Fettnäpfchen, in die du lieber nicht treten solltest

Fehler beim Gitarre-Lernen vermeiden – weil’s besser ist

Foto: Shutterstock von BongkarnGraphic

Als Anfänger warten etliche Fallstricke auf dich, Fettnäpfen, die du nicht mal kennst. Wer nicht weiß, was richtig ist, weiß auch nicht, was verkehrt ist. Fehler gehören dazu, aber du solltest sie erkennen und schnellstens ausmerzen. Hier unsere Tipps, wie und welche Fehler du beim Gitarre-Lernen unbedingt vermeiden solltest.

Check it: Fehler beim Gitarre-Lernen gar nicht erst zulassen

  • Von Anfang an richtig üben
  • Feedback unbedingt wichtig
  • Überforderung und Unterforderung
  • Zu viel Kraft und zu schnell
  • Falsche Finger-, Hand- und Körperhaltung
  • Zu schnell, keine Timing-Kontrolle

Fehler beim Gitarre-Lernen gar nicht erst aufkommen lassen

Wenn man etwas Neues lernt, gehört es zur Natur der Sache, dass man Fehler macht. Keinesfalls betrifft das nur das Erlernen eines Instrumentes, sondern auch alles andere, beispielsweise das Lernen einer Fremdsprache und vieles mehr. Ohne Fehler kommt man nicht wirklich zum Ziel. Tatsächlich aber gibt es schlichtweg nichts, was man sich so konsequent antrainiert wie Fehler.

Und gerade, weil man die so schwer wieder abschütteln kann, solltest du dauerhafte Fehler beim Gitarre-Lernen unbedingt vermeiden. Es gilt sie zu erkennen und unmittelbar aus der Welt zu schaffen. Aber wie solltest du die Fehler als Einsteiger erkennen? Wenn du noch nicht weißt, was richtig ist, kannst du auch nicht wissen, was verkehrt ist. Lass uns gemeinsam schauen, worauf du achten solltest:

1. Erhöhtes Fehlerpotenzial für unkontrollierte Autodidakten

Wenn du noch zu den ambitionierten Einsteigern auf der Gitarre gehörst und ganz am Anfang stehst, steht ein schier endloses Feld der Kenntnisse und Fähigkeiten vor dir, die du dir noch draufschaffen wirst. Idealerweise lernst du mit Anleitung durch einen Musiklehrer, eine Musiklehrerin oder einen versierten Gitarristen, damit du bei deinen musikalischen Schritten das dringend benötigte Feedback erhältst.

Mit großer Selbstdisziplin und entsprechendem Talent kannst du das Instrument auch als Autodidakt erlernen. Nur fehlen dir die kontrollierenden Augen. Klar kostet Musikunterricht Geld. Aber halte dir vor Augen, dass du zumindest die Basics kontrolliert lernen solltest. Mit dem Fundament kannst du irgendwann auch eigenständig weitermachen.

Feedback des Lehrers gerade am Anfang unglaublich wichtig | Foto: Shutterstock von Krakenimages.com

2. Sich mit zu schweren Techniken selbst überfordern

Leicht nachvollziehbar ist es, wenn du möglichst zügig die Songs deiner Heros nachspielen möchtest. Schließlich hast du mit deinem neuen Hobby begonnen, um Musik zu machen und dich nicht ausschließlich in monotonen Basics zu ergötzen. Dennoch solltest zwar beharrlich bleiben, dich aber nicht zu früh mit zu schweren Techniken überfordern.

Solange du die dafür notwendigen Basics nicht beherrscht, kann das nicht funktionieren. Du würdest nur für unnötigen Frust sorgen. Die Lektionen müssen didaktisch vernünftig aufgebaut sein. Ein unbezweifelbarer Fehler beim Gitarre-Lernen ist es, wenn die Techniken nicht modular aufeinander aufbauend gelernt werden.

3. Sich mit zu simplen Dingen unterfordern

Klar, die Grundlagen wollen immer mal wieder trainiert werden, aber das solltest du auch nicht übertreiben. Schließlich willst du mit deinen Fähigkeiten vorankommen und nicht kontinuierlich auf der Stelle treten. Wenn du immer nur das spielst und übst, was du längst beherrscht, bringt dich das nicht weiter. Du musst raus aus dieser Komfortzone und dir Neues zumuten, allerdings schrittweise auf Grundlage eine Lernplanes.

Du musst dein Spektrum der Fähigkeiten aus einem höchst bedeutenden Grund kontinuierlich erweitern: Würdest du dich mit drei Akkorden und möglicherweise noch der Pentatonik zufriedengeben, käme sicherlich schnell Monotonie und Langeweile auf. Als Resultat würde dieser Fehler beim Gitarre-Lernen dafür sorgen, dass deine Gitarre und damit dein Hobby alsbald in irgendeiner Ecke deines Zimmers verstauben.

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4. Zu viel Krafteinsatz zerstört Klang und Fingerbeweglichkeit

Das Spiel auf der Gitarre darf kein Kampf mit dem Instrument und den Saiten sein. Vielmehr wichtig ist es, dass du locker und frei von Verkrampfungen bleibst. Wenn du aber zu viel Kraft einsetzt, wird das Spiel zum Kampf und damit vermutlich auch zum Krampf. Angestrengtes Spiel ist im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Handbremse. Wenn du dir den Ton erkämpfst, mit viel zu viel Kraft greifst, sorgt das in der Regel für Schmerzen an den Fingerkuppen, den Händen und dem Handrücken.

Weitaus wichtiger allerdings sind die Beweglichkeit, Dehnfähigkeit und Koordination der Finger, der Greif- und Anschlaghand, außerdem das wirklich präzise Greifen. Tatsächlich kann man sogar sagen, dass du bei der korrekten Greiftechnik nahezu keine Kraft benötigst. Vermeide unbedingt zu viel Kraft als einen der wichtigsten Fehler beim Gitarre-Lernen.

Übertriebener Krafteinsatz ist eine verkrampfende Handbremse | Foto: Shutterstock von iced.espresso

5. Viel zu schnell spielen und logischerweise dabei stolpern

Zu einem der häufigsten Fehler beim Gitarre-Lernen gehört es, die Passagen, Fingersätze und Co. viel zu schnell zu spielen. Irgendwie scheint einen der lobenswerte Enthusiasmus dazu zu motivieren, die Übungen so schnell wie möglich zu absolvieren. Dabei ist der vollkommen verkehrte Ansatz. Es geht anfangs nicht um Geschwindigkeit, die allenfalls zu einer schlampigen Spielweise führt.

Vielmehr geht es um die wirklich vernünftige Ausführung in sämtlichen Details. Wenn du einen Ton greifst und anspielst – ob mit dem Plektrum oder dem Finger, muss er vor allem eines: Klingen. Dasselbe gilt für Skalen, Akkorde und vieles mehr. Musik hat bekanntlich mit Klang zu tun. Zu schnelles Üben ist in den meisten Fällen eine Form des Selbstbetrugs. Du glaubst, du kannst etwas. Aber wenn du mal genau hinhörst? Genau, also lieber ganz langsam und kontrolliert üben. Die gesteigerte Geschwindigkeit kommt von ganz allein.

6. Finger vernachlässigen und sich selbst auf Dauer einschränken

An deiner Greifhand befinden sich der Daumen und vermutlich auch vier Finger. Dabei sind die Finger von Natur aus verschieden stark und unterscheiden sich auch in ihrer Beweglichkeit. Im Alltag ist das relativ normal und auch nicht weiter schlimm. Lediglich einer der Fehler beim Gitarre-Lernen ist es, diese Ungleichheit zu akzeptieren.

Dass dein Zeigefinger und der Mittelfinger relativ stark sind, ist normal. Der Ringfinger ist bereits etwas unbeweglicher und der kleine Finger weiß manchmal gar nicht, weshalb er sich überhaupt an der Hand befindet. Wenn du vernünftig auf deinen Saiten agieren willst, benötigst du aber sämtliche Finger. Und entsprechend solltest du auch allesamt gleichermaßen trainieren und etwa den kleinen Finger nicht vergessen oder gar ignorieren. Eigentlich ist es am Anfang sogar ratsam, ihn mehr zu trainieren als die anderen Finger, um den Kraft- und Beweglichkeitsvorsprung der anderen Finger einzuholen.

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7. Der Handrücken wird nicht weit genug durchgeschoben

Wenn du dich vernünftig über das Griffbrett deiner Gitarre bewegen willst, ist die korrekte Handhaltung elementar. Du umgreifst den Hals eben nicht lässig wie einen Besenstiel, um damit durch Hogwarts zu reiten. Der Daumen kommt hinter den Gitarrenhals; und zwar mit der Daumenkuppe. Die Hand wird über das Handgelenk weit unter dem Hals hindurchgeschoben, bis sämtliche Finger bei leicht gerundetem Handrücken ebenfalls leicht gerundet auf den Hals gesetzt werden können. Die eigentliche Kraft kommt aus dem Klammergriff zwischen dem Daumen und den jeweils auf dem Griffbrett greifenden Fingern.

Würdest du den Hals mit dem flachen Daumen und der kompletten Handfläche umschließen, wäre das gleichbedeutend damit den greifenden Fingern den Bewegungsspielraum zu nehmen. Manche Akkorde würdest du höchstens mit unnötig größter Anstrengung greifen können. Vermeide im eigenen langfristigen Interesse diesen Fehler beim Gitarre-Lernen und schieb das Handgelenk und die Hand weit genug unter dem Hals durch, auch wenn dir die Haltung am Anfang ungewohnt erscheinen mag.

8. Zu lässig in irgendeinem Sessel, auf dem Bett oder Sofa üben

Klar, die Gitarre ist ein cooles und lässiges Instrument. Sicherlich will das keiner von uns bestreiten. Das bedeutet aber keineswegs, dass du auf eine einigermaßen vernünftige Körperhaltung, ob sitzend oder im Stehen, verzichten könntest. Die Arme und Hände müssen ausreichend Bewegungsspielraum haben. So wird etwa der Arm mit Ellbogen bei der Greifhand ein Stück weit vom Körper wegbewegt und schwebt somit frei in der Luft und wird eben nicht an seitlich an deine Rippen gepresst.

Du wirst keine Freude beim Üben haben, wenn du in einem Armlehnsessel versinkst. Setze dich gerne bequem, aber unbedingt aufrecht auf einen Stuhl und erlaube dir selbst die notwendige Bewegungsfreiheit. Ein guter Tipp gegen die Fehlhaltung als Fehler beim Gitarre-Lernen ist übrigens, sich vor einen Spiegel zu setzen. Du wirst erstaunt sein, wie schnell du Haltungsfehler identifizieren kannst.

Zu viel Lässigkeit nimmt dir die Bewegungsfreiheit | Foto: Shutterstock von Photo Smoothies

9. Zu lange am Stück über und Konzentration verlieren

Deine Motivation in allen Ehren, aber du solltest dir vor Augen halten, wie ein sinnvoller Übungsprozess überhaupt abläuft und wo das Erlernte „geparkt“ wird. Das Spielen auf der Gitarre ist eine Synchronisationsleistung zwischen deinem Gehirn und deinen Fingern. Man spricht dabei vom sogenannten musikalischen Gedächtnis. Du wirst etliche Passagen zwar immer wieder üben, um sie erstens mit den Fingern zu beherrschen und zweitens in deinem musikalischen Gedächtnis einzuprägen.

Das jedoch kann nur konzentriert funktionieren. Sobald deine Konzentrationsfähigkeit nachlässt, solltest du das Instrument beiseitelegen und dich erholen, einfach etwas ganz Anderes machen. Wenn du zu lange am Stück übst, verbesserst du dein Spiel nicht. Vielmehr schleichen sich unnötige Fehler ein, der Schlamperei sind wiederum Tür und Tor geöffnet. Nicht zu vergessen, dass die Finger irgendwann schmerzen werden. Hirn und Hand verkrampfen sich gleichermaßen. Ein Fehler beim Gitarre-Lernen, den du durch Selbstdisziplin vermeiden kannst.

10. Timing nicht im Griff – ohne Metronom üben

Solange du alleine für dich spielst, kannst du dir theoretisch dein Tempo und insbesondere das Timing ganz einfach selbst genehmigen. Spätestens aber, sobald du mit anderen Musikschülern, Musikern oder etwa im Bandgefüge spielst, ist dein Timing gefragt. Die Fähigkeit, konsequent und über das gesamt Stück hinweg im gleichbleibenden Timing zu spielen, wird kaum vom Himmel fallen. Der Umgang mit Rhythmen und Tempi muss trainiert werden.

Und das geeignete Tool dafür ist ein Metronom, ein digitaler oder analoger Taktgeber. Die Problematik des Timings liegt in der menschlichen Natur begründet, zumal dein Pulsschlag gewissermaßen deine innere Uhr ist. Die Musik richtet sich aber nicht nach deinem Herzschlag. Um dich von diesem Zusammenhang zu entkoppeln, solltest du ein Metronom oder alternativ ein paar Drum-Tracks nutzen und damit einen weiteren Fehler beim Gitarre-Lernen eliminieren.

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11. Mangelnde Selbstkontrolle

Der Musik- bzw. Gitarrenlehrer steht dir in der Regel nicht jederzeit zur Verfügung. Selbstredend bedeutet das, dass du allenfalls selten eine entsprechende Rückmeldung zu deinem Spiel bekommen kannst. Die allerdings ist höchst wichtig und muss in solchen Fällen von dir selbst kommen. Nur kannst du anfangs nicht gleichzeitig spielen und hören. Deine musikalisches Gehör ist noch nicht ausgebildet, und die Konzentration muss für das Spielen genutzt werden.

Die Lösung ist es, dich selbst aufzunehmen und die Aufnahmen anschließend mit etwas Abstand abzuhören. Nicht selten ist das eine unangenehme Erfahrung. Immerhin ist das, was da anschließend aus den Lautsprechern tönt, durchaus ernüchternd. Dennoch hilft dir das Eigen-Recording dabei, Fehler beim Gitarre-Lernen zu erkennen. Beim Abhören konzentrierst du dich nicht auf das Spielen. Dir steht sämtliche Konzentration zur Verfügung, um etwaige Fehler zu analysieren.

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