Booster für Mundstücke – nicht unterschätzen!

Zwischen Energieeffizienz und Klangoptimierung

Foto: Shutterstock AI

Mundstücke für Blechblasinstrumente werden mit hochgradiger Präzision gefertigt, um optimale Klangergebnisse mit möglichst komfortabler Ansprache und Artikulation zu liefern. Dennoch sind sie aus physikalischen Gründen Energieverschwender. Booster für Mundstücke sollen Abhilfe schaffen. Schauen wir, welches Prinzip dahintersteckt und was die Kompensatoren wirklich bringen.

Check it: Booster für Mundstücke

Erfahre hier mehr darüber, was Booster für Mundstücke sind, welchen Zweck sie haben, wie sie sich auf den Klangcharakter und die Spielweise auswirken. Verschaffe dir zugleich einen Überblick anhand einiger Beispiele.

Booster für Mundstücke

Unter fortgeschrittenen Blechbläsern ist das Thema seit Jahren bis Jahrzehnten bekannt, bei Anfängern interessierten Laien eher noch ein hilfreiches Buch mit sieben Siegeln: Schon die Bezeichnung Booster für Mundstücke wirft einige Fragen auf. Was ist das überhaupt, welche Vor- und Nachteile gibt es und weshalb werden Mundstücke für Blasinstrumente eigentlich nicht gleich so gebaut, dass solch solche Kniffe per Zusatzausstattung nicht mehr nötig sind. Wenn das Mundstück mit einem Booster perfektioniert werden kann, heißt das nicht im Umkehrschluss, dass die Bläserwelt seit Jahrzehnten auf schlechten Mundstücken spielt? Nein, heißt es nicht. Aber der Reihe nach.

Was sind Booster für Mundstücke?

Booster für Mundstücke sind Aufsätze oder Ringe, die bei Brass-Instrumenten den Klang zentriert optimieren und die Treffsicherheit inklusive Einrasten der Töne verbessern sollen. Angeboten werden sie in unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien, jeweils abgestimmt auf die Mundstücke und die instrumententypischen Eigenschaften. Tatsächlich ist das eine Wissenschaft für sich, bei der sich die musikalischen Geister nicht so ganz einig sind.

Welchen Zweck haben Booster für Mundstücke?

Um dem Zweck und somit Effekt von Boostern auf die Spur zu kommen, müssen wir uns zunächst mal mit dem Mundstück selbst beschäftigen. Die Mundstücke sind mehr oder weniger konisch, mit jeweils individueller Randbreite, Randkontur, Randinnenkante, Kessel- oder Trichterform, Seele, Rückbohrung und Mundstückschaft konzipiert. All diese Eigenschaften sind für den insgesamt optimalen Klang über sämtliche Lagen hinweg perfekt aufeinander abgestimmt.

Sämtliche Bestandteile des Mundstücks sind optimal aufeinander abgestimmt. | Foto: Shutterstock von muma.de

Mundstücke sind vor allem Energieverschwender

Selbstverständlich gibt es für unterschiedliche Blasinstrumente wie Trompete, Kornett, Tuba, Posaune, Flügelhorn oder French-Horn jeweils unterschiedliche Mundstücke und instrumentenbezogen dann wieder etliche verschiedene Modelle, bei denen du nur selbst herausfinden kannst, welches zu dir am besten passt. Was jedoch alle Mundstücke vereint, ist die Tatsache, dass sie pure Energie- und Kraftverschwender sind.

Weniger Anblasluft verpuffen lassen

Der Grund: Durch Vibrationen am Mundstück und Mundrohr geht eine Menge Energie der aufgebrachten Anblasluft verloren. Im technischen Bereich würde man von schlechter Energieeffizienz sprechen. Blechbläser bringen permanent mehr Kraft und Anblasluft auf, als letztlich in klingende Töne verwandelt wird. Was läge also näher, als dafür zu sorgen, dass weniger Energie ungenutzt verpufft? Exakt dies ist der Hauptgrund, weshalb findige Instrumenten- und Mundstückbauer wie etwa Klier, Denis Wick, JK, Breslmaier, Brand und weitere Booster für Mundstücke entwickelt haben.

Weil sie aber Energie verpuffen lassen, werden Booster für Mundstücke genutzt | Foto: Shutterstock von muma.de

Einfluss der Masse auf die Klangcharakteristik

Allerdings ist das nicht der einzige Aspekt. Vielmehr geht es auch um die Masse – schlussendlich das Gewicht – des Mundstücks. Die nämlich hat entscheidenden Einfluss auf die Klangcharakteristik. Dafür gibt es sogar einen Fachausdruck. Genannt wird diese physikalische Tatsache „Heavy-Effekt“. Vorstellen kannst du dir das ungefähr so: Je mehr Masse, umso deutlicher wird die Projektion insbesondere im lauten Dynamikbereich verbessert. Das Resultat soll ein enger zentrierter und zugleich vollerer Klang sein. Booster für Mundstücke sollen also nicht nur dazu dienen, die Energieverwertung zu optimieren, sondern auch den Klang verbessern.

Klangverbesserung ist zunächst eine Klangveränderung

Und genau in der Klangverbesserung liegt zugleich die Problematik der Booster für Mundstücke. Denn eine vermeintliche Verbesserung ist prinzipiell erst mal eine Veränderung. Und an dieser Stelle treffen mindestens drei Sichtweisen der Musiker aufeinander, gerade weil wir hier von Naturinstrumenten sprechen, also jenen, bei denen der möglichst natürliche und authentische Klang über sämtliche Lagen und auf dem Instrument klangschön spielbaren Töne im Mittelpunkt steht.

Eine weitere Schwierigkeit ist in der Regel, dass eben nicht alle Töne in sämtlichen Lagen verbessert werden. Vielmehr werden vor allem die weich und breit machenden Obertöne unterdrückt. Genau die aber die sind ja eigentlich der Teil der den Tönen bislang, also ohne Booster, ihren schönen Gesamtklang verleihen. Bei jeden Tastenanschlag auf dem Klavier schwingen zahlreiche Obertöne mit. Werden die eliminiert, wäre das Klangergebnis ziemlich matt. Plakativ könnten wir es so ausdrücken: Die Töne werden verändert und teils verbessert, aber eben nicht alle.

Veränderung beim Einrasten und Biegen

In der Regel sorgen die Booster für Mundstücke dafür, dass die Töne besser, treffsicherer und somit auch konsequenter einrasten. Dadurch wird das Spiel stabiler. Im ersten Moment scheint dies eine ausschließlich positive Eigenschaft zu sein. Ist es auch, allerdings solltest du dir der spieltechnischen Konsequenzen bewusst sein, um nicht einer falschen Fährte der Erwartungen zu laufen. Denn im Umkehrschluss sorgt das zugleich dafür, dass sich die Töne weniger biegen lassen. Sie sind ja eingerastet. Beispielsweise im Jazz, wo diese Technik gerne und reichlich genutzt wird, könnte dich dieses Resultat auch stören. Dein Spiel ist stabiler, aber eingeschränkter.

Da das Einrastverhalten verstärkt wird, sind sie im Jazz eher fraglich | Foto: Shutterstock von IgorGolovniov

Vermutlich bist du nicht alleine

Der Effekt der zentrierten Töne ist zumindest in den hohen Lagen und lauterem Dynamikbereich inzwischen unbestritten. Aufgrund der optimierten Projektion mit verbessertem Einrasten werden die hohen Töne treffsicherer. Auch ist der sich verändernde Ton als Tatsache akzeptiert; bei einigen Modellen in Nuancen, bei anderen deutlich. Allerdings solltest du dir vor Augen und Ohren halten, dass du als Blechbläser selten allein, stattdessen im Bläsersatz spielen wirst.

Wenn du beispielsweise als einziger Trompeter solche Booster für Mundstücke verwendest, die anderen aber nicht, fällst du klanglich aus dem Satz. Die harmonische Einheit bröckelt. Durchaus sinnvoll kann es somit sein, dass ihr euch abstimmt.

Booster für Mundstücke: Worauf du achten solltest

Mundstück-Booster gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, was üblicherweise ganz einfach mit den Unterschieden der Blechblasinstrumente zusammenhängt. Plumpe Erkenntnis: Der Booster muss zu deinem Instrument passen. Vollkommen unabhängig vom Instrument gilt allerdings, dass er das Mundstück und das Mundrohr nicht beschädigen darf und insofern mit einer durchdachten Art und Weise der Befestigung ausgestattet sein muss. Hinsichtlich der Materialien gibt es mehrere Konzepte. So sind die meisten Modelle für Trompete und Co. versilbert, dann wiederum gibt es beispielsweise Modelle aus Kunststoff.

Booster von JK Klier

Von Spezialisten wie der Marke JK Klier gibt es beispielsweise diverse Aufsteckringe, die als Booster für Mundstücke fungieren. Mit solchen Modellen verwandelt sich das herkömmliche Mundstück in ein sogenanntes Heavy-, GP oder Megaton-Mundstück. Der Sound wird kräftiger, der Ton zentrierter und die Projektion geht nach vorn. Du bekommst damit für vergleichsweise wenig Geld ein ganz neues Spielgefühl. Die Wirkung dieser Ringe ist dezenter als bei andere Modellen, kann aber bei der richtigen Kombination von Mundstück und Instrument genau die Wirkung bringen, die dein Spiel stabiler macht.

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JK Adjusting Sleeves Trumpet
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Booster von Denis Wick

Ebenfalls zu den beliebten Anbietern der Booster für Mundstücke gehört die Marke Denis Wick. Bei der lebenslangen Suche nach dem besten Mundstück ist man sich ja oft nicht sicher, welche Wirkung solche Veränderungen haben. Ist es eine Wirkung oder lediglich eine Einbildung? Etwa bei dem Denis Wick Booster für Trompete 6181 ist die Wirkung deutlich. Aus dem normalen Mundstück wird damit eine Heavytop-Ausführung. Den Booster wieder abzunehmen ist nicht ganz einfach, zumal er mit Gummidichtungen fixiert wird.

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Denis Wick DW6181 Booster For Trumpet
Denis Wick DW6181 Booster For Trumpet
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Booster von KGUMusic

Einer der Spitzenreiter der Booster für Trompetenmundstücke kommt mit dem konischen Modell KGUMusic Trumpet Booster Cone Raw aus dem Hause KGUMusic. Dabei handelt es sich um einen Booster mit mittlerem Gewicht, der speziell dafür entwickelt wurde, einen Klangverbesserungseffekt zu erzielen. Ganz nebenbei spürst du, wie sich das Ansprechverhalten des Instrumentes ändert. Zugleich wird mit dem Booster für Mundstücke die Treffsicherheit der Noten im gesamten Bereich verbessert.

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KGUMusic Trumpet Booster Cone Raw
KGUMusic Trumpet Booster Cone Raw
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Booster von Bruno Tilz

Auch die Manufaktur von Bruno Tilz spielt eine gewichtige Rolle im Bereich der Booster für Mundstücke. Beispielsweise das Modell 991 präsentiert eine sehr schützende Weise bei der Verbindung mit dem Mundstück. Aufgesteckt wird der versilberte Booster mit Hilfe eines Plastikgewindes. Dadurch wird der ehemals warme und stumpfe Ton wesentlich direkter, kerniger und dynamischer. Der Booster reduziert die jeweils obersten und untersten Klanganteile, was Solisten stören könnte, aber in der Mitte einen klaren, strahlenden und im Orchester durchsetzungsfähigen Ton.

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Bruno Tilz 991 Booster Trumpet
Bruno Tilz 991 Booster Trumpet
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Booster für Mundstücke in der Brass-Sektion findest du auf dem Markt natürlich nicht nur für die Trompete, sondern auch für nahezu alle anderen Instrumente wie Tuba und Posaune, das Flügelhorn und das Waldhorn. Die allesamt hier aufzuzählen würde vermutlich in eine Auflistung ausarten, die deine Geduld beim Lesen malträtieren könnte. Der Grund für diese Ausführungen war und ist, dir aufzuzeigen, welchen Zweck und welche Auswirkungen auf das Spiel und den Ton die Booster haben.

Falls wir dich damit auf eine interessante Spur gebracht haben, solltest du diese hilfreiche Zusatzausstattung einfach mal ausprobieren. Ob dir die Lösung subjektiv gefällt, kannst wie üblich nur du selbst entscheiden. Du musst es spüren und hören.

Vielleicht dürfen wir dir dabei noch einen Gedanken mit auf den Weg geben: Dass Blasmusiker häufig ihr Leben lang auf der Suche nach dem perfekten Mundstück sind, ist in der Szene schon beinahe ein Running Gag geworden. Nicht selten entspricht das aber der Tatsache. Und genauso häufig geht es bei Fortgeschrittenen nur noch um winzige Nuancen. Ein Booster für Mundstücke könnte exakt diese Nuance ausmachen. Drüber nachzudenken, lohnt sich allemal.

Herstellerseite JK Josef Klier: https://www.jk-klier.de/

Herstellerseite KGUMusic: https://kgumusic.com/

Herstellerseite Bruno Tilz: https://www.mundstueckbau-tilz.de/

Auch interessant, weil detailliert hilfreich: „Trompetenansatz: Bauch-Atmung“.

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