Wie Du aus der Schaffenskrise wieder rauskommst

Tipps gegen die Schreibblockade!

Was tun, wenn einem nichts (mehr) einfällt? Foto: Shutterstock von antoniodiaz
Was tun, wenn einem nichts (mehr) einfällt? Foto: Shutterstock von antoniodiaz

 

Dass die Kreativität beim Song-Texten mal festhängt, ist nichts Ungewöhnliches. Schreibblockade, nichts geht mehr. Locker bleiben; das passiert auch wortgewandten Profis immer wieder. Was du jetzt brauchst, sind ein paar Tricks, mit denen Du dich am Schopf packen und aus dem Gedankenloch ziehen kannst. Okay, dann wollen wir dein Künstlerhirn mal entknoten:

Mal ehrlich, ist die Bezeichnung „Schreibblockade“ überhaupt richtig? Gemeint ist doch letztlich etwas völlig anderes. Ist es nicht eher eine Denkblockade, eine Kreativitäts- oder Output-Blockade? Schließlich hast du nicht plötzlich das Schreiben verlernt. Dir wollen nur einfach nicht die passenden Gedanken aus dem Hirn sprudeln.

Konzentrationsbelastendes Beiwerk wegräumen

Einer der vermutlich häufigsten Gründe für eine Schreibblockade ist die pure Überlastung durch ganz alltägliche Dinge und Ereignisse. Dein Kopf ist überflutet. Zeitgleich prasseln diverse Eindrücke, Gedanken, Meinungen auf dich ein. Zuhause ist wegen Nichtigkeiten mal wieder Stress. Dein Kontostand sorgt für Magenschmerzen. Auf dem Handy bimmeln permanent höchstwichtige Social-Media-Nachrichten, die natürlich keine Sekunde warten können. Und so willst Du dich konzentrieren?

Immerhin bist du auf der Suche nach treffsicheren Worten. Und die sind unbedingt nötig: In einem Songtext hast du nicht viel Zeit, ganz im Gegenteil. Was du sagen willst, musst du weit denken und anschließend soweit komprimieren, bis es – ohne den Zusammenhang zu verlieren – in wenige Strophen passt. Dafür benötigst du Ruhe: Entweder in der Umgebung oder in dir selbst. Sortiere dich erstmal selbst.

Gelassen bleiben, wenn die Zeit eng wird

Eine weitere der möglichen Ursachen für gefühlte Leere im Texter-Kopf ist Zeitdruck. Die Zeit drängt, weil die Band endlich loslegen will, ihr für den bevorstehenden Auftritt noch drei weitere Titel braucht oder du selbst endlich ein Ergebnis haben möchtest. Nimmt der Druck zu und wird zu schwer verdaulich, sagen deine kreativen Synapsen einfach: „Nicht mit uns! Wir machen Betriebsurlaub: Schreibblockade!“

Da kannst du noch so sehr mit fristloser Kündigung wegen Arbeitsverweigerung drohen. Nützt nix; du würdest dich ja schließlich selbst rausschmeißen. Tatsache bleibt: Eine Lösung muss her. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gelöst werden müssen die mentalen Verspannungen, die dich hindern weiterzumachen. Entweder muss der Zeitdruck weg oder Du musst lernen, mit dem Druck anders umzugehen. Versuche ihn als positive Herausforderung zu begreifen.

Nicht in die Situation hineinsteigern

Das Problem, wenn du dich über eine Schreibblockade wegen der „Überdosis Druck“ ärgerst: Du steigerst dich immer weiter in die Schreibblockade hinein, baust vor dir selbst vermutlich sogar Versagensängste auf. Dieses dämliche Gefühl, etwas nicht zu schaffen, obwohl die anderen und du selbst es von dir erwarten. Und zwar selbstverständlich rechtzeitig! Bereits an dieser Stelle kannst und solltest du gegensteuern:

Vertraue dir selbst und vertraue dem Moment. Mag sein, es ist einfach gerade nicht der richtige Zeitpunkt für künstlerisch Ergiebiges. Der Augenblick wird kommen. Vielleicht sogar gerade dann, wenn du sagst: „Ich mache Pause; das wird so nix.“ Entspann dich und glaube daran. Verbissenheit ist der natürliche Feind von entspannter Kreativität.

Dein kreatives Epizentrum: Atmosphäre schaffen

Das Schreiben von Songtexten ist ein kreativer Prozess. Kreativität kann man zwar fördern, aber nicht erzwingen. Du kannst sie unterstützen, die für dich passenden Bedingungen schaffen und sie mit ein wenig Übung immer besser nutzen. Ein Ausweg aus der Schreibblockade kann es sein, zunächst nicht nach dem perfekten Wort, stattdessen nach der idealen Umgebung zu suchen.

Entscheiden bzw. erfühlen, welche Umgebung dich am meisten inspiriert, kannst du nur selbst. Brauchst du das pulsierende Leben inmitten der Menge? Benötigst du für deine Konzentration die Einsamkeit? Ist es die musikalische Atmosphäre im Proberaum, wo du auf sämtliche Instrumente kurz zurückgreifen kannst? Möglicherweise hast du einen Lieblingsplatz in deiner Stadt oder der Natur. Exakt dort solltest du jetzt hingehen.

Dort, wo du dich am wohlsten fühlst, werden dir vermutlich auch die besten Einfälle kommen. Sei das in deiner Bude, in der dich niemand stört, oder im Bistro, wo du Menschen und Situationen beobachten kannst. Ganz alltägliche Dinge können dein Kreativ-Futter sein. Tankst du deine leergepumpten Gedanken wieder mit frischen Inspirationen auf, ist das dein Boxenstopp aus der Sackgasse der Schreibblockade.

Themensuche für gehaltvolle Texte

Um etwas auf Papier zu bringen oder in die Tastatur zu kloppen, musst du etwas zu sagen haben. Eine Story, eine Begebenheit, ein Gefühl, einen Gedanken. Und wenn die Birne gerade mal leergepumpt ist, dann bleiben auch Papier und Screen leer. Was du brauchst, ist ein Thema. Wenn dich ein Thema betrifft, interessiert und neugierig, nachdenklich, fröhlich oder wütend macht, wird es zu deinem berühmten roten Faden.

Es nimmt dich mit auf deine gedankliche Reise. Eine Reise, von der du in deinem Songtext erzählen wirst. Bestes Mittel gegen aufkeimende Schreibblockade ist es, wenn du von einem Thema begeistert bis infiziert bist. Ist das nicht der Fall, dann suche danach. Du wirst eines finden, in das du dein Herzblut schmeißen kannst. Schon reihen sich die Worte wie von selbst aneinander.

Gedankensammlung: Keine Chance für Schreibblockaden

Immer gut ist es, wenn du im Fall der Fälle auf deinen eigenen Gedankenfundus zurückgreifen kannst. Das will sagen: Was du irgendwann mal spontan gedacht hast, was dir einfach flüchtig in den Sinn gekommen ist, solltest du festhalten. Eine rebellische Zeile, eine Hookline mit Ohrwurm-Potenzial, ein Gefühl, eine besondere Begegnung, was auch immer. Schreibe es auf oder kloppe es in einen Ordner auf deinem Smartphone. Das Ding hast du ja ohnehin immer bei dir.

Halte deine Kreativität für irgendwann mal fest. Einfach so, damit sie nicht vergessen wird. Spätestens dann, wenn die Schreibblockade wieder mal mit dem gordischen Gedankenknoten droht, sind diese festgehaltenen Spontan-Gedanken deine Retter in der Not. Du brauchst nur dein eigenes Sammelsurium zu durchforsten und führst dich damit selbst wieder auf die Überholspur.

Informiere dich online

Durch die digitalen Medien und Endgeräte wie Notebook, Tablet und Handy ist es heutzutage relativ simpel, interessante Gedanken, Redewendungen und passende Wort zu recherchieren. Wenn du dich wegen akuter Schreibblockade gerademal nicht imstande fühlst, deinen Songtext zu schreiben, dann akzeptiere den Zustand, ohne die Zeit zu verschwenden. Mach einen Ausflug in die Online-Welt und suche nach Themen und den möglicherweise passenden Wörtern.

Zu jedem Thema – von Liebe bis Welt-Chaos – wirst du Meinungen, Fakten und auch Fakes finden, die sich mit ein bisschen Fantasie verwursten lassen. Eine endlose Materialsammlung, um der Schreibblockade die Stirn zu bieten. Aber mach‘ kein Copy & Paste. Das bringt nix.

Kreativitätsanleitung: „Der Weg des Künstlers“

Möglicherweise kann für dich das 1992 veröffentlichte Buch von Julia Cameron „Der Weg des Künstlers“ interessant sein. In einem 12-Wochen-Programm zeigt die Autorin auf, wie man die eigene Kreativität entdeckt. Während das Werk sich an alle Arten von Kunst wendet, widmet Julia sich auch dem Thema Schreibblockaden. Kann zumindest so interpretiert werden.

In ihrem Ratgeber geht es darum, die Essenz aus der Masse zu ziehen. Simpler ausgedrückt: Die Leser, die zu Wortkünstlern werden wollen, sollen beispielsweise jeden Morgen nach dem Aufwachen vier DIN-A4-Seiten mit eigenen Gedanken aufschreiben. Aus dem gesamten geistig Unsortierten und ganz sicher keinesfalls Druck- oder Aufführungsreifen, suchst du dir anschließend die besonders gelungenen, gewissermaßen zufällig entstandenen Wörter oder Formulierungen.

Die zerrst du nun heraus und bastelst daraus das Grundgerüst für deinen Text. Mag sein, dass das auf lange Sicht funktionieren kann. Wer zwölf Wochen Zeit hat, kann das gerne mal ausprobieren. Allerdings wird dir das im Augenblick kaum weiterhelfen. Du hast eine Schreibblockade; wie sollst du da gleich mehrere Seiten mit sinnvollen oder sinnfreien Worten füllen? Okay, über solch „systemische Anleitungen“ lass uns reden, sobald du dich wieder kreativ freigeschwommen hast.

 

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