Hommage an einen einflussreichen Wegbereiter

09. Juli – wir schreiben den „Tag des Rock’n’Roll“

Foto: extrahiert aus YouTube-Video

Die 50er- und 60er-Jahre standen ganz im Zeichen des Rock’n‘Roll; und der war weitaus mehr als lediglich eine Musikrichtung. Er war – und ist – ein Lebensgefühl, das Generationen bewegt und geprägt hat. Ausreichend Grund dafür, diesen bahnbrechenden Stil zurück ins Bewusstsein zu rufen: Der 09. Juli ist der Tag des Rock’n‘Roll.

Rock ’n’ Roll Dance 1957 (American Bandstand)

Es rumorte im prüden Amerika

In den späten 1940er-Jahren rumorte es im musikalischen Epizentrum USA. Die Jugendlichen wollten sich nicht mehr mit den Moralvorstellungen ihrer Eltern identifizieren. Brav, angepasst und vorschriftenhörig zu sein, entsprach nicht ihren Idealen. Vielmehr kultivierten sie die Freiheit von bürgerlicher Moral und beanspruchten das Underdog-Image für sich. Sich aufzulehnen, wurde zum Lebensmotto.

Musik als Ventil für Generationen

Die dazu passende Musikrichtung sollte allerdings erst noch entstehen. Nicht so einfach, immerhin wollten die Eltern und erst recht das Establishment sich nicht einfach abwählen lassen. Okay, mit einer politischen Wahl hat das nicht viel zu tun. Und ja, es ging um den üblichen, auch selbstverständlichen und natürlichen Generationenkonflikt:

Mit Bill Haley ging’s richtig ab

Die Kids wollen und sollten eigenständig und keine blasse Kopie ihrer Mütter und Väter sein. Genau dazu passte der Rock ‘n‘ Roll. Richtig los ging’s, als Bill Haley 1954/1955 mit „Rock Around the Clock“ den Swing ablöste. Es war nicht weniger als die Verschmelzung von Blues und Country, auf die das Land über 10 Jahre gewartet hatte.

Schnell folgten weitere Rock’n‘Roll-Heros, wie Chuck Berry, Little Richard und Elvis Presley. Die Generation hatte ihr eigenes Ventil gefunden und lebte das auch durch den Bruch mit sämtlichen Konventionen aus. Die Öffentlichkeit witterte Skandale und exakt die bekam sie auch serviert. Kids trugen plötzlich lange Haare, Jeans und Lederjacken und provozierten das biedere Amerika mit sexuellen Gesten.

Dick Clarke und die TV-Show American Bandstand

Deutlich zur rasanten Verbreitung des Rock ‘n‘ Roll beigetragen hat ein gewisser Dick Clark. Keinesfalls Musiker, sondern Moderator. Am 09. Juli 1956 übernahm er die Fernsehshow „American Bandstand“, zweifellos die populärste Teen-Dance-Show der USA von den 50er Jahren bis in die Achtziger hinein. Präsentiert wurden jeweils mehrere Paare, die zu den Songs der damaligen Zeit tanzten.

Verpönt und sogar verboten

Die Show wurde mit Hits von beispielsweise Fats Domino und zahlreichen weiteren zum Quotenrenner. Auch als der von der prüde-konservativen Gesellschaft und den religiösen Vertretern Amerikas verpönte Rock’n‘Roll abflachte, war es noch lange nicht vorbei. In den USA war Rock’n’Roll sogar teilweise verboten, was ihn auf seinem Siegeszug dennoch nicht aufhalten konnte. Nun übernehmen die britischen Bands von den Beatles bis zu den Stones, begeisterten die Fans und führten die Welle der Unangepassten fort.

Dick Clarke wurde mit seiner TV-Show zu einer der einflussreichsten medialen Figuren ab den 50er-Jahren; einer, der dem Massenphänomen Rock’n‘Roll den roten Teppich ausbreitet hat. An den Tag, an dem er die Show übernommen hat, erinnert der Tag des Rock’n‘Roll am 09. Juli. Eine Hommage an die Musikrichtung, die Millionen Fans in ihren Bann gezogen hat, und den Showmaster, der ihr dafür die nötige Plattform geboten hat. Ach ja, das war übrigens alles noch in Schwarz-/Weiß. Farbfernsehen gab es damals noch nicht.

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In den frühen Tagen des Rock’n‘Roll, Rockabilly & Co. gehörte der Kontrabass. Falls du dich für die spezielle Spieltechnik interessierst, wirf doch mal einen Blick auf den Artikel zum Thema „Slappen auf dem Kontrabass“.

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