, dass es einfach zu viel Zeit kostet, die einen Finger nach dem anderen an die richtige Stelle zu bringen und dann nach demselben Strickmuster erste Gitarrengriffe zu wechseln.

Fällt dir das verständlicherweise noch schwer, dann setze die Finger lieber nacheinander auf die richtige Saite, drücke sie aber erst gemeinsam aufs Griffbrett. Das schult dein musikalisches Unterbewusstsein und die Merkfähigkeit.

Per Barré die Grundakkorde verschieben
Per Barré die Grundakkorde verschieben Foto: Shutterstock von Pepsco Studio

Barré-Griffe als Fortführung

Zunächst wirst du mit den „offenen Gitarrengriffen“ beginnen. Offen werden sie deshalb genannt, weil eben nicht sämtlich Saiten gegriffen werden, sondern einige Saiten leer (nicht gegriffen) mitschwingen. Das deutlich schwierigere Pendant sind die Barré-Griffe.

Die gehören allerdings nicht zum Team „erste Gitarrengriffe“. Darunter versteht man Akkorde, bei denen mehrere oder alle Saiten mit einem Finger gegriffen werden. Das Geniale daran: Du imitierst damit den Sattel, das Teil am Kopf der Gitarre, über den die leer schwingenden Saiten laufen.

Und den kannst mit dem Zeigefinger als Imitat einfach in die höheren Bünde schieben. Greifst du also mit Mittel-, Ring- und kleinem Finger, kannst du den Griff ebenso gut in den siebten oder neunten Bund oder sonst wo auf dem Gitarrenhals schieben. Zwei Bünde davor setzt du den Zeigefinger. Durch diese Möglichkeit des Verschiebens hast du mit einem Griff gleich eine Vielzahl unterschiedlicher Akkorde. Aber immer ruhig bleiben. Das kommt erst ein wenig später.

Übrigens:

Akkorde bestehen aus – mindestens – drei unterschiedlichen Tönen, die eben miteinander „harmonieren“. Schon droht die nächste Hürde. Wie soll das denn gehen. Drei Töne? Schließlich hast Du sechs Saiten. Und was sollst du mit den anderen Saiten anfangen? Abkleben oder durchschneiden? Ganz ruhig bleiben, die Lösung ist eine andere. Die Töne werden über die Saiten hinweg gedoppelt. Spielst Du beispielsweise E-Dur, dann hast du auf der tiefsten und der höchsten Saite den Ton E, außerdem noch auf der D-Saite im zweiten Bund. Wären also schon drei von sechs.

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