Tränen und Trauen; aber Stillstand gibt es im Rock’n‘Roll nicht

Rolling Stones rollen auch nach dem Tod von Charlie Watts weiter

Foto: Shutterstock von Pixxsa und Maxx Girr

Die Rolling Stones wollten ihre aktuelle „No-Filter“-Tour eigentlich in ihrer üblichen Formation durchziehen. Immerhin sollte damit das sechzigste Jahr des Bestehens der Kultband gefeiert werden. Geradezu unfassbar, wenn man sich diese Zahl auf der Zunge und in den Ohren zergehen lässt. Bereits im Vorfeld war klar, dass Drummer Charlie Watts aufgrund einer bevorstehenden Operation an der Jubiläumstour nicht teilnehmen würde. Dann die Hiobsbotschaft: Das Urgestein hatte die Operation nicht überlebt. Dennoch rollen die Rolling Stones unermüdlich weiter. Es geht an die Tränendrüse:

Hommage an einen besten Kumpel und Dank für Anteilnahme

Zum Anfang der Show spricht Mick Jagger an der Seite von Keith Richards und Ron Wood über Charlie, wobei sie zu Tränen gerührt sind und diese Tränen auch nicht zurückhalten können. Die Ansprache geht allen Zuschauern weltweit unter die Haut. Die Trauer ist den musikalischen Veteranen deutlich anzumerken.

Kein Wunder, immerhin haben sie Jahrzehnte miteinander verbracht. Und angesichts des Alters und der exzessiv gelebten Jahre schwebt auch über den anderen längst das Damokles-Schwert. Bei den Fans bedankt sich Mick Jagger für deren Mitgefühl und Anteilnahme.

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Ein Leben gemeinsam verbracht: Emotionale Ansprache von Mick Jagger

Videoinstallation über das Leben von Charlie Watts

Währenddessen wird über Großleinwände ein Video ausgespielt, das das Leben von Charlie Watts aus den unterschiedlichsten Perspektiven und Facetten beleuchtet. Charlie zeichnete sich immer durch seine besonnene Art aus, die auch sein Schlagzeugspiel prägte. Er war kein Effekthascher, der sich permanent in atemberaubenden Soli oder Dampfhammer-Kanonaden ergötzte.

Stattdessen stand er für Zuverlässigkeit, Song-Dienlichkeit und die groovende Reduktion aufs Wesentliche. Lediglich eines seiner Markenzeichen war das Auslassen der Hi-Hat während des Snare-Backbeats. Interessant dabei die Tatsache, dass Charlie Watts statt auf Mega-Sets auf einem rudimentären, vierteiligen Set ablieferte. Er hat das Kunststück vollbracht, Jazz-Elemente mit einer Rockband zu verbinden.

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Die Zeit wartet auf niemanden

Eine Legende kann nicht ersetzt, aber vertreten werden

Während der Tour 2021 sitzt Steve Jordan hinter den Kesseln und treibt den Rhythmus voran. Logisch, dass er Charlie Watts nicht real ersetzen kann, dafür hat der Stones-Drummer mit seiner speziellen Personality zu tiefe Spuren hinterlassen. Musikalisch allerdings wird der versierte und nicht minder renommierte Studiomusiker nicht nur von den Fans für seine solide Arbeit gelobt. Dabei ist Steve Jordan längst kein Unbekannter mehr. Vielmehr kann er sich selbst das Attribut Legende an die Drum-Sticks heften und hat auch zuvor in mehreren Projekten mit Keith Richards gespielt.

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